Mittwoch, 29. Juli 2026

Spielbericht FC Emmelshausen Karbach II - SG Andernach 1.A

Hozifas Lehrstunde
Neuzugang legt Andernacher Junioren im Alleingang schlafen

Lehrstunde für die A-Junioren der SG Andernach. Das bereits fünfte Vorbereitungsspiel 2026/2027 hatte es in sich, für den A-Rheinlandligisten, galt es bei der Zweitvertretung des FC Emmelshausen-Karbach, nicht nur spielerisch zu punkten, sondern vor allem der Körperlichkeit des Herren-Bezirksligisten die Stirn zu bieten. Ein Unterfangen, das schon in den Anfangsminuten nicht so recht gelingen sollte, machten die Gastgeber das Spiel und durch Moustafa Hozifas Solo im Sechzehner das folgerichtige 1:0 (8.).
Überhaupt war der technisch versierte Neuzugang aus der A-Regionalliga (von Rot-weiß Koblenz) für den erweiterten Oberliga-Kader mit seinem Sinn für lukrative Räume eine kaum zu kontrollierende Waffe, der wenig später nur der Querbalken als Schutzschild der Junioren im Wege stand (13.). Zuvor war das Spielgerät wie am Schnürchen durch die Stationen Bürü, Klein und Keßler diffundiert.
Eine Ballsicherheit, die auch Schlussmann Alexander Schwertel gut zu Gesicht gestanden hätte, doch etwas lässig verschenkte er das Leder an Hussein Mohammed, dessen Abdruck ebenso von Deniz Bürü vor der Linie geblockt wurde, wie auch das Nachsetzen vom Kollegen Topal (17.).
Besser machten es da die Erwachsenen, für die Philip Klein dank einer Hereingabe von rechts mühelos verdoppelte (21.), ehe Bürü SG-Goalie Elias Falk von der Strafstoßmarke aus zum 3:0-Halbzeitstand verlud (Utku Özpelit hatte den tief geschickten Hozifa etwas ungeschickt in der Box gelegt, 29.).
Wiederum vertikal auf die Schiene gebracht, degradierte Hozifa den Schlussmann auf dem Weg zum 4:0 kurzerhand zur Slalomstange (50.), um für sein 5:0 wieder einen Gegner zu vernaschen (58.).
Verziehen seien dem 19-Jährigen da die eine oder andere Verspieltheit und ein Übermaß an Rücklage in der Schussausführung (83.).
Tief genug setzte dafür Ahmed Midjiyawa nach einem durchgerutschten Klein-Einwurf an (71.). Das halbe Dutzend war vollständig!
Dabei ließen es Hozifa und Co auch bewenden. Zum einen, weil sie das Tempo nun etwas drosselten; an zweite Stelle, weil Hozifa selbst einen Direktversuch nach passendem Wehner-Service knapp drüber setzte (88.).
Ohne den omnipräsenten Unterschiedsspieler, der das Bezirksliganiveau der anderen Männer in blau klar überragte, wäre der Kick vermutlich weniger krass gegen die Andernacher ausgefallen. Vielleicht aber können sich die Andernacher schon bald etwas für ihr Lehrgeld kaufen…

Tore: 1:0 Hozifa (8.), 2:0 Klein (21.), 3:0 Bürü (29., Strafstoßtor, Özpelit an Hozifa), 4:0 Hozifa (50.), 5:0 Hozifa (58.), 6:0 Midjiyawa (71.)

Schiedsrichter: David Härtel (SV Eintracht Braunshorn)

Zuschauer: 40
















Dienstag, 28. Juli 2026

Spielbericht FV Rheingold Rübenach - SG Horressen/Elgendorf/Malbacher Kickers

Spätes Happyend
Chancenwucher doch noch überwunden: FV Rübenach wieder Testspielsieger

Quervergleich zwischen zwei Bezirksligisten und der Sieger ist die Staffel Mitte! Mit 2:1 setzte sich der gastgebende FV Rheingold Rübenach gegen den Ost-Ligisten SG Horressen/Elgendorf/Malberger Kickers durch und baute damit seine makellose Testspielserie auf nunmehr vier Erfolge aus.
Verdient war dies allemal, sammelten die Hauherren nicht nur die größeren Spielanteile und Zweikampfwerte, sondern fanden sie auch häufiger den Weg gen Offensive.
Probleme machte dabei jedoch die Chancenverwertung. Gegen Leo Garske (6.), Leroy Lehmann (33.) und Pape Top (48.) rettete Gäste-Fänger Nils Weimer, während Versuche von Nico Pohl (16.) und Jason Juranovic (59.) hauchdünn vorbei rotierten.
Ausgerechnet ein weiterer erfolgloser Führungsanlauf sollte den Rübenachern übel um die Ohren fliegen, weil der starke Weimer das Spiel per Lang-Abschlag auf Adrian Bruch blitzschnell machte und sich der Kapitän unter noch regelkonformer Zuhilfenahme seines Arms die Poleposition zum 0:1 ins linke Eck erkämpfte (61.).
Auf Zuspiel Lennart Reimers´ hätte es durch Bruch gar noch dicker kommen können, doch diesmal bewies auch FVR-Fänger Tobias Oost seine Können auf Kosten eines Eckstoßes, der wiederum im idealen Konter seiner Vorderleute mündete. Zu jubeln gab es allerdings erneut nichts: Top hob die Murmel nach erkanntem Vorteil über das freie Gehäuse (66.)…
Bevor die Rübenacher gänzlich in Verzweiflung verfielen, rettete eine abermalige Vorteilssituation nach Foul an Pascal Tillmanns den Abend, weil Marvin Geissen per Weiterleitung in der Szene blieb und Antonio Fejza auch ein nicht einfacher Schusswinkel nicht vom 1:1 abbrachte (70.). Bemerkenswert dabei: alle drei Beteiligten waren von der Bank gekommen!
Nur Kollege Top, der die letzte Spielzeit noch im Reserveteam verbrachte, wartete weiter auf sein persönliches Happyend – bis der FVR Lars Bodes Direktschuss, über das Heim-Tor, zum raschen Umschalten nutzte und Top nicht nur am gegnerischen Schlussmann vorbeizog, sondern auch sicher in den leeren Kasten vollendete (87.). Der späte wie verdiente Siegtreffer!

Tore: 0:1 Bruch (61. Weimer), 1:1 Fejza (70. Geissen), 2:1 Top (87.)

Schiedsrichter: Manuel Mück (FC Arzheim)

Zuschauer: 40









Sonntag, 19. Juli 2026

Spielbericht SV Lieth - TBS Pinneberg II

TBS bestaunt die Struve-Festspiele
Vierfachschütze führt trainingsfleißige Liether zum klaren Test-Sieg

Fast vier Stunden lang – verteilt auf zwei Einheiten – schuftete die Ligamannschaft der SV Lieth am Sonntag auf dem Trainingsplatz, ehe sie am frühen Abend den Vergleich mit der Reserve von TBS Pinneberg klar für sich entschied. Mann des Tages dabei: Finn Struve, der mit insgesamt fünf Torbeteiligungen ganz besonders aufdrehte.
Bevor der Liether mit der Nummer Sieben seinen Viererpack plus Vorbereitung aufs Kunstgrün zauberte, lief er mit seinen Farben aber erstmal einem Rückstand hinterher, nachdem TBS einmal Tempo im Kurzpassspiel aufnahm und Ozan Sürücü seine Strafraumbegegnung mit Hendrik Homburg zu Ahmad Rifais Strafstoßtor annahm (12.).
Überhaupt zirkulierte das Leder ganz ansehnlich, wenn sich die Gäste derartig auf kurze Bälle verlegten, wie bei einem Zusammenspiel der Herren Sürücü und Kayali, das in Lenard Alamshas abgefälschtem Versuch mündete (27.).
Weil der Vorjahresdritte der Kreisklasse 01 davon allerding zu oft Abstand nahm und lieber lang bolzte, ebnete er dem Widersacher den Weg zurück ins Spiel, der auch für diesen über einen berechtigten Strafstoßpfiff führte. Leon Girgin hatte Max Schulz klar am Fuß getroffen, sodass Struve seinen Penalty flach kompromisslos versenken  durfte (38.).
Ein Gleichstand, den vor der Paus  Joel Tündermann noch einmal per Kopf ins Wanken brachte, doch der junge Kerl, der als einer von sieben Startelfspielern zum Bezirksligaabstiegskader gehörte, köpfte eine gelungene Brant-Flanke hauchdünn an der Heim-Führung vorbei (41.).
Nach dem Seitentausch ging dafür aber so richtig die Post ab, wozu der Auftakt bereits in Sekunde 29 fiel. Joker Tom Busse fügte sich sofort per Lupfer in den Lauf von Max Schulz ein, ehe der bewegliche Angreifer auch im reduzierten Tempo gegen den zögerliche Goalie traf (46.).
Der inzwischen kräftig durchrotierte Gegner damit rasch demotiviert, während die SVL aus einer Ballbesitzphase heraus das 3:1 durch Struves zweiten, sogar selbst eingeleiteten, Streich nachlegte (48.).
Doch damit nicht genug seiner Festspiele, folgte der Vorbereitung des 4:1 (Torschütze Matteo Schuchhardt) via Eckstoß (61.), ein weiterer Doppelpack in Mittelstürmermanier (74. & 77.).
Weitaus weniger Coolness vor dem Tor bekam unterdessen Kollege Julien Duffke auf Einladung des TBS-Schlussmannes in die Spur, als der heuer äußerst offensivfreudige Außenverteidiger, bereits an Spielertrainer Fatih Ertürk vorbeigezogen, dessen leeres Tor nicht traf (73.). Ein Außennetztreffer, der gegen sich ergebene Pinneberger allerdings nur anekdotische Relevanz verkörpern sollte. Schließlich vergaben auch Schulz (82.), Marc Homborg (82.) und Struve (84.) aussichtsreiche Chancen auf das 7:1, das das unter den staunenden Blicken erstarrten Gegenspieler letztlich doch noch fallen sollte. Ein Mehrfachpassduett mit Kapitän Hendrik Homburg vollendete Schulz trotz herausforderndem Winkel zum Endstand, der – der Torfolge entsprechend – als Spiegelbild der zweiten Hälfte taugte. Den Feierabend am Grill und vor dem WM-Finalfernseher hatten sich die fleißigen Männer in rot-schwarz heuer freilich verdient!

SV Lieth: Rensch – Duffke, M. Homburg, M. Schuchhardt, Wrage – Tündermann, Boelter, H. Homburg, Struve, Brant – Max Schulz, eingewechselt: Hajdari, Busse, F. Rudek, Dickenhausen, Trainer: Thorben Pingel

TBS Pinneberg II: Ertürk – D. Alamsha, König, Girgin, Aydogan – Sürücü, von Borstel, Rifai, da Ronch – L. Alamsha, Kayali, eingewechselt: Moldt, Griffiths, Mazanga, Senol, Simsek, Spielertrainer: Fatih Ertürk


Tore: 0:1 Rifai (12., Strafstoßtor, H. Homburg an Sürücü), 1:1 Struve (38., Strafstoßtor, Girgin an Max Schulz), 2:1 Max Schulz (46. Busse), 3:1 Struve (48. Wrage), 4:1 M. Schuchhardt (61. Struve), 5:1 Struve (74. Duffke), 6:1 Struve (77. Busse), 7:1 Max Schulz (90. H. Homburg)

gelbe Karten: keine – Rifai

Schiedsrichter: Andreas Voß (VfL Pinneberg)

Zuschauer: 25








Samstag, 18. Juli 2026

Spielbericht TSV Bordesholm - SSG Rot-schwarz Kiel

Jansa-Ecken als Cheatcode
Starke Standards lösen Rot-schwarz die Pflichtaufgabe

Mit der Referenz eines sechsten Platzes in der Kreisklasse A wirft sich die Zweite des TSV Bordesholm nun als neue Ligamannschaft (die alte löste sich während der Vorsaison auf) ins Abenteuer Kreisliga. Dementsprechend erwarten nicht wenige (selbsternannte Experten) die rasche Rückkehr von Justin Thurner und Co in die Neuntklassigkeit. Mit der Einschätzung, dass auch Kreispokalgegner Rot-schwarz (mindestens) eine Nummer zu groß ist, lagen die Kenner der Szene jedenfalls schon einmal richtig.
Zwar standen die Kicker mit der Linde auf der Brust anfangs recht vernünftig, doch bei hohen Bällen ließ die Zuteilung doch zu wünschen übrig. So war Tom Lemkes Flugkopfballtor ebenso ästhetisch wie folgerichtig, erhielten Torschütz und Halbfeldflankengeber Jonathan Elsner Raum für eine ganze Blaskapelle (19.).
Ins richtige Horn stießen die Gäste auch wenig später auf ähnliche Weise. Diesmal zirkelte Tim Jansa seine Ecke exakt auf das durchsetzungsstarke Haupt von Ben Jarik – 0:2 (26.)!
Der Landesligist also schon vor der Pause voll im Soll und nur durch Luiz Sprincks zweimaliges Eingreifen (27. & 39.) mit nicht noch mehr Oberwasser unterwegs. Kein Wunder, resultierten diese Szenen auch nicht aus luftiger Höhe, wie Jansas abermaliger Eckstoß, diesmal direkt ans lange Alu, ehe Lemke im Nachsetzen aus spitzem Winkel doch noch auf 0:3 erhöhte (60.) – und das 0:4, bei dem Jansas Ball von der Fahne irgendwie zu Jonathan Suchocki durchgerutscht war (75.).
Und das 0:5? Klar, wieder mit Standard-Beteiligung des bei Holstein Kiel ausgebildeten Neuzugangs, dessen Eckenwerk hier auf dem zweiten Bildungsweg für Strafraumaction sorgte. Jarik beförderte es durch Felix Krönerts Foul auf den Hosenboden, doch Kollege Suchocki schaltete wieder schnell und versenkte kurzerhand zum Endstand (86.).
Die ruhenden Bälle richteten es also für knapp besetzte Kieler gegen einen TSV Bordesholm, der immerhin noch eine spektakuläre Chance zum Ehrentreffer erhielt, als sich Dominik Körner per Scherenschlag in eine Krönert-Hereingabe von rechts warf, auf diese anspruchsvolle Art aber drüber zielte (90.+2).

Tore: 0:1 Lemke (19. Elsner), 0:2 Jarik (26. Jansa), 0:3 Lemke (60. Jansa), 0:4 Suchocki (75. Jansa), 0:5 Suchocki (86. Jarik)

gelbe Karten: Rambow, Roehrs, Willrodt – Jansa, Iheagwaram

Schiedsrichter: Jürgen Meereis

Zuschauer: 70















Sonntag, 12. Juli 2026

Spielbericht TV Gut-Heil Wrist - FC Reher-Puls

Die Schittigs machen´s nochmal spannend
Späte Anschlusstore: Pokalnachmittag nimmt späte Fahrt auf

Das wäre fast noch ins Auge gegangen! Trotz Favoritenrolle und vor allem einer scheinbar sicheren 3:0-Führung hing der Zweitrundeneinzug im Kreispokal Westküste für die Elf des FC Reher/Puls am Ende nochmal am seidenen Faden.
Zu Gast beim gerade in die Kreisklasse B abgestiegenen TV Gut-Heil in Wrist, kam der Kreisligaabsteiger schon etwas überraschend zur Führung, die Ipke Mertens einfach mal per Einzelaktion durchs Zentrum erzwang (36.)
Bis dahin gehörten die attraktiveren Szenen nämlich klar den Hausherren, deren Idee des Umschaltens durchaus gefiel. Und auch direkt nach dem 0:1 verzeichnete man mit Abdullah Kabalans schön über links herausgespielten Pfostentreffer einen echten Kracher (37.), doch die Tore schoss der freilich effiziente Kontrahent.
So schaffte es der tief geschickte Tom Christ, Gut-Heil-Goalie Marc-Philipp Hamann in zwei Anläufen zu überwinden (42.), ehe Jonas Wittmaack das Leder aus spitzem Winkel kompromisslos zum 0:3-Pausenstand einschweißte, nachdem ihn Pierre Stawinski in Klärungsabsicht abgeschossen und ihm auf diese Weise unfreiwillig assistiert hatte (45.).
Die tapferen Wrister damit quasi schon zur Pause ausgeschieden, zumal sich lange im zweiten Abschnitt nichts Wendeverdächtiges tat. Das höchste Gefahrenpotential versprühte in Minute 56 eine Brüderkombination der Schittigs, die Malte auf Zuspiel Fabians knapp vor der Kiste verzog.
Auf der anderen Seite ließen nun auch die Rot-weißen offensive Federn, vermochten sie es nicht, einige Situationen im vorderen Drittel zielstrebig abzuschließen. Sinnbildlich dafür stand ein zu umplatziertes Scheitern von Christ an Hamann (64.), dessen Vorderleute es ihm mit dem 1:3 danken sollten. M. Schittig hatte den ruhenden Ball hereingebracht, an den F. Schittig schneller herankam als der FC-Schlussmann, sodass die eroberte Kugel satt hineingewemmst werden konnte (73.).
Ein lauer Kick plötzlich wieder auf Betriebstemperatur, weil der Klassentiefere seinen Glauben an sich und die Überraschung (wieder-)gefunden hatte. Doof nur für die Elf von Trainer Peter Drohn, dass die Sanduhr gnadenlos herunterrieselte und zwei exzellente Freistoßpositionen in Sechzehnernähe keinen Anschlusstreffer produzierten (89. & 90.+1). Im Nachgang eines von Martin Geisler parierten M. Schittig-Freistoßes war es dann aber doch noch passiert, rutschte der nachfolgende Ball von der Fahne irgendwie durch ins Netz. Offizieller Torschütze: M. Schittig!
Zähe, schier endlose 300 Sekunden Nachspielzeit mussten die Gäste daraufhin noch mit ehrlicher Zweikampfarbeit und Entlastungsbällen füllen, um noch ein letztes Mal in Bedrängnis zu kommen. Aus dieser versuchte es M. Schittig in halblinker Strafraumposition, doch außer einem Abstoß hatte die Szene keine weiteren Folgen. Das Zweitrundenduell mit Verbandsligist Fortuna Glückstadt bestreitet nächste Woche der FC Reher/Puls!

Tore: 0:1 Mertens (36.), 0:2 Christ (42.), 0:3 Wittmaack (45.), 1:3 F. Schittig (73. M. Schittig), 2:3 M. Schittig (90.+2, F. Schittig)

Schiedsrichter: Tobias Kossiski (TSV Brokstedt)

Zuschauer: 50





Samstag, 11. Juli 2026

Spielbericht TSV Brokstedt - SV Kickers Hennstedt

Khomri hält durch und entscheidet
Doppelpack dank Nicht-Auswechslung: TSV Brokstedt überrascht!

Kleine Überraschungen beleben den Fußball. Eine Binsenweisheit, die sich der frisch in die Kreisklasse B aufgestiegene TSV Brokstedt just zum Kredo machte und im Kreispokal Westküste zwei Ligen Unterschied wettmachte. Hochverdient kegelte man nämlich den Kreisligisten Kickers Hennstedt mit 3:1 aus dem Bewerb.
Zugegeben, erfüllte der Kick mit seiner alt-britischen Anmutung sicher keine Kriterien epischer Rasenpoesie, doch mit Mut, Einsatz und Leidenschaft trugen zumindest die Gastgeber zu einem kurzweiligen Match auf dem Jahnplatz bei. Und das, obwohl man früh ohne den angeschlagenen Captain Scheel auskommen musste (6.).
Hinten diszipliniert und resolut – vorne allerdings nicht sonderlich effizient, haderte der TSV mit seiner Chancenverwertung, zu der beispielsweise der schön per Hendrischke-Steckpass eingesetzte Bjarne Folster im Scheitern an Kickers-Goalie Kjell Ivers (24.) und Ersatzspielführer Joshua Seider in aussichtsreicher Rücklage (27.) negativ beitrugen.
Die Blauen blieben aber auf dem Gaspedal, was sich im Falle von Niclas Brockmanns Lauf in den Sechzehner als genau der richtige Move herausstellte, blieb Gegenspieler Bjoern Gerken nur die mangelhaft getimte Grätsche – Strafstoß und damit Seiders überfälliges 1:0 ins linke untere Eck (38.).
Bemerkenswert: Die ihrerseits gerade gen Kreisliga promovierten Dithmarscher brauchten tatsächlich geschlagene 45 Minuten bis zum ersten Torversuch, den Kevin Ladendorf mit Courage aber ohne große Platzierung aus 35 Metern absetzte.
Ganz anders dagegen der freche Außenseiter, der nach langem Seider-Schlag in Person von Folster an Ivers scheiterte, ehe immerhin das Nachsetzen auf Kosten einer wiederum nicht ungefährlichen Ecke gelöscht wurde (45.+3).
Und weil Chancenwucher nur selten unbestraft bleibt, führte die erste Strafraumszene des zweiten Abschnitt sofort zum 1:1, das noch nicht einmal aus einem gegnerischen Abschluss entstanden war. Vielmehr war es ein Lapsus des B-Klassisten, den Schlussmann Fynn Huf mit dem Anschießen des Hennstedters Adrian Soth folgenschwer verschlimmbesserte. Ein Ausgleichstor der unfreiwilligen Komik (48.)!
Darüber hinaus richtete der skurrile Gleichstand allerdings nichts weiter aus. Unverdrossen gewannen die Hausherren weiterhin die Mehrzahl der wichtigen Zweikämpfe, während ihr direktes Spiel nach vorne top-Chancen wie eine doppelte für Marco Schröder (Ivers im hohen, langen Eck) und Ayman Khomri (Pfosten) kreierte (54.).
Ein Doppler der freudigen Gestalt machte das Hadern mit den zerplatzten Möglichkeiten jedoch schon bald obsolet, als ein durchgerutschter Tiefenball, von Schröder weitergeleitet, beim zentral abziehenden Khomri landete (62.) und der 91er auch aus dem Sechzehnerchaos heraus die Inspiration zum passenden Rechtsschuss in die Maschen fand (64.). Die Maßnahme, Khomri trotz langsam streikender Muskulatur auf der Koppel zu lassen, durfte sich Coach Kolja von Seelen freilich auf die Autogrammkarte schreiben. Daraufhin direkt per Substitution erlöst, brauchte Khomri in der Folge nur selten Angst um den herausgeschossenen Vorsprung haben, taten sich die Männer in schwarz auch in der Schlussphase schwierig, spielerische Lösungen zu finden. Nicolas Knopik probierte es daher einmal gegen Huf aus der zweiten Reihe (81.), woraufhin auch Nicholas Peters´ abgefälschter Freistoß (Huf zur Ecke, 86.) von außerhalb der Parzelle auf die erfolglose Reise ging. Zahlreiche Eckstöße vermochten der Partie ebenso keinen Dreh mehr verleihen. Das Zweitrundenduell mit neu-Landesligist TSV Heiligenstedten (schon wieder so ein Aufsteiger) gehört damit dem TSV Brokstedt!

Tore: 1:0 Seider (38., Strafstoßtor, Gerken an Brockmann), 1:1 A. Soth (48.), 2:1 Khomri (62. Schröder), 3:1 Khomri (64.)

Schiedsrichter: Marco Hogrefe (VfR Horst)

Zuschauer: 35