Freitag, 28. August 2026

Spielbericht SV Lieth - FC Roland Wedel

Weers im Abschiedsalbtraum
Bluethooth-Foul und Platzverweise: SV Lieth im Schiri-Frust

Manchmal ist es doch der Fußball, der die größten Tragödien schreibt. Ohne damit Shakespeare, Lessing und Schiller zu nahe treten zu wollen; spielte sich Krasses, ja fast schon Herzzerreißendes am Freitagabend in der Kreisliga 07 ab. Hauptdarsteller: ein Abschiednehmender und zwei Herren in schwarz, deren spielleitende Funktion in der Tat von prägender Bedeutung sein sollte.
Zunächst aber wusste der Fußballabend zu Fuße des Butterbergs nur die Geschichte eines umschaltstarken Auswärtsteams zu erzählen, rüttelte Roland Wedel die zweimal siegreich in die neue Serie gestartete SV Lieth gleich dreimal in der Anfangsphase defensiv durch.
Erst wischte Patrick Klösel Umut Ayiks Linksschuss im Sechzehner über seinen Kasten (5.), dann war der Keeper bereits von Ayik umspielt, ehe Christian Kuhlmann seinen vorigen Lapsus mit der Rettungstat in der Rückwärtsbewegung wieder wettmachte (13.). Und Osman Avci dürfte wohl noch heute von seiner freistehend drüber gelupften top-Chance träumen (16.)…
Nach einer knappen halben Stunde war es dann schließlich passiert. Just in jener Phase, wo die SVL ein wenig in die Gänge und durch Jan Schiebuhrs abgefälschte Direktabnahme zur ersten Gelegenheit kam (23.), leitete ein rasch ausgeführter Einwurf auf links den Angriff über U. Ayik ein, den Feriz Bajraktari mit einem phänomenalen Dropkick aus 16 Metern formschön mit dem verdienten 0:1 abschloss (29.).
Von da an kippte die Angelegenheit so langsam in Richtung der Gastgeber, für die Florian Ballner auf dynamischen Flankenlauf Schiebuhrs erneut abgefälscht verfehlte (33.). Und auch wenn der tief durch Matteo Schuchhardt geschickte Finn Struve richtig zielte; so blieb er doch an Roland-Goalie Safouhat Gabsi hängen (37.).
Mit dem Rückstand musste es dennoch nicht in die Pause gehen, weil M. Schuchhardt einen Kuhlmann-Freistoß passend vor den einschussbereiten Schlappen Struves köpfte (44.).
Gewechselt wurde bei den „Liether Löwen“ in der Pause trotzdem gleich dreifach. Besonders die Hereinnahme von Außenverteidiger Kilian Weers sollte der Partie hierbei ihren Stempel aufdrücken. Im letzten Auftritt des Eigengewächses (seit 14 Jahren im Verein) vor dem berufsbedingten Umzug in die Bundeshauptstadt ist eine komplette Halbzeit natürlich nochmal Ehrensache…
Sportlich begann der zweite Abschnitt unterdessen verheißungsvoll. In zweiter Welle war ein Freistoß bei Schiebuhr auf links gelandet, sodass der aufgerückte Luca Albers die folgende Flanke in hoher Luft zum 2:1 einschädeln konnte (67.). Warum Schiedsrichter Michael Wischer (SV Rugenbergen) Schiebuhr als Torschützen ins System eintrug? Man weiß es nicht. Ebenso, was der Vorsitzende des BSA Pinneberg und sein Assistent wenig später beobachtet haben wollen, war ein Wedeler im Rahmen eines Einwurfs per Bluetooth-Foul im Sechzehner schreiend dahingesunken. Strafstoß für den Roland und auch noch Gelb für Weers – nicht, weil er unbedacht durch seinen Strafraum gegrätscht war – nein, es war der minimale Aufenthalt jenseits der Grundlinie, der dem fassungslosen „Verursacher“ den Karton einhandelte. Sein Kapitän, der ebenfalls kurz außerhalb des Feldes stand, blieb übrigens straffrei…
Und die Elbestädter? Für die packte O. Avci das Strafraumgeschenk indes sicher zum Gleichstand aus (74.).
Doch damit nicht genug der rot-schwarzen Empörung, schaltete sich nun auch Assistent Dominik Helmker (SV Rugenbergen) in die Szene ein. Alles wartete auf den Wiederanpfiff, da unterrichtete der Assi seinen Chef in einer Unterredung über ein folgendes Verbalvergehen von Weers. Gelb-rot! „Ich habe absolut NICHTS gesagt!“, beteuerte der künftige Berliner vergeblich.
Alles Reklamieren nützte auch in der nächsten Szene mit der Spielleitung nichts, als Ballner von Mert Güngör vor dem Sechzehner umgenietet wurde, woraufhin der nach außen getriebene „Vorteil“ für Schiebuhr bei einem kritischen Zweikampf IN der Parzelle erstickte. Kein Pfiff – keine nachträgliche Karte für Güngör. Eine klare Fehlentscheidung. Nicht die Einzige, die den Ex-Verein des Schiedsrichters heuer auf die Palme brachte…
Sportlich drückten die Wedeler in ungewohnter Überzahl auf den späten Siegtreffer – erfolglos. Es blieb beim leistungsgerechten 2:2.
Roland mit dem Punkt weiter im Mittelfeld der Tabelle, während die SV Lieth weiter ungeschlagen auf Rang vier rangiert. Kommenden Freitag geht es nach Hörnerkirchen. Ein Trip, den nicht nur der tragische Held namens Kilian Weers nicht mehr mitmachen wird, sondern auch für Kuhlmann gestrichen ist. Für seine kritische Leistungseinordnung erhielt der 23-Jährige nach Spielende die Gelb-rote Karte von Herrn Wischer, der auch Minuten nach Spielende noch auf dem Platz Ausschau nach Regelverstößen hielt. Einen Beitrag zum harmonischen, verständnisvollen Umgang zwischen Spielern und Offiziellen wurde hier sicherlich nicht geleistet…

Tore: 0:1 Bajraktari (29.), 1:1 Struve (44. Kuhlmann), 2:1 Albers (67. Schiebuhr), 2:2 O. Avci (74., Strafstoßtor)

gelb-rote Karten: K. Weers (SV Lieth, 74., wh. Unsportlichkeit), Kuhlmann (SV Lieth, nach Spielende, wh. Unsportlichkeit)

Schiedsrichter: Michael Wischer (SV Rugenbergen)

Zuschauer: 45





Mittwoch, 26. August 2026

Spielbericht Heider SV 1.B - Holstein Kiel 1.B

Intensität gehalten
SH-Pokal U17: Holstein Kiel zeigt Heider SV die Grenzen auf

In der DFB-Nachwuchsliga läuft die neue Serie für Holstein Kiels U17 noch nicht so recht an (ein Zähler aus drei Partien). Und wenn dann der (Schleswig-Holstein-)Pokal mit seinen Gesetzen wartet, darf auf der Gegenseite natürlich ein wenig gehofft werden, zumal der zugeloste Heider SV als Regionalligist nun auch nicht auf der Brennsuppe daher schwimmt. Die eine Klasse Unterschied sollte jedoch am Mittwochabend über die gesamte Zeit sichtbar sein.
Schon in den ersten Sekunden bestätigte der Favorit seine enorm hohe Intensität aus dem Warmmachen. Schnelle Entscheidungen aus einer sicheren Ballführung heraus und dazu die passenden Laufwege der Akteure ohne Ball stellten die Gastgeber sofort vor eine ordentliche Herausforderung, die im Falle von Amir Dehghanparchins Versuch aus der zweiten Reihe (elfte Sekunde) noch ebenso gut ausging, wie ein erneuter Versuch des „11ers“ ans Außennetz (7.) und ein Thom-Kopfball nach butterweicher Schröder-Flanke (12.).
Ansonsten hatte es der HSV recht vernünftig geschafft, das Zentrum zu schließen. Denn was passiert, wenn dies nicht gelingt, zeigte sich in Minute 27, als genau hier die Abstände nicht stimmten und Außenspieler Don Masli aus 30 Metern kontrolliert zum 0:1 abziehen konnte.
Ein echter Knaller, dem der ehemalige Tornescher wenig später den nächsten folgen ließ, zog er diesmal von seiner linken Bahn nach innen, um mit rechts den fernen Innenpfosten als Helfer seiner Präzisionsarbeit mit ins Boot zu holen (34.).
Die Überraschung damit frühzeitig vom Tisch, zumal Lasse Schröder eine Sequenz mit drei Kerzen in Folge kurzerhand per Fernschuss zum 0:3 beendete (37.).
Erst in den allerletzten Zügen des ersten Abschnitts brachte sich drüben der HSV einmal in Stellung. Arian Khalil probierte es aus 19 Metern; sein Abdruck zischte aber rechts vorbei. Vielleicht wäre das Abspiel auf den besser postierten Mads Dersch die noch bessere Variante gewesen (40.)…
Einfacher wurde es dann auch im zweiten Durchgang nicht. Denn kaum ging es weiter, hatten es die Mannen in weiß nicht geschafft, eine Ecke von links konsequent aus der Parzelle zu kloppen, sodass Lian Gutbier die Szene wieder neu aufbauen und mit Hilfe des weiterleitenden Dehghanparchin nach außen verlagern konnte, ehe der folgende Flachpass unglücklich vom Heider Moritz Brüning über die eigene Linie gespitzelt wurde (42.).
Immerhin eine halbe Stunde hielt fortan das nun noch etwas tiefer gestellte Defensivkonstrukt – auch, weil Tormann Matti Peters zwischendurch gegen den zweiten Masli-Zwilling, Jimmy, parierte (66.).
Dann aber war es wieder ein Standard, der in Form eines Freistoßes von links unglücklich zum abziehenden David Kilip durchrutschte. Peters wehrte zwar ab, doch Jarno Rohwer lief entschlossen zum 0:5-Abstauber vor Gegenspieler Luca Wolf durch (72.). Luca Heß legte kurz auf – Joker Till Staudter zirkelte das Ding mit links aus 13 Metern an den wieder artig mitarbeitenden Innenpfosten – 0:6 (73.)!
Eine Ergebnisdeutlichkeit, die auch ein 30 Meter-Versuch von Khalil nicht zu reduzieren vermochte (77.). KSV-Fänger Cooper Carstesen sicherte sich das Leder und damit auch das kaum gefährdete zu Null-Spiel. Im Viertelfinale geht es für den Profinachwuchs nun zum Oberligisten TSV Pansdorf, der durch Tore von Oscar Hause (6.), Leon Pries (33.) und Yevhen Romanenko (44. & 48.) Weiche Flensburg mit 4:0 aus dem Bewerb kegelte.

Tore: 0:1 D. Masli (27.), 0:2 D. Masli (34.), 0:3 Schröder (37. Thom), 0:4 Brüning (42., Eigentor), 0:5 Rohwer (72. Kilip), 0:6 Staudter (73. Heß)

Schiedsrichter: Jannes Flaszynski (SV Holtsee, Note 2: wenig gefordert, gestattete den Akteuren mit seiner Zweikampfbewertung einen gesunden, physischen Freiraum)

Zuschauer: 217












Freitag, 21. August 2026

Spielbericht SV Lieth - Gencler Birligi Elmshorn

Klassen- auch ohne Ligaunterschied
4:0! SV Lieth dominiert Aufsteiger Gencler Birligi im Derby

Fast auf den Tag genau zehn Jahre lang ist es her, dass Gencler Biriligi Elmshorn letztmals im Punktspiel bei der SV Lieth gastierte. Mit 3:1 siegte der türkische Klub damals beim späteren Meister und Bezirksligaaufsteiger, ehe die höhere Ligazugehörigkeit der SV Lieth im Direktvergleich nun ein Ende erfuhr.
Eine Art Klassenunterschied ließ sich im ersten Punktspielduell seit Dezember 2016 (das gewann die SVL mit 3:0) jedoch trotzdem ablesen.
Vom Anpfiff weg hatte der Bezirksligaabsteiger das Heft des Handelns nämlich fest in eigenen Händen, sodass es rasch brenzlich vor Genclers Tor wurde. So musste Jilani Cabdulaahi eine direkte Brant-Ecke im letzten Moment von der Linie scheuchen (6.), während auch Luca Albers´ Kopfballchance aus einem Ball von der Fahne resultierte (9.).
Wenig später war es wieder die Anfälligkeit bei hohen Bällen, die die in Schwierigkeiten brachte, weil Florian Ballner einen Wrage-Einwurf gekonnt auf Finn Struve weiterleitete und dieser völlig unkoordiniert vom Gencler-Schlussmann mit den hochgereckten Fäusten ausgebremst wurde. Kein K.O. für den Liether, sondern die Entstehungsgeschichte des ersten Rundengewinns durch Christian Kuhlmanns Strafstoßtor (13.).
 Wiederum per Standard die Verdopplung, als Struves Freistoß von Sten Dröge genau ins Jagdrevier von Ballner geköpft wurde und dieser aus sechs Metern nur noch die eigene Rübe reinhalten musste (23.).
Gencler verzeichnete daraufhin etwas verbesserte Spielanteile, bekam diese aber auch im Umschalten nicht sauber in den Sechzehner. Majed Eklims Chance aus Brustannahme und Fünfzehnmeterschuss auf Goalie Lukas Rensch blieb daher die beste Gelegenheit des Aufsteigers (16.).
Der Gegner machte dagegen mit seinem Kerngeschäft weiter, hob Kuhlmann seinen Freistoß aus 23 Metern passend über die Mauer zum 3:0 ins Torwart-Eck (54.).
Nachdem eine kurz etwas wilde Spielphase mit einer Fußabwehr gegen SVL-Joker Joel Tündermann (57.), einem sicher gefangenen Drehschuss von Genclers Aufstiegstorjäger Nihat Meric (58.) und einem Meer von Zweikämpfen nichts weiter Zählbares produziert hatte, verflachte der Kick zunehmend – bis Brant auf Ablage des eingewechselten Nevio Schuchhardt von der Sechzehnerlinie aus rechtsoben einschweißte (78.). Seinen im Liether Wald versenkten Distanzschuss zuvor (62.) konnte er natürlich so auch nicht stehenlassen!
Gemeinsam mit der ebenfalls am Freitagabend siegreichen Reserve des Heidgrabener SV (3:2 gegen den TSV Heist) grüßt die Elf vom Butterberg nun als Tabellenführer der Kreisliga 07. Nihat Meric und Co müssen dagegen einen dritten Anlauf (Heimspiel gegen TuS Borstel) zum ersten Punktgewinn der Serie nehmen.

Tore: 1:0 Kuhlmann (13., Strafstoßtor), 2:0 Ballner (23. Struve), 3:0 Kuhlmann (54., direkter Freistoß), 4:0 Brant (78. N. Schuchhardt)

gelbe Karten: Ballner – Cabdulaahi, M. Eklim, A. Aloskan

Schiedsrichter: Yannick Schwadtke (Heidgrabener SV, Note 2)

Zuschauer: 130







Mittwoch, 19. August 2026

Spielbericht Kummerfelder SV II - Niendorfer TSV II

Im Holsten-Pokal akklimatisiert
Neue NTSV-Zweite macht in Kummerfeld das Nötigste für Runde drei

Zwei Ligen Unterschied und doch hielt sich das Ergebnis in moderaten Grenzen. Grund dafür: ein disziplinierter Auftritt des Außenseiters und ein etwas schwerfälliger Favorit. So war es ein erwürgtes Tor, das nach 17 ereignislosen Minuten das 0:1 brachte, als Luis Grünheid im Eckengetümmel einen geblockten Biermann-Versuch veredelte (17.).
Von links nach innen gezogen, schickte Jannik Scholl seinen Rechtsschuss auf einen etwas zu hoch geratenen Segeltörn (21.), weil es zum nächsten Strafraumerlebnis einen Fehlpass des Gegners benötigte. Tom Langer legte quer – Felipe Kopsch netzte ein; 0:2 (30.)!
Sicherlich ergaben sich fortan noch ein paar Gelegenheiten für Blau, doch so wirklich zielstrebig kam der Vortrag des Bezirksligisten selten daher.
Folgerichtig reagierte das Trainerteam Müller/Segner bereits zum Wiederbeginn mit einem Dreifachwechsel, der unter anderen Till Pruns auf den regennassen Rasen spülte. Und kaum war das Eigengewächs mit von der Partie erreichte es eine Schneider-Flanke am zweiten Pfosten, wo der ausgefahrene Fuß von KSV-Schlussmann Len Schulz dem Jokertor im Weg stand, ehe Kopsch sein Nachsetzen zu hektisch drüber setzte (47.).
Besser lief es da zehn Minuten später, weil Pruns den Goalie nach Langers Ablage mit einer Schussfinte irritierte und letztlich mühelos mit rechts aus acht Metern zum 0:3 überwand (57.).
Danach jedoch war bis auf eine parierte Schusschance (69.) auch von Pruns nicht mehr viel zu sehen. Stattdessen gelang den Hausherren hier und da mit etwas Platz ein wenig Entlastung, die Tyler Reimann per Distanzheber zumindest in Richtung des Tores führte (80.).
Die Niendorfer wiederum machten es kurz vor dem Ende in der flutlichtlosen Dämmerung noch einmal konkret, gelang Kopsch mit einem Steckpass die Wiederbelebung eines festgefahrenen Gegenangriffs, der somit in der zweiten Welle den flachen 0:4-Endstand durch den eingewechselten Dominik Heims hervorbrachte (90.).
Vier Tore – wieder kein Gegentreffer – ein Weiterkommen: die einstige Dritte des NTSV hat sich im Holsten-Pokal erfolgreich akklimatisiert. Auch, wenn der spielerische Auftritt heuer noch keine Jubelsprünge zulässt. Die im Sommer neu initiierte Zweite vom Kummerfelder SV kann dagegen ebenfalls zufrieden sein, hielt die junge Elf aus der Kreisklasse über weite Strecken gut dagegen.

Tore: 0:1 Grünheid (17. Biermann), 0:2 Kopsch (30. Langer), 0:3 Pruns (57. Langer), 0:4 Heims (90. Kopsch)

gelbe Karten: keine – M. Bettzüsche, Ghareaei, Schneider, Möller

Schiedsrichter: Robert Shosha (Holsatia im EMTV)

Zuschauer: 50











Sonntag, 16. August 2026

Spielbericht TSV Holm - Holsatia im EMTV

Kreisklasse-Alltag bewältigt
Zwischen den Pokal-Krachern: Holsatia startet Liga mit Auswärtssieg

Mal eben zwischen Pokal-Derby-Triumph und der zweiten Runde gegen den Landesligisten SV Rugenbergen die Sinne für die Kreisklasse schärfen? Was vielleicht im jugendlichen Leichtsinn unterlaufen kann, wusste Holsatias neue Ligamannschaft zum Auftakt der Kreisklasse 08 auf jeden Fall zu vermeiden.
Auswärts beim Kreisligaabsteiger in Holm war es nämlich ein weitgehend überlegener Auftritt, den auch das frühe Ausscheiden von Kapitän Luca Joneleit (10.) nicht trüben konnte. Das erste Tor hierbei sogar schon in Minute vier, doch korrekterweise erkannte Schiedsrichter Ridha Gabsi, dass Marques Schwarz beim Abstauber eines Jändling-Pfostenschusses ein Stückchen zu weit vorne stand.
Vollkommen ausgeschlossen sind dagegen Abseitspositionen beim Eckball, sodass das Regelbuch ebenso wenig gegen Deniz Yörüks Kopfballtor im Fünfer einzuwenden hatte, wie der staunende Gegner (19.)…
Plötzlich aber glich dieser drüben aus, nachdem Nico da Ros von Schlussmann Luca Goike zu Fall gebracht wurde und das fällige Duell vom Punkt im Nachsetzen gewann. Für Goike blieb der Eintrag eines abgewehrten Strafstoßes somit nur eine Randbemerkung (22.).
An der Spielstatik änderte sich dagegen nicht viel, bekamen die Elmshorner ihre Spielanteile immer dann konstruktiv ins vordere Drittel, wenn sie es einmal mit Tempo in die Tiefe schafften. So zum Beispiel bei einer guten Chance, die TSV-Fänger Per Ole Roth gegen Schwarz entschärfte (33.).
Im Kollektiv patzte der TSV aber gute zehn Minuten später, als Florian Kiehn und Markus Pidde die Kugel im Aufbau über rechts verstolperten und Kilian Jändling mit dem stibitzten Rund davonstiefelte, um es trotz Freunden in Rückraum ins offene kurze Eck zu dreschen (42.).
Apropos Dresche: diese kassierten die Holmer auch kurz vor dem Pausenpfiff noch einmal, weil es ihnen abermals nicht gelang, Holsatias Tiefentempo zu verteidigen und Roths gutes Abtauchen gegen Jändling letztlich doch nur der Service für Erik Johännings 1:3-Abstauber bedeutete (45.+6). Verhaltene Abseitsproteste, doch vermutlich hatte Pidde beim halben Purzelbaum durch den eigenen Sechzehner die gleiche Höhe gehalten…
Absolut nicht zu halten war dagegen der entfesselte Jändling, den auch diverse Wadenbeißer auf dem Weg zu Grundlinie nicht aufzuhalten vermochten. Immerhin hielt Roth diesmal die kurze Ecke dicht, doch weil ihn mit Torben Mentz der eigene Mann unfreiwillig als Bande nutzte, flipperte das Ding genau vor Jan Dieckhoffs einschussbereiten Puschen (53.).
Immerhin – und das war den Hausherren freilich anzurechnen – arbeiteten sie fortan munter an der Verkürzung, sodass Goike am Boden gegen Simon Repennings Schuss (56.), als sauberer Grätschmeister im Duell mit Luca Drees (61.) und im Übergreifen zur Neutralisierung einer Flugaufgabe durch Drees (64.) aufbringen musste.
Dass da Ros wieder von der Strafstoßmarke aus eine regelwidrige Strafraumrutschpartie mit dem 2:4 quittierte, kam daher etwas später auch nicht von ungefähr (81.).
Die Botschaft, den Motor für die Schlussphase zurück auf höhere Drehzahl zu bringen, kam bei den Krückaustädtern jedenfalls zügig an. Zahlreiche Chancen und noch mehr Eckbälle pflasterten die letzten Meter auf dem Weg zum ersten Herren-Liga-Dreier. Den klaren Pfad ins Torwart-Eck fand jedoch einzig Nick Schneiders Freistoß, nahe der Strafraumbegrenzung (86.).
Verdient gewonnen, einige Tore gemacht, aber trotzdem noch Luft nach oben: der Staffelfavorit grüßt erstmal von Rang zwei (hinter dem 10:0 bei Cosmos Wedel II siegreichen Tangstedter SV) und darf sich jetzt auf die große Pokalbühne am kommenden Dienstag freuen.

Tore: 0:1 Yörük (19. Schneider), 1:1 da Ros (22., Strafstoßnachschuss, Goike an da Ros), 1:2 Jändling (42.), 1:3 Johänning (45.+6 Jändling), 1:4 Dieckhoff (53. Jändling), 2:4 da Ros (81., Strafstoßtor), 2:5 Schneider (86., direkter Freistoß

gelbe Karten: Schierenbeck, Heimann – Goike, Kummert

Schiedsrichter: Ridha Gabsi (TBS Pinneberg)

Zuschauer:70

Besonderes Vorkommnis: da Ros scheitert mit Strafstoß an Goike (22., Goike an da Ros).








Freitag, 14. August 2026

Spielbericht VfR Horst IV - FC Fetih-Kisdorf II

Den Absteiger eingeladen
Individuelle Fehler bestraft: VfR Horst IV unterliegt Fetih-Kisdorf II

Zwei Spiele – kein Punkt. Für die Vierte des VfR Horst gestaltet sich die neue Serie in der Kreisklasse B-7 noch nicht als Erfolgsstory. Profiteur am Freitagabend war in Runde zwei der Staffel die Zweitvertretung von Fetih-Kisdorf, wobei die Formulierung „Profiteur“ gerne wörtlich ausgelegt werden darf.
So war es ein einfacher Ballgewinn auf rechts, der das schnelle 0:1 durch Stürmer Mahsun Aksoy ins lange Eck begünstigte (10.), ehe die Vorsprungsverwaltung fortan trotz weniger Spielanteile nahezu komplikationslos gelang. Erst kurz vor Halbzeitende verschafften sich die Horster über zügiges Direktspiel auf rechts die schöne Schusschance für Philipp Marquardt, doch der reflexstarke Daniel Blank blockierte, während Daniel Schmidt mit dem freien Nachschuss gänzlich verfehlte (40.). Ebenso Kollege Timotej Melis, dessen Kopfball einen Hauch zu hoch geraten war (44.).
Fetih schaffte unterdessen Fakten, indem Bent Schneider und Lukas Albrand den eingewechselten Siyar Ok von rechts in Szenen, sodass dieser nur noch nach linksunten abzuziehen brauchte (42.).
Bitter für den VfR, der teilweise ganz ansehnlich in die Spitze spielte, aber erst nach dem Kabinengang auf diese Weise zuschlug. Pavel Mensah steckte wieder einmal klug ins vordere Drittel durch – Louis Schmidt vollendete cool – geht doch (48.)!
Die Hausherren jetzt in ihrer besten Phase, die Liam Siems ansatzlos mit dem Gleichstand zu belohnen versuchte, nur fischte Blank das Leder spektakulär aus dem Giebel (55.). Der Mann des Abends als Garant auch für die folgenden 35 Minuten ohne Gegentor. Allen Bemühungen der Schwarzen zum Trotz.
Und so kam es, wie es irgendwie kommen musste, verdaddelte der Vorjahresneunte das Leder wieder einmal in der Vorwärtsbewegung, was die Kisdorfer just mit der 1:3-Vorentscheidung durch Aksoy, diesmal in die kurze Ecke, quittierten (90.).
Umso unverständlicher, dass sich Amir Dawood daraufhin binnen vier Minuten zwei Tickets für Fouls, weit weg vom eigenen Gefahrenbereich, einhandelte und folgerichtig von der Kunstkoppel flog (90.+7).
Tatsächlich lochte der überzählige VfR sogar noch einmal ein (90.+9), doch selbst wenn der Ärger über den erfolgten Abseitspfiff nicht eingetreten wäre, hätte es zu mehr nicht mehr gelangt. Einen Wimpernschlag danach war nämlich Schluss und der Fehlstart perfekt. Der Absteiger aus der Kreisklasse A korrigierte dagegen seine 1:2-Auftaktniederlage gegen die SG Kaltenkirchen/Lentföhrden II – dem Reiseziel der Horster am nächsten Spieltag.

Tore: 0:1 Aksoy (9.), 0:2 Ok (38. Albrand), 1:2 L. Schmidt (48. Mensah), 1:3 Aksoy (90.)

gelbe Karten: Mensah – Ok

gelb-rote Karte: Dawood (FC Fetih-Kisdorf II, 90.+7, wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Nico Domnik

Zuschauer: 15




Dienstag, 11. August 2026

Spielbericht VfL Kellinghusen - TSV Büsum

Eine Bereicherung für die Liga
4:0 nach einer Stunde! VfL Kellinghusen überrollt den TSV Büsum

Erst auf den allerletzten Drücker im Herzschlagfinale der Kreisliga West in die (erfolgreiche) Aufstiegsrelegation eingezogen, präsentierte sich der VfL Kellinghusen auch im zweiten Match als echte Bereicherung für die Verbandsliga West. Auf gleichem Heimgelände, wo man Landesligaabsteiger und Tabellenführer Fetih Kisdorf ein 1:1 abrang, schickte der VfL nun den TSV Büsum hochverdient mit 4:2 retour gen Dithmarschen.
Verdient, weil der Neuling vor allem in den ersten 60 Minuten ganz groß auftrumpfte und sich dank seiner starken Standards rasch in Front brachte. Den Anfang machte Christoph Ratjen, indem er eine Wagner-Ecke im Fünfer am kurzen Pfosten zum 1:0 über das Haupt streichen ließ (13.). Nachgelegt hatte Wagner Ende des ersten Abschnitts gleich selber, indem sein Freistoß von links ins lange Eck durchrutschte (41.).
Kurz zuvor wagte Lennox Patzer drüben noch den Ausgleichsversuch aus anspruchsvollem Winkel (39.).
Die Musik spielte hier aber hauptsächlich der Aufsteiger, der sein Loblied früh in Hälfte zwei um eine dritte Strophe erweiterte, als der tief geschickte Finn Timmermann die Kugel mit links an Goalie Magnus Ehlers vorbeilegte und mit rechts ins leere Tor vollendete (47.).
Die Zugabe ließ indes nicht lange auf sich warten: nach Fehlpass des Gegners, der eben noch eine Schusschance für Jan-Oliver Mauriczat vergab (54.), schlug der eifrige Philipp Ratjen kurzerhand zum 4:0 (55.).
Erst jetzt übernahmen auch die Büsumer etwas Verantwortung für die Partie, deren Zwischenstand nach genau einer Stunde zumindest leicht freundlicher für die Gelben daherkam, weil eine Röhe-Weiterleitung clever von Domenic Meyer dazu genutzt wurde, sich an Ernesto Valiani vorbeizuschlängeln und per Rechtsschuss auf 4:1 zu verkürzen.
Ergebniskosmetik, die Wagner nach Ballgewinn von Paul Mohr fast wieder ausradiert hätte, zischte sein Versuch knapp am TSV-Gehäuse vorbei (67.).
Stattdessen machte die Dethlefs-Elf weiteren Boden gut, indem Kapitän Leif Ampting einen Flankenwechsel Lukas Wefers humorlos zum 4:2 vergoldete (72.).
Zeit und Spielanteile für zwei weitere Treffer hatten die Gäste in der Schlussphase durchaus, doch die Blauen verstanden es, die entscheidenden Duelle für sich zu entscheiden und damit weiteren Schaden vom eigenen Gehäuse fernzuhalten. Per Freistoß hatte Torge Kossiski in Abwesenheit des ausgewechselten Standard-Königs Wagner gar die Vorentscheidung auf dem Fuß. Dass Ehlers den ruhenden Ball über die Latte entschärfte (84.), fiel am Ende nicht mehr ins Gewicht. Denn nur, wenn Simon Walters Flachschuss nicht zur Beute von VfL-Goalie Emilio Valiani geraten wäre (87.), hätte es nochmal knistern können. So blieben die drei Punkte jedoch leistungsgerecht an der Stör. Die Büsumer hatten den Fehdehandschuh heute einfach viel zu spät erst aufgehoben. Am kommenden Wochenende droht bei ähnlichem Spielstart sicher ähnliches Ungemach, gibt sich Primus Fetih-Kisdorf am Rosengrund die Ehre. Der VfL Kellinghusen gastiert bei den bislang ebenso ungeschlagenen Jungs von TuRa Meldorf.

Tore: 1:0 C. Ratjen (13. Wagner), 2:0 Wagner (41., direkter Freistoß), 3:0 Timmermann (47.), 4:0 P. Ratjen (55.), 4:1 Meyer (60. Röhe), 4:2 Ampting (72. Wefer)

gelbe Karten: P. Ratjen, C. Ratjen, Kossiski – Schippmann

Schiedsrichter: Patrice Leon Pluche (Kaltenkircher TS)

Zuschauer: 103








Sonntag, 9. August 2026

Spielbericht Moorreger SV - SV Blankenese

Abstauber macht den Anfang
Favorit machts moderat: SV Blankenese siegt 6:1 in Moorrege

Hochsouverän weitergekommen; nur die Torausbeute von deren sechs gibt beim Erstrundenauftritt im Lotto-Pokal in Moorrege Anlass zur Kritik an der SV Blankenese. Über 90 Minuten hatte sich diese – dem Klassenunterschied entsprechend – turmhoch überlegen präsentiert und ihre Belagerung rasch Zählbares umgesetzt. Zwar brauchte es beim 0:1 gleich drei Anläufe, doch irgendwann saß Laurentiu Tirts Abstauber und das halbe Dutzend hatte erste Formen angenommen (13.).
Weiter ging´s per Flugball von Aleksandar Pavlovic, der den eingerückten Ole Holst in gleich doppelte Poleposition führte. Holst entschied sich für den eigenen Abschluss und behielt damit Recht (18.).
Ebenso in Minute 34, als dem Kapitän eine durchgerutschte Flanke des eifrigen Maximilian Walter vor die einschussbereiten Füße fiel – 0:3!
Zuvor hatten Holst und Kollegen einige Möglichkeiten liegenlassen. Ein Chancenwucher, dem man dem Underdog aus der Kreisliga freilich nicht vorwerfen konnte. So nutzte er prompt seine erste fette Gelegenheit, als Torsteher Daniel Rosenzweig longline die Spitze bediente, zwei Blankeneser das Kopfballduell gegeneinander führten und Max Lujber nicht nur in der Szene blieb, sondern Schlussmann Marcel Köhler zum 1:3-Ehrentreffer umspielte (38.).
Viel mehr ließ der Favorit aus der Bezirksliga den Widersacher allerdings nicht mitspielen. Stattdessen grätschte Finn Karstedt ein etwas umständliches Doppelspiel mit Isaiah Löding auf abermaliger Walter-Flanke aus kürzester Distanz zum 1:4-Halbzeitstand über den Kreidestreifen (43.), über diesen nach dem Seitenwechsel auch Mike Zitzer die Kugel gerne gesteuert hätte. Aussichtsreich vergab der Moorreger jedoch die Chance auf die zweite Verkürzung (53.).
So blieb es für die restliche Spielzeit eine Fahrt durch die Einbahnstraße, die die Himmelblauen kurz darauf zu Holsts Dreierpack in die lange Ecke (56.) und dem spät erzielten 1:6-Endstand durch Tirt (85.) führte.
Ein annehmbarer Nachmittag für die SVB, wenn gleich die eine oder andere Offensivaktion bei Sommerfußball zu viel in der Sackgasse landete. Manchmal ist der direkte Abschluss eben doch die effektivste Variante…
Beim Start der Bezirksliga 03 gegen die Vierte des HSV am nächsten Wochenende braucht es sicherlich noch etwas mehr Entschlossenheit vor dem Kasten.
Der Moorreger SV empfängt fast zeitgleich am Sonntag die Reserve des Heidgrabener SV mit einem guten Gefühl aus der Vorsaison: das 4:2 im vorletzten Match der Kreisliga 1 schaffte im Mai quasi vorentscheidende Fakten für den Ligaverbleib.

Tore: 0:1 Tirt (13.), 0:2 Holst (18. Pavlovic), 0:3 Holst (34. Holst), 1:3 Lujber (38. Zitzer), 1:4 Karstedt (43. Löding), 1:5 Holst (56.), 1:6 Tirt (85. Karaduman)

Schiedsrichter: Erol Sayan (SSV Rantzau)

Zuschauer: 30




Samstag, 8. August 2026

Spielbericht Holsatia im EMTV - SV Lieth

Holsatias Reifeprüfung
Junge Wilde überrennen den Rivalen und machen hinten dicht

Kreisklasse gegen Kreisliga – was sich für Außenstehende wie die Prophezeiung eines unansehnlichen Gestolperes liest, elektrisierte die Fußballszene Elmshorns für einen (Lotto-)Pokaltag, der die Rivalität zwischen Holsatia und der SV Lieth um ein kurioses Kapitel erweitern sollte. Mit 4:2 spülte der Klassenniedrigere, der aber spielerisch keiner ist, den Bezirksligaabsteiger von seinem üppig mit Fans und Schaulustigen gesäumten Walther-Poser-Platz!
Begonnen hatte das Lokalduell um den Zweitrundeneinzug allerdings überhaupt nicht nach Plan der jungen Wilden, von denen die meisten Blau-weiß-schwarz im Vorjahr in der U19-Oberliga repräsentierten. Über rechts spielte Lukas Brant seine Dynamik zur Hereingabe aus, in die Verteidiger Jan Dieckhoff wie ein ungebremster Güterzug zum Eigentor geriet (6.).
Mit dem Tempo eines ICEs reagierte Holsatia jedoch genau richtig, indem Ben Kellner eine Fackel aus 20 Metern ausgleichend einschlagen ließ (10.). Im Mai noch als „Liether Löwe“ mit in die Kreisliga relegiert, zahlte sich der Transfer ins Team des Brüderchens schon jetzt vollends aus, zumal die Hausherren just nachlegten, als der agile Nick Schneider beim Torschuss abfälschende Hilfe durch Julien Duffke vorfand und die Partie damit binnen zwei Spielminuten gedreht war (11.).
Der Elf von Thorben Pingel, der letzten Sommer im Groll bei Holsatia ausgeschieden war und durch die folgende Umsiedlung seiner Kader von erster und zweiter Herren nach Klein Nordende eine Stunde Null für den Männerturnverein einläutete, ging das alles viel zu schnell.
So auch Schneiders nächste Tempoaktion über links, mitsamt langer Flanke auf Niklas Viera Gerkens. Die Demütigung eines zweiten Gegentors durch einen Sommerabgang blieb Rot-schwarz hier immerhin erspart (18.)…
Da legten sie sich das dritte Ding lieber selbst ins Nest, ballerten sich die Herren Duffke und Rudek im Strafraum gegenseitig ab. Eine Slapstickeinlage zwischen Schadenfreude und Bestürzung (26.). 3:1.
Auch nicht viel seriöser verkaufte sich Lieths Defensivverbund bei einem weiten Schlag von Holsatia-Fänger Luca Goike, störten sich zwei Mann gegen den clever weiterleitenden Marques Schwarz gegenseitig, sodass Kilian Jändling gar auf 4:1 erhöhen durfte (40.). Und sogar ein fünfter Treffer lag noch vor dem kühlenden Pausengetränk in der Luft, als Kapitän Luca Joneleit aus der zweiten Reihe knapp zu hoch abdrückte (45.). Holsatia wie im Rausch; Glück im Unglück dagegen für die weitgehend überforderte SVL, der die Hereinnahmen der physisch präsenten Joel Tündermann und Kilian Weers zum zweiten Abschnitt ebenso guttaten, wie B. Kellners hartes Einsteigen gegen Christian Kuhlmann, für das Schiedsrichter Andreas Voß (VfL Pinneberg) kurzerhand per roter Karte für eine grundveränderte Spielstatik sorgte (47.).
Der Kreisklassist von da an nämlich tief hinten drin, verzichtete fortan auf Ballbesitz, während die Spielvereinigung ihre Druckphase mit einem strammen Weers-Geschoss unterstrich. Goike fischte das Leder allerdings phantastisch aus dem Winkel (51.), ehe er auch bei einer Doppelchance für Max Schulz und Jan Schiebuhr seine Finger rettend ins Geschehen brachte (53.).
Den Liethern lief damit so langsam die Zeit davon. Drei Tore waren trotz der Überzahl schon eine Menge Holz. Erst 20 Minuten vor dem Ende machte Schulz mit seiner Qualität im (Ab-)Zug nach innen weiteren Boden gut. Das flache 4:2 am Ende aber doch nur noch Ergebniskosmetik, weil der folgerichtig eingewechselte Florian Ballner mit links verfehlte (83.) und Goike einen Kuhlmann-Freistoß fachgerecht ins Tor-Aus lenkte (85.). Ansonsten verteidigten die zehn Holsaten ihren Laden trotz (zu) wenig Entlastung mit Köpfchen und Leidenschaft. Der Zweitrundeneinzug daher in Summe auch verdient. Ein Festtag, wie man ihn in Stimmung und Zuschauerzuspruch schon lange nicht mehr an der Wilhelmshöhe erlebt hat. Wer auch immer als Gegner für Runde zwei in anderthalb Wochen zugelost wird: Diese spielstarke, begeisterungsfähige – und nun auch stresserprobte – Truppe muss man erstmal schlagen!

Holsatia im EMTV: Goike – Dieckhoff, Yörük, Hodorff (88. T. Kellner), Schneider – Viera Gerkens (46. Hinterthaner), B. Kellner, Bjane, Joneleit – Jändling (76. Öncan), Schwarz (88. Kummert), Trainer: Bent Vieth

SV Lieth: D: Diedrigkeit – Duffke (70. Ballner), F. Rudek (46. Tündermann), M. Schuchhardt, Dickenhausen (46. K. Weers) – Boelter (70. Schröder), Busse (79. Hajdari) – Brant, Kuhlmann, Max Schulz – Schiebuhr, Trainer: Thorben Pingel

Tore: 0:1 Dieckhoff (6., Eigentor, Brant), 1:1 B. Kellner (10.), 2:1 Schneider (11.), 3:1 Duffke (26., Eigentor), 4:1 Jändling (40., Schwarz), 4:2 Max Schulz (70.)

gelbe Karten: Joneleit, Schneider, Kummert, Bjane – Schröder, D. Diedrigkeit

rote Karte: B. Kellner (47., grobes Foulspiel an Kuhlmann)

Schiedsrichter: Andreas Voß (VfL Pinneberg)

Zuschauer: 220










Freitag, 7. August 2026

Spielbericht SV Peissen - Edendorfer SV

SV Peissen dreifach bestraft
Späte Tore am Osterdeich: Edendorfer SV gewinnt das Derby in Überzahl

Im Vorjahr noch hauchdünn im Herzschlagfinale des letzten Spieltags um die Aufstiegspfründe gebracht, muss sich der SV Peissen im zweiten Kreisligajahr erstmal an den Rücklichtern einiger Konkurrenten der Staffel Mitte orientieren. Dem 2:2-Remis bei den Kickers Hennstedt folgte im ersten Heimspiel 2026/2027 nämlich ein 0:2 im Derby gegen den Edendorfer SV.
Vor allem aber die Art und Weise erinnerte wenig an ein Team, das um Haaresbreite den Durchmarsch in die Verbandsliga realisiert hätte. Ausfälle wie der von 18-Tore-Mann Kieron Delfs hin oder her; das war spielerisch zu wenig!
Ebenso eigentlich auch von den Gästen, die den Fußballsport gleichermaßen als Rückschlagspiel begriffen. Ein Festival des alt-Britischen Ballsports lud die Schaulustigen hoch über den stets bemühten Aktiven eher zu Cola-Korn und Currywurst in hausgemachter Soße ein. Traumhafte Aussicht auf klischeehaften Kreisligafußball, den die Edendorfer zunächst etwas gestalterischer betreiben sollten. Zahlreiche Offensivstandards blieben jedoch ergebnislos, während es Nachirvan Sino aus dem Spielfluss heraus zur überragenden Chance führte. SVP-Torwart Malte Isermann machte diese gekonnt im Eins-gegen-Eins zunichte (22.), sodass seine Vorderleute nun etwas besser in die Partie kommen konnten. Vor allem, wenn Jonas Wudtke beteiligt war, wurde es dabei konkret, wie nach einem guten Auflegen für Rasmus Hinrichsen, dessen Abdruck mit rechts ESV-Fänger Firas Dekhil behände im Abtauchen entschärfte (30.).
Kurz vor der Pause trauerten aber wieder die Grünen einem Hundertprozenter nach, nachdem Milko Saido Khalil alleine auf den Kasten zulief und diesen stramm verfehlte (45.) – es blieb beim 0:0, das auch einen möglichen Treffer der Hausherren überdauern sollte. Andrii Popov hatte sich auf Kosten eines dankend angenommenen Oberkörpervergehens in erfolgreiche Schussposition gebracht, ehe der Foulpfiff den Fortbestand der Torlosigkeit sicherte (58.).
So verging Minute um Minute auf dem Weg zur irgendwie passenden Nullnummer, bis der Vorjahresdritte per Katastrophenball ins Zentrum freundlich einlud und die Gäste Hussin Abdo einmal flach freispielten, sodass die Rückennummer 36 ins kurze Eck vollenden konnte (78.). Großer Jubel, dem wenig später der zweite folgte, zog Saido Khalil alle Blau-weißen auf sich, um den freien Laurant Jashari zum 0:2 zu bedienen (84.).
Der SV Peissen damit vorzeitig erlegt, doch das war´s noch nicht an schlechten Nachrichten für Paule Stolz und Co, weil ihn Schiedsrichter Torge Knutzen (TS Schenefeld) nur Augenblicke nach der späten Einwechslung wegen einer Notbremse an Saido Khalil vom Feld stellte. Die Schulter ging etwas raus; kein anderer Feldspieler mehr in der Nähe – kann man so geben (86.).
Der kleine Fehlstart am Osterdeich damit perfekt – der Rivale aus Itzehoe mischt dank seiner Idealausbeute aus zwei Partien dagegen ganz oben mit – und stellt mit seinem herausragenden Tormann die bisher beste Abwehr der Staffel (nur ein Gegentor). Am Dienstag schon folgt das Heimspiel gegen die Bramstedter TS. Die Peissener dürfen als Tabellenzehnter nach Bargstedt.

Tore: 0:1 Abdo (78. J. Noetzelmann), 0:2 Jashari (84. Saido Khalil)

gelbe Karten: Cords, Frey – Sino, J. Noetzelmann, Lotz, Aydogan, Grabenkamp, Abdo

rote Karten: P. Stolz (SV Peissen, 86., Notbremse an Saido Khalil)

Schiedsrichter: Torge Knutzen (TS Schenefeld)

Zuschauer: 75