Entfesselt aus der Pause
Doberaner
FC zerlegt VfL Bergen im Kellerduell
So umjubelt der Doberaner FC am letzten Spieltag der Vorsaison mit einem 6:0
gegen Absteiger Einheit Grevesmühlen die Wiederkehr in die 2024 wegen zweier
Tore verlorene Verbandsliga feierte, so zäh quälte man sich die ersten sieben
Spieltage durch Mecklenburg-Vorpommerns Eliteklasse. Gar nicht hoch genau
einzuschätzen ist daher die Erleichterung, die sich der Aufsteiger mit einer
furiosen zweiten Hälfte im Kellerduell mit dem VfL Bergen 94 herausschoss. Wie
entfesselt schraubte der Vorletzte die Jungs in schwarz nach der Pause
auseinander.
Bis dahin war es allerdings ein gegenseitiges Belauern. Keiner wollte den
folgenschweren Fehler auf rutschigem Kunstgrund machen, sodass kaum Torgefahr
entstand. Einmal bekam VfL-Spielmacher Moritz Harder die Kugel zu Lennard
Thurow durchgesteckt, doch dass dieser das Runde aus günstiger Position nicht
richtig mit dem rechten Puschen erwischte, sagte einiges über die Spielqualität
aus (14.).
Strafraum-Knistern erzeugten sonst nur einige Ecken und hohe Freistöße, bei
denen die Hausherren zunächst erfolglos auf ihre Lufthoheit bauten (22., 27.
& 39.).
Kurz vor dem Pausenpfiff drohte aber trotzdem nochmal Ungemach, als Paul
Laatsch seinem Abschluss allerdings nicht den entscheidenden Dreh verpassen
konnte (42.).
Hätte das Ding doch bloß gesessen; dann wäre dem VfL wohl das erspart
geblieben, was sich direkt mit dem Wiederbeginn zutrug. Lediglich 63 Sekunden
waren die Beteiligten wieder auf dem Grün, da zog Eric Ahlgrim einfach von
halbrechts zum umjubelten 1:0 ab (47.).
Die Körpersprache der Roten plötzlich wie ausgewechselt! Mit Zuversicht
schickte Thorben Medau seinen Kollegen Lukas Prange für die Flanke gen Tiefe.
Und auch Robert Hartmann traute sich aus schwierigem Winkel den Versuch zu.
Kein Tor, aber eine klare Selbstbewusstseinsbekundung (56.).
Schon beim nächsten Mal klappte es dann wieder. Diesmal brachte Hartmann die
Kugel selber in die Mitte, wo Medau das Ding über einen Umweg auf den
einschussbereiten Schlappen bekam (61.).
Auf eine Reaktion der Gäste wartete man indes vergebens. Stattdessen hatten sie
auch noch Dusel, dass Medau mit dem Vollspann knapp verfehlte (62.) und Laurenz
Kampf nach feinem Hartmann-Anspiel minimal zu hoch lupfte (67.). Das kurz
darauffolgende 3:0 daher nur die logische Folge des Bad Doberaner Sturmlaufs,
murmelte Innenverteidiger Nino Dowe eine Westendorf-Ecke hellwach über die
Linie (69.). Nicht das erste Mal heute, dass der 27-Jährige die Vorherrschaft
im Bergener Sechzehner erlangte…
Ebenfalls kaum zu halten: Joker Kampf, der der eine Eingabe – diesmal von links
- kurzerhand zum 4:0 einnetzte (76.). Da passte eine vergebene
Doppel-Pfosten-Chance für Aktivposten Hartmann und Prange fast gar nicht so
richtig ins Bild (80.).
Mittenhinein ins Scheibenschießen, in dem sich Hartmann gleich ein weiteres Mal
versuchte (87), erarbeitete sich die Elf von der Insel Rügen noch ein kleines
Trostpflaster, das Philip Pahl trotz Überzahl des DFC im Strafraum von der
Grundlinie für den einköpfenden Harder servierte (88.).
Vor dem schwierigen Auswärtsspiel beim Spitzenreiter in Neubrandenburg hievte
sich der Neuling mit dem zweiten Saisonsieg erstmal ordentlich aus dem Keller,
der nun wiederum vom VfL Bergen als neues Vize-Schlusslicht bewohnt wird.
Aktuell fünf sieglose Partien lassen gegen den FSV Bentwisch keine besonders
positiven Prognosen zu…
Doberaner FC: Dridi –
Hering (81. Düsing),
Baor, Dowe, Westendorf (88. Scherff) – Damrau, Eulner (50. Kampf), Medau,
Hartmann (81.) – Prange, Ahlgrim (88. Permin), Trainer: Max Prust
VfL Bergen 94: Dams – Bergmann, Drzymotta, Pahl, Vüllmow – Ogniwek,
Harder, Vergils, Laatsch (72. Tebus) – Klöckner, Thurow (76. Thesenvitz),
Trainer: Martin Handschug
Tore: 1:0 Ahlgrim (47. Medau), 2:0 Medau (61.), 3:0 Dowe (69.
Westendorf), 4:0 Kampf (76.), 4:1 Harder (88. Pahl)
gelbe Karten: Ahlgrim – Vüllmow, Ogniwek
Schiedsrichter: Hannes Hermann (Note 2)
Zuschauer: 190
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Freitag, 23. Oktober 2026
Spielbericht Doberaner FC - VfL Bergen 94
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