Arbeit für den HFV
Drei
Platzverweise! Heistmer Reserve gewinnt trotzdem
13. Minute der Nachspielzeit: Es ist tatsächlich vollbracht! Trotz aller
Widerstände – vor allem einer mehrfachen Unterzahl – hat die Zweitvertretung
des TSV Heist selbige des FC Elmshorn im Nachtragskick der Kreisklasse 01 mit
4:3 niedergerungen.
Gar nicht mal ungewöhnlich hatte das Mittelfeldduell begonnen. Einen Schritt
schneller als Gegenspieler Milot Bashotaj, verwertete Torjäger Marcel Münster
eine Hereingabe Max Ossenbrüggens zum 1:0 (15.), dem der FCE durch Ayaz
Aloskans vorzüglichen Abschluss auf Anspiel Diar Bashotajs rasch den Ausgleich
konterte (19.).
Dann allerdings wurde es erstmals dubios. Ein hoher Ball im heistmer Strafraum
und plötzlich ein Pfiff: Strafstoß für Gäste! Ob nun wirklich Handspiel oder
nicht; egal, denn Marvin Scholz angelte sich den Schuss von Aloskan (30.).
Auch das folgende Chancenplus blieb aus Sicht der im Aufstiegskampf inzwischen
abgehängten Krückaustädter ungenutzt. Der Pausenstand von 1:1 daher ein wenig
schmeichelhaft für den TSV, der seinerseits allerdings durch Finn Roths
überhasteten Abschluss seine Fühler in Richtung 2:1 ausstreckte (40.).
Nach Marius Kocks schönem Anspiel in die Spitze war es Anfang des zweiten
Abschnitts doch geschafft, setzte sich Patrick Günsch willensstark gegen
FCE-Fänger Okan Cicek durch (51.), ehe auch Routinier Eike Schmidt den hier
etwas unglücklichen Torsteher per direktem Freistoß überwand (72.).
Der TSV in diesem tempoarmen Spiel im zwei-Tore-Vorteil, doch der Schiri hatte
offenbar andere Pläne, die Scholz erneut als amtlicher Elferkiller gegen Fisnik
Kelmendi durchkreuzte (64.). Ein Kontakt zwischen Marius Kock und dem gefoulten
Aloskan hatte hier zwar vorgelegen, doch stand der Elmshorner Kapitän zuvor
doch ein ganzes Stück im Abseits…
Zehn Minuten vor dem (angesetzten) Ende durfte dann mit Osman Acar der dritte
Weinrote zum Punkt, nachdem Rene Koppers im Zweikampf ungeschickt zu Werke ging
und obendrauf auch noch die überzogene Ampelkarte kassierte (ballorientiertes
Foul, 80.).
Immerhin Acar bekam seine sieben Sachen zusammen und verwandelte linksunten zum
Anschlusstreffer, dem wiederum das geradlinige Direktspiel durchs Zentrum das
eingespitzelte 3:3 durch Sevkan Aras hinterher folgen ließ (84.).
Das Momentum auf der eigenen Seite und ab der 88. Minute sogar zwei Mann mehr
auf dem Platz (niemand, nicht einmal Marius Kock selbst, wusste, warum er im
Anschluss an einen Defensivzweikampf auf seiner Linksverteidigerposition den
Feldverweis kassierte), war die endgültige Wende doch nur noch reine Formsache.
Ärgerlich nur für den FCE, dass man bei nun drückender Überlegenheit die Kugel
nicht mehr über die Linie bekam.
Stattdessen blieb bei einem Foul am verletzt ausscheidenden Kevin Winter keine
andere Wahl, als auf den folgenschweren Freistoß pro TSV zu entscheiden. Günsch
brachte diesen hoch von rechts in den Sechzehner, wo Roth plötzlich ganz
alleine abziehen konnte und mit rechts das nicht mehr erwartete 4:3 erzielte
(90+9.).
Schier ewige 210 Sekunden galt es für die Heistmer allerdings noch zu
überstehen. Angetrieben von ihren direkt auf der Seitenlinie stehenden Anhang stehenden
Unterstützern, schalteten die Jungs von Trainer Vedat Akpinar noch eine Art
Schlussoffensive, die aber – passend zum verkorksten Abend – kopflos im Sande
verlief.
Die Punkte blieben an der Hamburger Straße – teuer erkämpfte Zähler, denn neben
Koppers und Kock hatte zwischendurch auch Torjäger M. Münster als bereits
ausgewechselter Spieler wegen einer etwas zu direkten Ansprache in Richtung der
Spielleitung den roten Karton gesehen. Das Sportgericht des HFV wird in den
kommenden Tagen jede Menge zu tun bekommen, kündigte der Pfeifenmann obendrein
an, geäußerte Kritik Seitens des TSV Heist nach dem Spiel beim Landesverband zur
Anzeige zu bringen. Die Hausherren wollen mit der Videoaufzeichnung der Partie
dagegen halten…
Tore: 1:0 M. Münster (15. M. Ossenbrüggen), 1:1 Aloskan (19.
Diar Bashotaj), 2:1 Günsch (50. Kock), 3:1 E. Schmidt (72., direkter Freistoß),
3:2 Acar (80., Strafstoßtor, Koppers an Kelmendi), 3:3 Aras (84. Poyaz), 4:3
Roth (90.+9, Günsch)
rote Karten: Kock (TSV Heist II, 88.), M. Münster (TSV Heist II, 89.,
Schiedsrichterbeleidigung)
gelb-rote Karte: Koppers (TSV Heist II, 80., wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Selcuk Karaman (Gencler Birligi Elmshorn)
Zuschauer: 32
besondere Vorkommnisse:
- Aloskan (FC Elmshorn II) scheitert mit Strafstoß an Scholz (30., Handspiel).
- Kelmendi (FC Elmshorn II) scheitert mit Strafstoß an Scholz (64., Kock an
Aloskan).
Dienstag, 21. April 2026
Spielbericht TSV Gut Heil Heist II - FC Elmshorn II
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