Festung ausgebaut
Vierter
Heimsieg: Tor-Dublette dreht das Derby pro SV Lieth
In der Abstiegssaison noch eher ein Selbstbedienungsladen, erobert die SV Lieth
als Kreisligist ihre „Festung Butterberg“ von Heimspiel zu Heimspiel immer mehr
für sich zurück.
Einen eindrucksvolleren Beleg, als das erkämpfte 4:3 im Derby gegen den
Spitzenreiter aus Sparrieshoop – der vierte Erfolg im fünften Match daheim –
lässt sich dafür kaum ausdenken. Vor allem in Sachen Mentalität machte sich die
zuletzt mit 1:5 in Haseldorf gerupfte Elf in Rot-schwarz-weiß verdient.
Der Start in die Kontrahage mit dem spielstarken Primus hatte schließlich so
seine Widrigkeiten parat. So nutzte er prompt seinen ersten Vorstoß über Luca
Hochschilds Steckpass ins üppige Lich zum 0:1 durch Syed Ahmeds Flachschuss
(6.).
Rasch war der zeitige Rückstand jedoch wieder ausradiert, weil die Liether die
Achillesferse des Gegners nicht nur erkannten, sondern auch konsequent
anliefen. Im Durchlaufen erpressten sich Semih Zeybekoglu die Kugel gegen
TSV-Fänger Okan Cicek, sodass Jan Schiebuhr zentral nur noch einzulochen
brauchte (12.).
Weiteres aus der Rubrik „Jeder Schuss ein Treffer“ verlieh den
Kräfteverhältnissen allerdings wieder statistische Gestalt, als Oguzhan Yüksel
Durchsetzungsvermögen und Übersicht im Mittelfeld bewies und Leon Diedrigkeit
die Schnittstelle im Tempovorteil mit einem umspielten Torwart zum 1:2 füllte
(19.).
In der Folge blieb das Team in weiß der Chef im Ring, nur erreichte es nicht
mehr die oft anvisierte Tiefe. Kjell Schneiders einfach aufzusammelnder Distanz-Aufsetzer
(28.) blieb daher erstmal das Höchste der Gefühle, bis eine missratene Klärung
aus der SVL-Parzelle Joel Broyer zum Traumpass aus dem Fußgelenk einlud.
Daraufhin technisch noch feiner: Diedrigkeits Symbiose aus Annahme und
Abschluss ins nahe Torwart-Eck – 1:3 (36.)!
Nur gut für die Gastgeber, dass es Faros Govori bei seiner Königschance nach
Fehlpass durch Lukas Rensch mit der Körperspannung nicht so genau nahm (38.)…
Ein Chancenwucher, der dem Fehlschützen und Co sofort auf die Füße fallen
sollte, verkürzte Joel Tündermann noch vor dem Kabinengang mit etwas
Unterstützung des herumirrenden Schlussmanns auf 2:3 (44.). So wirklich
gefährdet fühlte sich der Auswärtssieg der Mannen vom Rosengarten zur Pause
dennoch nicht an.
Ohne den angeschlagen ausgeschiedenen Hochschild im Zentrum und diversen
Ausfällen, wie Finn Möller, Lenn Pankraz oder Ole Krupski ging der Kick mit dem
Wiederbeginn dann aber doch so langsam in die Binsen. Und das durch eine Duplizität
der Ereignisse. Von rechts schlug Felix Schröder seinen Freistoß in Minute 50
gen Fünferlinie, wo Kapitän Hendrik Homburg kurzerhand auf 3:3 stellte.
Knappe 20 Minuten später die Dublette: wieder Schröder mit dem ruhenden Ball
von rechts und erneut war H. Homburg – diesmal mit dem Kopf – für das 4:3 zur
Stelle (68.). Der Schlagabtausch hatte seinen nächsten Höhepunkt und fast hätte
ein weiterer Torwart-Wackler dem erneuten Ausgleich Vorschub geleistet, wäre
Ensar Polat bei der Verwertung eines prallen gelassenen Kelmendi-Versuchs nicht
dem Außennetz zum Opfer gefallen (77.).
Drüben war es unterdessen eine Produktion der eingewechselten Lukas Brant und Florian
Ballner, die letzterem zum Drehschuss verhalf – in die Arme des hier fest
zupackenden Cicek (86.).
Ansonsten suchte der TSV Sparrieshoop nach dem Moment, der den mittlerweile
vergeigten Abend wieder geradebiegen sollte. Doch außer einer verstolperten
Strafraum-Schusschance von Ex-Liether Tove Nagel (87.) verteidigten die Hausherren
alles aus ihrem Abwehrdrittel. Der Aufstiegsfavorit damit erstmals 2026/2027
geschlagen!
Und weil am folgenden Sonntag auch Vize SSV Rantzau II überraschend
Punkte in Tornesch ließ (2:2), bewegt sich das trotzdem weiterhin von Sparre
angeführte Führungsquartett der Kreisliga 07, zu dem nunmehr auch die SV Lieth
gehört, binnen drei Zählern. Direkt dahinter lauert aber schon der nächste
Gegner der Derbysieger: Positivüberraschung TuS Borstel, die ebenso bereits
starke 13 Heimpunkte einfuhr.
Tore: 0:1 Ahmed (6. Hochschild), 1:1 Schiebuhr (12.
Zeybekoglu), 1:2 Diedrigkeit (19. Yüksel), 1:3 Diedrigkeit (36. Broyer), 2:3
Tündermann (44. Zeybekoglu), 3:3 H. Homburg (50. Schröder), 4:3 H. Homburg (68.
Schröder)
gelbe Karten: keine – Kelmendi, Nagel
Schiedsrichter: Zubeir Ahmadi (SC Eilbek)
Zuschauer: 120
Freitag, 9. Oktober 2026
Spielbericht SV Lieth - TSV Sparrieshoop
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