Sonntag, 24. Mai 2026

Spielbericht TuS Appen - SSV Rantzau II

Appen unchained: TuS hält die Kreisliga!
Rettung per 4:0-Heimsieg erklärt den Almtweg zur Partyzone

Ein echtes Endspiel um den Klassenerhalt hat sich TuS Appen am vorigen Spieltag mit dem Sechs-Punkte-Sieg in Tangstedt (2:0 durch Sven Kremers Strafstoßtore) selbst geschenkt. Eine letzte Chance, diese surreal-verkorkste Serie 2025/2026 doch noch irgendwie geradezubiegen.
Das Setting dafür stimmte jedenfalls. Herrlicher Sonnenschein, großer Publikumszuspruch und die Aussicht, mit einem Sieg die spielfreie SV Lieth II (30 Punkte) und einen aus dem Direktduell Union Tornesch III (28) gegen Moorreger SV (30) auf jeden Fall zu überholen – dem klar besten Torverhältnis sei Dank!
Rauf auf die Koppel der Wahrheit, präsentierte sich das Heimteam gleich als die willigere Formation, um dennoch einmal kurz zittern zu müssen. Mit dem flinken Yasin Ötgün tauchte nämlich völlig unvermittelt ein Rantzauer im tiefen Lauf durchs etwas löchrige Abwehrzentrum gefährlich auf. Der anschließende Heber verfehlte allerdings (4.).
Im Vorjahr hatte die Landesliga-Reserve aus Barmstedt in einer ähnlichen Situation erfolgreich den Spielverderber gespielt und dem TV Haseldorf durch einen 2:1-Auswärtserfolg den vorzeitigen Aufstieg (der später noch gelingen sollte) versaut, doch heute nagelten die entschlossenen Hausherren den Tabellenfünften ordentlich hinten fest. Wie gut, dass wenigstens Tormann Bjarne Ulrich gegen Mika Teichmanns 19-Meter-Versuch zupackte (9.).
Beirren ließ sich der einstiege Moorreger von seinem Fehlschuss jedoch nicht, nutzte Teichmann seine nächste Schusschance prompt zum wichtigen 1:0 (11.). Ein Meilenstein des Tages, dem rasch der nächste folgen sollte, als ein Offensivfreistoß schon als gelöscht galt, Kapitän Deniz Cebbar sich aber ein Herz aus der Ferne nahm und raketenhaft verdoppelte (17.).
In der Folge war es den Roten gut gelungen, den Vorsprung komplikationslos zu verwalten, ohne dabei zu viele Körner zu lassen. Gegen eine biedere Elf in blau allerdings auch eine dankbare Aufgabe.
Aufgeben musste derweil SSV-Außenspieler Patrick Hollm, dem bei einer Offensivaktion die Fragilität der Bänder im Knie vor Augen geführt wurde. Kurz zuvor hatte er sich noch lautstark über die zahlreichen Verletzungspausen des Gegners im Spiel beschwert und dafür einen Tadel vom Schiri erhalten: „Sportsfreund, das ist unsportlich, was Sie hier machen!“. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass der heuer einzige Blaue mit Feuer bald wieder angreifen kann.
Die verbliebenen Kollegen sendeten danach per Standard-Chance zumindest eine krachende Anwesenheitsnotiz, rammte der für Hollm gekommene Jonathan Vajen das Leder nach Brahim-Freistoß an den Latten-Unterkantenbereich (40.).
Mehr brauchte der Abstiegskandidat jedoch nicht zu überstehen – vor alle, weil bereits wenige Minuten nach der pünktlich durchgeführten Pause Cebbar viel Wiese über rechts vorfand und den Blick für den jungen Henry Heidmann am zweiten Pfosten behielt. Heidmann vollendete zum 3:0 (48.). Der Papa draußen stolz, den Klassenerhalt damit vorentschieden; Fußballer-Herz, was willst du mehr?!
Ein viertes Tor, natürlich! Und daran arbeiteten Heidmann und Co mit entfesselter Hingabe, der sich zumindest SSV-Torsteher Ulrich entgegenstellte (62. & 69.), während es die Vorderleute mit sich geschehen ließen. Brahims zu hoch angesetzter Rechtsschuss konnte dies auch nicht kaschieren (73.).
Stattdessen schraubte Joker Marlon Deletz den Heimsieg noch weiter in die Höhe, als er der Innenverteidiger mit seinem Tempo entwischte und auch an Ulrich vorbeizog. Das leere Tor war da nicht mehr zu verfehlen (74.).
Der Feiertag vor dem Feiertag (Pfingstmontag) also in vollem Gange, ehe sich Cebbar nach Kopfballquerspiel Teichmanns (78.) und der stark aufspielende Matteo Cuius aus 20 Metern (86.) am fünften Treffer versuchten. Kein Tor in beiden Szenen, was unterm Strich aber niemanden mehr interessierte. TuS Appen bekam also doch noch auf den letzten Drücker die Kurve für ein weiteres Jahr Kreisliga. Anlass genug, den Almtweg zur Partymeile zu erklären.
Trauer herrschte dagegen eine knappe Viertelstunde Autofahrt entfernt auf dem Gelände des TSV Holm, wo die längst abgestiegenen Gastgeber den Tangstedter SV per 3:2-Heimsieg mit in den Kreisklassenabgrund zogen. Ob das Duo dort der auf der Couch abgestiegenen Zweiten der SV Lieth begegnen wird, ist indes fraglich. Durch die Zusammenlegung der Bezirksliga-Abstiegstruppe und der Reserve, sowie dem knappen Kader der Dritten, steht die Zukunft der SVL-Reserve auf der Kippe.
Sicher antreten werden im nächsten Jahr dagegen Union Tornesch III und sogar der parallel gegen „Eisern Union“ mit 1:7 untergegangene Moorreger SV.

Tore: 1:0 Teichmann (11.), 2:0 Cebbar (17.), 3:0 Heidmann (48.), 4:0 Deletz (74.)

gelbe Karten: keine – Brahim

Schiedsrichter: Dominik Helmker (SV Rugenbergen)

Zuschauer: 90

Die Abschlusstabelle der Kreisliga 01 2025/2026

Pl

Mannschaft

Sp

S

U

N

Tore

Diff

Pkt

01

Wedeler TSV

30

24

3

3

  99:25

74

75

02

Rissener SV (W)

30

20

6

4

110:56

54

66

03

SV Hörnerkirchen (Ab)

30

18

4

8

  74:46

28

58

04

Heidgrabener SV II

30

16

7

7

  82:58

24

55

05

SSV Rantzau II

30

14

9

7

  79:59

20

51

06

TSV Sparrieshoop (N)

30

14

3

13

  84:67

17

45

07

SC Cosmos Wedel (Ab)

30

14

3

13

  83:82

1

45

08

TuS Borstel-Hohenraden

30

10

7

13

  69:88

-19

37

09

FC Roland Wedel

30

11

6

13

  59:74

-15

36

10

TSV Gut Heil Heist

30

10

4

16

  69:79

-10

34

11

FC Union Tornesch III

30

9

4

17

  70:102

-32

31

12

TuS Appen

30

9

6

15

  68:74

-6

30

13

Moorreger SV

30

8

6

16

  62:88

-26

30

14

SV Lieth II

30

8

6

16

  50:77

-27

30

15

Tangstedter SV

30

6

10

14

  54:77

-23

28

16

TSV Holm (N)

30

4

8

20

  46:106

-60

18





Samstag, 23. Mai 2026

Spielbericht VfL Kellinghusen - SSC Hagen Ahrensburg II

Die Verbandsliga an der Angel
Klarer Hinspielerfolg lässt VfL Kellinghusen vom großen Wurf träumen

Ein starker Schlussspurt von sechs Siegen in Reihe sicherte der Reserve des SSC Hagen Ahrensburg hinter dem Meister aus Kaltenkirchen die Vizemeisterschaft der Kreisliga Süd ab. Der Start in die dadurch erreichten Aufstiegsspiele zur Verbandsliga ging nun jedoch mächtig in die Hose. Zu Gast beim VfL Kellinghusen, war beim Zweiten der Weststaffel am Samstagnachmittag absolut nichts zu holen.
0:3 lautete der Endstand einer gebrauchten Partie gegen die erst an ihrem letzten Ligaspieltag noch gekletterten Jungs aus dem Kreis Steinburg.
Wie es sich für einen missratenen Auftritt gehört, fing sich die Elf aus dem Ortsteil Am Hagen gleich in Minute acht den frühen Rückstand, weil das Verteidigen von hohen Bällen eher sekundären Charakter erfuhr. Bei Tom Wagners erster Ecke von links noch Glück gehabt, dass Thore Jacobs´ Kopfball abgefälscht ans Quer-Alu ging, schaffte der zweite Anlauf von der Fahne weiß-blaue Fakten, indem Florian Barth einsam am langen Pfosten das 1:0 erköpfte (8.). Dass ihn der eigene Vater in der Stadionsprecherkabine nicht erkannte und den offiziell 100 Zuschauern als Philipp Ratjen verkaufte – geschenkt!
Für die Gäste kam es dagegen noch dicker, als Tormann Bennet Goldau noch während der Anfangsphase verletzt rausmusste (17.). Vertreter Deniz Dogan, der noch weniger das Kriterium des Gardemaßes bedient, sollte die massiven Standard-Probleme nicht lösen können, wie eine erneute Kopfballchance für T. Jacobs anschaulich machte (30.).
Und wenn obendrauf noch Haakon Wiegand vom linken Strafraum-Eck aus zum herrlich gezirkelten Rechtsschuss kommt, gleicht der Aufstiegstraum bei sonnigen 30 Grad eben nur noch einer Fata Morgana (31.). Vor allem, weil das Spiel nach vorne keine echten Impulse fand. Kaum eine Ballbesitzstrecke erreichte einen vierten Teilnehmer, weil der Ballführende meist auf sich alleingestellt war oder unerreichbar steil spielte.
Anders verhielt es sich beim quietschfidelen Widersacher, der durch P. Ratjen das Außennetz (36.), Wiegand erneut die Latte (41.) und Finn Timmermanns Kopfstoß fast einen Zuschauer (44.) traf.
Schon ein wenig aus Verlegenheit versuchte es da Hagens Tino Schipper aus 30 Metern – immerhin ein Torschuss für die Statistik, wenngleich dieser zu hoch geriet (60.).
VfL-Kapitän Barth machte drüben vor, wie es richtig geht, zielte das 31-jährige Vorstandsmitglied unbedrängt aus 21 Metern in die Torwart-Ecke, nachdem P. Ratjen den Ball rasch weiterleitete (62.).
Das bemerkenswert fair geführte Hinspiel damit vorfristig entschieden, zumal der Süd-Vize nur noch durch Paul Kappner aus anspruchsvollem Winkel aufwartete (65.). Goalie Emilio Valiani dürfte es gefreut haben: eine Parade für die Galerie…
Auf der anderen Platzhälfte feuerte Kollege T. Jacobs noch einmal aus 25 Metern gegen die Querstange (78.), sodass die Hagen-Zwote mit dem 0:3 sogar noch gut bedient und zumindest in der Theorie mit der Chance auf die Promotion retour gen Stormarn fuhr.
Kick-Off ist dort bereits am kommenden Dienstag zu später 20 Uhr-Abendstunde.
Ob sich der VfL diesen Fisch noch von der Angel nehmen lässt? Höchst fraglich. Für den Fall eines Zweifels stehen die Akteure des VDSA Kellinghusen sicher mit Rat und Tat zur Seite. Parallel auf dem Nabenplatz stieg nämlich die zweite Runde der WM-Qualifikation im Trockenangeln. Weitwurf und Zielgenauigkeit wurden dabei in verschiedenen Disziplinen mit der Angelrute praktiziert. Der große Wurf der Fußballer steht nun kurz bevor…

Tore: 1:0 Barth (8. Wagner), 2:0 Wiegand (31.), 3:0 Barth (62. T. Jacobs)

gelbe Karten: P. Ratjen – Haxhiajdini (Trainer)

Schiedsrichter: Philipp Eilers (SV Henstedt-Ulzburg, Note 2)

Zuschauer: 100 (offiziell)



Den Trockenfischern war der große (Angel-)Wurf auf dem Nebenplatz bereits gelungen..


Spielbericht VfL Kellinghusen 1. Frauen - SV Neuenbrook/Rethwisch 1. Frauen

Weise(s) Worte – Weise Taten
4:1 im Sechs-Punkte-Duell: VfL Kellinghusen bleibt Frauen-Landesligist

Im Vorfeld des vorletzten Spieltags war es noch die Hälfte der Zwölferkonkurrenz, die in der Frauen-Landesliga Holstein das Abstiegsgespenst zu fürchten hatte. Die Elf des VfL Kellinghusen hatte im direkten Kellerduell mit dem SV Neuenbrook/Rethwisch offenbar die Ghostbusters mit im Bunde, entledigte sie sich mit einem 4:1-Heimsieg jedweder Sorgen.
Unter der prallen Mai-Sonne war der Start ins kleine Endspiel prompt geglückt, als Alexandra Köhn einen Ball von außen herrlich annahm und in derselben Bewegung mit links oben einschweißte (7.).
Ein Tor, das bei den Damen in eigentlichem Auswärtsrot ein wenig darüber hinwegtäuschte, dass die Gäste bis zur Trinkpause (24.) mehr in die Partie investierten. So patschte Jaqueline Hinrichsens Freistoß auf die Querlatte (13.) und zielte Shirley Hellmann im Sechzehner knapp vorbei, nachdem Kollegin Jarla Opitz unfreiwillig mit dem Gesicht vorgelegt hatte (23.).
„Jetzt reißt euch nochmal den Arsch auf!“, forderte Kapitänin Lana Weise nicht zu Unrecht eine anlassgerechtere Spielhaltung. Ob ihr skandiertes Motto „Einer für alle und einer für alle!“ dabei tatsächlich so zielführend ist? Zumindest für Heiterkeit war damit gesorgt...
Sportlich wartete die inspirierende Spielführerin derweil per Schusschance (27.) und Abseits-Kopfballtor (42.) auf, während es Hinrichsen drüben wieder mit dem ruhenden Ball versuchte (40.) und erneut S. Hellmann diesmal an Lotta Schachts Fußblockierung scheiterte (45.).
Der Ausgleich damit durchaus im Bereich des Verdienten, doch die Dinge kamen anders, weil Daria Weise nicht ihre erste gute Ecke trat, wodurch Marie-Theres Torhala ihrer ersten Nachnamenssilbe dank des zweiten Balles alle Ehre zum 2:0-Pausenvorsprung machen konnte (45.+2).
Hoffnungen für die seit acht Begegnungen sieglosen Damen vom Schinkeler Weg schürte nach dem Seitenwechsel Hinrichsen mit ihrem Freistoßkönnen, das nun direkt im hohen Bogen zum umjubelten Anschlusstreffer führte (52.). Geht hier etwa doch noch etwas? Merle Hellmanns Versuch schrammte jedenfalls nur hauchdünn am Gleichstand vorbei (57.).
Dann aber zündete der VfL den ultimativen Cheatcode, indem die eingewechselte Isabella Seider mehrfach über rechts ihr enormes Tempo in die Tiefe brachte und auf diese Weise das 3:1 durch L. Weise vorbereitete (63.).
Beim kurz danach folgenden 4:1 waren es dagegen ein hohes Ding und D. Weises Abstauber, die für weitere Freude der damit bereits vor dem Saisonfinale nächste Woche geretteten Kellinghusenerinnen sorgten (66.). Da fielen auch zwei vergeigte Hundertprozenter für Seider (72. & 89.) nicht mehr ins Gewicht.
Die Elf des SV Neuenbrook/Rethwisch versuchte es zwar noch unverdrossen, beispielsweise mit S. Hellmanns Kopfball (83.), doch am Ende langte es mal wieder nicht zu Zählbarem in der Fremde (zwei Punkte aus zehn Partien), sodass der Abstieg in die Kreisliga für das Schlusslicht vor allem auswärts seine Konturen erhielt. Der Schlussakkord bei Fortuna Bösdorf gilt bei drei Punkten und 40 Toren Rückstand auf die Spielgemeinschaft aus Kaltenkirchen, Stuvenborn und Sievershütten (rettender Platz 10) nur noch als letztes Winken – vier Jahre nach dem Abstieg aus der Oberliga.

Tore: 1:0 Köhn (7.), 2:0 Torhala (42. D. Weise), 2:1 Hinrichsen (52., direkter Freistoß), 3:1 L. Weise (63. Seider), 4:1 D. Weise (66. Harm)

gelbe Karten: Baack, Voges – Schneider

Schiedsrichter: Nicolai-Alexander Noss (TSV Brokstedt)

Zuschauer: 35




Freitag, 22. Mai 2026

Spielbericht TuS Germania Schnelsen - TuRa Harksheide II

Besser als Bayern
Torrausch zum Voigt-Abschied: Germania ballert sich zur Vize-Meisterschaft

Mit 122 Treffern stellte Meister Bayern München 2025/2026 einen neuen Bundesligarekord auf. Wem das noch nicht genügt, seien die Spiele der Germania Schnelsen-Liga ans Herz gelegt. Ohnehin bereits 120-mal erfolgreich, ballerte die Equipe von Trainer Yakup Özdemir TuRa Harksheide II zum Abschluss der Bezirksliga 01 mit 8:1 aus dem heimischen Riekbornweg.
Da die tabellarische Ausgangslage keine wirkliche Brisanz mitbrachte, lauteten die Hauptfragen des Abends: Schafft Germanias Luca Drenkhahn die 50 Saisontore? Bekommt Maximilian Voigt seine Abschiedsbude vor dem Laufbahnende? Und geht das Familienduell Hagelstein gegen Hagelstein wieder an den Schnelsener?
Frage eins versuchte der Trainersohn (44 Tore) rasch positiv zu bescheiden. Leon Kripkes lange Einladung verwertete L. Drenkhan prompt zum 1:0 (4.), dem just das Zweite folgen sollte. Der Abseitspfiff aber störte die Jagd nach der magischen 50 (6.).
Germania in Spiellaune; TuRa, in der Hinrunde noch der fulminante Aufsteiger, heuer im grauen Mittelmaß angekommen, kam nicht in die Zweikämpfe. Gute Bedingungen für hungrige Torjäger, wie Drenkhahn in Minute 27 demonstrierte. Eine abnehmerlose Arambasic-Flanke bekamen die Norderstedter nicht aus ihrem Defensivdrittel, sodass der Staffeltorschützenkönig seine Beute auf nunmehr 46 hochschraubte.
Apropos hochschrauben. Lasse Hagelsteins vorzüglichen Lauf über rechts vollendete Antonio Arambasic diesmal selbst zum 3:0 (31.), ehe das 4:0 aus feiner Strafraumposition auf das Konto von Matz Broecker ging (34.). Den 5:0-Halbzeitstand markierte daraufhin wieder Arambasic (42.).
Die Partie damit längst vorentschieden, zumal L. Drenkhahn nach der Pause den Hammer aus 30 Metern herausholte (56.) – das halbe Dutzend war voll!
Doch wie lief eigentlich der Ausstand von Außenstürmer Voigt, der im verhältnismäßig jungen Alter von 32 Jahren die Schuhe an den Nagel hängen wird und sich in Zukunft dem Kampfsport widmet? Drei vergebene Chancen (29., 44. & 60.) führten den heutigen Kapitän jeweils nah an das von allen Germanen gewünschte Tor, das auf freundliche Einladung der Gäste dann doch endlich fallen sollte. Im Anschluss an Drenkhahns Lattenkracher hatte TuRa alle Zeit der Welt, die Lage zu löschen, doch Nick Oscar Duve spielte lieber den heiklen Rückpass, den der richtig spekulierende Voigt tatsächlich zum gebührenden Endpunkt seines Fußballerlebens nutzte (64.). Die feierliche Auswechselung samt Spalier konnte nun endlich steigen (68.).
Nicht in die Höhe gestiegen, sondern im Tiefflug eines Torpedos, hielt der für Voigt gekommene Julien Weber seine Rübe zum 8:0 (77.) in eine punktgenaue Flanke von Torjäger L. Drenkhahn, der am Ende bei dennoch sagenhaften 47 Treffern blieb.
Vielleicht wäre sogar noch mehr drin gewesen, wenn die Germanen in der Schlussphase noch weiter durchgezogen hätten. Die ersatzgeschwächten Blauen zeigten in den letzten Momenten der Saison jedenfalls nochmal Moral und nahmen den Kasten von Domenik Szyska wiederholt ins Visier. Per Abstauber, nachdem Szyska gegen Niklas Wolter blockierte, gelang Luis Blaha immerhin das kleine Trostpflaster zum 8:1-Endstand (84.).
Der Rest war am gut besuchten Riekbornweg nur noch eine einzige Saisonabschlussparty, in der Coach Özdemir sogar noch seinen eigenen Song eingespielt bekam. Zusätzlicher Grund zur Freude folgte dann etwas überraschend am Sonntagnachmittag, als der Kummerfelder SV nur 2:2 beim HSV IV spielte und TGS dadurch aufgrund der besseren Tordifferenz als Vizemeister in die Saison-Annalen eingeht. Für die Promotion gen Landesliga dürfte dies dennoch zu wenig sein, liegt man in der Nachrückerliste unter den vier Bezirksliga-Zweiten hinter dem SC Wentorf auf Rang zwei. Sollten keine allzu wilden überregionalen Verschiebungen und Rückzüge in höheren Ligen stattfinden, hätte Lasse Hagelstein auch nächstes Jahr wieder die Chance, seinen Cousin Nick zweimal zu besiegen…

Tore: 1:0 L. Drenkhahn (4.
Kripke), 2:0 L. Drenkhahn (27. Arambasic), 3:0 Arambasic (31. L. Hagelstein), 4:0 Broecker (34. Condric), 5:0 Arambasic (42.), 6:0 L. Drenkhahn (56.), 7:0 Voigt (64. L. Drenkhahn), 8:0 Weber (77. L. Drenkhahn), 8:1 Blaha (84. N. Wolter)

Schiedsrichter: Fatih Karkar (FFC 08 Osman Bey Moshee, Note 2)

Zuschauer: 150







Sonntag, 17. Mai 2026

Spielbericht SV Lieth II - Wedeler TSV

Meister schickt Lieth II ins Couch-Finale
0:4 gegen den Wedeler TSV: Kreisligaverbleibt entscheidet sich nun Andernorts

Mit mehr als aufsteigender Tendenz arbeitete sich die Reserve der SV Lieth zuletzt auf einer Erfolgswelle aus dem Tabellenkeller der Kreisliga 01, doch nun droht der positive Film der letzten Wochen auf den allerletzten Metern wieder zum Alptraum zu werden.
0:4 lautete nämlich der Endstand des letzten eigenen Saisonauftritts, den man gegen den feststehenden Meister und Bezirksligaaufsteiger aus Wedel eigentlich sogar konkurrenzfähig über die Bühne gebracht hatte. Das große Problem aber wieder einmal: die Chancenverwertung.
Lukas Brant aus spitzem Winkel (5.) und per Doppelchance mit Florian Ballner (19.), Finn Struve rechts vorbei (28.) und auch Kilian Weers nach eigener Balleroberung in schwieriger physikalischer Lage (37.), vermochten den Pausenrückstand nicht zu verhindern. Denn drüben segelte ein Freistoß Hendrik Ramckes hoch durchs Strafraumdickicht und dank Jan Boettchers abfälschenden Kopf hinein (11.), ehe der Verdopplung des Primus durch Tobias Patat (41.) eine höchst umstrittene Strafstoßentscheidung vorausging. Das geahndete Bein hatte sich doch deutlich außerhalb des Sechzehners in luftige Höhen begeben…
Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass kurz zuvor bereits das 0:2 zwingende Folge eines WTSV-Umschaltens hätte sein müssen. T. Patats Weiterleitung wusste Marcel Busies aber trotz idealer Einschussposition nicht einzulochen (39.).
Ebenso verpassten es seine Farben, direkt nach dem Seitenwechsel für klare Verhältnisse zu sorgen. Jason Urban fand beispielsweise seinen Meister in SVL-Fänger Daniel Diedrigkeit (49.), der dieses Duell bei einem Tempoangriff der Elbestädter schließlich doch verlor. In Anton Woyteks Querspiel brauchte Urban diesmal nur noch den Fuß hineinzuhalten (52.).
Selbstaufgabe kam für die Hausherren jedoch nicht infrage. Auch nicht, nachdem der eingewechselte Fatih Arslan zentral mit rechts auf 0:4 erhöhte (77.).
Vor allem der umtriebige Michel Cords versuchte sich immer wieder am Ehrentreffer. So konnte er sich in Minute 67 frei vor Maximilian Diekmann die Ecke aussuchen, um doch am Tormann zu scheitern und den Nachschuss vorbei zu jagen (67.).
Als der Treffer nun endlich gelungen war, hatte die etwas fragwürdige Abseitswahrnehmung des Schiedsrichterassistenten etwas dagegen (85.) und sogar sein selbst ergaunerter Strafstoß mündete im abermaligen Tiefschlag: Pfosten (87.)!
Auch mit der verdienten Bude würde das nun bevorstehende Abstiegskampffinale auf der Couch nicht mit besseren Vorzeichen steigen. Aus Sicht des Tabellenzwölften darf von den drunter Platzierten (TuS Appen, Union Tornesch III und Tangstedter SV) maximal nur einer sein letztes Saisonspiel gewinnen. Ansonsten wäre der Sturz unter den Strich und damit auch in die Kreisklasse Gewissheit. Durch das Auseinanderbröseln der gerade frisch aus der Bezirksliga abgestiegenen Ligamannschaft dürften weite Teile des Kaders allerdings trotzdem in der Kreisliga verbleiben. Gerüchten nach soll eine Zusammenlegung der Teams für einen vernünftigen Kader in Hamburgs achthöchster Spielklasse geplant sein. Nur einen Abstieg möchte sicher trotzdem kein Beteiligter in seiner Vita stehen haben.
Sorgen, die in Wedel niemand hat. Durch den Patzer des Verfolgers aus Rissen (3:5 in Borstel) stand man bereits vor dem heutigen Auftritt als Bezirksliga-promoviert fest. Das noch anstehende Heimspiel gegen die zur Winterpause noch ganz oben thronenden Jungs aus Hörnerkichen (jetzt Dritter) dürfen Kapitän Boettcher und Co nochmal zum Schaulaufen nutzen.

SV Lieth II: Diedrigkeit – Zeybekoglu (81. Hägemann), von Lueder (81. Kähler), F. Rudek (57. N. Schuchhardt), Hajdari, Weers – Struve, Ahlers – Brant (81. Stuck), Ballner (57. Viera Gerkens), Cords, Trainer: Thorben Pingel

Wedeler TSV: Diekmann – Gutzeit (46.
A. Woytek), Boettcher, Kawohl (46. Kilinc), Adib – Ramcke, Alevetsovitis (46. Arslan) – Strohsal, Busies (57. Knodt), T. Patat – Urban (57. Christians), Trainer: Christian Buhrke & Patrick Wittich

Tore: 0:1 Boettcher (11. Ramcke), 0.2 T. Patat (41., Strafstoßtor), 0:3 Urban (51.
A. Woytek), 0:4 Arslan (77.)

gelbe Karten: Ballner – keine

Schiedsrichter: Yannic Kritzler (SSV Rantzau)

Zuschauer: 45


besonderes Vorkommnis: Cords schießt Strafstoß an den Pfosten (87., Strohsal an Cords).






Spielbericht Gencler Birligi Elmshorn 1.Ü40 - TuS Appen 1.Ü40

Ein Vierfach-Aygün für Platz zwei?
Vor Saisonfinale: Gencler-Ü40 hat die Vize-Meisterschaft in eigener Hand

Meister Panteras Negras ist dem Rest der Ü40-Bezirksliga 01 längst enteilt, doch der Kampf um den Vize-Titel ist vor dem Saisonfinale noch in vollem Gange. Der aktuelle Zweite vom FC St. Pauli (42 Punkte) machte seinen Job gleich zweistellig mit 10:0 gegen den SV Hörnerkirchen, während Gencler Birligi Elmshorn auf Rang drei zumindest eine Halbzeit lang etwas Luft an seinen Heimsieg gegen die Elf von TuS Appen ließ.
An Ballbesitz mangelte es den Hausherren auf der ungewohnten Wiese am Ramskamp dabei von Beginn an nicht. Allerdings stellte sich das Abschlusspech als ihr steter Begleiter heraus, wie Erste Herren-Torschützenkönig Nihat Meric per Pfostentreffer zu spüren bekam, ehe Ibrahim Aygüns Tor im Nachsetzen wegen einer Abseitsposition nicht zählte (7.).
Ebenfalls nur Aluminium erwischte Kapitän Veysel Celik mit schnittigem Distanzversuch, doch diesmal war Aygüns Abstauber nichts einzuwenden – 1:0 (9.)!
Gencler nun endlich vorne, aber plötzlich nicht mehr mit dem großen Zugriff. TuS Appen traute sich nun aus einer zweikampfstarken Defensive heraus vermehrt nach vorne, was zunächst zweimal folgenlos blieb (16. & 22.), ehe die Gäste wieder zu viel Freiraum für Michael Runges Schuss (pariert von Goalie Volkan Bostan) erhielten und Florian Weide den Beweis erbrachte, dass auch die Almtwegler Abstauber können (23.).
Und noch bevor das überrumpelte Heimteam adäquat reagieren konnte, erpresste sich Benjamin Siering die Kugel gegen Gökhan Tiryaki, um sie schließlich kontrolliert vor Bostan zum 1:2 einzuschieben (25.).
Aus einer verdienten Führung mach´ einen unnötigen Rückstand, gegen den die Herren in Weiß aber eifrig anarbeiteten. Onur Oeden verfehlte knapp (27.) – Meric sah seinen zentralen Abdruck abgefälscht ins Tor-Aus fliegen (29.). An Chancen mangelte es heute sicher nicht.
Für Tore blieb jedoch erstmal nur Kollege Aygün zuständig, versenkte er seinen Strafstoß nach Runge-Grätsche an Müslüm Kaya sicher zu Gunsten eines ausgeglichenen Halbzeitstands (30.). Tatsächlich gab auch dieser noch durchaus Grund zum Hadern, weil Oeden Genclers Alu-Hattrick komplettierte (Latte, 31.) und Kayas 30 Meter-Geschoss eine Bilderbuchparade von TuS-Fänger Hans-Joachim Stieb hervorbrachte (35.).
Nicht so Aygüns erneuter Gang zur Strafstoßmarke, nachdem die gestreckten Beine der Herren Runge und Tunca im Sechzehner regelwidrig kollidiert waren. War aber auch nicht nötig, denn ausgerechnet der Mann des Tages setzte seinen Penalty mit rechts neben das Ziel (39.)…
Kurz darauf dann doch der Auftakt zum Happyend, als Aygün einen Ball von Süleyman Usta in der Mitte linksunten einspitzelte (40.). Die Führung zurück auf Seiten der Elmshorner, die diesmal prompt nachlegten, fing Oeden einen schwach ausgeführten Abstoß clever ab, um Aygün Tagestreffer Nummer vier in die kurze Ecke zu servieren (43.).
So ganz entschieden war die Angelegenheit damit noch nicht. Obwohl die Kräfte der auswechselspielerlosen Appener etwas schwanden, blieben Durchbrüche über rechts immer wieder gefährliches Mittel. Auf diese Weise setzte Kenneth Kraft seinen Kollegen Marcel Müller ein und hätte letzterer das Ding nicht überhastet über den Zaun geballert, wäre für seine Farben vielleicht noch etwas gegangen (48.).
So war es für Gencler letztlich der erwartete Erfolg, den Oeden mit viel Wucht im Linksschuss auf Zuspiel Barkin Tuncas noch auf 5:2 hochschraubte (64.).
Ein erneuter Sieg im Nachholspiel beim TSV Heist am kommenden Dienstag und Gencler ginge als Tabellenzweiter mit 44 Zählern ins Saisonfinale, das man auswärts bei TuS Osdorf bestreiten wird. Konkurrent St. Pauli (42) führt es bereits am Freitag nach Appen.

Tore: 1:0 Aygün (9. Celik), 1:1 Weide (23. Runge), 1:2 Siering (25.), 2:2 Aygün (30., Strafstoßtor, Runge an Kaya), 3:2 Aygün (40. Usta), 4:2 Aygün (43. Oeden), 5:2 Oeden (64. Tunca)

Schiedsrichter: Mirko Haut (TSV Sparrieshoop)

Zuschauer: 25

besonderes Vorkommnis: Aygün (Gencler Birligi) schießt Strafstoß neben das Tor (39., Runge an Tunca).

Vier Treffer und ein Fehlschuss vom Punkt: Genclers Ibrahim Aygün.




Samstag, 16. Mai 2026

Spielbericht Rot-weiß Kiebitzreihe - TuS Krempe

Handballer macht TuS Krempe zum Meister!?
Brandt-Doppelpack schießt TuS in die Verbandsliga – oder doch nicht?

Die frohe Kunde kam erst ein gutes Stück nach erfolgreich verrichteter 2:0-Auswärtsarbeit: keine Tore in Peissen – TuS Krempe ist aufgestiegen!
Drei Kontrahenten hatten sich in Schleswig-Holsteins Kreisliga West ein packendes Fernduell um Meisterschaft und Aufstiegsrunde geliefert – mit dem besten Ende für die Startnummer Zwei.
Zum Saisonfinale zu Gast in Kiebitzreihe, war die Rechnung alles andere als klar: ein Sieg würde Rang zwei nur dann absichern, wenn der punktgleiche Verfolger (VfL Kellinghusen) zeitgleich gegen die SG Steinburg-Nord nicht mit fünf Toren mehr gewönne, als die Kremper. Spoiler: Florian Barth und Co sollten exakt mit 5:0 gewinnen. Die Gefahr von hinten also gebannt.
Doch viel wichtiger waren eh die eigenen Hausaufgaben. Und diese waren schließlich diffizil genug, gegen eine RWK-Elf, die sich in der eigenen „SwanCity-Arena“ keineswegs in die Rolle des Kulissenschiebers drängen lassen wollte.
Die besseren Chancen hatte allerdings der Favorit, dessen Spielverderber gegen den heranrauschenden Bennet Brandt zunächst eine 41-jährige Vereinsikone zwischen den Pfosten werden sollte. Im Eins-gegen-Eins ist Hannes Schüler mit all seiner höherklassigen Erfahrung eben schwierig zu schlagen (17.).
Dann aber schenkte eine missglückte Spieleröffnung Brandt den zweiten Anlauf, den der halb so alte Angreifer diesmal eiskalt zum umjubelten 0:1 verwertete (28.).
TuS Krempe jetzt in der Poleposition, weil beim Spitzenreiter in Peissen (ein Zähler mehr) gegen die TSV Lägerdorf-Zweite noch keine Tore gefallen waren.
Dafür legten die Blauen fast das zweite nach, köpfte Rowan Strüven nach langem Schleuder-Einwurf Brandts gar nicht mal so ungefährlich gen Heim-Tor (41.). So aber blieb es beim knappen Spielstand, den eine Druckphase des Mittelfeldteams nach der Pause gleich mehrfach auf eine harte Probe stellte.
Nico Timms laufstarke Vorarbeit nutzte Justin Müller zum klasse von Justus Haack parierten Abschluss (56.), ehe Dennis Strauer gerade noch so blockiert werden konnte (68.). Und auch ein hohes Strauer-Ding leistete den Sportfreunden aus Peissen und Kellinghusen keine Schützenhilfe, weil Luca Lohmann die Kugel nicht nach Wunsch erwischte (69.).
Und der wackelnde Aufstiegskandidat? Der ärgerte sich, dass Schüler auch gegen Joker Marvin Baese die nötige Fläche im kurzen Eck machte, um das 0:2 zu vereiteln (75.).
Zeit für Verdruss blieb allerdings nicht, denn dann trat wieder dieser Bennet Brandt auf den Plan – und zack! Der Lupfer überwand den Goalie zum wichtigen 0:2 (80.).
Ein Handballer vom MTV Herzhorn als Aufstiegstorschütze? Platz zwei war damit jedenfalls schon mal abgesichert, wie nach dem Abpfiff klar war. Doch was gibt es denn nun aus Peissen zu vermelden?
Ungeduldiges Warten, bis die Bestätigung der Nullnummer aus dem 280-Seelen-Örtchen reinflatterte! Mit jeweils 70 Zählern schoben sich TuS Krempe und der VfL Kellinghusen doch noch am leer ausgegangenen SVP vorbei. Die Verbandsliga-Rückkehr der Burggraben-Kicker nach drei Jahren Abstinenz! Der VfL darf dagegen in Aufstiegsspielen weiter am eigenen Wunder basteln.
So der Stand von Samstag. Inzwischen steht jedoch ein Protest der Peissener wie ein großer Elefant im Raum. Der TSV Lägerdorf soll einen gesperrten Spieler eingesetzt haben, was dann wohl eine 5:0-Wertung pro SV Peissen nach sich zöge. Meister und Direktaufsteiger wäre dann plötzlich „Die Macht vom Osterdeich“, während Aufstiegsfeier samt Meisterbad des kremper Trainerteams im kalten Burggraben am Fuße der eigenen Sportanlage der Ungewissheit der Aufstiegsspiele weichen müssten. In Kellinghusen wäre der Aufstiegstraum derweil gänzlich geplatzt. Eine Farce deutet sich an! Der Ball liegt nun außerhalb des Spielfeldes beim SHFV, für den dieser Sachverhalt ein Stück weit Déjà-vu-Charakter haben dürfte. In der Aufstiegsrunde zur Landesliga der Vorsaison hatte es zwischen dem SV Azadi Lübeck und dem VfR Horst einen Spielabbruch gegeben, sodass erst die Wertung am grünen Tisch über den letzten Promovierten (VfR) entscheiden sollte.

Tore: 0:1 Brandt (28.), 0:2 Brandt (80.)

gelbe Karten: Ruß, Lohmann – Oetke, Baese

Schiedsrichter: Dorian Heitmann (SV Dörpum)

Zuschauer: 90

Zu früh gefreut? Meisterschaft, Aufstieg und Relegation entscheiden sich in der Kreisliga West am grünen Tisch des SHFV.




Spielbericht Rot-weiß Kiebitzreihe II - SG Neuenkirchen-Münsterdorf

Nur die Gäste-Serie hielt
Nach schleppendem Start: SG Neuenkirchen-Münsterdorf schließt siegreich ab

Keine großen Lorbeeren, aber immerhin den dritten Platz der Kreisklasse B – West – 3 erntete die Spielgemeinschaft TSV Neuenkirchen/SV Münsterdorf im Saisonfinale 2026. Eine ordentliche Platzierung für das Team, das in der Vorsaison noch eine Liga höher als Tabellenletzter eine Streichung wegen zwei Nichtantritten erlebte.
Dass es im Fernduell mit dem heuer spielfreien Edendorfer SV II etwas mit dem Bronzerang wurde, wollte sich zu Beginn noch nicht so richtig abzeichnen. Rot-weiß Kiebitzreihe II, feststehender Fünfter, arbeitete fleißig, vor allem über Bastian Scheppmanns linke Seite, an der Führung, die nach der Hälfte der ersten Hälfte verdienterweise fallen sollte. Tobias Stenders Zuspiel in die Spitze nutzte Tobias Schröter zum Abschluss in die kurze Ecke – 1:0 (23.)!
Für die Elf von Trainer Holger Pump ein kleiner Weckruf, wie zwei Halbchancen für Lukas Russ (27.) und Sebastian Fehrs (37.) zumindest im Ansatz bestätigten.
Dann aber setzten sich die Weißen einmal entschlossen im vorderen Drittel durch, sodass Russ zentral den Ausgleich besorgen konnte (57.).
Keine zahn Minuten später der Jubel über die vollendete Wende, als Russ die Kugel am Strafraum zu Marc Wenzel stocherte und der 22-Jährige vor der Kiste kurzen Prozess zum 1:2 machte (65.).
Der Ball lag nun also bei den Swans, die mit Scheppmanns Wiedereinwechslung nochmal auf Angriff schalteten, am Ende jedoch nicht wirklich vors Tor des sicheren Niclas Grimm vorstießen – auch nicht mit ihren zahlreichen Offensivstandards, die ihnen der nicht immer ganz glückliche Jungschiedsrichter in seinem ersten Herrenspiel zusprach. Eher sogar wäre bei Fehrs´ Rechtsschuss ans Außennetz noch mehr für die Gäste möglich gewesen (70.).
Der 2:1-Auswärtssieg tat es dann aber auch. Der dritte Erfolg in Reihe. So kann man eine Saison freilich ausklingen lassen!
Die RWK-Reserve musste ihre Dreierserie dagegen im vierten Match abreißen sehen – folgenlos für die Tabelle und die Stimmung beim anschließenden Freibier.

Tore: 1:0 Schröter (23. Stender), 1:1 Russ (57.), 1:2 Wenzel (65. Russ)

gelbe Karten: Andi – Fock

Schiedsrichter: Younis Bleker (1. FC Lola)

Zuschauer: 35








Freitag, 15. Mai 2026

Spielbericht TV Haseldorf - FC Union Tornesch II

Schrödingers Abstieg
0:5! Abenteuer Bezirksliga für den TV Haseldorf mutmaßlich beendet

Eine allerletzte Chance, den Klassenerhalt doch noch irgendwie zu wuppen, hatte der TV Haseldorf im letzten Saisonheimspiel gegen die Reserve von Union Tornesch. 0:5, Chance vertan – Abstieg!
Schließlich dachten die Jungs aus dem Torneum gar nicht daran, es am Freitagabend etwas ruhiger angehen zu lassen. Im Gegensatz zum überraschend verlorenen Hinspiel (der erste TVH-Erfolg im 13. Saisonspiel), ließen Jonas Kock und Co diesmal keine Luft an die Angelegenheit. So netzte Jann-Phillip Gollnick nach Zuspiel seines Kapitäns zum 0:1, das Schlussmann Niklas Grote trotz Berührung des Spielgeräts nicht mehr zu verhindern wusste (8.).
Die Gastgeber taten sich dagegen schwierig, dem ballsicheren Tabellenfünften beizukommen. Eine Flanke des frisch vermählten Joris Lüchau bereitete immerhin eine Doppelkopfaktion der Kollegen Fülscher und Bevers vor; Union-Fänger Leonard Scharre packte aber komplikationslos zu (13.).
Nicht so sein Gegenüber, der bei einem Spielzug, den Emir-Han Bayraktaroglu fein einleitete und letztlich durch Marley Gothe abgeschlossen wurde, wieder einmal allein auf weiter Flur blieb (24.).
Es gibt freilich ergötzlichere Plätze, als den zwischen den TVH-Pfosten, musste Grote auch kurz nach der Pause erneut ran, als Marvin Schramm den schönen Diagonalball auf Gothe servierte. Diesmal allerdings blieb der Tormann Sieger (51.) – um wenig später dennoch ein drittes Mal hinter sich greifen zu müssen. Wie die Handballer kreisten die Unioner um den gegnerischen Strafraum, ehe Gothe seine Poleposition zum 0:3 nutzte (56.).
Partie und Abstiegskampf entschieden, doch so ganz kampflos räumten die Roten das Feld nicht. Vor allem über Louis Bevers und dessen linke Seite probierte man sich am Torerfolg, der Bevers zweimal (61. & 78.) und dem fleißigen Michel Lienau einmal in Rücklage (73.) verwehrt blieb.
Ganz anders dagegen die Lage auf der anderen Seite, wo Joker Hannes Junge auf Querpass von Schramm (71.) und als Einspitzler aus kürzester Distanz (83.) auf nunmehr 0:5 stellte. Zu allem Überfluss verletzte sich bei letzterer Szene auch noch  der bemitleidenswerte Grote, sodass Johannes Markmann für vier Minuten zu seinem vierten Bezirksligaeinsatz kam. Das war´s dann auch an Erwähnenswertem aus dem Schloßparkstadion, wo nach einem einjährigen Bezirksliga-Intermezzo in der kommenden Saison wieder Kreisligafußball auf der Agenda steht. Vor den Sonntagsspielen der Konkurrenz sind es für den TV Haseldorf (15.) weiter drei Zähler und nunmehr saftige 24 Tore Rückstand auf den Duvenstedter SV (13.) über dem Strich. Die rechnerische Begleitung der am gleichen Abend sicher abgestiegenen SV Lieth (0:6 gegen die SV Blankenese) in die Kreisliga ist daher nur noch eine Frage der Zeit.
Was dabei allerdings Mut macht: neben Coach Benjamin Kälberloh und Assistent Marvin Biermans haben auch nahezu alle Spieler ihren Verbleib zugesagt. Das noch verbliebene Gastspiel in Egenbüttel kann man also bereits als Vorbereitungsmatch für die kommende Serie betrachten.

Tore: 0:1 Gollnick (8. Kock), 0:2 Gothe (24. Kock), 0:3 Gothe (56. Bayraktaroglu), 0:4 Junge (71. Schramm), 0:5 Junge (83. Gollnick)

gelbe Karten: Oßenbrüggen, Pieper – Gollnick

Schiedsrichter: Dr. Benjamin Stello (SC Egenbüttel)

Zuschauer: 90



Mittwoch, 13. Mai 2026

Spielbericht SV Lieth II - Moorreger SV

Knautschzone Abstiegskampf
KL 01: Lieth IIs Sechs-Punkte-Sieg sorgt weiter für flächendeckendes Zittern

Diverse Konkurrenten aus dem Kreisliga 01-Abstiegskampf gaben sich als Zuschauer am Butterberg die Klinke in die Hand. Die Delegationen aus Heist und Tornesch, zum Beispiel, dürften Klein Nordende am Mittwochabend allerdings mit ähnlich viel Enttäuschung wie der heuer unterlegenen Moorreger SV verlassen haben. Mit einem 3:0 hievte sich die Reserve der SV Lieth nämlich einstweilen aus dem damit abermals näher zusammengerückten Keller.
Erheblichen Anteil daran hatte sicher der geniale Start der Rot-schwarzen, die Florian Ballner nach nicht einmal zwei Minuten auf Kurs gesteuert hatte. Bei einer Hereingabe von links war es schon genug, einfach den Fuß hineinzuhalten, weil die Gäste hier irgendwie kein ernsthaftes Interesse am Spielgerät entwickelten.
Ein denkbar blöder Beginn für den MSV, der gegen die umschaltaffinen Liether nun eigene Lösungen finden musste.
Das aktivere Team waren aber die Hausherren, bei denen Finn Struve per Kopf (12.) und abgefälscht mit links (27.) ebenso etwas Gefahr versprühte, wie die Kollegen Ballner (traf den Kopfstoß nicht richtig, 28.) und Brant, dessen versuch ins Torwart-Eck sich der tadellose Daniel Rosenzweig angelte (32.).
Die Himmelsbargler taten sich dagegen lange schwierig, konkret nach vorne zu kommen. Dominik Körner jagte das Ei in den Liether Wald (18.) – Henning Jensen sah sich von einem Ahlers-Block gestört (23.). Erst auf den letzten Metern vor der Pause gelang der oft zu ungenauen und statischen Auswärtsmannschaft eine Art Druckphase – ohne Happyend.
Stattdessen fing man sich nach der Pause fast den zweiten Gegentreffer, als Finn Cornils zwar den agilen und gefürchteten Michel Cords aus den Schuhen rumste, die Szene aber mit Kilian Weers´ beherztem Solo weiterging. Beim Abschluss fehlte dem Außenverteidiger dann jedoch etwas die Kraft. Es war ja auch schon spät am Abend…
MSV-Coach Hakan Harmanci reagierte daraufhin mit jeweils zwei Doppelwechseln (55. & 70.), bei denen unter anderem der angeschlagene Toptorjäger Maximilian Seubert für die die große Aufholjagd hineinkam. Die beste Gelegenheit bot sich jedoch Zentrumsspieler Sam Holz, der es aus der zweiten Reihe mit rechts probierte (vorbei, 57.).
Ansonsten regierte beim MSV eine Mischung aus schweren Beinen, Kunstrasenphobie und einem schlicht gebrauchten Tag, den die berechtigte Ampelkarte für Cornils nach einem Handspiel (78.) noch zusätzlich erschwerte.
Ordentlich Platz jetzt natürlich für die quirligen Platzherren, den der steil geschickte Cords (knapp vorbei) vorerst nicht zur Entscheidung nutzte (81.).
Dann aber tauchte der Flügelflitzer gemeinsam mit Struve vor der Kiste auf, sodass der Querpass zur unwiderstehlichen Einladung für das vorentscheidende 2:0 avancierte (82.). Letzte Restzweifel wischte Taktgeber Struve noch einmal selber vom Tisch, als Lukas Brant in einer ähnlichen Umschaltszene rüber spielte (89.). Vergessen waren da die Tatsachen, dass der MSV Struve, wie geplant, ganz ordentlich aus der Partie nahm und dass sein Freistoß aus Minute 68 am Pfosten zerschellt war.
Mit nun drei Zählern Vorsprung auf die Moorreger (14.) und zweien auf die Konkurrenten aus Tornesch (13.) und Tangstedt (12.) haben sich die Karten für Struve und Co im Abstiegskampf nun weiter verbessert. Ob der starke Schlussspurt von zuletzt 13 Punkten aus fünf Spielen langen wird, dürfte sich vermutlich erst am (selber spielfreien) letzten Spieltag herausstellen – es sei denn, am kommenden Wochenende gelänge es, Zählbares gegen den designierten Meister vom Wedeler TSV auf heimischer Anlage zu behalten. Aber Vorsicht! Alle Mitkonkurrenten haben eben noch eine Partie mehr in der Hinterhand. Ebenso der Moorreger SV, auf den nun das Heimspiel gegen die Zweite des Heidgrabener SV wartet, ehe es zum Schlussakkord einen womöglichen Showdown bei Union Tornesch III gibt.  

SV Lieth II: Diedrigkeit – Zeybekoglu (85. Stuck), Ahlers (76. M. Homburg), F. Rudek, Weers (76. Hajdari) – Brant, H. Homburg, Struve, Cords – Viera Gerkens (58. von Lueder), Ballner (76. Baloosh), Trainer: Thorben Pingel

Moorreger SV: Rosenzweig – Below, Cornils, Giesbrecht (55. Kaufmann), Getmann (70. Simsek) – Schepelew, Holz – Franke, Jensen, Körner (55. Seubert) – Prange (70. C. Harmanci), Trainer: Hakan Harmanci

Tore: 1:0 Ballner (2.), 2:0 Cords (82. Struve), 3:0 Struve (89. Brant)

gelbe Karten: Viera Gerkens – Seubert

gelb-rote Karte: Cornils (78., Foulspiel + Handspiel)

Schiedsrichter: Kai Finn Rademacher (SV Halstenbek-Rellingen)

Zuschauer: 80