Freitag, 24. April 2026

Spielbericht SV Lieth - TuS Holstein Quickborn

Holsteins Rache über links
3:1 bei der SV Lieth: Quickborner halten Umwertungshinspielsieger im Keller

„Jaaaa, Kreisliga!“, jubelte TuS Holsteins Kapitän Tim Homfeldt nach dem Spiel wenig vorbildlich in Richtung des Gegners, doch was als Provokation gemeint war, erhielt im vorangegangenen Freitagabendmatch der Bezirksliga 01 tatsächlich weiteres Futter. Die SV Lieth trudelt eine Woche nach dem wichtigen Dreier beim VfL Pinneberg (3:1) wieder zurück gen Abgrund.
Mit der Chance, die Abstiegsplätze zumindest über Nacht verlassen zu können, aber auf dem Feld mit nur geringen Spielanteilen, gestaltete sich das Geschehen wieder einmal früh zu Ungunsten der SVL, die den Quickbornern im Aufbau weder Druck, noch Raumverdichtung antat und daher geradezu folgerichtig in Rückstand geriet. Vollstreckung fand das 0:1 durch Finn Striplings linken Liniensprint und Tom Meyers ideales Einlaufen zwischen Innen- und Linksverteidiger, inklusive erfolgreichem Grätschschuss aus fünf Metern (11.).
Zwar antwortete der Abstiegskandidat mit einer guten Kopfballchance für Felix Schröder, als dieser einen kopfverlängerten Tündermann-Einwurf aus der Nahdistanz nicht statistikrelevant verwerten konnte (18.), doch ein lückenhaftes Pressing warf Schröder und Co noch eine weitere Meile zurück. Rasch überbrückte TuS Holstein von hinten heraus über Mika Lorenz´ tiefen Ball das Mittelfeld, woraufhin Sohrab Safi den orientierungslosen Luca Albers im langen Bogen überlief. Gegen Safis Versuch aus spitzem Winkel wehrte SVL-Schlussmann Patrick Klösel auch noch zu kurz in die Mitte ab und schon staubte Artin Shahrampour zur Verdopplung ab (23.).
Immerhin konnten in der Folge einige Halbchancen des Gegners als überstanden vermeldet werden, ehe Philipp Matthiessen den Ball in der Bewegung nach innen auf den Torwart brachte (24.) und  Meraja Magens das Tor aus einer geahndeten Abseitsposition heraus traf (25.).
Eine nachhaltige Veränderung der Spielstatik verursachte allerdings mit Jamal Faisy ein Dunkelblauer, indem er Matthiessen ungestüm stempelte. Was Schiedsrichter Rasim Islamoglu (Inter Hamburg) mit etwas Verzögerung realisierte, hatten die Liether da natürlich schon sofort gewusst: das MUSS die Ampelkarte für den früh vorbelasteten (14.) 19-Jährigen sein (36.)!
Mit einem Mann mehr auf der Koppel klappte es quasi mit dem Halbzeitpfiff auch mit dem Anschlusstreffer, als Moritz Schulz rasch auf den weiterleitenden Matthiessen einwarf und Magens Gegenspieler Hendrik Stättner zum Strafraumtänzchen bat (45.+2). Ballführung, Geschwindigkeit und die Schusstechnik in die lange Ecke belegten, warum die monatelange Verletzungsabstinenz des jungen Einzelkönners ein entscheidender Faktor dieser verkorksten Saison ist.
Auch seine Kollegen machten sich mit verbesserter Körpersprache ans Ausgleichswerk, das insbesondere durch Striplings Lapsus im eigenen Sechzehner durchaus in der Luft lag. Nur tauchte Gäste-Fänger Nick Hoffmann behände gegen Matteo Schuchhardts Abschluss aus elf Metern ab (48.).
Auch sonst war in der Folge immer irgendeiner der jetzt klar tiefer gestaffelten Eulenstädter im Weg, sodass die Zeit so langsam gegen die „Liether Löwen“ spielte. Vorne fehlte also die Durchschlagskraft, während der Widersacher aus dem oberen Tabellendrittel auf der anderen Platzhälfte alles klar machte. Abermals über links schüttelte diesmal der eingewechselte Mikel Mucaku Kontrahent Julien Duffke ab, um erst zu bedauern, dass die eher zufällig bei Pedro Pohl gelandete Hereingabe nicht zur Toreinleitung avancierte, weil sich Klösel im Direktduell schön groß machte. Nils Witts schwache Klärung ins Zentrum nutzte Jawad Faizy aber kurzerhand zum fiesen 1:3-Distanzaufsetzer (83.).
Einmal noch hauchte eine Chance per Freistoß der Heim-Elf ein Momentchen der Hoffnung ein, nur sicherte N. Hoffmann Witts Kopfball und damit auch den Auswärtssieg (85.).
Für den Eingriff in den Aufstiegskampf reicht es dennoch längst nicht mehr. Mit „schuld“ daran ist ausgerechnet die schon vorher nicht sonderlich geschätzte SV Lieth, der man durch die Selbsteinwechslung von Coach Ibrahim Yener (zu diesem Zeitpunkt rotgesperrt) trotz sportlichem 5:2 einen 3:0-Auswärtssieg via Umwertung schenkte.
Nicht einmal vier Kilometer weiter stieg daher fast zeitgleich das Spitzenspiel zwischen dem FC Elmshorn und dem Kummerfelder SV. Der FCE gewann übrigens mit 3:1 und steht als Meister und künftiger Landesligist fest.
Die Verhinderung eines Zweiklassenunterschieds zwischen den Rivalen in Elmshorn und Umland haben die Jungs aus dem Liether Wald dagegen langsam nicht (mehr) in eigener Hand. Ein Kellerduell gegen HSV IV steht zwar noch aus, doch der vorletzte Platz und zwei Punkte Rückstand auf die Rothosen (erster nicht-Abstiegsplatz) und die Aussicht, nun zu den torhungrigen Germanen nach Schnelsen zu müssen, hängen – wie die schlechte Trainingsbeteiligung – als Damoklesschwert über dem Butterberg.

Tore: 0:1 Meyer (11. Stripling), 0:2 Shahrampour (23. Safi), 1:2 Magens (45.+2, Matthiessen), 1:3 Jawad Faizy (83. Pohl)

gelbe Karten: Magens, Duffke, Behrens, Witt – Stripling, Lorenz, Appiah, Homfeldt

gelb-rote Karte: Jamal Faizy (TuS Holstein, 36., wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Rasim Islamoglu (Inter Hamburg)

Zuschauer. 50


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