Freitag, 9. Oktober 2026

Spielbericht SV Lieth - TSV Sparrieshoop

Festung ausgebaut
Vierter Heimsieg: Tor-Dublette dreht das Derby pro SV Lieth

In der Abstiegssaison noch eher ein Selbstbedienungsladen, erobert die SV Lieth als Kreisligist ihre „Festung Butterberg“ von Heimspiel zu Heimspiel immer mehr für sich zurück.
Einen eindrucksvolleren Beleg, als das erkämpfte 4:3 im Derby gegen den Spitzenreiter aus Sparrieshoop – der vierte Erfolg im fünften Match daheim – lässt sich dafür kaum ausdenken. Vor allem in Sachen Mentalität machte sich die zuletzt mit 1:5 in Haseldorf gerupfte Elf in Rot-schwarz-weiß verdient.
Der Start in die Kontrahage mit dem spielstarken Primus hatte schließlich so seine Widrigkeiten parat. So nutzte er prompt seinen ersten Vorstoß über Luca Hochschilds Steckpass ins üppige Lich zum 0:1 durch Syed Ahmeds Flachschuss (6.).
Rasch war der zeitige Rückstand jedoch wieder ausradiert, weil die Liether die Achillesferse des Gegners nicht nur erkannten, sondern auch konsequent anliefen. Im Durchlaufen erpressten sich Semih Zeybekoglu die Kugel gegen TSV-Fänger Okan Cicek, sodass Jan Schiebuhr zentral nur noch einzulochen brauchte (12.).
Weiteres aus der Rubrik „Jeder Schuss ein Treffer“ verlieh den Kräfteverhältnissen allerdings wieder statistische Gestalt, als Oguzhan Yüksel Durchsetzungsvermögen und Übersicht im Mittelfeld bewies und Leon Diedrigkeit die Schnittstelle im Tempovorteil mit einem umspielten Torwart zum 1:2 füllte (19.).
In der Folge blieb das Team in weiß der Chef im Ring, nur erreichte es nicht mehr die oft anvisierte Tiefe. Kjell Schneiders einfach aufzusammelnder Distanz-Aufsetzer (28.) blieb daher erstmal das Höchste der Gefühle, bis eine missratene Klärung aus der SVL-Parzelle Joel Broyer zum Traumpass aus dem Fußgelenk einlud. Daraufhin technisch noch feiner: Diedrigkeits Symbiose aus Annahme und Abschluss ins nahe Torwart-Eck – 1:3 (36.)!
Nur gut für die Gastgeber, dass es Faros Govori bei seiner Königschance nach Fehlpass durch Lukas Rensch mit der Körperspannung nicht so genau nahm (38.)…
Ein Chancenwucher, der dem Fehlschützen und Co sofort auf die Füße fallen sollte, verkürzte Joel Tündermann noch vor dem Kabinengang mit etwas Unterstützung des herumirrenden Schlussmanns auf 2:3 (44.). So wirklich gefährdet fühlte sich der Auswärtssieg der Mannen vom Rosengarten zur Pause dennoch nicht an.
Ohne den angeschlagen ausgeschiedenen Hochschild im Zentrum und diversen Ausfällen, wie Finn Möller, Lenn Pankraz oder Ole Krupski ging der Kick mit dem Wiederbeginn dann aber doch so langsam in die Binsen. Und das durch eine Duplizität der Ereignisse. Von rechts schlug Felix Schröder seinen Freistoß in Minute 50 gen Fünferlinie, wo Kapitän Hendrik Homburg kurzerhand auf 3:3 stellte.
Knappe 20 Minuten später die Dublette: wieder Schröder mit dem ruhenden Ball von rechts und erneut war H. Homburg – diesmal mit dem Kopf – für das 4:3 zur Stelle (68.). Der Schlagabtausch hatte seinen nächsten Höhepunkt und fast hätte ein weiterer Torwart-Wackler dem erneuten Ausgleich Vorschub geleistet, wäre Ensar Polat bei der Verwertung eines prallen gelassenen Kelmendi-Versuchs nicht dem Außennetz zum Opfer gefallen (77.).
Drüben war es unterdessen eine Produktion der eingewechselten Lukas Brant und Florian Ballner, die letzterem zum Drehschuss verhalf – in die Arme des hier fest zupackenden Cicek (86.).
Ansonsten suchte der TSV Sparrieshoop nach dem Moment, der den mittlerweile vergeigten Abend wieder geradebiegen sollte. Doch außer einer verstolperten Strafraum-Schusschance von Ex-Liether Tove Nagel (87.) verteidigten die Hausherren alles aus ihrem Abwehrdrittel. Der Aufstiegsfavorit damit erstmals 2026/2027 geschlagen!
Und weil am folgenden Sonntag auch Vize SSV Rantzau II überraschend Punkte in Tornesch ließ (2:2), bewegt sich das trotzdem weiterhin von Sparre angeführte Führungsquartett der Kreisliga 07, zu dem nunmehr auch die SV Lieth gehört, binnen drei Zählern. Direkt dahinter lauert aber schon der nächste Gegner der Derbysieger: Positivüberraschung TuS Borstel, die ebenso bereits starke 13 Heimpunkte einfuhr.

Tore: 0:1 Ahmed (6. Hochschild), 1:1 Schiebuhr (12. Zeybekoglu), 1:2 Diedrigkeit (19. Yüksel), 1:3 Diedrigkeit (36. Broyer), 2:3 Tündermann (44. Zeybekoglu), 3:3 H. Homburg (50. Schröder), 4:3 H. Homburg (68. Schröder)

gelbe Karten: keine – Kelmendi, Nagel

Schiedsrichter: Zubeir Ahmadi (SC Eilbek)

Zuschauer: 120

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