Vize-Meister im freien Fall
Hilflose
7:0-Klatsche in Appen: Rissener SV wird weiter durchgereicht
Imposante 110 Treffer und die Vizemeisterschaft im Vorjahr veranlassten doch
den einen oder anderen dazu, den Rissener SV im Vorfeld der Saison zur
Aufstiegskonkurrenz zu zählen. Ein schlecht gealterter Tipp, ist die Elf vom
Marschweg spätestens jetzt mit der siebten Schlappe im nunmehr achten Spiel in
Reihe im Untergeschoss der Kreisliga 07 angekommen.
Noch alarmierender als die bloßen Zahlen kommt dabei die Art und Weise daher,
mit welcher man am Freitagabend mit 0:7 in Appen untergegangen war. Leblos und
spielerisch ohne Idee zeichnete sich beim fast-Absteiger 2025/2026 früh ein
Desaster ab. Bei Mika Teichmanns Ecke hatte Torsteher Dennis Theis seinen
Fünfer nicht wirklich im Griff, sodass Niklas Hippe aus dem Pulk heraus das 1:0
erköpfte (7.).
Ein Spiel auf ein Tor – nur durch Tim Krügers Schussoption im Sechzehner (er
traf den Ball nicht, 23.) unterbrochen – entwickelte sich auch unter Mithilfe
der Grünen, denen ein Ballverlust im Aufbau just zum 2:0 um die Ohren flog.
Über die Stationen Oldenburg und Teichmann geriet Maximilian Zirn vor das
Gehäuse, das der alleingelassene Theis nur in erster Instanz noch zu
verteidigen vermochte (16.).
Weiter ging die gute zehn Minuten später mit einem echten Traumtor Liam von der
Reiths aus 23 Metern, Linksaußenposition (27.). Eine Position wie gemalt!
Keine Schönheitspreise, aber den 5:0-Halbzeitstand gab es für Lukas Kremers
Kopfball, den sich Theis ins eigene Nest legte (31.) und einen hohen
Wunsch-Abschluss nach einem seltsamen Strafraum-Anspiel Zirns (45.+2). Beide
Treffer übrigens Produkt der Faktoren „Eckstoß Teichmann“ und „Gardemaß“. Eine
Kombination, der sich Theis im zweiten Durchgang freiwillig nicht mehr stellte.
Der Torsteher blieb zum Seitenwechsel in der Kabine. Ebenso auch zwei Feldspieler,
denen mit dem oberschenkelgezerrten Janos Conzen zeitnah der nächste unter die
Dusche folgte (50.).
Für die Übrigen blieb es derweil eine Quälerei auf dem großen Rasenplatz, wo es
längst schon nichts mehr zu holen geben würde. Auch die designierten Sieger
hatten unlängst den Fuß vom Gas genommen und ihren Ballbesitz nun nicht mehr
mit der gewohnten Entschlossenheit ins Angriffsdrittel getragen. Eine kurze
Phase der Spiellust sollte dann aber just zwei weitere Hurras produzieren. Das
Happyend einer lockeren Kobination durch den eingewechselten Sven Kremer wusste
neu-Tormann Max Koplin noch oer Fußabwehr zu vereiteln (67.), wohingegen er
eine S. Kremer-Flanke wenig fachgerecht vor den einschiebenden Schlappen des
ebenso von der Bank gekommenen Henry Heidmann lenkte (69.). Absolut nichts zu
machen war dagegen nur Augenblicke später, als Zirn den desorientierten Vincent
Lenz stehen ließ, um S. Kremer zum zweiten Joker-Tor seiner Farben zu bedienen
(70.).
Sieben Tore – sieben verschiedene Schützen; da sollte es einfach nicht sein,
dass ein abgefälschter Zirn-Rechtsschuss den Weg ins Ziel findet. Im Bogen purzelte
der letzte Aufreger des Abends zum Eckstoß aufs Quergebälk (81.).
Am gewonnenen Selbstvertrauen, mit dem Zirn und Co – sofern es der Wettergott
will – am kommenden Wochenende zum Drittletzten nach Seestermühe fahren werden,
rüttelte dieser Fehlschuss aber keineswegs.
Bei den hilflos wirkenden Kickern aus Süd-West Hamburg würde man sich bloß zu
gerne mit solchen „Problemen“ auseinandersetzen. Stattdessen bedeutet das
anstehende Auswärtsspiel bei Gegncler Birligi (15.) für den nur sechs Zähler
besseren Elften bereits Abstiegskampf pur!
Tore: 1:0 Hippe (6. Teichmann), 2:0 Zirn (16. Teichmann), 3:0
von der Reith (27.), 4:0 Theis (31., Eigentor, L. Kremer), 5:0 Wunsch (45.+2,
Zirn), 6:0 Heidmann (69. S. Kremer), 7:0 S. Kremer (70. Zirn)
gelbe Karten: keine – Peters, J. Terplan
Schiedsrichter: Luca Dallmann (FC Union Tornesch)
Zuschauer: 50
Freitag, 30. Oktober 2026
Spielbericht TuS Appen - Rissener SV
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