Besser als Bayern
Torrausch
zum Voigt-Abschied: Germania ballert sich zur Vize-Meisterschaft
Mit 122 Treffern stellte Meister Bayern München 2025/2026 einen neuen
Bundesligarekord auf. Wem das noch nicht genügt, seien die Spiele der Germania
Schnelsen-Liga ans Herz gelegt. Ohnehin bereits 120-mal erfolgreich, ballerte
die Equipe von Trainer Yakup Özdemir TuRa Harksheide II zum Abschluss der
Bezirksliga 01 mit 8:1 aus dem heimischen Riekbornweg.
Da die tabellarische Ausgangslage keine wirkliche Brisanz mitbrachte, lauteten
die Hauptfragen des Abends: Schafft Germanias Luca Drenkhahn die 50 Saisontore?
Bekommt Maximilian Voigt seine Abschiedsbude vor dem Laufbahnende? Und geht das
Familienduell Hagelstein gegen Hagelstein wieder an den Schnelsener?
Frage eins versuchte der Trainersohn (44 Tore) rasch positiv zu bescheiden.
Leon Kripkes lange Einladung verwertete L. Drenkhan prompt zum 1:0 (4.), dem
just das Zweite folgen sollte. Der Abseitspfiff aber störte die Jagd nach der
magischen 50 (6.).
Germania in Spiellaune; TuRa, in der Hinrunde noch der fulminante Aufsteiger,
heuer im grauen Mittelmaß angekommen, kam nicht in die Zweikämpfe. Gute
Bedingungen für hungrige Torjäger, wie Drenkhahn in Minute 27 demonstrierte.
Eine abnehmerlose Arambasic-Flanke bekamen die Norderstedter nicht aus ihrem
Defensivdrittel, sodass der Staffeltorschützenkönig seine Beute auf nunmehr 46
hochschraubte.
Apropos hochschrauben. Lasse Hagelsteins vorzüglichen Lauf über rechts
vollendete Antonio Arambasic diesmal selbst zum 3:0 (31.), ehe das 4:0 aus feiner
Strafraumposition auf das Konto von Matz Broecker ging (34.). Den
5:0-Halbzeitstand markierte daraufhin wieder Arambasic (42.).
Die Partie damit längst vorentschieden, zumal L. Drenkhahn nach der Pause den
Hammer aus 30 Metern herausholte (56.) – das halbe Dutzend war voll!
Doch wie lief eigentlich der Ausstand von Außenstürmer Voigt, der im
verhältnismäßig jungen Alter von 32 Jahren die Schuhe an den Nagel hängen wird
und sich in Zukunft dem Kampfsport widmet? Drei vergebene Chancen (29., 44.
& 60.) führten den heutigen Kapitän jeweils nah an das von allen Germanen
gewünschte Tor, das auf freundliche Einladung der Gäste dann doch endlich
fallen sollte. Im Anschluss an Drenkhahns Lattenkracher hatte TuRa alle Zeit
der Welt, die Lage zu löschen, doch Nick Oscar Duve spielte lieber den heiklen
Rückpass, den der richtig spekulierende Voigt tatsächlich zum gebührenden
Endpunkt seines Fußballerlebens nutzte (64.). Die feierliche Auswechselung samt
Spalier konnte nun endlich steigen (68.).
Nicht in die Höhe gestiegen, sondern im Tiefflug eines Torpedos, hielt der für
Voigt gekommene Julien Weber seine Rübe zum 8:0 (77.) in eine punktgenaue
Flanke von Torjäger L. Drenkhahn, der am Ende bei dennoch sagenhaften 47
Treffern blieb.
Vielleicht wäre sogar noch mehr drin gewesen, wenn die Germanen in der
Schlussphase noch weiter durchgezogen hätten. Die ersatzgeschwächten Blauen
zeigten in den letzten Momenten der Saison jedenfalls nochmal Moral und nahmen
den Kasten von Domenik Szyska wiederholt ins Visier. Per Abstauber, nachdem
Szyska gegen Niklas Wolter blockierte, gelang Luis Blaha immerhin das kleine
Trostpflaster zum 8:1-Endstand (84.).
Der Rest war am gut besuchten Riekbornweg nur noch eine einzige Saisonabschlussparty,
in der Coach Özdemir sogar noch seinen eigenen Song eingespielt bekam.
Zusätzlicher Grund zur Freude folgte dann etwas überraschend am
Sonntagnachmittag, als der Kummerfelder SV nur 2:2 beim HSV IV spielte und TGS
dadurch aufgrund der besseren Tordifferenz als Vizemeister in die
Saison-Annalen eingeht. Für die Promotion gen Landesliga dürfte dies dennoch zu
wenig sein, liegt man in der Nachrückerliste unter den vier Bezirksliga-Zweiten
hinter dem SC Wentorf auf Rang zwei. Sollten keine allzu wilden überregionalen
Verschiebungen und Rückzüge in höheren Ligen stattfinden, hätte Lasse
Hagelstein auch nächstes Jahr wieder die Chance, seinen Cousin Nick zweimal zu
besiegen…
Tore: 1:0 L. Drenkhahn (4. Kripke),
2:0 L. Drenkhahn (27. Arambasic), 3:0 Arambasic (31. L. Hagelstein), 4:0
Broecker (34. Condric), 5:0 Arambasic (42.), 6:0 L. Drenkhahn (56.), 7:0 Voigt
(64. L.
Drenkhahn), 8:0 Weber (77. L. Drenkhahn), 8:1 Blaha (84. N. Wolter)
Schiedsrichter: Fatih Karkar (FFC 08 Osman Bey Moshee, Note 2)
Zuschauer: 150
Freitag, 22. Mai 2026
Spielbericht TuS Germania Schnelsen - TuRa Harksheide II
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