Das Warmschießen hat
begonnen
Kantersieg!
SV Wasbek festigt Platz vier und freut sich aufs Pokalendspiel
Der große Höhepunkt steht für den SV Wasbek mit dem Kreispokalfinale gegen den
PSV Neumünster noch aus. Der Formaufbau dafür läuft indes bereits auf
Hochtouren. Mit 8:2 schraubten die Jungs vom Bahndamm am Samstagnachmittag den
FC Burg in der Verbandsliga West ordentlich auseinander.
Anfangs noch etwas schläfrig und durch Paul Butzek auf Querlage Phil Bargmanns
mit 0:1 im Hintertreffen (12.), fanden die Wasbeker allmählich zu ihrem
temporeichen Direktspiel, das – ausgelöst durch Jan-Henrik Grümmers Langholz
und Youri van der Mehdens Standfestigkeit – das freie 1:1 von Rune Kulig
herbeiführte (28.). Nicht das letzte Mal, dass der 19-Jährige als Torschütze in
Erscheinung treten sollte…
Vorher aber schnürte der jeweils fein in Szene gesetzte Hakon Schnoor den
Doppelpack (37. & 44.) zum 3:1-Pausenstand. Vor allem beim selbst
eingeleiteten dritten SVW-Treffer demonstrierte der „19er“ dabei seinen Sinn
für den richtigen Weg und den eiskalten Abschluss.
Gesucht hatten Schnoor und Co diesen dann aber erstmal nicht. Stattdessen
trauten sich die Gäste aus Dithmarschen wieder mehr voran, sodass Can Büyükdere
einmal für einen abtauchenden Jonte Peters zwischen den SVW-Pfosten sorgte
(52.).
Per Standard war das Match aber wieder voll in die eigenen Bahnen gelenkt, als
Grümmer im Sturzflug passend in einen Ceyhan-Freistoß segelte (60.).
Dem über rechts initiierten 5:1 nahm sich 20 Minuten vor dem Ende indes wiederum
Dreierpacker Schnoor flach mit rechts an.
Auch die kleine Ergebniskosmetik, die Melvin Tönsings steiler Ball auf den gestarteten
Bargmann auslöste, ehe der Angespielte für P. Butzeks 5:2 auflegte (71.),
konnte die wasbeker Tor-Parade nicht einbremsen.
Einmal noch bei Bjarne Kreys pariertem Freistoß das Torwart-Können von Peters
bemüht (73.), chipte drüben R. Kulig das via Y. von der Mehdens Hacke erhaltene
Leder zum halben Dutzend ins Netz (78.).
Umjubelt legte der eingewechselte Steve Tougang Nievchev noch das 7:2 nach
(82.), während der Schlusspunkt für R. Kuligs dritten Streich reserviert war (89.).
Kurios: direkt danach pfiff Schiedsrichter Jonas Leon Tetzner (SV
Friedrichsberg-Busdorf) die Begegnung um 90 Sekunden zu früh ab. Böse war dem
jungen Schiri deshalb aber niemand. Die seit Ende März sieglosen, allerdings
längst geretteten, Grünen waren damit
vorzeitig erlöst und der SV Wasbek bleibt vor dem Saisonfinale gegenüber Alemannia
Wilster mit zwei Zählern in der Vorhand um Rang vier.
Tore: 0:1 P. Butzek (12. Bargmann), 1:1 R. Kulig (28. Y. von
der Mehden), 2:1 Schnoor (37. V. von der Mehden), 3:1 Schnoor (44. R. Kulig),
4:1 Grümmer (60. Ceyhan), 5:1 Schnoor (70. R: Kulig), 5:2 P. Butzek (71.
Bargmann), 6:2 R. Kulig (78. Y. von der Mehden), 7:2 Tougang Nievchev (82. L.
Kulig), 8:2 R. Kulig (89. Y. von der Mehden)
gelbe Karten: Grümmer, R. Kulig – P. Butzek, Henning
Schiedsrichter: Jonas Leon Tetzner (SV Friedrichsberg-Busdorf, Note 2,5)
Zuschauer: 67
Samstag, 9. Mai 2026
Spielbericht SV Wasbek - FC Burg
Freitag, 8. Mai 2026
Spielbericht TV Haseldorf - TuRa Harksheide II
„Tritt in die Eier“
TV
Haseldorf verliert erkämpften Punktgewinn der Nachspielzeit
Bravourös zurückgekämpft, doch in der Nachspielzeit setzte es für den
abstiegsbedrohten TV Haseldorf doch noch den „Tritt in die Eier“, wie es Pieter
Oßenbrüggen in seiner Enttäuschung ausdrückte. Ein Spielverlauf mit
Tränenpotential hatte dem Aufsteiger am Freitagabend einen Punkt, der laut
Coach Benjamin Kälberloh „Gold wert gewesen“ wäre, nämlich spät entrissen.
Zunächst waren die Roten im drittletzten Saisonspiel freilich weit weg von
Zählbarem, fehlte gegen die eher rückrundenschwache Reserve TuRa Harksheides
der nötige Zugriff. Zu einfach ließ man sie vorne gewähren, was sich nach einer
knappen Viertelstunde erstmals rächen sollte. Simpel spielte sich TuRa gen
Grundlinie, von wo Daniel Meier mustergültig zum seelenruhigen Abdruck von der
Sechzehnerlinie kam (14.).
Auch als Vorbereiter glänzte der Torjäger wenig später, als er zentral zu
Alexander Krüger durchsteckte und dieser das Ei durch die Hosenträger von
Goalie Niklas Grote spitzelte – das 0:2 (20.)!
Der Abend schon jetzt gelaufen, für den TVH? Mit Wohlwollen lässt sich Phil
Mohrdiecks Gewaltschuss ins Nichts als Lebenszeichen verkaufen (29.), ehe es
per Flügelspiel plötzlich funktionierte. Sowohl Malte Olde als Flankengeber von
rechts, als auch Louis Bevers in der Rolle des bisher verkannten
Kopfballungeheuers, fanden doch reichlich Platz zum verkürzenden Werk vor
(35.).
Und tatsächlich war bei Joris Lüchaus PENG an den Außenpfosten trotz
Spitzwinkligkeit gar der Pausenausgleich drin gewesen (39.).
Apropos haseldorfer Möglichkeiten. Bevers wäre nach der
Bezirksliga-Tor-Prämiere fast der Doppelpack gelungen, hätte sich TuRa-Fänger
Jonah Basner nicht den Versuch von halblinks geangelt (48.) und wäre der
Schlenzer aus der schönen Bewegung nicht rechts vorbeigesegelt (63.).
Die Königschance ergab sich jedoch auf Hereingabe Bevers´ für Hendrik Pieper,
der den Ball vielleicht besser mit dem Kopf genommen hätte nehmen sollen. So
aber packte Basner wieder sicher zu (79.).
Der Dank der Vorderleute: das 1:3-Kontertor, bei dem Nick Hagelstein nach
haseldorfer Ballverlust auf rechts davonstiefelte, nicht taktisch gelegt wurde
und eiskalt vor Grote vollendete (81.).
Game over? Mitnichten, war der TVH ja schließlich durch Milos Aleksic´ dumme
Ampelkarte (70.) ein Mann mehr und fünf Minuten vor dem Ende wieder auf 2:3
dran. Diesmal zog Lüchau erfolgreich aus dem Rückraum ab (85.) und heizte die Aufholjagd
damit weiter an. Berechtigte Schützenhilfe folgte kurz darauf durch den
Schiedsrichter, der Saba Nasrachvilis unstrittiges Handspiel mit dem fälligen Strafstoß
sanktionierte. Marten Fülscher übernahm die Verantwortung und verwandelte flach
zum 3:3 (88.). Da hatten sie endlich ihr Strafstoßtor, das bereits früh im Spiel
beim klar hörbaren Zweikampf J. Wolter/J. Lüchau vom Schiri verweigert wurde…
Berechtigt dagegen ein folgenschwerer Freistoßpfiff gegen die Haseldorfer am
eigenen Strafraum. Hagelsteins tückischen Standard blockierte Grote ebenso wie
das schnelle Nachsetzen, doch im dritten Anlauf stach Joker Malte Carolus den
Dolch ganz tief ins Herz des andächtig staunenden Neulings (90.+2), der jetzt
nochmal alles nach vorne warf.
TuRa mit entsprechendem Raum zum Kontern, den Miguel Herzog aber zu unplatziert
vor dem Tor verschwendete (90.+3.). Der Gegner damit weiter am leben – jedoch nur,
bis Niklas Wolter der Flankenwechsel zum freien Luis Blaha gelang und letzterer
die Co-Produktion der Eingewechselten mit dem 3:5 vollendete (90.+5).
TuRa bleibt damit im Rennen um die Einstelligkeit, während die enttäuschten
Kicker aus dem Schloßparkstadion keinen Schritt aus dem Untergeschoss der Bezirksliga
01 machen konnten. Der Klassenerhalt wird also nicht in die eigenen Hände
wandern. Unabhängig davon, was die beiden verbliebenen Partien gegen Union
Tornesch II und den SC Egenbüttel noch bringen.
TV Haseldorf: Grote – Franke (73. Krieg), Oßenbrüggen, Pieper,
Dalecki – Jedamski (90. Kaland), Mohrdieck, J. Lüchau, Bevers – Rose (35.
Nickels), Olde (46. Fülscher), Trainer: Benjamin Kälberloh
Tore: 0:1 Meier (14. Lammek), 0:2 Krüger (20. Meier), 1:2
Bevers (35. Olde), 1:3 Hagelstein (81.), 2:3 J. Lüchau (85. Krieg), 3:3
Fülscher (88., Strafstoßtor, Handspiel Nasrachvili), 3:4 Carolus (90.+2,
Hagelstein), 3:5 Blaha (90.+5, N. Wolter)
gelbe Karten: J. Lüchau, Dalecki, Pieper – keine
gelb-rote Karte: Aleksic (TuRa Harksheide II, 70., Meckern + Foulspiel)
Schiedsrichter: Kazim Yavuz (FC Bingöl 12)
Zuschauer: 55
Dienstag, 5. Mai 2026
Spielbericht TSV Gut Heil Heist - TuS Appen
Hirsche klettern aus dem Keller
3:0!
TSV Heist landet wichtigen Nachholdreier – TuS Appen stürzt weiter ab
Seit dem krachenden 6:2-Derbysieg in Moorrege hatte die Rettungsmission des TSV
Gut Heil Heist zuletzt etwas Sand ins Getriebe bekommen. Mit dem wichtigen 3:0
auf eigener Koppel gegen den Direktkonkurrenten aus Appen sieht die Welt an der
Hamburger Straße aber schon wieder viel besser aus.
Aufhellung erfuhr das heistmer Gemüt im dienstäglichen Nachtragsmatch quasi
direkt nach dessen Anstoß, als Paul Smit sich die Kugel am linken Strafraum-Eck
seelenruhig auf rechts legte und sie trocken ins kurze Eck nagelte (2.).
Ein Szenario, das ihm aus zentraler Position wenig später nicht vergönnt war,
als Marcel Münster in den lückenhaften Abwehrreihen der Gäste passend ablegen
konnte. Smits Versuch rotierte aber hauchdünn am linken Pfosten vorbei (5.).
Deutlich gemächlicher ging es fortan zu. Der TSV machte es sich hier und da mit
etwas unglücklichen Entscheidungen am Ball selber schwierig, die
Feldüberlegenheit weiter ins Ergebnis einfließen zu lassen, während die Jungs
vom Almtweg mit ihrer Suche nach Stabilität und Angriffsstruktur voll
ausgelastet waren. Entsprechend dauerte es bis Minute 45, ehe Philip Pinnow
einmal ein offensives Lebenszeichen aus dem Rückraum gelang. Kann man so
zumindest einmal versuchen…
Als hätten die Hausherren dies als Warnschuss verstanden, legten sie noch vor
dem Pausenpfiff das 2:0 nach, bei dem Münster als einziger Interessent in einen
hohen Krüger-Freistoß startete – so einfach kann das gehen!
…traf auch auf die Szene zum 3:0 zu, als es mit Tempo und Beinfreiheit über
links ging und Jakob Schmidt seinen Namensvetter Max zentral im Fünfer erspähte
(48.). Ein Kantersieg deutete sich an, zumal Smit in der Bewegung nach innen
gar das vierte Gut Heil-Hurra auf dem knapp verziehenden Fuß hatte (50.).
Doch wieder verlor die Partie etwas an Unterhaltsamkeit. Deniz Cebbars Lupfer,
den TSV-Goalie Benjamin Schimmel unschädlich patschte, nachdem ihn Lukas Kremer
per Diagonalball angespielt hatte (61.), gehörte somit genauso zu den
verbliebenen Höhepunkten wie Tom Kruses Scheitern an der Querlatte auf der
anderen Seite (79.).
Auch der letzte Moment von Bedeutung sollte noch einmal dem neuen
Tabellenelften gehören, hatte Torwart-Oldie Enrico Carl alle Mühe einen leicht
abgefälschten Smit-Freistoß abzuwehren, ehe Max Ossenbrüggen den freien Nachschuss
in der Hektik der Aktion nicht erwischte (85.).
3:0 also am Ende, wo sich TuS Appen nach dem nunmehr siebten Match in Serie
ohne Sieg langsam wiederfindet. Als Vorletzter der Kreisliga 1 (drei Zähler
Rückstand auf den 13., Moorreger SV) liegt der Ligaverbleib jetzt nicht mehr in
eigenen Händen. Nächster Gegner im direkten Kellerduell ist am kommenden
Sonntag die Reserve der SV Lieth (14.).
Der TSV Heist könnte dagegen bereits am Freitag im Derby gegen Schlusslicht TSV
Holm mit satten vier Punkten von den Kreisklasseplätzen davonziehen.
Tore: 1:0 Smit (2.), 2:0 M. Münster (45.+1, Krüger), 3:0 M.
Schmidt (48. J. Schmidt)
gelbe Karten: M. Münster, Smit – Stolzenburg, Pinnow, Schawaller
Schiedsrichter: Ridha Gabsi (TBS Pinneberg)
Zuschauer: 60
Sonntag, 3. Mai 2026
Spielbericht TSV Gut Heil Heist - SV Lieth II
Magens serviert die Rettungsweste
Auswärtssieg
im Keller-Duell: SV Lieth II schiebt sich weiter ans Ufer
Da sind sie wieder! Wochenlang musste die Reserve der SV Lieth erdulden, wie
die Konkurrenz im Rotlichtbezirk der Kreisliga 01 auch durch die vielen Nachtragsspiele
auf Naturrasen nicht nur heranrückte, sondern sogar vorbeizog.
Mit dem nun zweiten Erfolg in Reihe schloss der Tabellenvorletzte nun aber
wieder voll gen Klassenerhaltszone auf.
Im Kellerduell beim TSV Heist war dabei vor allem auf die hauseigene
Bezirksligaexpertise Verlass. Die nicht in der Bezirksliga festgespielten Finn
Struve, Michel Cords und Kilian Weers freuten sich heuer mit dem oben gelbgesperrten
Meraja Magens auch noch über den Unterschiedsspieler des Ligateams. Welche
Blüten die teils diffusen Regelungen des Hamburger Fußballverbands so treiben…
Denn während sich Magens´ Stammkollegen 1:8-Dresche in Schnelsen abholten,
fügte sich der 20-fache Oberligakicker nach einer Anlaufphase im rauen
Kreisligaumfeld als Doppelpasspartner für Florian Ballners Linksschuss ein
(28.). Gut gemacht, aber da fehlte noch etwas.
Besser lief es wenig später, als Magens im Umschalten diesmal den aus der
Bezirksliga vertrauten Michel Cords bediente und sich dieser vom latent
störenden Adriaan Banas nicht in seinem Werk zur flachen 0:1-Pausenführung
irritieren ließ (35.).
Wiederum per rascher Spielrichtungsänderung schlug das Duo kurz nach der Pause
gleich nochmal zu. Wieder war es am Ende Cords, der halblinks ins ferne Eck
vollendete, nachdem ihn Magens entsprechend angespielt hatte (51.).
Und als Abwehrmonument Kilian Weers sogar einen Ausflug als Flügelstürmer nur
von TSV-Fänger Benjamin Schimmel beendet erlebte (54.), schien der
Sonntagnachmittag noch ein richtig Lustiger, für die Gäste zu werden.
Doch auch die Heistmer haben ja ihren Individualisten, der sich in der Gestalt
des Paul Smit eine Schusschance selbst gegen drei Mann erarbeitete (55.) und
die nächste mit dem Freistoß, um die Mauer herum, an der Pfosten setzte (59.).
Bevor Smit und Co den Bock hier umzustoßen vermochten, war drüben plötzlich
wieder dieser Magens auf Tour. Diesmal von Semih Zeybekoglu die Linie raufgeschickt,
fand sich nun mit Ballner ein neuer Abnehmer des gepflegten Querpasses zum 0:3
(65.).
Das Thema schien durch, zumal Magens selber im Eins-gegen-Eins mit Schimmel das
mögliche 0:4 auf dem Fuß hatte (71.). Doch eine etwas überraschende
Strafstoßentscheidung wegen eines angeblichen Haltens im SVL-Sechzehner
fütterte wieder leise Hoffnungen der Gastgeber, die Smit sicher rechtsunten mit
1:3 heranbrachte (81.).
Ebenso nur wenige später, nachdem Finn Rudek Kapitän Jakob Schmidt einen Fußkontakt
versetzte und die Kommunikation zwischen Schiedsrichter Hasan Olgun (TBS Pinneberg)
und seinem Assistenten Carsten Petersen einen gewissen Loriot-Charakter
versprühte. Strafstoß – Abseits – dann halt doch Strafstoß – Smit auf die
gewohnte Weise – nur noch 2:3 (85.)!
Eine typisch umkämpfte Schlussphase mit sechs Minuten Nachspielzeit blieb daraufhin
allerdings ohne weitere Offensivfeuer, sodass die Flamme der SV Lieth im
Tabellenkeller wieder ordentlich lodert. Nur noch einen Zähler gilt es auf den
heuer geschlagenen Widersacher auf dem rettenden 13. Platz aufzuholen. Mit zwei
Duellen gegen die Mitkonkurrenten aus Appen und Moorrege stehen die Sterne
plötzlich wieder ganz ordentlich für den Ligaverbleib. Gilt nach wie vor aber
auch genauso eins zu eins für den TSV Gut Heil der bereits am kommenden Dienstag
TuS Appen zum Nachholkracher empfängt!
Tore: 0:1 Cords (35. Magens), 0:2 Cords (51. Magens), 0:3
Ballner (65. Magens), 1:3 Smit (81., Strafstoßtor), 2:3 Smit (85.,
Strafstoßtor, F. Rudek an J. Schmidt)
Schiedsrichter: Hasan Olgun (TBS Pinneberg)
Zuschauer: 62
Sonntag, 26. April 2026
Spielbericht TV Haseldorf - SV Blankenese
Oldes „Kacktor“ reicht nicht aus
Strafraumchaos
nicht genutzt: TV Haseldorf verpasst wichtigen Zähler
„Aus dem Stadion geschossen, haben wir die“, witzelte Fußballabteilungsleiter
Marc Zippel nach dem 2:1-Zittersieg seiner SV Blankenese beim schwer
abstiegsbedrohten TV Haseldorf. Ein Erfolg, der seine Himmelblauen im eher
bedeutungsarmen Rennen um Platz fünf der Bezirksliga 01 hält.
Deutlich brisanter dagegen die Lage des TVH, der sich für einen ordentlichen
Auftritt nach verhaltener Anfangsphase mal wieder nichts kaufen konnte.
Mit dem besten Fußballwetter in der Marsch vermochte die Partie nicht wirklich zu
konkurrieren. Wer also die Startsequenzen bei der vielleicht besten Currywurst
im HFV und günstigem Kaltgetränk verpasste, sollte sich heuer freilich nicht
grämen. Erst, als Louis Jahn lang von hinten auf Jan Ole Holst eröffnete,
dieser halbrechts die Latte traf und Finn Karstedt die Rübe erfolgreich in den
Abpraller hielt, war der Ereignislosigkeit mit dem 0:1 der Garaus gemacht
(18.).
Nur die Abseitsfahne des Assistenten rettete den amtierenden Kreisliga
1-Meister daraufhin vor Pedro Dos Santos Cogos 0:2 (29.). Da wäre es für heute
fast schon vorbei gewesen.
So aber blieb der Neuling im Spiel, das Linus Lastella nach Flugball Marten
Fülschers fast ausgeglichen hätte. Bei seiner Bewegung nach innen, inklusive
Rechtsschuss, fehlte jedenfalls nicht viel (35.).
Wie die Jungfrau zum Kinde, sollten die Roten dennoch zum Ausgleich kommen. Und
wieder war der Blankeneser Jahn beteiligt. Diesmal schoss der Innenverteidiger
Gegenspieler Malte Olde nahe des eigenen Gefahrenbereichs an den Kopf, sodass
die Pille tatsächlich den Weg ins SVB-Gehäuse fand (58.). Ein Fall für Arnd
Zeiglers „Kacktor der Woche“!
Ein Abstauber und einmal Slapstick – Zeit für etwas Geplantes. So durchgeführt
in Minute 68. Die Gäste mit Ballbesitz in des Gegners Hälfte, der Bennet Zippel
zur schönen Weiterleitung zum frei flach vollendenden Laurenz Schnoor
inspirierte.
Im Rahmen einer Vorteilssituation drohte dem TVH gleich das nächste Ungemach,
das Goalie Niklas Grote aber gegen den eingewechselten Jaden Westphal stark
vereitelte (74.).
Fortan agierte hier aber nur noch das Heimteam, dessen Einstellung auf jeden
Fall passte. Nicht so allerdings ein hohes Ding von Lukas Nickels, das sich aus
der Ferne auf den Querbalken setzte (82.). Und auch Tim Krieg fehlte beim
zentralen Abdruck (83.) ein Stück zum Ausgleichsglück, das wiederum Nickels bei
seiner Doppelchance ebenfalls nicht vergönnt war. Tormann Marcel Köhler gab
jeweils den Spielverderber (84.).
Nun hing also allen an einem letzten Standard – einem Freistoß durch Fülscher,
den die West-Hamburger jedoch mit reichlich Dusel irgendwie gelöscht bekamen
(90.+7). Ein letztlich folgenloses Strafraumchaos.
Gar nicht folgenlos für die Tabelle kommt dagegen das Ergebnis daher,
vergeigten die Haseldorfer somit die Chance, an der ebenfalls erfolglosen
Konkurrenz vorbeizuziehen. Zwei Zähler Rückstand beim schlechteren
Torverhältnis gilt es jetzt noch in den vier verbliebenen Auftritten
aufzuholen. Nicht unmöglich, gegen lauter Teams aus dem Mittelfeld, aber
trotzdem weiter eine Herkulesaufgabe.
Tore: 0:1 Karstedt (18. Holst), 1:1 M. Olde (58.), 1:2 Schnoor
(68. B. Zippel)
Schiedsrichter: Kai Kleen (SV Eidelstedt, Note 2)
Zuschauer: 55
Samstag, 25. April 2026
Spielbericht TuS Nortorf - SV Blau-weiß Wesselburen
TuS Nortorf unbeirrt
Nächster
Schritt gen Landesliga – Blau-weiß vor entscheidenden Wochen
Grün-weiß Todenbüttel, Osterrönfelder TSV, Merkur Hademarschen und Veneta
Audorf – vor allem vier direkte Duelle zur Rettung der
Verbandsligazugehörigkeit hat die tief im Tabellenkeller gefangene Elf des SV
Blau-weiß Wesselburen noch als Strohhalm im Köcher. TuS Nortorf, seines
Zeichens unangefochtener Primus auf dem Weg in die Landesliga, war zum 27.
Spieltag der Weststaffel die falsche Adresse für Zählbares.
Obwohl man hinten erstmal nicht viel zulief, setzte es dennoch bereits nach
einer halben Stunde den zu erwartenden 0:2-Rückstand.
Erst nutzte nämlich Alexander Gerst den mangelnden Zugriff im Sechzehner zur
frühen TuS-Führung (10.); dann legte der fleißige Malte Lucht auf Mika Jöhncks
durchgesteckten Ball die Verdopplung nach (30.).
Gänzlich chancenlos blieben die Dithmarscher allerdings keineswegs. So ließ
Schiedsrichterassistent Louis Pfeil (FC Dornbreite Lübeck) seinen Wimpel unten,
als der steil geschickte Melvin Friedrichsen auf rechts plötzlich freie Bahn
hatte, TuS-Fänger Florian Gerloff aber die nötige Fläche zur Fußabwehr machte (19.).
Und auch eine Kopfballchance für den baumlangen Mats Block schickte sich an,
den Spitzenreiter zu ärgern (35.).
Nachdem die Hausherren in den Minuten vor der Pause wiederum mehrfach das
beruhigende 3:0 verpasst hatten, durfte sich Blau-weiß von der Strafstoßmarke
aus zurück ins Spiel schießen, verkürzte Nico Schulz sicher auf 2:1, nachdem
der Strafraumzweikampf Schmidt/S. Block einen durchaus zeigenswerten Spielzug
der Gäste unsanft gestoppt hatte (60.).
Bevor der Außenseiter, der sich bereits beim nachgeholten Hinspiel (1:2) vor
zehn Tagen wacker schlug, zur großen Aufholjagd gegen die fünfte Niederlage in
Folge blies, stellten die Mittelholsteiner die zwei-Tore-Führung just wieder
her, als Schlussmann Torben Rose eine Jöhnck-Ecke im Herauskommen nicht sichern
konnte und Jarmo Schmidt den freien Ball gedankenschnell aus der Bewegung zum
3:1 versenkte (72.).
Immerhin gab sich der Vorjahreszehnte in der Folge nicht auf, probierte es
durch einen Schuldt-Freistoß (75.) und M. Blocks schwierig zu nehmenden Rechtsschuss
(81.) – erfolglos. Weil auf der anderen Seite aber auch Lucht an Rose
scheiterte (78.) und Top-Torjäger Lasse Böttcher (23 Treffer) bei abermaliger
Jöhnck-Ecke nur den Pfosten traf (79.), blieb es beim 3:1, durch das TuS
Nortorf den Aufstiegssekt nun schon in den Kühlschrank stellte. Zwölf Zähler
auf die SG Geest 05 und 15 auf den TSV Heiligenstedten (eine Partie weniger)
schreien fünf Runden vor Saisonende förmlich nach der Promotion.
Kommenden Mittwoch gilt die volle Konzentration allerdings erstmal dem Halbfinale
auswärts im Kreispokal Holstein. Gegner ist der Staffelkonkurrent aus Wasbek.
Für Blau-weiß starten unterdessen am Donnerstag die Wochen der Entscheidung mit
vier Heimspielen. Nun also gilt es für die Meuter-Equipe!
Tore: 1:0 Gerst (10.), 2:0 Lucht (30. Jöhnck), 2:1 Schulz
(60., Strafstoßtor, Schmidt an S. Block), 3:1 Schmidt (72. Jöhnck)
gelbe Karten: keine – Friedrichsen, Schulz
Schiedsrichter: Lovis Nesemann (SuF Herrnburg, Note 2,5)
Zuschauer: 75
Freitag, 24. April 2026
Spielbericht SV Lieth - TuS Holstein Quickborn
Holsteins Rache über links
3:1
bei der SV Lieth: Quickborner halten Umwertungshinspielsieger im Keller
„Jaaaa, Kreisliga!“, jubelte TuS Holsteins Kapitän Tim Homfeldt nach dem Spiel
wenig vorbildlich in Richtung des Gegners, doch was als Provokation gemeint
war, erhielt im vorangegangenen Freitagabendmatch der Bezirksliga 01
tatsächlich weiteres Futter. Die SV Lieth trudelt eine Woche nach dem wichtigen
Dreier beim VfL Pinneberg (3:1) wieder zurück gen Abgrund.
Mit der Chance, die Abstiegsplätze zumindest über Nacht verlassen zu können,
aber auf dem Feld mit nur geringen Spielanteilen, gestaltete sich das Geschehen
wieder einmal früh zu Ungunsten der SVL, die den Quickbornern im Aufbau weder
Druck, noch Raumverdichtung antat und daher geradezu folgerichtig in Rückstand
geriet. Vollstreckung fand das 0:1 durch Finn Striplings linken Liniensprint
und Tom Meyers ideales Einlaufen zwischen Innen- und Linksverteidiger,
inklusive erfolgreichem Grätschschuss aus fünf Metern (11.).
Zwar antwortete der Abstiegskandidat mit einer guten Kopfballchance für Felix
Schröder, als dieser einen kopfverlängerten Tündermann-Einwurf aus der
Nahdistanz nicht statistikrelevant verwerten konnte (18.), doch ein
lückenhaftes Pressing warf Schröder und Co noch eine weitere Meile zurück.
Rasch überbrückte TuS Holstein von hinten heraus über Mika Lorenz´ tiefen Ball
das Mittelfeld, woraufhin Sohrab Safi den orientierungslosen Luca Albers im
langen Bogen überlief. Gegen Safis Versuch aus spitzem Winkel wehrte
SVL-Schlussmann Patrick Klösel auch noch zu kurz in die Mitte ab und schon
staubte Artin Shahrampour zur Verdopplung ab (23.).
Immerhin konnten in der Folge einige Halbchancen des Gegners als überstanden
vermeldet werden, ehe Philipp Matthiessen den Ball in der Bewegung nach innen
auf den Torwart brachte (24.) und Meraja
Magens das Tor aus einer geahndeten Abseitsposition heraus traf (25.).
Eine nachhaltige Veränderung der Spielstatik verursachte allerdings mit Jamal
Faisy ein Dunkelblauer, indem er Matthiessen ungestüm stempelte. Was
Schiedsrichter Rasim Islamoglu (Inter Hamburg) mit etwas Verzögerung
realisierte, hatten die Liether da natürlich schon sofort gewusst: das MUSS die
Ampelkarte für den früh vorbelasteten (14.) 19-Jährigen sein (36.)!
Mit einem Mann mehr auf der Koppel klappte es quasi mit dem Halbzeitpfiff auch
mit dem Anschlusstreffer, als Moritz Schulz rasch auf den weiterleitenden Matthiessen
einwarf und Magens Gegenspieler Hendrik Stättner zum Strafraumtänzchen bat
(45.+2). Ballführung, Geschwindigkeit und die Schusstechnik in die lange Ecke
belegten, warum die monatelange Verletzungsabstinenz des jungen Einzelkönners
ein entscheidender Faktor dieser verkorksten Saison ist.
Auch seine Kollegen machten sich mit verbesserter Körpersprache ans Ausgleichswerk,
das insbesondere durch Striplings Lapsus im eigenen Sechzehner durchaus in der
Luft lag. Nur tauchte Gäste-Fänger Nick Hoffmann behände gegen Matteo
Schuchhardts Abschluss aus elf Metern ab (48.).
Auch sonst war in der Folge immer irgendeiner der jetzt klar tiefer
gestaffelten Eulenstädter im Weg, sodass die Zeit so langsam gegen die „Liether
Löwen“ spielte. Vorne fehlte also die Durchschlagskraft, während der
Widersacher aus dem oberen Tabellendrittel auf der anderen Platzhälfte alles
klar machte. Abermals über links schüttelte diesmal der eingewechselte Mikel
Mucaku Kontrahent Julien Duffke ab, um erst zu bedauern, dass die eher zufällig
bei Pedro Pohl gelandete Hereingabe nicht zur Toreinleitung avancierte, weil sich
Klösel im Direktduell schön groß machte. Nils Witts schwache Klärung ins
Zentrum nutzte Jawad Faizy aber kurzerhand zum fiesen 1:3-Distanzaufsetzer
(83.).
Einmal noch hauchte eine Chance per Freistoß der Heim-Elf ein Momentchen der
Hoffnung ein, nur sicherte N. Hoffmann Witts Kopfball und damit auch den
Auswärtssieg (85.).
Für den Eingriff in den Aufstiegskampf reicht es dennoch längst nicht mehr. Mit
„schuld“ daran ist ausgerechnet die schon vorher nicht sonderlich geschätzte SV
Lieth, der man durch die Selbsteinwechslung von Coach Ibrahim Yener (zu diesem
Zeitpunkt rotgesperrt) trotz sportlichem 5:2 einen 3:0-Auswärtssieg via
Umwertung schenkte.
Nicht einmal vier Kilometer weiter stieg daher fast zeitgleich das Spitzenspiel
zwischen dem FC Elmshorn und dem Kummerfelder SV. Der FCE gewann übrigens mit 3:1
und steht als Meister und künftiger Landesligist fest.
Die Verhinderung eines Zweiklassenunterschieds zwischen den Rivalen in Elmshorn
und Umland haben die Jungs aus dem Liether Wald dagegen langsam nicht (mehr) in
eigener Hand. Ein Kellerduell gegen HSV IV steht zwar noch aus, doch der vorletzte
Platz und zwei Punkte Rückstand auf die Rothosen (erster nicht-Abstiegsplatz)
und die Aussicht, nun zu den torhungrigen Germanen nach Schnelsen zu müssen,
hängen – wie die schlechte Trainingsbeteiligung – als Damoklesschwert über dem
Butterberg.
Tore: 0:1 Meyer (11. Stripling), 0:2 Shahrampour (23. Safi),
1:2 Magens (45.+2, Matthiessen), 1:3 Jawad Faizy (83. Pohl)
gelbe Karten: Magens, Duffke, Behrens, Witt – Stripling, Lorenz, Appiah,
Homfeldt
gelb-rote Karte: Jamal Faizy (TuS Holstein, 36., wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Rasim Islamoglu (Inter Hamburg)
Zuschauer. 50
Mittwoch, 22. April 2026
Spielbericht TSV Gut Heil Heist - Moorreger SV
Seuberts Derby-Show
Dreierpacker
schießt Moorreger SV über den Strich
Letzte Woche TuS Appen (3:1) und diesmal der TSV Heist: wer es aus der Nachbarschaft
derzeit im Abstiegskampf der Kreisliga 01 mit dem Moorreger SV aufnimmt, muss
sich ordentlich auf etwas gefasst machen.
Mit einem 4:1-Derbytriumpf beim Ortsnachbarn schaffte der MSV am Mittwochabend
einen wichtigen Satz im Untergeschoss des Klassements.
Bei windigem Sonnenuntergang ging der Stern der Gäste heuer ganz bald auf, als
der TSV ordentlich Platz ließ, sodass Jonas Kaufmann über die Stationen Seubert
und Franke zum zentral eingeschobenen 0:1 gekommen war (2.).
Ein idealer Spielbeginn, dessen Neutralisierung allerdings nicht allzu lange
auf sich warten ließ, setzte sich die heistmer Lebensversicherung, Paul Smit,
mit reichlich Physis im Sechzehner durch, um vor der Kiste wieder einmal nichts
anbrennen zu lassen – Saisontor Nummer 18 (11.)!
Viel lief auch in der Folge über den Einzelkönner, der jedoch entweder auf sich
alleingestellt war oder durch Unzulänglichkeiten seiner Mitstreiter keine
weiteren Gründe zum Jubeln erhielt. Auch die disziplinierten Harmanci-Schützlinge
sollten daran ihren Anteil haben. Vor allem, weil auch nach vorne immer mal wieder
spannende Nadelstiche gelangen. Einer davon hatte Jannis Franke in halblinke
Schussposition geschickt; rechts vorbei (38.) – ärgerlich!
Nicht so dafür, was nur Augenblicke später passieren sollte. Erst tankte sich
Kollege Maximilian Seubert nach Ballgewinn unaufhaltsam in Richtung 1:2 durch
den Sechzehner (40.), dann vollendete der ehemalige Kicker des Rendsburger TSV
eine erneute Umschaltszene mit Jonas Kaufmann und Jayson Bielfeldt mühelos zum
1:3-Pausenstand (41.). Die halbe Derby-Miete war schon mal geschafft!
Konkrete Einfälle dagegen fielen dem TSV auf der anderen Seite schwierig.
Zweimal war es Smit, der MSV-Goalie Niklas Puttmann jeweils vor keine übermäßige
Aufgabe stellte (61. & 76.). Ansonsten lebte das Match von seiner
Körperlichkeit, die den Heistmer Björn Schramm auch gut und gerne via gelb-rot an
den Seitenrand hätte befördern können (59.)…
Von dort aus holte sich dafür Marcel Bastide als Auswechselspieler den roten
Karton ab, weil er einen Ersatzball absichtlich in einen gegnerischen Angriff einrollte (83.). Die Hoffnung auf die Wende schien da bereits dem Frust
gewichen zu sein, zumal Seubert bei einer Bielfeldt-Flanke per Flugkopfball das
mögliche 1:4 auf dem Schädel hatte (86.).
Endgültige Gewissheit vermochte auch Gian Luca Reinl nicht herbeizuführen
(90.+1), scheiterte der Joker gleich doppelt am aufmerksamen Benjamin Schimmel,
dessen Alptraum im schwarzen Gewand dafür auf den Namen Maximilian Seubert
hörte. Nachdem Julian Kühl das Bein im Strafraum etwas später gen Ball bewegte
als Gegenspieler Franke, setzte der nunmehr sechsmal binnen vier Partien
erfolgreiche „13er“ den 1:4-Schlusspunkt (90.+2.).
Die Tendenz von Dreierpacker Seubert und Co weist damit weiter positiv in
Richtung Klassenerhalt: Rang zwölf bei aber nur zwei Zählern Vorsprung – auf den
TSV, der die Vorzeichen beim sofortigen Wiedersehen am kommenden Sonntag dann
wieder umkehren möchte. Um dieses gut besuchte B431-Derby wäre es freilich
schade, wenn die Hirsche auch in der Endabrechnung unterm Strich verharrten. Vielleicht
gelingt ja nun im anstehenden Rückspiel der sportliche Heist (englisch für
„Raubüberfall“)…
Tore: 0:1 Kaufmann (2. Franke), 1:1 Smit (11. J. Schmidt), 1:2
Seubert (40.), 1:3 Seubert (41. Bielfeldt), 1:4 Seubert (90.+2, Strafstoßtor, J.
Kühl an Franke)
gelbe Karten: Schramm – Kaufmann, Prange, Getmann, Bielfeldt, H.
Harmanci (Trainer)
rote Karte: Bastide (TSV Heist, 83., grobe Unsportlichkeit)
Schiedsrichter: Yannick Schwadtke (Heidgrabener SV)
Zuschauer: 90
Dienstag, 21. April 2026
Spielbericht TSV Gut Heil Heist II - FC Elmshorn II
Arbeit für den HFV
Drei
Platzverweise! Heistmer Reserve gewinnt trotzdem
13. Minute der Nachspielzeit: Es ist tatsächlich vollbracht! Trotz aller
Widerstände – vor allem einer mehrfachen Unterzahl – hat die Zweitvertretung
des TSV Heist selbige des FC Elmshorn im Nachtragskick der Kreisklasse 01 mit
4:3 niedergerungen.
Gar nicht mal ungewöhnlich hatte das Mittelfeldduell begonnen. Einen Schritt
schneller als Gegenspieler Milot Bashotaj, verwertete Torjäger Marcel Münster
eine Hereingabe Max Ossenbrüggens zum 1:0 (15.), dem der FCE durch Ayaz
Aloskans vorzüglichen Abschluss auf Anspiel Diar Bashotajs rasch den Ausgleich
konterte (19.).
Dann allerdings wurde es erstmals dubios. Ein hoher Ball im heistmer Strafraum
und plötzlich ein Pfiff: Strafstoß für Gäste! Ob nun wirklich Handspiel oder
nicht; egal, denn Marvin Scholz angelte sich den Schuss von Aloskan (30.).
Auch das folgende Chancenplus blieb aus Sicht der im Aufstiegskampf inzwischen
abgehängten Krückaustädter ungenutzt. Der Pausenstand von 1:1 daher ein wenig
schmeichelhaft für den TSV, der seinerseits allerdings durch Finn Roths
überhasteten Abschluss seine Fühler in Richtung 2:1 ausstreckte (40.).
Nach Marius Kocks schönem Anspiel in die Spitze war es Anfang des zweiten
Abschnitts doch geschafft, setzte sich Patrick Günsch willensstark gegen
FCE-Fänger Okan Cicek durch (51.), ehe auch Routinier Eike Schmidt den hier
etwas unglücklichen Torsteher per direktem Freistoß überwand (72.).
Der TSV in diesem tempoarmen Spiel im zwei-Tore-Vorteil, doch der Schiri hatte
offenbar andere Pläne, die Scholz erneut als amtlicher Elferkiller gegen Fisnik
Kelmendi durchkreuzte (64.). Ein Kontakt zwischen Marius Kock und dem gefoulten
Aloskan hatte hier zwar vorgelegen, doch stand der Elmshorner Kapitän zuvor
doch ein ganzes Stück im Abseits…
Zehn Minuten vor dem (angesetzten) Ende durfte dann mit Osman Acar der dritte
Weinrote zum Punkt, nachdem Rene Koppers im Zweikampf ungeschickt zu Werke ging
und obendrauf auch noch die überzogene Ampelkarte kassierte (ballorientiertes
Foul, 80.).
Immerhin Acar bekam seine sieben Sachen zusammen und verwandelte linksunten zum
Anschlusstreffer, dem wiederum das geradlinige Direktspiel durchs Zentrum das
eingespitzelte 3:3 durch Sevkan Aras hinterher folgen ließ (84.).
Das Momentum auf der eigenen Seite und ab der 88. Minute sogar zwei Mann mehr
auf dem Platz (niemand, nicht einmal Marius Kock selbst, wusste, warum er im
Anschluss an einen Defensivzweikampf auf seiner Linksverteidigerposition den
Feldverweis kassierte), war die endgültige Wende doch nur noch reine Formsache.
Ärgerlich nur für den FCE, dass man bei nun drückender Überlegenheit die Kugel
nicht mehr über die Linie bekam.
Stattdessen blieb bei einem Foul am verletzt ausscheidenden Kevin Winter keine
andere Wahl, als auf den folgenschweren Freistoß pro TSV zu entscheiden. Günsch
brachte diesen hoch von rechts in den Sechzehner, wo Roth plötzlich ganz
alleine abziehen konnte und mit rechts das nicht mehr erwartete 4:3 erzielte
(90+9.).
Schier ewige 210 Sekunden galt es für die Heistmer allerdings noch zu
überstehen. Angetrieben von ihren direkt auf der Seitenlinie stehenden Anhang stehenden
Unterstützern, schalteten die Jungs von Trainer Vedat Akpinar noch eine Art
Schlussoffensive, die aber – passend zum verkorksten Abend – kopflos im Sande
verlief.
Die Punkte blieben an der Hamburger Straße – teuer erkämpfte Zähler, denn neben
Koppers und Kock hatte zwischendurch auch Torjäger M. Münster als bereits
ausgewechselter Spieler wegen einer etwas zu direkten Ansprache in Richtung der
Spielleitung den roten Karton gesehen. Das Sportgericht des HFV wird in den
kommenden Tagen jede Menge zu tun bekommen, kündigte der Pfeifenmann obendrein
an, geäußerte Kritik Seitens des TSV Heist nach dem Spiel beim Landesverband zur
Anzeige zu bringen. Die Hausherren wollen mit der Videoaufzeichnung der Partie
dagegen halten…
Tore: 1:0 M. Münster (15. M. Ossenbrüggen), 1:1 Aloskan (19.
Diar Bashotaj), 2:1 Günsch (50. Kock), 3:1 E. Schmidt (72., direkter Freistoß),
3:2 Acar (80., Strafstoßtor, Koppers an Kelmendi), 3:3 Aras (84. Poyaz), 4:3
Roth (90.+9, Günsch)
rote Karten: Kock (TSV Heist II, 88.), M. Münster (TSV Heist II, 89.,
Schiedsrichterbeleidigung)
gelb-rote Karte: Koppers (TSV Heist II, 80., wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Selcuk Karaman (Gencler Birligi Elmshorn)
Zuschauer: 32
besondere Vorkommnisse:
- Aloskan (FC Elmshorn II) scheitert mit Strafstoß an Scholz (30., Handspiel).
- Kelmendi (FC Elmshorn II) scheitert mit Strafstoß an Scholz (64., Kock an
Aloskan).
Sonntag, 19. April 2026
Spielbericht VfL Pinneberg - SV Lieth
Zündstoff für den Keller
Sie
können es doch noch! Auswärtssieg lässt SV Lieth wieder hoffen
Durch 16 (sportlich) sieglose Partien mit dem Rücken zur Wand, reiste die SV
Lieth am Sonntagnachmittag als Schlusslicht zum zuletzt heimstarken VfL
Pinneberg in dessen Asyl beim SC Pinneberg.
Fünf Zähler Rückstand auf das rettende Ufer der Bezirksliga 01 und die
Konkurrenz aus Duvenstedt und Niendorf hat jeweils gepunktet. Ein schwieriges Setting, das sich für den
Tabellenletzten auch noch im Spiel selber weiter verschlimmerte, steuerte
Torjäger Niklas Bargob das Leder nach Vorarbeit Tjark Holzapfels in der Mitte
zum bereits 22. Mal ins Netz – der Rückstand nach gerade einmal sechs Minuten!
Aber die Mannschaft zeigte Moral, blieb, angetrieben durch den omnipräsenten
Meraja Magens, aktiv. So prüfte Joel Tündermann nach Magens-Zuspiel den
sicheren Philipp Niedermeier zwischen den VfL-Pfosten (9.).
Den Beweis, dass sie es tatsächlich können, lieferten die Herren in schwarz
dann per Matthiessen-Ecke, die über einen Umweg bei Christian Kuhlmann landete,
sodass der 22-Jährige mit vollem Huf das 1:1 abfeuerte (19.).
Trotz Chancenvorteil im weiteren Halbzeitverlauf der vorzeitige Pausenstand.
Mit dem Wiederbeginn legte nun auch das Heimteam einen Gang zu; kam beispielsweise
durch Yannick Rentzows knapp verzogenen Versuch von halbrechts gefährlich vor
das SVL-Gehäuse (61.).
DIE Chance des dritten Spielviertels ereignete sich jedoch auf der anderen
Seite, als Felix Schröder seinen spektakulären Seitfallzieher ans Quergebälk
donnerte (68.).
Der Treffer der Marke „Tor des Monats“ sollte dafür seinem Kollegen Philipp
Matthiessen gelingen, als dem Ur-Liether eine Bogenlampe auf den schussbereiten
Schlappen fiel und der Einschuss rechtsoben puren Auswärtsjubel auslöste (76.).
„Männer, das sind jetzt Charakterminuten!“, schallte es in der Schlussphase von
der liether Bank, denn der VfL wollte sich seine kleine Serie von zwei
Heimsiegen keineswegs kampflos zerstören lassen. Bis auf einen aussichtsreichen
Johannsen-Kopfball (drüber, 83.), bekam die heuer ge- und entschlossene
Krenzk-Elf allerdings alles wegverteidigt.
Das Ende des Zitterns führte schließlich ein Moment des Umschaltens herbei. Die
aufgerückten Pinneberger knackte Julien Duffke mit steilem Anspiel auf
Matthiessen, der seine wohl stärkste Saisonleistung mit der 1:3-Entscheidung im
freien Lauf auf den Kasten des chancenlos geschlagenen Niedermeier krönte
(90.). Da darf die Eckfahne gerne mal zur Partyzone werden!
Endgültige Gewissheit, dass die Sieger des wilden Hinspiels (4:1 VfL) hier
nichts mehr umbiegen würden, hatten sie in der ausgiebigen Nachspielzeit mit
Malick Djimbas Gelb-rot selbst zu verantworten (90-+6). Der erfahrene Togoer
war nach seiner Einwechslung (67.) für den später per Krankenwagen
abtransportierten Bargob (versuchte es nach Zusammenstoß mit Gäste-Fänger Lukas
Rensch (52.) noch eine Weile) nur eine halbe Stunde auf dem Feld gestanden. Ob
man da als Gegner begeistert applaudieren muss – dagegen fraglich…
Als berechtigt gingen dafür die Ovationen für die verdienten wie imminent
wichtigen drei Punkte im Abstiegskampf durch. Die Nicht-Abstiegsplätze erspäht
man in Klein Nordende nun auch wieder ohne Feldstecher. Und je nach dem, ob der
Spielausschluss des HFV das abgebrochene Kellerduell gegen HSV IV (Spielstand 2:3)
neu ansetzt, wäre mit einem Dreier im möglichen Wiederholungsspiel sogar der
Sprung aus den bösen Kreisligarängen aus eigener Kraft möglich. Die letzten
fünf Spieltage (oder auch sechs) versprechen jedenfalls noch die volle
Emotionspalette.
Tore: 1:0 Bargob (6. Holzapfel), 1:1 Kuhlmann (19. Schröder), 1:2
Matthiessen (76.), 1:3 Matthiessen (90. Duffke)
gelbe Karten: Rollwagen – M. Schulz, Magens, Papazoglu
gelb-rote Karte: Djimba (VfL Pinneberg, 90.+6, wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Furkan Yavuz (SC Teutonia 10)
Zuschauer: 102
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