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Samstag, 24. Oktober 2026

Spielbericht FSV Blau-weiß Greifswald - FSV 90 Altentreptow

Befreiungsschlag verballert
Nicht effizient genug: BW Greifswald nur Remis gegen FSV Altentreptow

Die Sterne standen gut, doch am Ende des Fußballsamstags am St. Georgsfeld verpasste die dort heimische Elf von Blau-weiß Greifswald den Dreier, um sich einstweilen vom Gefahrenbereich der Landesklasse II Mecklenburg-Vorpommern abzusetzen. Wie die Hansestädter ihre scheinbar sichere 3:1-Führung noch aus der Hand geben konnten, stellte sie am Ende selber vor ein Rätsel.
Im ersten Abschnitt lief es nämlich voll nach Plan. Im Rücken der stets hoch gestaffelten Viererkette auf Marten Schliemanns Können im Eins-gegen-Eins angewiesen (2.), kreierten die Platzherren vorne zahlreiche Gelegenheiten, von denen die technisch Flüssigste das nicht unverdiente 1:0 markierte. Einen famosen Diagonalball von Rechtsverteidiger Jason Melms legte sich Mohammed Chahbounia ideal für den sofortigen Linksschuss in den Laufweg (14.).
Ein wenig überraschend hatte sich der Vorsprung jedoch kurz darauf wieder erledigt, als ein Heber über die Blau-weiß-Defensive Keanu Krämer tief ins Duell mit Schliemann schickte. Den Goalie per Querpass aus der Szene genommen, war Max Wadehn nur noch ein sicheres Einschieben ins leere Gehäuse vom 1:1 entfernt (17.). Abseitsproteste waren derweil überflüssig, hatte das Team um Schiedsrichter Jannes-Leonard Bathke (SV Kandelin) eine passive Abseitsstellung in der Entstehung berechtigterweise ungeandet gelassen. Gut so!
Eine Zuschreibung, die auch auf die Beharrlichkeit von Blau-weiß zutraf, als sie in einem munteren Hin-und-her wieder selber am Zug waren und Chahbounia einen abgewehrten Jakosits-Versuch im Strafraumzentrum irgendwie im zweiten Anlauf zur erneuten Führung über die Linie wühlte und seinen Farben damit ordentlich Rückenwind verschaffte (31.). Die verbliebene Viertelstunde vor der Pause ging es schließlich nur noch in eine Richtung, sodass Kevin Mahnkes 3:1 auf Ablage Chahbounias nur allzu folgerichtig daherkam (45.). Für rückwärtsbewegungsschwachen Jungs aus dem knapp 5.000 Einwohner-Ort aus dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte hatte der Halbzeitpfiff da eine fast erlösende Wirkung.
Besserung brachte aber auch der Wiederbeginn erstmal keine, für den FSV Altentreptow, der Glück hatte, dass Friedrich Tiede im geschmeidigen Doppelpass mit Leon Opolka aus schwieriger Position nur die Latte erwischte und auch Konrad Cassels anschließende Schusschance an einem fehlenden Hauch Genauigkeit scheiterte (48.).
Fast aus dem Nichts tauchte da Veteran Robin Holtz vor dem Greifswalder Kasten auf, um aus der Poleposition jedoch an Schliemann zu scheitern (52.). Auch ein zweiter Versuch im Nachsetzen schlug fehl, doch als Weckruf taugte diese Szene allemal, vollstreckte Krämer kurz darauf tatsächlich zum 3:2-Anschlusstreffer, nachdem sich Justus Liebich willensstark in der Zentrale durchtankte und Schliemann erstinstanzlich blockiert hatte (56.).
Die Partie nun wieder offen, was Mahnke aus dem Rückraum wieder hätte relativieren können, wäre Gäste-Fänger Paul Schallge nicht behände gegen das Geschoss abgetaucht (58.). Stattdessen flog den Platzherren wieder ein Ballverlust in der neutralen Zone um die Ohren, weil der kantige Holtz im Konter die Übersicht für den besser postierten Lucas Dobbertin behielt und der gerade eben Eingewechselte eiskalt zum 3:3 einschob (72.).
Ein Holtz-Freistoß gen Torwart-Eck bot daraufhin sogar noch die von Schliemann vereitelte Chance auf das mögliche 3:4 (72.). Verdient wäre dies über die volle Spiellänge sicherlich nicht gewesen.
Näher dran waren da über die 90 Minuten die Jungs in den weißen Trikots, deren Alu-Konto der fleißige Opolka weiter auffüllte (78.), wohingegen Mahnke seinen Rechtsschuss durch Schallges Parade über den Kasten segeln sah (83.).
So blieben am Ende beide Seiten enttäuscht zurück. Drei Zähler sind es dadurch nur, die die punktgleichen Fußballsportvereine von der Abstiegszone trennen.

Tore: 1:0 Chahbounia (14. Melms), 1:1 Wadehn (17. Krämer), 2:1 Chahbounia (31. Jakosits), 3:1 Mahnke (45. Chahbounia), 3:2 Krämer (56. Liebich), 3:3 Dobbertin (72. Holtz)

gelbe Karten: Mahnke, Krohn – Rech

Schiedsrichter: Jannes-Leonard Bathke (SV Kandelin)

Zuschauer: 40