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Freitag, 23. Oktober 2026

Spielbericht Doberaner FC - VfL Bergen 94

Entfesselt aus der Pause
Doberaner FC zerlegt VfL Bergen im Kellerduell

So umjubelt der Doberaner FC am letzten Spieltag der Vorsaison mit einem 6:0 gegen Absteiger Einheit Grevesmühlen die Wiederkehr in die 2024 wegen zweier Tore verlorene Verbandsliga feierte, so zäh quälte man sich die ersten sieben Spieltage durch Mecklenburg-Vorpommerns Eliteklasse. Gar nicht hoch genau einzuschätzen ist daher die Erleichterung, die sich der Aufsteiger mit einer furiosen zweiten Hälfte im Kellerduell mit dem VfL Bergen 94 herausschoss. Wie entfesselt schraubte der Vorletzte die Jungs in schwarz nach der Pause auseinander.
Bis dahin war es allerdings ein gegenseitiges Belauern. Keiner wollte den folgenschweren Fehler auf rutschigem Kunstgrund machen, sodass kaum Torgefahr entstand. Einmal bekam VfL-Spielmacher Moritz Harder die Kugel zu Lennard Thurow durchgesteckt, doch dass dieser das Runde aus günstiger Position nicht richtig mit dem rechten Puschen erwischte, sagte einiges über die Spielqualität aus (14.).
Strafraum-Knistern erzeugten sonst nur einige Ecken und hohe Freistöße, bei denen die Hausherren zunächst erfolglos auf ihre Lufthoheit bauten (22., 27. & 39.).
Kurz vor dem Pausenpfiff drohte aber trotzdem nochmal Ungemach, als Paul Laatsch seinem Abschluss allerdings nicht den entscheidenden Dreh verpassen konnte (42.).
Hätte das Ding doch bloß gesessen; dann wäre dem VfL wohl das erspart geblieben, was sich direkt mit dem Wiederbeginn zutrug. Lediglich 63 Sekunden waren die Beteiligten wieder auf dem Grün, da zog Eric Ahlgrim einfach von halbrechts zum umjubelten 1:0 ab (47.).
Die Körpersprache der Roten plötzlich wie ausgewechselt! Mit Zuversicht schickte Thorben Medau seinen Kollegen Lukas Prange für die Flanke gen Tiefe. Und auch Robert Hartmann traute sich aus schwierigem Winkel den Versuch zu. Kein Tor, aber eine klare Selbstbewusstseinsbekundung (56.).
Schon beim nächsten Mal klappte es dann wieder. Diesmal brachte Hartmann die Kugel selber in die Mitte, wo Medau das Ding über einen Umweg auf den einschussbereiten Schlappen bekam (61.).
Auf eine Reaktion der Gäste wartete man indes vergebens. Stattdessen hatten sie auch noch Dusel, dass Medau mit dem Vollspann knapp verfehlte (62.) und Laurenz Kampf nach feinem Hartmann-Anspiel minimal zu hoch lupfte (67.). Das kurz darauffolgende 3:0 daher nur die logische Folge des Bad Doberaner Sturmlaufs, murmelte Innenverteidiger Nino Dowe eine Westendorf-Ecke hellwach über die Linie (69.). Nicht das erste Mal heute, dass der 27-Jährige die Vorherrschaft im Bergener Sechzehner erlangte…
Ebenfalls kaum zu halten: Joker Kampf, der der eine Eingabe – diesmal von links - kurzerhand zum 4:0 einnetzte (76.). Da passte eine vergebene Doppel-Pfosten-Chance für Aktivposten Hartmann und Prange fast gar nicht so richtig ins Bild (80.).
Mittenhinein ins Scheibenschießen, in dem sich Hartmann gleich ein weiteres Mal versuchte (87), erarbeitete sich die Elf von der Insel Rügen noch ein kleines Trostpflaster, das Philip Pahl trotz Überzahl des DFC im Strafraum von der Grundlinie für den einköpfenden Harder servierte (88.).
Vor dem schwierigen Auswärtsspiel beim Spitzenreiter in Neubrandenburg hievte sich der Neuling mit dem zweiten Saisonsieg erstmal ordentlich aus dem Keller, der nun wiederum vom VfL Bergen als neues Vize-Schlusslicht bewohnt wird. Aktuell fünf sieglose Partien lassen gegen den FSV Bentwisch keine besonders positiven Prognosen zu…

Doberaner FC: Dridi – Hering (81. Düsing), Baor, Dowe, Westendorf (88. Scherff) – Damrau, Eulner (50. Kampf), Medau, Hartmann (81.) – Prange, Ahlgrim (88. Permin), Trainer: Max Prust

VfL Bergen 94: Dams – Bergmann, Drzymotta, Pahl, Vüllmow – Ogniwek, Harder, Vergils, Laatsch (72. Tebus) – Klöckner, Thurow (76. Thesenvitz), Trainer: Martin Handschug


Tore: 1:0 Ahlgrim (47. Medau), 2:0 Medau (61.), 3:0 Dowe (69. Westendorf), 4:0 Kampf (76.), 4:1 Harder (88. Pahl)

gelbe Karten: Ahlgrim – Vüllmow, Ogniwek

Schiedsrichter: Hannes Hermann (Note 2)

Zuschauer: 190