Weers im Abschiedsalbtraum
Bluethooth-Foul
und Platzverweise: SV Lieth im Schiri-Frust
Manchmal ist es doch der Fußball, der die größten Tragödien schreibt. Ohne damit
Shakespeare, Lessing und Schiller zu nahe treten zu wollen; spielte sich
Krasses, ja fast schon Herzzerreißendes am Freitagabend in der Kreisliga 07 ab.
Hauptdarsteller: ein Abschiednehmender und zwei Herren in schwarz, deren
spielleitende Funktion in der Tat von prägender Bedeutung sein sollte.
Zunächst aber wusste der Fußballabend zu Fuße des Butterbergs nur die
Geschichte eines umschaltstarken Auswärtsteams zu erzählen, rüttelte Roland
Wedel die zweimal siegreich in die neue Serie gestartete SV Lieth gleich
dreimal in der Anfangsphase defensiv durch.
Erst wischte Patrick Klösel Umut Ayiks Linksschuss im Sechzehner über seinen
Kasten (5.), dann war der Keeper bereits von Ayik umspielt, ehe Christian
Kuhlmann seinen vorigen Lapsus mit der Rettungstat in der Rückwärtsbewegung
wieder wettmachte (13.). Und Osman Avci dürfte wohl noch heute von seiner
freistehend drüber gelupften top-Chance träumen (16.)…
Nach einer knappen halben Stunde war es dann schließlich passiert. Just in
jener Phase, wo die SVL ein wenig in die Gänge und durch Jan Schiebuhrs
abgefälschte Direktabnahme zur ersten Gelegenheit kam (23.), leitete ein rasch
ausgeführter Einwurf auf links den Angriff über U. Ayik ein, den Feriz
Bajraktari mit einem phänomenalen Dropkick aus 16 Metern formschön mit dem
verdienten 0:1 abschloss (29.).
Von da an kippte die Angelegenheit so langsam in Richtung der Gastgeber, für
die Florian Ballner auf dynamischen Flankenlauf Schiebuhrs erneut abgefälscht
verfehlte (33.). Und auch wenn der tief durch Matteo Schuchhardt geschickte
Finn Struve richtig zielte; so blieb er doch an Roland-Goalie Safouhat Gabsi
hängen (37.).
Mit dem Rückstand musste es dennoch nicht in die Pause gehen, weil M.
Schuchhardt einen Kuhlmann-Freistoß passend vor den einschussbereiten Schlappen
Struves köpfte (44.).
Gewechselt wurde bei den „Liether Löwen“ in der Pause trotzdem gleich dreifach.
Besonders die Hereinnahme von Außenverteidiger Kilian Weers sollte der Partie hierbei
ihren Stempel aufdrücken. Im letzten Auftritt des Eigengewächses (seit 14
Jahren im Verein) vor dem berufsbedingten Umzug in die Bundeshauptstadt ist
eine komplette Halbzeit natürlich nochmal Ehrensache…
Sportlich begann der zweite Abschnitt unterdessen verheißungsvoll. In zweiter
Welle war ein Freistoß bei Schiebuhr auf links gelandet, sodass der aufgerückte
Luca Albers die folgende Flanke in hoher Luft zum 2:1 einschädeln konnte (67.).
Warum Schiedsrichter Michael Wischer (SV Rugenbergen) Schiebuhr als Torschützen
ins System eintrug? Man weiß es nicht. Ebenso, was der Vorsitzende des BSA
Pinneberg und sein Assistent wenig später beobachtet haben wollen, war ein
Wedeler im Rahmen eines Einwurfs per Bluetooth-Foul im Sechzehner schreiend
dahingesunken. Strafstoß für den Roland und auch noch Gelb für Weers – nicht,
weil er unbedacht durch seinen Strafraum gegrätscht war – nein, es war der
minimale Aufenthalt jenseits der Grundlinie, der dem fassungslosen
„Verursacher“ den Karton einhandelte. Sein Kapitän, der ebenfalls kurz
außerhalb des Feldes stand, blieb übrigens straffrei…
Und die Elbestädter? Für die packte O. Avci das Strafraumgeschenk indes sicher
zum Gleichstand aus (74.).
Doch damit nicht genug der rot-schwarzen Empörung, schaltete sich nun auch
Assistent Dominik Helmker (SV Rugenbergen) in die Szene ein. Alles wartete auf
den Wiederanpfiff, da unterrichtete der Assi seinen Chef in einer Unterredung
über ein folgendes Verbalvergehen von Weers. Gelb-rot! „Ich habe absolut NICHTS
gesagt!“, beteuerte der künftige Berliner vergeblich.
Alles Reklamieren nützte auch in der nächsten Szene mit der Spielleitung
nichts, als Ballner von Mert Güngör vor dem Sechzehner umgenietet wurde,
woraufhin der nach außen getriebene „Vorteil“ für Schiebuhr bei einem
kritischen Zweikampf IN der Parzelle erstickte. Kein Pfiff – keine
nachträgliche Karte für Güngör. Eine klare Fehlentscheidung. Nicht die Einzige,
die den Ex-Verein des Schiedsrichters heuer auf die Palme brachte…
Sportlich drückten die Wedeler in ungewohnter Überzahl auf den späten
Siegtreffer – erfolglos. Es blieb beim leistungsgerechten 2:2.
Roland mit dem Punkt weiter im Mittelfeld der Tabelle, während die SV Lieth
weiter ungeschlagen auf Rang vier rangiert. Kommenden Freitag geht es nach
Hörnerkirchen. Ein Trip, den nicht nur der tragische Held namens Kilian Weers
nicht mehr mitmachen wird, sondern auch für Kuhlmann gestrichen ist. Für seine
kritische Leistungseinordnung erhielt der 23-Jährige nach Spielende die Gelb-rote
Karte von Herrn Wischer, der auch Minuten nach Spielende noch auf dem Platz Ausschau
nach Regelverstößen hielt. Einen Beitrag zum harmonischen, verständnisvollen
Umgang zwischen Spielern und Offiziellen wurde hier sicherlich nicht geleistet…
Tore: 0:1 Bajraktari (29.), 1:1 Struve (44. Kuhlmann), 2:1
Albers (67. Schiebuhr), 2:2 O. Avci (74., Strafstoßtor)
gelb-rote Karten: K. Weers (SV Lieth, 74., wh. Unsportlichkeit),
Kuhlmann (SV Lieth, nach Spielende, wh. Unsportlichkeit)
Schiedsrichter: Michael Wischer (SV Rugenbergen)
Zuschauer: 45
Freitag, 28. August 2026
Spielbericht SV Lieth - FC Roland Wedel
Mittwoch, 26. August 2026
Spielbericht Heider SV 1.B - Holstein Kiel 1.B
Intensität gehalten
SH-Pokal
U17: Holstein Kiel zeigt Heider SV die Grenzen auf
In der DFB-Nachwuchsliga läuft die neue Serie für Holstein Kiels U17 noch nicht
so recht an (ein Zähler aus drei Partien). Und wenn dann der (Schleswig-Holstein-)Pokal
mit seinen Gesetzen wartet, darf auf der Gegenseite natürlich ein wenig gehofft
werden, zumal der zugeloste Heider SV als Regionalligist nun auch nicht auf der
Brennsuppe daher schwimmt. Die eine Klasse Unterschied sollte jedoch am
Mittwochabend über die gesamte Zeit sichtbar sein.
Schon in den ersten Sekunden bestätigte der Favorit seine enorm hohe Intensität
aus dem Warmmachen. Schnelle Entscheidungen aus einer sicheren Ballführung
heraus und dazu die passenden Laufwege der Akteure ohne Ball stellten die
Gastgeber sofort vor eine ordentliche Herausforderung, die im Falle von Amir
Dehghanparchins Versuch aus der zweiten Reihe (elfte Sekunde) noch ebenso gut
ausging, wie ein erneuter Versuch des „11ers“ ans Außennetz (7.) und ein
Thom-Kopfball nach butterweicher Schröder-Flanke (12.).
Ansonsten hatte es der HSV recht vernünftig geschafft, das Zentrum zu schließen.
Denn was passiert, wenn dies nicht gelingt, zeigte sich in Minute 27, als genau
hier die Abstände nicht stimmten und Außenspieler Don Masli aus 30 Metern
kontrolliert zum 0:1 abziehen konnte.
Ein echter Knaller, dem der ehemalige Tornescher wenig später den nächsten
folgen ließ, zog er diesmal von seiner linken Bahn nach innen, um mit rechts
den fernen Innenpfosten als Helfer seiner Präzisionsarbeit mit ins Boot zu holen
(34.).
Die Überraschung damit frühzeitig vom Tisch, zumal Lasse Schröder eine Sequenz
mit drei Kerzen in Folge kurzerhand per Fernschuss zum 0:3 beendete (37.).
Erst in den allerletzten Zügen des ersten Abschnitts brachte sich drüben der
HSV einmal in Stellung. Arian Khalil probierte es aus 19 Metern; sein Abdruck
zischte aber rechts vorbei. Vielleicht wäre das Abspiel auf den besser postierten
Mads Dersch die noch bessere Variante gewesen (40.)…
Einfacher wurde es dann auch im zweiten Durchgang nicht. Denn kaum ging es
weiter, hatten es die Mannen in weiß nicht geschafft, eine Ecke von links
konsequent aus der Parzelle zu kloppen, sodass Lian Gutbier die Szene wieder
neu aufbauen und mit Hilfe des weiterleitenden Dehghanparchin nach außen
verlagern konnte, ehe der folgende Flachpass unglücklich vom Heider Moritz
Brüning über die eigene Linie gespitzelt wurde (42.).
Immerhin eine halbe Stunde hielt fortan das nun noch etwas tiefer gestellte
Defensivkonstrukt – auch, weil Tormann Matti Peters zwischendurch gegen den
zweiten Masli-Zwilling, Jimmy, parierte (66.).
Dann aber war es wieder ein Standard, der in Form eines Freistoßes von links unglücklich
zum abziehenden David Kilip durchrutschte. Peters wehrte zwar ab, doch Jarno
Rohwer lief entschlossen zum 0:5-Abstauber vor Gegenspieler Luca Wolf durch
(72.). Luca Heß legte kurz auf – Joker Till Staudter zirkelte das Ding mit
links aus 13 Metern an den wieder artig mitarbeitenden Innenpfosten – 0:6 (73.)!
Eine Ergebnisdeutlichkeit, die auch ein 30 Meter-Versuch von Khalil nicht zu
reduzieren vermochte (77.). KSV-Fänger Cooper Carstesen sicherte sich das Leder
und damit auch das kaum gefährdete zu Null-Spiel. Im Viertelfinale geht es für
den Profinachwuchs nun zum Oberligisten TSV Pansdorf, der durch Tore von Oscar
Hause (6.), Leon Pries (33.) und Yevhen Romanenko (44. & 48.) Weiche
Flensburg mit 4:0 aus dem Bewerb kegelte.
Tore: 0:1 D. Masli (27.), 0:2 D. Masli (34.), 0:3 Schröder
(37. Thom), 0:4 Brüning (42., Eigentor), 0:5 Rohwer (72. Kilip), 0:6 Staudter
(73. Heß)
Schiedsrichter: Jannes Flaszynski (SV Holtsee, Note 2: wenig gefordert,
gestattete den Akteuren mit seiner Zweikampfbewertung einen gesunden,
physischen Freiraum)
Zuschauer: 217
Freitag, 21. August 2026
Spielbericht SV Lieth - Gencler Birligi Elmshorn
Klassen- auch ohne Ligaunterschied
4:0!
SV Lieth dominiert Aufsteiger Gencler Birligi im Derby
Fast auf den Tag genau zehn Jahre lang ist es her, dass Gencler Biriligi
Elmshorn letztmals im Punktspiel bei der SV Lieth gastierte. Mit 3:1 siegte der
türkische Klub damals beim späteren Meister und Bezirksligaaufsteiger, ehe die höhere
Ligazugehörigkeit der SV Lieth im Direktvergleich nun ein Ende erfuhr.
Eine Art Klassenunterschied ließ sich im ersten Punktspielduell seit Dezember
2016 (das gewann die SVL mit 3:0) jedoch trotzdem ablesen.
Vom Anpfiff weg hatte der Bezirksligaabsteiger das Heft des Handelns nämlich
fest in eigenen Händen, sodass es rasch brenzlich vor Genclers Tor wurde. So
musste Jilani Cabdulaahi eine direkte Brant-Ecke im letzten Moment von der
Linie scheuchen (6.), während auch Luca Albers´ Kopfballchance aus einem Ball
von der Fahne resultierte (9.).
Wenig später war es wieder die Anfälligkeit bei hohen Bällen, die die in
Schwierigkeiten brachte, weil Florian Ballner einen Wrage-Einwurf gekonnt auf
Finn Struve weiterleitete und dieser völlig unkoordiniert vom
Gencler-Schlussmann mit den hochgereckten Fäusten ausgebremst wurde. Kein K.O.
für den Liether, sondern die Entstehungsgeschichte des ersten Rundengewinns
durch Christian Kuhlmanns Strafstoßtor (13.).
Wiederum per Standard die Verdopplung,
als Struves Freistoß von Sten Dröge genau ins Jagdrevier von Ballner geköpft wurde
und dieser aus sechs Metern nur noch die eigene Rübe reinhalten musste (23.).
Gencler verzeichnete daraufhin etwas verbesserte Spielanteile, bekam diese aber
auch im Umschalten nicht sauber in den Sechzehner. Majed Eklims Chance aus Brustannahme
und Fünfzehnmeterschuss auf Goalie Lukas Rensch blieb daher die beste
Gelegenheit des Aufsteigers (16.).
Der Gegner machte dagegen mit seinem Kerngeschäft weiter, hob Kuhlmann seinen
Freistoß aus 23 Metern passend über die Mauer zum 3:0 ins Torwart-Eck (54.).
Nachdem eine kurz etwas wilde Spielphase mit einer Fußabwehr gegen SVL-Joker
Joel Tündermann (57.), einem sicher gefangenen Drehschuss von Genclers
Aufstiegstorjäger Nihat Meric (58.) und einem Meer von Zweikämpfen nichts
weiter Zählbares produziert hatte, verflachte der Kick zunehmend – bis Brant auf
Ablage des eingewechselten Nevio Schuchhardt von der Sechzehnerlinie aus
rechtsoben einschweißte (78.). Seinen im Liether Wald versenkten Distanzschuss
zuvor (62.) konnte er natürlich so auch nicht stehenlassen!
Gemeinsam mit der ebenfalls am Freitagabend siegreichen Reserve des
Heidgrabener SV (3:2 gegen den TSV Heist) grüßt die Elf vom Butterberg nun als
Tabellenführer der Kreisliga 07. Nihat Meric und Co müssen dagegen einen
dritten Anlauf (Heimspiel gegen TuS Borstel) zum ersten Punktgewinn der Serie
nehmen.
Tore: 1:0 Kuhlmann (13., Strafstoßtor), 2:0 Ballner (23.
Struve), 3:0 Kuhlmann (54., direkter Freistoß), 4:0 Brant (78. N. Schuchhardt)
gelbe Karten: Ballner – Cabdulaahi, M. Eklim, A. Aloskan
Schiedsrichter: Yannick Schwadtke (Heidgrabener SV, Note 2)
Zuschauer: 130
Mittwoch, 19. August 2026
Spielbericht Kummerfelder SV II - Niendorfer TSV II
Im Holsten-Pokal
akklimatisiert
Neue
NTSV-Zweite macht in Kummerfeld das Nötigste für Runde drei
Zwei Ligen Unterschied und doch hielt sich das Ergebnis in moderaten Grenzen.
Grund dafür: ein disziplinierter Auftritt des Außenseiters und ein etwas
schwerfälliger Favorit. So war es ein erwürgtes Tor, das nach 17 ereignislosen
Minuten das 0:1 brachte, als Luis Grünheid im Eckengetümmel einen geblockten Biermann-Versuch
veredelte (17.).
Von links nach innen gezogen, schickte Jannik Scholl seinen Rechtsschuss auf
einen etwas zu hoch geratenen Segeltörn (21.), weil es zum nächsten
Strafraumerlebnis einen Fehlpass des Gegners benötigte. Tom Langer legte quer –
Felipe Kopsch netzte ein; 0:2 (30.)!
Sicherlich ergaben sich fortan noch ein paar Gelegenheiten für Blau, doch so
wirklich zielstrebig kam der Vortrag des Bezirksligisten selten daher.
Folgerichtig reagierte das Trainerteam Müller/Segner bereits zum Wiederbeginn mit
einem Dreifachwechsel, der unter anderen Till Pruns auf den regennassen Rasen
spülte. Und kaum war das Eigengewächs mit von der Partie erreichte es eine
Schneider-Flanke am zweiten Pfosten, wo der ausgefahrene Fuß von KSV-Schlussmann
Len Schulz dem Jokertor im Weg stand, ehe Kopsch sein Nachsetzen zu hektisch
drüber setzte (47.).
Besser lief es da zehn Minuten später, weil Pruns den Goalie nach Langers
Ablage mit einer Schussfinte irritierte und letztlich mühelos mit rechts aus
acht Metern zum 0:3 überwand (57.).
Danach jedoch war bis auf eine parierte Schusschance (69.) auch von Pruns nicht
mehr viel zu sehen. Stattdessen gelang den Hausherren hier und da mit etwas
Platz ein wenig Entlastung, die Tyler Reimann per Distanzheber zumindest in
Richtung des Tores führte (80.).
Die Niendorfer wiederum machten es kurz vor dem Ende in der flutlichtlosen
Dämmerung noch einmal konkret, gelang Kopsch mit einem Steckpass die
Wiederbelebung eines festgefahrenen Gegenangriffs, der somit in der zweiten
Welle den flachen 0:4-Endstand durch den eingewechselten Dominik Heims hervorbrachte
(90.).
Vier Tore – wieder kein Gegentreffer – ein Weiterkommen: die einstige Dritte
des NTSV hat sich im Holsten-Pokal erfolgreich akklimatisiert. Auch, wenn der
spielerische Auftritt heuer noch keine Jubelsprünge zulässt. Die im Sommer neu
initiierte Zweite vom Kummerfelder SV kann dagegen ebenfalls zufrieden sein,
hielt die junge Elf aus der Kreisklasse über weite Strecken gut dagegen.
Tore: 0:1 Grünheid (17. Biermann), 0:2 Kopsch (30. Langer),
0:3 Pruns (57. Langer), 0:4 Heims (90. Kopsch)
gelbe Karten: keine – M. Bettzüsche, Ghareaei, Schneider, Möller
Schiedsrichter: Robert Shosha (Holsatia im EMTV)
Zuschauer: 50
Sonntag, 16. August 2026
Spielbericht TSV Holm - Holsatia im EMTV
Kreisklasse-Alltag bewältigt
Zwischen
den Pokal-Krachern: Holsatia startet Liga mit Auswärtssieg
Mal eben zwischen Pokal-Derby-Triumph und der zweiten Runde gegen den
Landesligisten SV Rugenbergen die Sinne für die Kreisklasse schärfen? Was vielleicht
im jugendlichen Leichtsinn unterlaufen kann, wusste Holsatias neue
Ligamannschaft zum Auftakt der Kreisklasse 08 auf jeden Fall zu vermeiden.
Auswärts beim Kreisligaabsteiger in Holm war es nämlich ein weitgehend
überlegener Auftritt, den auch das frühe Ausscheiden von Kapitän Luca Joneleit
(10.) nicht trüben konnte. Das erste Tor hierbei sogar schon in Minute vier,
doch korrekterweise erkannte Schiedsrichter Ridha Gabsi, dass Marques Schwarz
beim Abstauber eines Jändling-Pfostenschusses ein Stückchen zu weit vorne stand.
Vollkommen ausgeschlossen sind dagegen Abseitspositionen beim Eckball, sodass
das Regelbuch ebenso wenig gegen Deniz Yörüks Kopfballtor im Fünfer einzuwenden
hatte, wie der staunende Gegner (19.)…
Plötzlich aber glich dieser drüben aus, nachdem Nico da Ros von Schlussmann
Luca Goike zu Fall gebracht wurde und das fällige Duell vom Punkt im Nachsetzen
gewann. Für Goike blieb der Eintrag eines abgewehrten Strafstoßes somit nur
eine Randbemerkung (22.).
An der Spielstatik änderte sich dagegen nicht viel, bekamen die Elmshorner ihre
Spielanteile immer dann konstruktiv ins vordere Drittel, wenn sie es einmal mit
Tempo in die Tiefe schafften. So zum Beispiel bei einer guten Chance, die TSV-Fänger
Per Ole Roth gegen Schwarz entschärfte (33.).
Im Kollektiv patzte der TSV aber gute zehn Minuten später, als Florian Kiehn
und Markus Pidde die Kugel im Aufbau über rechts verstolperten und Kilian
Jändling mit dem stibitzten Rund davonstiefelte, um es trotz Freunden in
Rückraum ins offene kurze Eck zu dreschen (42.).
Apropos Dresche: diese kassierten die Holmer auch kurz vor dem Pausenpfiff noch
einmal, weil es ihnen abermals nicht gelang, Holsatias Tiefentempo zu
verteidigen und Roths gutes Abtauchen gegen Jändling letztlich doch nur der
Service für Erik Johännings 1:3-Abstauber bedeutete (45.+6). Verhaltene
Abseitsproteste, doch vermutlich hatte Pidde beim halben Purzelbaum durch den
eigenen Sechzehner die gleiche Höhe gehalten…
Absolut nicht zu halten war dagegen der entfesselte Jändling, den auch diverse
Wadenbeißer auf dem Weg zu Grundlinie nicht aufzuhalten vermochten. Immerhin hielt
Roth diesmal die kurze Ecke dicht, doch weil ihn mit Torben Mentz der eigene
Mann unfreiwillig als Bande nutzte, flipperte das Ding genau vor Jan Dieckhoffs
einschussbereiten Puschen (53.).
Immerhin – und das war den Hausherren freilich anzurechnen – arbeiteten sie
fortan munter an der Verkürzung, sodass Goike am Boden gegen Simon Repennings
Schuss (56.), als sauberer Grätschmeister im Duell mit Luca Drees (61.) und im
Übergreifen zur Neutralisierung einer Flugaufgabe durch Drees (64.) aufbringen
musste.
Dass da Ros wieder von der Strafstoßmarke aus eine regelwidrige Strafraumrutschpartie
mit dem 2:4 quittierte, kam daher etwas später auch nicht von ungefähr (81.).
Die Botschaft, den Motor für die Schlussphase zurück auf höhere Drehzahl zu
bringen, kam bei den Krückaustädtern jedenfalls zügig an. Zahlreiche Chancen
und noch mehr Eckbälle pflasterten die letzten Meter auf dem Weg zum ersten Herren-Liga-Dreier.
Den klaren Pfad ins Torwart-Eck fand jedoch einzig Nick Schneiders Freistoß,
nahe der Strafraumbegrenzung (86.).
Verdient gewonnen, einige Tore gemacht, aber trotzdem noch Luft nach oben: der
Staffelfavorit grüßt erstmal von Rang zwei (hinter dem 10:0 bei Cosmos Wedel II
siegreichen Tangstedter SV) und darf sich jetzt auf die große Pokalbühne am
kommenden Dienstag freuen.
Tore: 0:1 Yörük (19. Schneider), 1:1 da Ros (22.,
Strafstoßnachschuss, Goike an da Ros), 1:2 Jändling (42.), 1:3 Johänning (45.+6
Jändling), 1:4 Dieckhoff (53. Jändling), 2:4 da Ros (81., Strafstoßtor), 2:5
Schneider (86., direkter Freistoß
gelbe Karten: Schierenbeck, Heimann – Goike, Kummert
Schiedsrichter: Ridha Gabsi (TBS Pinneberg)
Zuschauer:70
Besonderes Vorkommnis: da Ros scheitert mit Strafstoß an Goike (22.,
Goike an da Ros).
Freitag, 14. August 2026
Spielbericht VfR Horst IV - FC Fetih-Kisdorf II
Den Absteiger eingeladen
Individuelle
Fehler bestraft: VfR Horst IV unterliegt Fetih-Kisdorf II
Zwei Spiele – kein Punkt. Für die Vierte des VfR Horst gestaltet sich die neue
Serie in der Kreisklasse B-7 noch nicht als Erfolgsstory. Profiteur am
Freitagabend war in Runde zwei der Staffel die Zweitvertretung von
Fetih-Kisdorf, wobei die Formulierung „Profiteur“ gerne wörtlich ausgelegt
werden darf.
So war es ein einfacher Ballgewinn auf rechts, der das schnelle 0:1 durch
Stürmer Mahsun Aksoy ins lange Eck begünstigte (10.), ehe die
Vorsprungsverwaltung fortan trotz weniger Spielanteile nahezu komplikationslos
gelang. Erst kurz vor Halbzeitende verschafften sich die Horster über zügiges
Direktspiel auf rechts die schöne Schusschance für Philipp Marquardt, doch der
reflexstarke Daniel Blank blockierte, während Daniel Schmidt mit dem freien Nachschuss
gänzlich verfehlte (40.). Ebenso Kollege Timotej Melis, dessen Kopfball einen
Hauch zu hoch geraten war (44.).
Fetih schaffte unterdessen Fakten, indem Bent Schneider und Lukas Albrand den
eingewechselten Siyar Ok von rechts in Szenen, sodass dieser nur noch nach linksunten
abzuziehen brauchte (42.).
Bitter für den VfR, der teilweise ganz ansehnlich in die Spitze spielte, aber
erst nach dem Kabinengang auf diese Weise zuschlug. Pavel Mensah steckte wieder
einmal klug ins vordere Drittel durch – Louis Schmidt vollendete cool – geht doch
(48.)!
Die Hausherren jetzt in ihrer besten Phase, die Liam Siems ansatzlos mit dem
Gleichstand zu belohnen versuchte, nur fischte Blank das Leder spektakulär aus
dem Giebel (55.). Der Mann des Abends als Garant auch für die folgenden 35
Minuten ohne Gegentor. Allen Bemühungen der Schwarzen zum Trotz.
Und so kam es, wie es irgendwie kommen musste, verdaddelte der Vorjahresneunte
das Leder wieder einmal in der Vorwärtsbewegung, was die Kisdorfer just mit der
1:3-Vorentscheidung durch Aksoy, diesmal in die kurze Ecke, quittierten (90.).
Umso unverständlicher, dass sich Amir Dawood daraufhin binnen vier Minuten zwei
Tickets für Fouls, weit weg vom eigenen Gefahrenbereich, einhandelte und folgerichtig
von der Kunstkoppel flog (90.+7).
Tatsächlich lochte der überzählige VfR sogar noch einmal ein (90.+9), doch
selbst wenn der Ärger über den erfolgten Abseitspfiff nicht eingetreten wäre,
hätte es zu mehr nicht mehr gelangt. Einen Wimpernschlag danach war nämlich
Schluss und der Fehlstart perfekt. Der Absteiger aus der Kreisklasse A
korrigierte dagegen seine 1:2-Auftaktniederlage gegen die SG
Kaltenkirchen/Lentföhrden II – dem Reiseziel der Horster am nächsten Spieltag.
Tore: 0:1 Aksoy (9.), 0:2 Ok (38. Albrand), 1:2 L. Schmidt
(48. Mensah), 1:3 Aksoy (90.)
gelbe Karten: Mensah – Ok
gelb-rote Karte: Dawood (FC Fetih-Kisdorf II, 90.+7, wiederholtes
Foulspiel)
Schiedsrichter: Nico Domnik
Zuschauer: 15
Dienstag, 11. August 2026
Spielbericht VfL Kellinghusen - TSV Büsum
Eine Bereicherung für die Liga
4:0
nach einer Stunde! VfL Kellinghusen überrollt den TSV Büsum
Erst auf den allerletzten Drücker im Herzschlagfinale der Kreisliga West in die
(erfolgreiche) Aufstiegsrelegation eingezogen, präsentierte sich der VfL
Kellinghusen auch im zweiten Match als echte Bereicherung für die Verbandsliga
West. Auf gleichem Heimgelände, wo man Landesligaabsteiger und Tabellenführer
Fetih Kisdorf ein 1:1 abrang, schickte der VfL nun den TSV Büsum hochverdient
mit 4:2 retour gen Dithmarschen.
Verdient, weil der Neuling vor allem in den ersten 60 Minuten ganz groß
auftrumpfte und sich dank seiner starken Standards rasch in Front brachte. Den
Anfang machte Christoph Ratjen, indem er eine Wagner-Ecke im Fünfer am kurzen
Pfosten zum 1:0 über das Haupt streichen ließ (13.). Nachgelegt hatte Wagner Ende
des ersten Abschnitts gleich selber, indem sein Freistoß von links ins lange
Eck durchrutschte (41.).
Kurz zuvor wagte Lennox Patzer drüben noch den Ausgleichsversuch aus anspruchsvollem
Winkel (39.).
Die Musik spielte hier aber hauptsächlich der Aufsteiger, der sein Loblied früh
in Hälfte zwei um eine dritte Strophe erweiterte, als der tief geschickte Finn
Timmermann die Kugel mit links an Goalie Magnus Ehlers vorbeilegte und mit
rechts ins leere Tor vollendete (47.).
Die Zugabe ließ indes nicht lange auf sich warten: nach Fehlpass des Gegners,
der eben noch eine Schusschance für Jan-Oliver Mauriczat vergab (54.), schlug
der eifrige Philipp Ratjen kurzerhand zum 4:0 (55.).
Erst jetzt übernahmen auch die Büsumer etwas Verantwortung für die Partie, deren
Zwischenstand nach genau einer Stunde zumindest leicht freundlicher für die
Gelben daherkam, weil eine Röhe-Weiterleitung clever von Domenic Meyer dazu
genutzt wurde, sich an Ernesto Valiani vorbeizuschlängeln und per Rechtsschuss
auf 4:1 zu verkürzen.
Ergebniskosmetik, die Wagner nach Ballgewinn von Paul Mohr fast wieder
ausradiert hätte, zischte sein Versuch knapp am TSV-Gehäuse vorbei (67.).
Stattdessen machte die Dethlefs-Elf weiteren Boden gut, indem Kapitän Leif Ampting
einen Flankenwechsel Lukas Wefers humorlos zum 4:2 vergoldete (72.).
Zeit und Spielanteile für zwei weitere Treffer hatten die Gäste in der
Schlussphase durchaus, doch die Blauen verstanden es, die entscheidenden Duelle
für sich zu entscheiden und damit weiteren Schaden vom eigenen Gehäuse fernzuhalten.
Per Freistoß hatte Torge Kossiski in Abwesenheit des ausgewechselten
Standard-Königs Wagner gar die Vorentscheidung auf dem Fuß. Dass Ehlers den ruhenden
Ball über die Latte entschärfte (84.), fiel am Ende nicht mehr ins Gewicht. Denn
nur, wenn Simon Walters Flachschuss nicht zur Beute von VfL-Goalie Emilio
Valiani geraten wäre (87.), hätte es nochmal knistern können. So blieben die
drei Punkte jedoch leistungsgerecht an der Stör. Die Büsumer hatten den
Fehdehandschuh heute einfach viel zu spät erst aufgehoben. Am kommenden Wochenende
droht bei ähnlichem Spielstart sicher ähnliches Ungemach, gibt sich Primus
Fetih-Kisdorf am Rosengrund die Ehre. Der VfL Kellinghusen gastiert bei den
bislang ebenso ungeschlagenen Jungs von TuRa Meldorf.
Tore: 1:0 C. Ratjen (13. Wagner), 2:0 Wagner (41., direkter
Freistoß), 3:0 Timmermann (47.), 4:0 P. Ratjen (55.), 4:1 Meyer (60. Röhe), 4:2
Ampting (72. Wefer)
gelbe Karten: P. Ratjen, C. Ratjen, Kossiski – Schippmann
Schiedsrichter: Patrice Leon Pluche (Kaltenkircher TS)
Zuschauer: 103
Sonntag, 9. August 2026
Spielbericht Moorreger SV - SV Blankenese
Abstauber macht den
Anfang
Favorit
machts moderat: SV Blankenese siegt 6:1 in Moorrege
Hochsouverän weitergekommen; nur die Torausbeute von deren sechs gibt beim
Erstrundenauftritt im Lotto-Pokal in Moorrege Anlass zur Kritik an der SV
Blankenese. Über 90 Minuten hatte sich diese – dem Klassenunterschied
entsprechend – turmhoch überlegen präsentiert und ihre Belagerung rasch Zählbares
umgesetzt. Zwar brauchte es beim 0:1 gleich drei Anläufe, doch irgendwann saß
Laurentiu Tirts Abstauber und das halbe Dutzend hatte erste Formen angenommen (13.).
Weiter ging´s per Flugball von Aleksandar Pavlovic, der den eingerückten Ole Holst
in gleich doppelte Poleposition führte. Holst entschied sich für den eigenen Abschluss
und behielt damit Recht (18.).
Ebenso in Minute 34, als dem Kapitän eine durchgerutschte Flanke des eifrigen
Maximilian Walter vor die einschussbereiten Füße fiel – 0:3!
Zuvor hatten Holst und Kollegen einige Möglichkeiten liegenlassen. Ein
Chancenwucher, dem man dem Underdog aus der Kreisliga freilich nicht vorwerfen
konnte. So nutzte er prompt seine erste fette Gelegenheit, als Torsteher Daniel
Rosenzweig longline die Spitze bediente, zwei Blankeneser das Kopfballduell
gegeneinander führten und Max Lujber nicht nur in der Szene blieb, sondern Schlussmann
Marcel Köhler zum 1:3-Ehrentreffer umspielte (38.).
Viel mehr ließ der Favorit aus der Bezirksliga den Widersacher allerdings nicht
mitspielen. Stattdessen grätschte Finn Karstedt ein etwas umständliches
Doppelspiel mit Isaiah Löding auf abermaliger Walter-Flanke aus kürzester
Distanz zum 1:4-Halbzeitstand über den Kreidestreifen (43.), über diesen nach
dem Seitenwechsel auch Mike Zitzer die Kugel gerne gesteuert hätte.
Aussichtsreich vergab der Moorreger jedoch die Chance auf die zweite Verkürzung
(53.).
So blieb es für die restliche Spielzeit eine Fahrt durch die Einbahnstraße, die
die Himmelblauen kurz darauf zu Holsts Dreierpack in die lange Ecke (56.) und
dem spät erzielten 1:6-Endstand durch Tirt (85.) führte.
Ein annehmbarer Nachmittag für die SVB, wenn gleich die eine oder andere Offensivaktion
bei Sommerfußball zu viel in der Sackgasse landete. Manchmal ist der direkte
Abschluss eben doch die effektivste Variante…
Beim Start der Bezirksliga 03 gegen die Vierte des HSV am nächsten Wochenende braucht
es sicherlich noch etwas mehr Entschlossenheit vor dem Kasten.
Der Moorreger SV empfängt fast zeitgleich am Sonntag die Reserve des
Heidgrabener SV mit einem guten Gefühl aus der Vorsaison: das 4:2 im vorletzten
Match der Kreisliga 1 schaffte im Mai quasi vorentscheidende Fakten für den
Ligaverbleib.
Tore: 0:1 Tirt (13.), 0:2 Holst (18. Pavlovic), 0:3 Holst (34.
Holst), 1:3 Lujber (38. Zitzer), 1:4 Karstedt (43. Löding), 1:5 Holst (56.),
1:6 Tirt (85. Karaduman)
Schiedsrichter: Erol Sayan (SSV Rantzau)
Zuschauer: 30
Samstag, 8. August 2026
Spielbericht Holsatia im EMTV - SV Lieth
Holsatias Reifeprüfung
Junge
Wilde überrennen den Rivalen und machen hinten dicht
Kreisklasse gegen Kreisliga – was sich für Außenstehende wie die Prophezeiung
eines unansehnlichen Gestolperes liest, elektrisierte die Fußballszene
Elmshorns für einen (Lotto-)Pokaltag, der die Rivalität zwischen Holsatia und
der SV Lieth um ein kurioses Kapitel erweitern sollte. Mit 4:2 spülte der
Klassenniedrigere, der aber spielerisch keiner ist, den Bezirksligaabsteiger
von seinem üppig mit Fans und Schaulustigen gesäumten Walther-Poser-Platz!
Begonnen hatte das Lokalduell um den Zweitrundeneinzug allerdings überhaupt
nicht nach Plan der jungen Wilden, von denen die meisten Blau-weiß-schwarz im
Vorjahr in der U19-Oberliga repräsentierten. Über rechts spielte Lukas Brant
seine Dynamik zur Hereingabe aus, in die Verteidiger Jan Dieckhoff wie ein ungebremster
Güterzug zum Eigentor geriet (6.).
Mit dem Tempo eines ICEs reagierte Holsatia jedoch genau richtig, indem Ben
Kellner eine Fackel aus 20 Metern ausgleichend einschlagen ließ (10.). Im Mai
noch als „Liether Löwe“ mit in die Kreisliga relegiert, zahlte sich der
Transfer ins Team des Brüderchens schon jetzt vollends aus, zumal die
Hausherren just nachlegten, als der agile Nick Schneider beim Torschuss
abfälschende Hilfe durch Julien Duffke vorfand und die Partie damit binnen zwei
Spielminuten gedreht war (11.).
Der Elf von Thorben Pingel, der letzten Sommer im Groll bei Holsatia
ausgeschieden war und durch die folgende Umsiedlung seiner Kader von erster und
zweiter Herren nach Klein Nordende eine Stunde Null für den Männerturnverein
einläutete, ging das alles viel zu schnell.
So auch Schneiders nächste Tempoaktion über links, mitsamt langer Flanke auf
Niklas Viera Gerkens. Die Demütigung eines zweiten Gegentors durch einen
Sommerabgang blieb Rot-schwarz hier immerhin erspart (18.)…
Da legten sie sich das dritte Ding lieber selbst ins Nest, ballerten sich die
Herren Duffke und Rudek im Strafraum gegenseitig ab. Eine Slapstickeinlage
zwischen Schadenfreude und Bestürzung (26.). 3:1.
Auch nicht viel seriöser verkaufte sich Lieths Defensivverbund bei einem weiten
Schlag von Holsatia-Fänger Luca Goike, störten sich zwei Mann gegen den clever
weiterleitenden Marques Schwarz gegenseitig, sodass Kilian Jändling gar auf 4:1
erhöhen durfte (40.). Und sogar ein fünfter Treffer lag noch vor dem kühlenden
Pausengetränk in der Luft, als Kapitän Luca Joneleit aus der zweiten Reihe
knapp zu hoch abdrückte (45.). Holsatia wie im Rausch; Glück im Unglück dagegen
für die weitgehend überforderte SVL, der die Hereinnahmen der physisch
präsenten Joel Tündermann und Kilian Weers zum zweiten Abschnitt ebenso
guttaten, wie B. Kellners hartes Einsteigen gegen Christian Kuhlmann, für das
Schiedsrichter Andreas Voß (VfL Pinneberg) kurzerhand per roter Karte für eine
grundveränderte Spielstatik sorgte (47.).
Der Kreisklassist von da an nämlich tief hinten drin, verzichtete fortan auf
Ballbesitz, während die Spielvereinigung ihre Druckphase mit einem strammen
Weers-Geschoss unterstrich. Goike fischte das Leder allerdings phantastisch aus
dem Winkel (51.), ehe er auch bei einer Doppelchance für Max Schulz und Jan
Schiebuhr seine Finger rettend ins Geschehen brachte (53.).
Den Liethern lief damit so langsam die Zeit davon. Drei Tore waren trotz der
Überzahl schon eine Menge Holz. Erst 20 Minuten vor dem Ende machte Schulz mit
seiner Qualität im (Ab-)Zug nach innen weiteren Boden gut. Das flache 4:2 am
Ende aber doch nur noch Ergebniskosmetik, weil der folgerichtig eingewechselte
Florian Ballner mit links verfehlte (83.) und Goike einen Kuhlmann-Freistoß
fachgerecht ins Tor-Aus lenkte (85.). Ansonsten verteidigten die zehn Holsaten
ihren Laden trotz (zu) wenig Entlastung mit Köpfchen und Leidenschaft. Der
Zweitrundeneinzug daher in Summe auch verdient. Ein Festtag, wie man ihn in
Stimmung und Zuschauerzuspruch schon lange nicht mehr an der Wilhelmshöhe
erlebt hat. Wer auch immer als Gegner für Runde zwei in anderthalb Wochen
zugelost wird: Diese spielstarke, begeisterungsfähige – und nun auch stresserprobte
– Truppe muss man erstmal schlagen!
Holsatia im EMTV: Goike – Dieckhoff, Yörük, Hodorff (88. T.
Kellner), Schneider – Viera Gerkens (46. Hinterthaner), B. Kellner, Bjane,
Joneleit – Jändling (76. Öncan), Schwarz (88. Kummert), Trainer: Bent Vieth
SV Lieth: D: Diedrigkeit – Duffke (70. Ballner), F. Rudek (46.
Tündermann), M. Schuchhardt, Dickenhausen (46. K. Weers) – Boelter (70.
Schröder), Busse (79. Hajdari) – Brant, Kuhlmann, Max Schulz – Schiebuhr,
Trainer: Thorben Pingel
Tore: 0:1 Dieckhoff (6., Eigentor, Brant), 1:1 B. Kellner (10.), 2:1
Schneider (11.), 3:1 Duffke (26., Eigentor), 4:1 Jändling (40., Schwarz), 4:2
Max Schulz (70.)
gelbe Karten: Joneleit, Schneider, Kummert, Bjane – Schröder, D.
Diedrigkeit
rote Karte: B. Kellner (47., grobes Foulspiel an Kuhlmann)
Schiedsrichter: Andreas Voß (VfL Pinneberg)
Zuschauer: 220
Freitag, 7. August 2026
Spielbericht SV Peissen - Edendorfer SV
SV Peissen dreifach bestraft
Späte
Tore am Osterdeich: Edendorfer SV gewinnt das Derby in Überzahl
Im Vorjahr noch hauchdünn im Herzschlagfinale des letzten Spieltags um die
Aufstiegspfründe gebracht, muss sich der SV Peissen im zweiten Kreisligajahr
erstmal an den Rücklichtern einiger Konkurrenten der Staffel Mitte orientieren.
Dem 2:2-Remis bei den Kickers Hennstedt folgte im ersten Heimspiel 2026/2027
nämlich ein 0:2 im Derby gegen den Edendorfer SV.
Vor allem aber die Art und Weise erinnerte wenig an ein Team, das um
Haaresbreite den Durchmarsch in die Verbandsliga realisiert hätte. Ausfälle wie
der von 18-Tore-Mann Kieron Delfs hin oder her; das war spielerisch zu wenig!
Ebenso eigentlich auch von den Gästen, die den Fußballsport gleichermaßen als
Rückschlagspiel begriffen. Ein Festival des alt-Britischen Ballsports lud die
Schaulustigen hoch über den stets bemühten Aktiven eher zu Cola-Korn und
Currywurst in hausgemachter Soße ein. Traumhafte Aussicht auf klischeehaften
Kreisligafußball, den die Edendorfer zunächst etwas gestalterischer betreiben
sollten. Zahlreiche Offensivstandards blieben jedoch ergebnislos, während es Nachirvan
Sino aus dem Spielfluss heraus zur überragenden Chance führte. SVP-Torwart
Malte Isermann machte diese gekonnt im Eins-gegen-Eins zunichte (22.), sodass
seine Vorderleute nun etwas besser in die Partie kommen konnten. Vor allem,
wenn Jonas Wudtke beteiligt war, wurde es dabei konkret, wie nach einem guten
Auflegen für Rasmus Hinrichsen, dessen Abdruck mit rechts ESV-Fänger Firas
Dekhil behände im Abtauchen entschärfte (30.).
Kurz vor der Pause trauerten aber wieder die Grünen einem Hundertprozenter
nach, nachdem Milko Saido Khalil alleine auf den Kasten zulief und diesen
stramm verfehlte (45.) – es blieb beim 0:0, das auch einen möglichen Treffer
der Hausherren überdauern sollte. Andrii Popov hatte sich auf Kosten eines
dankend angenommenen Oberkörpervergehens in erfolgreiche Schussposition
gebracht, ehe der Foulpfiff den Fortbestand der Torlosigkeit sicherte (58.).
So verging Minute um Minute auf dem Weg zur irgendwie passenden Nullnummer, bis
der Vorjahresdritte per Katastrophenball ins Zentrum freundlich einlud und die
Gäste Hussin Abdo einmal flach freispielten, sodass die Rückennummer 36 ins
kurze Eck vollenden konnte (78.). Großer Jubel, dem wenig später der zweite
folgte, zog Saido Khalil alle Blau-weißen auf sich, um den freien Laurant
Jashari zum 0:2 zu bedienen (84.).
Der SV Peissen damit vorzeitig erlegt, doch das war´s noch nicht an schlechten
Nachrichten für Paule Stolz und Co, weil ihn Schiedsrichter Torge Knutzen (TS
Schenefeld) nur Augenblicke nach der späten Einwechslung wegen einer Notbremse
an Saido Khalil vom Feld stellte. Die Schulter ging etwas raus; kein anderer
Feldspieler mehr in der Nähe – kann man so geben (86.).
Der kleine Fehlstart am Osterdeich damit perfekt – der Rivale aus Itzehoe
mischt dank seiner Idealausbeute aus zwei Partien dagegen ganz oben mit – und
stellt mit seinem herausragenden Tormann die bisher beste Abwehr der Staffel
(nur ein Gegentor). Am Dienstag schon folgt das Heimspiel gegen die Bramstedter
TS. Die Peissener dürfen als Tabellenzehnter nach Bargstedt.
Tore: 0:1 Abdo (78. J. Noetzelmann), 0:2 Jashari (84. Saido
Khalil)
gelbe Karten: Cords, Frey – Sino, J. Noetzelmann, Lotz, Aydogan,
Grabenkamp, Abdo
rote Karten: P. Stolz (SV Peissen, 86., Notbremse an Saido Khalil)
Schiedsrichter: Torge Knutzen (TS Schenefeld)
Zuschauer: 75

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