Ur-Horster erlöst VfR-Zweite
Traute
zum Weitschusstor: Kapitän Stollhans leitet ersten Saisonsieg ein
Erst fünf Spieltage rum und schon präsentierte Schleswig-Holsteins Kreisliga
Mitte am Samstag ein echtes Kellerduell der Enttäuschten, das mit der VfR
Horst-Zweiten trotz aller Anzeichen auf eine leistungsgerechte Nullnummer einen
glücklichen Gewinner fand. Die Helden des Tages sind hierbei schnell
ausgemacht. Zum einen war da Torsteher Yannis Horvath, der gegen Thore Breiholz
die kurze geschwind schloss (25.), Sebastian Köster per Blitz-Reflex die Tour
vermasselte (26.) und später behände nach Kevin Ladendorfs Flachschuss tauchte
(77.). Zum anderen gab es Gianluca Stollhans immerhin einen Feldspieler, der
über die volle Spieldistanz zu überzeugen wusste. Überall zu finden, wo sich
(die zahlreichen) Lücken auftaten, am Ball mit verhältnismäßig hoher
Verteilungsrate und vorne schließlich mit dem erlösenden Distanztor (67.),
gestaltete der 29-jährige ur-Horster den ersten Saisondreier seiner Elf
maßgeblich.
Bis zum schmeichelhaften Führungstreffer war es seiner Kapelle freilich
schwierig gefallen, die Negativerlebnisse des sieglosen Saisonbeginns aus den
Kleidern zu kriegen. Mut- und inspirationslos wirkte der Auftritt, den einige
technische Unsauberkeiten zusätzlich verkomplizierten. Kein Wunder, dass der
lang geschickte Sertac Taser mit seinem leicht abgefälschten Versuch aus
schwierigem Winkel (45.) lange Zeit das einzige echte Offensivausrufezeichen
gesetzt hatte.
Dann aber traute sich Stollhans, einen Spielzug mit akutem
Entschlossenheitsverlust durch einen Rechts-Abdruck aus der zweiten Reihe torreiches
Leben einzuhauchen. Ein schönes, wie wichtiges Tor für den (nun nicht mehr) Drittletzten!
Der ebenfalls mit zwei Zählern dünn gestartete Aufsteiger aus Hennstedt probierte
sich unterdessen unentwegt am ergebnistechnischen Gegengewicht, nutzte aber
seine Gelegenheiten weiterhin nicht. Jokke Kullick schaufelte seinen Heber von
halblinks mit rechts drüber (75.) – Ladendorf verzog wegen gegnerischen
Touchierens knapp von der anderen Seite (82.).
Die erneute Strafe dafür setzte es schließlich zwei Minuten vor Ultimo, als der
Horster Jano Stratmann besser zur halbhohen Kugel ging als zwei Gegenspieler
und der zentrale Linksschuss vor Goalie Kjell Ivers die Entscheidung im
Sportzentrum markierte (88.).
Vor dem sicherlich physisch anspruchsvollen Auswärtsritt beim Edendorfer SV
atmen Kapitän Stollhans und seine Männer erstmal wieder etwas Luft außerhalb
der Abstiegsplätze, während die Kickers weiter auf ihren ersten Kreisligaerfolg
warten. Nächste Chance: Die nächste direkte Begegnung im Untergeschoss der Liga
gegen die SG Padenstedt.
Tore: 1:0 Stollhans (67. Block), 2:0 J. Stratmann (88.
Stollhans)
gelbe Karten: Raudies – keine
Schiedsrichter: Justin Raven Fedde (TSV Barlt, Note 2)
Zuschauer: 50
Samstag, 29. August 2026
Spielbericht VfR Horst II - SV Kickers Hennstedt
Freitag, 7. August 2026
Spielbericht SV Peissen - Edendorfer SV
SV Peissen dreifach bestraft
Späte
Tore am Osterdeich: Edendorfer SV gewinnt das Derby in Überzahl
Im Vorjahr noch hauchdünn im Herzschlagfinale des letzten Spieltags um die
Aufstiegspfründe gebracht, muss sich der SV Peissen im zweiten Kreisligajahr
erstmal an den Rücklichtern einiger Konkurrenten der Staffel Mitte orientieren.
Dem 2:2-Remis bei den Kickers Hennstedt folgte im ersten Heimspiel 2026/2027
nämlich ein 0:2 im Derby gegen den Edendorfer SV.
Vor allem aber die Art und Weise erinnerte wenig an ein Team, das um
Haaresbreite den Durchmarsch in die Verbandsliga realisiert hätte. Ausfälle wie
der von 18-Tore-Mann Kieron Delfs hin oder her; das war spielerisch zu wenig!
Ebenso eigentlich auch von den Gästen, die den Fußballsport gleichermaßen als
Rückschlagspiel begriffen. Ein Festival des alt-Britischen Ballsports lud die
Schaulustigen hoch über den stets bemühten Aktiven eher zu Cola-Korn und
Currywurst in hausgemachter Soße ein. Traumhafte Aussicht auf klischeehaften
Kreisligafußball, den die Edendorfer zunächst etwas gestalterischer betreiben
sollten. Zahlreiche Offensivstandards blieben jedoch ergebnislos, während es Nachirvan
Sino aus dem Spielfluss heraus zur überragenden Chance führte. SVP-Torwart
Malte Isermann machte diese gekonnt im Eins-gegen-Eins zunichte (22.), sodass
seine Vorderleute nun etwas besser in die Partie kommen konnten. Vor allem,
wenn Jonas Wudtke beteiligt war, wurde es dabei konkret, wie nach einem guten
Auflegen für Rasmus Hinrichsen, dessen Abdruck mit rechts ESV-Fänger Firas
Dekhil behände im Abtauchen entschärfte (30.).
Kurz vor der Pause trauerten aber wieder die Grünen einem Hundertprozenter
nach, nachdem Milko Saido Khalil alleine auf den Kasten zulief und diesen
stramm verfehlte (45.) – es blieb beim 0:0, das auch einen möglichen Treffer
der Hausherren überdauern sollte. Andrii Popov hatte sich auf Kosten eines
dankend angenommenen Oberkörpervergehens in erfolgreiche Schussposition
gebracht, ehe der Foulpfiff den Fortbestand der Torlosigkeit sicherte (58.).
So verging Minute um Minute auf dem Weg zur irgendwie passenden Nullnummer, bis
der Vorjahresdritte per Katastrophenball ins Zentrum freundlich einlud und die
Gäste Hussin Abdo einmal flach freispielten, sodass die Rückennummer 36 ins
kurze Eck vollenden konnte (78.). Großer Jubel, dem wenig später der zweite
folgte, zog Saido Khalil alle Blau-weißen auf sich, um den freien Laurant
Jashari zum 0:2 zu bedienen (84.).
Der SV Peissen damit vorzeitig erlegt, doch das war´s noch nicht an schlechten
Nachrichten für Paule Stolz und Co, weil ihn Schiedsrichter Torge Knutzen (TS
Schenefeld) nur Augenblicke nach der späten Einwechslung wegen einer Notbremse
an Saido Khalil vom Feld stellte. Die Schulter ging etwas raus; kein anderer
Feldspieler mehr in der Nähe – kann man so geben (86.).
Der kleine Fehlstart am Osterdeich damit perfekt – der Rivale aus Itzehoe
mischt dank seiner Idealausbeute aus zwei Partien dagegen ganz oben mit – und
stellt mit seinem herausragenden Tormann die bisher beste Abwehr der Staffel
(nur ein Gegentor). Am Dienstag schon folgt das Heimspiel gegen die Bramstedter
TS. Die Peissener dürfen als Tabellenzehnter nach Bargstedt.
Tore: 0:1 Abdo (78. J. Noetzelmann), 0:2 Jashari (84. Saido
Khalil)
gelbe Karten: Cords, Frey – Sino, J. Noetzelmann, Lotz, Aydogan,
Grabenkamp, Abdo
rote Karten: P. Stolz (SV Peissen, 86., Notbremse an Saido Khalil)
Schiedsrichter: Torge Knutzen (TS Schenefeld)
Zuschauer: 75
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