Freitag, 7. August 2026

Spielbericht SV Peissen - Edendorfer SV

SV Peissen dreifach bestraft
Späte Tore am Osterdeich: Edendorfer SV gewinnt das Derby in Überzahl

Im Vorjahr noch hauchdünn im Herzschlagfinale des letzten Spieltags noch um die Aufstiegspfründe gebracht, muss sich der SV Peissen im zweiten Kreisligajahr erstmal an den Rücklichtern einiger Konkurrenten der Staffel Mitte orientieren. Dem 2:2-Remis bei den Kickers Hennstedt folgte im ersten Heimspiel 2026/2027 nämlich ein 0:2 im Derby gegen den Edendorfer SV.
Vor allem aber die Art und Weise erinnerte wenig an ein Team, das um Haaresbreite den Durchmarsch in die Verbandsliga realisiert hätte. Ausfälle wie der von 18-Tore-mann Kieron Delfs hin oder her; das war spielerisch zu wenig!
Ebenso eigentlich auch von Gästen, die den Fußballsport gleichermaßen als Rückschlagspiel begriffen. Ein Festival des alt-Britischen Ballsports lud die Schaulustigen hoch über den stets bemühten Aktiven eher zu Cola-Korn und Currywurst in hausgemachter Soße ein. Traumhafte Aussicht auf klischeehaften Kreisligafußball, den die Edendorfer zunächst etwas gestalterischer betreiben sollten. Zahlreiche Offensivstandards blieben jedoch ergebnislos, während Nachirvan Sino aus dem Spielfluss heraus zur überragenden Chance führte. SVP-Torwart Malte Isermann machte diese gekonnt im Eins-gegen-Eins zunichte (22.), sodass seine Vorderleute nun etwas besser in die Partie kommen konnten. Vor allem, wenn Jonas Wudtke beteiligt war, wurde es dabei konkret, wie nach einem guten Auflegen für Rasmus Hinrichsen, dessen Abdruck mit rechts ESV-Fänger Firas Dekhil behände im Abtauchen entschärfte (30.).
Kurz vor der Pause trauerten aber wieder die Grünen einem Hundertprozenter nach, nachdem Milko Saido Khalil alleine auf den Kasten zulief und diesen stramm verfehlte (45.) – es blieb beim 0:0, das auch einen möglichen Treffer der Hausherren überdauern sollte. Andrii Popov hatte sich auf Kosten eines dankend angenommenen Oberkörpervergehens in erfolgreiche Schussposition gebracht, ehe der Foulpfiff den Fortbestand der Torlosigkeit sicherte (58.).
So verging Minute um Minute auf dem Weg zur irgendwie passenden Nullnummer, bis der Vorjahresdritte per Katastrophenball ins Zentrum freundlich einlud und die Gäste Hussin Abdo einmal flach freispielten, sodass die Rückennummer 36 ins kurze Eck vollenden konnte (78.). Großer Jubel, dem wenig später der zweite folgte, zog Saido Khalil alle Blau-weißen auf sich, um den freien Laurant Jashari zum 0:2 zu bedienen (84.).
Der SV Peissen damit vorzeitig erlegt, doch das war´s noch nicht an schlechten Nachrichten für Paule Stolz und Co, weil ihn Schiedsrichter Torge Knutzen (TS Schenefeld) nur Augenblicke nach der späten Einwechslung wegen einer Notbremse an Saido Khalil vom Feld stellte. Die Schulter ging etwas raus; kein anderer Feldspieler mehr in der Nähe – kann man so geben (86.).
Der kleine Fehlstart am Osterdeich damit perfekt – der Rivale aus Itzehoe mischt dank seiner Idealausbeute aus zwei Partien dagegen ganz oben mit – und stellt mit seinem herausragenden Tormann die bisher beste Abwehr der Staffel (nur ein Gegentor). Am Dienstag schon folgt das Heimspiel gegen die Bramstedter TS. Die Peissener dürfen als Tabellenzehnter nach Bargstedt.

Tore: 0:1 Abdo (78. J. Noetzelmann), 0:2 Jashari (84. Saido Khalil)

gelbe Karten: Cords, Frey – Sino, J. Noetzelmann, Lotz, Aydogan, Grabenkamp, Abdo

rote Karten: P. Stolz (SV Peissen, 86., Notbremse an Saido Khalil)

Schiedsrichter: Torge Knutzen (TS Schenefeld)

Zuschauer: 75





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