Samstag, 8. November 2025

Spielbericht SC Sternschanze 1.A - FC Voran Ohe 1.A

SCS bleibt sich treu
„ängstliches Agieren“: Schanze gefährdet seinen Durchschnittssieg

Durchschnittlich 4:3,67 endet die Partie, wenn die 2008er des SC Sternschanze in der U18-Landesliga an den Start gehen. Das wilde 4:3 gegen den FC Voran Ohe folgte demnach also voll den Gesetzen der Mathematik.
Diese standen allerdings zunächst auf Seiten des Überraschungsdritten aus dem Osten des HFV-Gebiets. Ein Ballverlust Till Steinfelds im Dribbling plus Stefan Feuerrohrs lockerer Rechtsschuss in die Maschen ergaben das 0:1 mit der ersten erwähnenswerten Szene des trüben Novembernachmittags (9.).
Schnelle Aufhellung erlebte Schanzen-Gemüt schon kurz darauf, als Anton Kuhlmanns Freistoßflanke auf dem Haupt von Marvin Bonsu landete und dessen Kopfstoß zum Gleichstand ins lange Eck durchrutschte (12.).
Viele Chancen ergaben sich in der Folge nicht. Der SCS zwar mit etwas mehr Ballbesitz, aber etwas zu statischem Spiel, während die Oher auf hohe Bälle und Distanzversuche setzten. So musste Schanzen-Goalie Enno Gloßner bei einem ballistischen Standard mit vollem Einsatz gegen Feuerrohr blockieren (37.), ehe Leon Kröger aus 25 Metern den Pfosten traf (40.).
Als die Hausherren dann aber einmal kreativ das vordere Drittel bespielten, war die Pausenführung prompt erzielt. Über die Stationen Spöhrer und Bonsu erhielt der eingewechselte Simon Ester die halbrechte Schussposition, die sich der baumlange Kerl nicht entgehen ließ (41.).
Wenig Zwingendes spielte sich, abgesehen von Esters gefühlvoll daneben gesegeltem Rechtsaußenversuch (63.), nach dem Seitentausch ab, bis Theo Spöhrer die Kugel von links in den Sechzehner brachte, der sonst formidable Oskar Blackert das Leder suboptimal prallen ließ und wieder Bonsu dort auftauchte, wo ein Torjäger zu stehen hat – 3:1 (69.)!
Die Schanzen-Elf vor einem gesicherten Heimerfolg, doch die Dinge kamen anders. „Trotz Sieg ist es nicht okay, dass wir trotz überzeugendem Auftreten es nochmal so spannend machen!“, schimpfte Kuhlmann über das, was seine Farben fortan auch als „mit Abstand bessere Mannschaft“ zugelassen hatten. Vor dem eigenen Strafraum auf die Nase gefallen, ermöglichte Janoe Embalo dem Gegner das verkürzende 3:2 durch Burhan Osman Mohamed (75.), ehe Marineblau auch bei Fabian Gebhardts Schuss ans Außennetz ordentlich schwamm (77.).
Die Quittung für das „ängstliche Agieren nach dem Anschlusstreffer“ folgte schließlich kurz darauf. Kröger erfuhr über rechts keinen Gegnerdruck, Gloßner wehrt nur nach vorne ab und Gebhardt durfte es nach geblocktem Zentralversuch gleich nochmal. Treffer im zweiten Anlauf versenkt – 3:3 (84.)!
Kuhlmann und Co bewiesen aber Nehmerqualitäten, den „verdienten und langersehnten Sieg“ „mit viel Kampfgeist und Ehrgeiz“ doch noch an Land zu ziehen. Zentrumsspieler Kuhlmann initiierte die schnelle Antwort höchstpersönlich gegen drei Mann von hinten heraus, bekam den Ball „im perfekten Moment“ von Janes Djau zurück, zog per Finte am Verteidiger vorbei und bereitete das umjubelte 4:3 mit dem flachen Zuspiel in die Mitte vor. Zwar wurde dort „zweimal am Ball vorbeigetreten“, doch „hinten am zweiten Pfosten“ gab es mit Ester einen Mitstreiter, „der perfekt lauert und ihn dann reinschiebt“.
Bevor der dritte Saisondreier aber eingefahren war, galt es noch einen hohen Freistoß des Gegners zu überstehen. Ein Unterfangen, das bei Mattis Koops´ Kopfball nur durch Noah Vukelic und dessen Rettung auf der Linie glückte (90.+1). „Wir müssen weiter hart daran arbeiten, vor allem individuelle Fehler zu vermeiden und auch die gegnerischen Standards besser zu verteidigen!“, fordert Kuhlmann, angesprochen auf die bunte Tordifferenz, die „nichts Gutes über unsere Defensivleistung aussagt“, nicht zu Unrecht.
Für heute sollte es am Ende jedoch reichen, für den dritten Dreier im sechsten Spiel. Platz neun. Eine Zwischenplatzierung, die die Rückennummer zehn allerdings nicht wirklich tangiert, da es „keinen Sinn macht, so früh in der Saison schon auf die Tabelle zu schauen“. Nach einem „harten Saisonauftakt“, bei dem Schanze „lange unter den eigenen Möglichkeiten“ agierte und „Spiele immer sehr unglücklich liefen“, „(…) ist noch alles drin. Gerade, weil wir spielerisch eine der besten Mannschaften sind, jede Woche immer besser zusammenfinden und mehr und mehr zum Team werden. „Wir müssen diese Leistung und Intensivität aus der letzten Woche mitnehmen und beibehalten, dann ist noch alles möglich“, so Kuhlmann, der eher in Prozessen, als in Tabellenplätzen denkt, über die Marschrute für die kommende Zeit – die mit einem Wiedersehen beginnen wird: Im Pokal geht es am kommenden Sonntag wieder gegen Voran Ohe…

Tore: 0:1 Feuerrohr (9.), 1:1 Bonsu (12. Kuhlmann), 2:1 Ester (41. Bonsu), 3:1 Bonsu (69. Spöhrer), 3:2 Mohamed (75. Kröger), 3:3 Gebhardt (84. Kröger), 4:3 Ester (86. Kuhlmann)

gelbe Karten: Djau, Vukelic – Koops, Scholz

Schiedsrichter: Hasan Biyikli (VfL Hammonia, Note 2)

Zuschauer: 60


Freitag, 7. November 2025

Spielbericht SV Lieth - TuS Germania Schnelsen

Die Bank macht den Unterschied
Spitzenteam Germania knackt verbesserte SV Lieth mit seinen Einwechslern

Sechstes sieglos Match in Serie und doch machte der Abend des 07.11.2025 die krisengeplagte SV Lieth zu einem kleinen Gewinner im Keller der Bezirksliga 01.
Nicht nur, weil im Heimspiel gegen Spitzenteam Germania Schnelsen die Einstellung stimmte und man später am Abend mit Guido Krenzk einen neuen Trainer vorstellen konnte – nein, auch punktetechnisch brachte die Woche Bewegung in den Abstiegskampf.
Die gute Nachricht erreichte die Roten Teufel vom Butterberg nämlich bereits am Donnerstag. Da sich der gesperrte Trainer von Vorwochengegner TuS Holstein Quickborn beim Spielstand von 4:1 selbst einwechselte, legten die Klein Nordender zunächst erfolgreich Protest gegen die 2:5-Niederlage in der Eulenstadt ein. Drei Zähler mehr dank der allerdings noch nicht rechtskräftigen Umwertung in ein 3:0 ließen die prekäre Situation schon vor dem Auftritt gegen favorisierte Germanen wieder etwas freundlicher erscheinen.
Und auch das Match selber bescherte den Liether Löwen, die heuer von Präsident Bo Hansen anstatt des geschassten Rudolf Hock-Kutscher gecoacht wurden, einigen Grund zur Hoffnung auf bessere Zeiten.
Einen engagierten Beginn runde nämlich eine schnelle wie überraschende 2:0-Führung der Hausherren ab. Beim ersten Streich bedankte sich Torjäger Max Schulz für einen langen Schlag und die schwache Ballverarbeitung von Gegenspieler Lenny Limbara (11.), ehe er wenig später Sturmpartner Ali Duman nach eigenem Ballgewinn gegen Viktor Kallenberg mit einem tiefen Ball bediente. Duman wiederum kreuzte seinen Laufweg wunderbar und ließ sich beim flachen Einschieben auch nicht von Hassan Fallahs unsportlichem Anbrüllen irritieren (16.).
Offensive Konterqualität, die auch in Minute 43 ihre volle Entfaltung fand. Wieder verteidigte Germania mit den hoch stehenden Außenverteidigern viel zu luftig, sodass A. Duman einen Befreiungsschlag perfekt zu Max Schulz weiterleiten konnte. Mit etwas abfälschender Hilfe war Schulz´ bereits zehntes Saisontor im hohen Bogen perfekt (43.).
So schön sich das Treiben des Offensiv-Duos vorne anließ, so problematisch ging es auf der anderen Platzhälfte zu. Bei einer kurzen Eckstoßvariante nicht ansatzweise herausgerückt, fing man sich durch Matz Broeckers Flanke und Luca Drenkhahns Kopfball das zwischenzeitliche 2:1 (19.), während man direkt nach dem dritten Treffer Glück hatte, dass Drenkhahns Abstaubertor nach Condric-Alu vom Schiedsrichterassistenten kassiert wurde (44.).
Dusel, der dem Team aus der Abstiegszone wiederum nur Augenblicke später fehlte, lochte Antonio Arambasic einen abermaligen Broecker-Standard am zweiten Pfosten einsam ein. Die verdiente Quittung für eine Unterzahl im eigenen Sechzehner (45.+2)!
Einen nicht viel besseren Defensiveindruck hinterließen die Roten Anfang des zweiten Durchgangs, als Schlussmann Luca Von Der Heide zweimal nicht ganz optimal faustete und wieder zu tief stehen geblieben wurde. Jannik Meinke durfte in der zweiten Welle flanken, Drenkhahn die Kugel mit dem Körper abschirmen und Lennart Lux hatte schließlich freie Bahn, weil ihn Gegenspieler Luca Albers schlicht aus den Augen verlor. Bitter, bitter, 3:3 (51.)!
Für Trübsal gab es bei der Hansen-Elf jedoch keinen Grund. Schließlich holte das dynamische Doppel an vorderster Front den Vorsprung in bewährter Manier zurück. Eine Klärung zu Max Schulz schickte den „25er“ ins erfolgreiche Flipperspiel, um wieder A. Duman zu bedienen. Annahmen, zurechtlegen, einschieben – drei bombensichere Kontakte, mit denen der einst für Spitzenreiter FC Elmshorn aktive Linksfuß wieder auf Führung SV Lieth stellte (57.).
Abgesehen von einer ähnlichen Szene, bei der Duman diesmal geblockt wurde (69.), galt es nun, dem Dauerdruck des Gegners irgendwie Herr zu bleiben. Ein Eckstoß nach dem anderen rauschte durch den SVL-Strafraum, wo der eingewechselte Luca Heimbach auf Traumpass Meinkes seine perfekte Chance am Außenpfosten zerschellen sah (71.).
Dafür richteten es zehn Minuten später zwei weitere Joker für die statistisch stärkste Offensive der Staffel, als Broecker und Heimbach in der Entstehung viel zu viel Raum im Zentrum gestattet bekamen und Maximilian Voigt eine passgenaue Hagelstein-Hereingabe mit einer Berührung unter die Latte schweißte (81.).
Kaum war der Eintrag auf der Spielnotizkarte des Schiedsrichters notiert, schlug TGS gleich nochmal zu, veredelte Arambasic seine Balleroberung per doppel-Doppelpass mit Drenkhahn, von dessen Übersicht am Ende Kimon Drossinakis aus halbrechter Abschlussposition zum 4:5 profitierte (82.).
Für eine echte Schlussoffensive sollten der Butterberg-Equipe letztlich die Kräfte fehlen. Auch, weil der dünne Kader mit einigen Ausfällen wie Kapitän Meraja Magens keine echten Alternativen von der Bank bereithielt.
Germania dagegen brachte den mühsamen Erfolg auf den letzten Metern sicher Ziel und verpasste durch Drossinakis von der Strafraumgrenze (knapp vorbei, 87.) gar noch die Vorentscheidung. Als neuer Tabellendritter empfangen die Schnelsener nun Blau-weiß 96, während Ali Duman und Co mit neu-Coach Krenzk (zuletzt Cosmos Weedel) am selben Freitagabend das Sechs-Punkte-Spiel bei der SV Blankenese erwartet.

Tore: 1:0 Max Schulz (11.), 2:0 A. Duman (16. Max Schulz), 2:1 Drenkhahn (19. Broecker), 3:1 Max Schulz (43. A. Duman), 3:2 Arambasic (45.+2, Broecker), 3:3 Lux (52. Drenkhahn), 4:3 A. Duman (57. Max Schulz), 4:4 Voigt (81. Hagelstein), 4:5 Drossinakis (82. Drenkhahn)

gelbe Karten: Duman, Schiebuhr, Matthiessen – Fallah, Kallenberg, Klug, Hagelstein, Drossinakis, Drenkhahn

Schiedsrichter: Jozo Ugrina (Niendorfer TSV)

Zuschauer: 75


Sonntag, 2. November 2025

Spielbericht FC Alsterbrüder III - Altona 93 III

Alsterbrüder verzweifeln an sich selbst
Chancenverwertung kostet verdiente Punkte gegen Altona 93 III

Jakob Vink aus kürzester Distanz: bekam ihn nicht rein (3.), Karl Pust auf Ablage Linus Mende: zu zentral auf den Torwart (25.), Simeon Mastoridis zentral vor dem Tor: knapp verzogen (31.), Robert Hahne per Kopf: Mika Wegener mit den Fingerspitzen über sein Gehäuse lenkend (39.) und in Minute 41 opferte Pust das sinnvolle Querspielen einem Rechtsschuss über das Ziel. Alleine die Auflistung bester Chancen für die Drittvertretung des FC Alsterbrüder aus der ersten Halbzeit taugt dazu, die Existenz eines gerechten Fußballgotts in Frage zu stellen. Denn während die Gastgeber vorne keinerlei Belohnung für die steten Angriffsbemühungen einfuhren, gab es drüben kurz vor Ende die bittere Quittung für den Chancenwucher zu schlucken.
Profiteur davon in einem selten wirklich ansehnlichen Match der Kreisliga 07 war am Sonntagnachmittag die Dritte von Altona 93, die dem Torschussfeuerwerk des Tabellennachbarn (Achter gegen Siebter) zunächst nur Halbchancen aus der Ferne entgegenzusetzen hatte.
Erst mit Caspar Schlomms Freistoß, der knapp über den Quader rauschte (50.) und einer Gelegenheit für Finn Andrecht, die FCA-Fänger Danilo Hidalgo im kurzen Eck behände zu entschärfen wusste (59.), meldeten sich biederen Kicker von der Baurstraße ernstzunehmend zu Wort, während die Hausherren zunehmend an sich und ihrer Abschlussschwäche verzweifelten.
So war es etwas später erneut Vink, der einen zweiten Ball aus dem Rückraum einfach nicht zielgenau verwertet bekam (65.).
Die Strafe dafür folgte schließlich fünf Minuten vor dem Ende, als ein Freistoß  aus der eigenen Hälfte tief im Lauf des eingewechselten Tymur Berdychevskyi landete und der 18-Jährige vor Kiste die Durchsetzungskraft für das unterm Strich etwas schmeichelhafte 0:1 bewies (85.).
Die langsam hektischere Begegnung hatte nun weiteren Zündstoff erhalten, der im Falle von Mendes ballfernen Kontakt gegen Frederik Glor und der anschließenden Rudelbildung ein gutes Stück zu viel war.
Sportlich lief der FCA derweil vergeblich gegen die vierte Liganiederlage an. Kein Tor – keine Punkte: wie gut, dass es nach dem nunmehr vierten sieglos-Match in Serie als nächstes zum Schlusslicht nach Bahrenfeld geht.
Die Altonaer müssen dagegen hoffen, dass ihnen Fortuna auch gegen das Spitzenteam von HEBC III wieder tatkräftig zur Unterstützung bereitsteht.

Tore: 0:1 Berdychevskyi (85.)

gelbe Karten: Kunkel, Mastoridis, De Ponte – Andrecht, Starke

Schiedsrichter: Arthur Erik Schreiber (SC Sternschanze)

Zuschauer: 30




Samstag, 1. November 2025

Spielbericht Niendorfer TSV 1.A - Walddörfer SV 1.A

Wildes Nachspielzeits-Rodeo
Für beide zu wenig: später Schlagabtausch findet keinen Sieger

Führung, Unterzahl Abwehrschlacht, Ausgleich in der Nachspielzeit kassiert, Gleichzahl und DEN Matchball auf dem Fuß! Fans und Beteiligte des Walddörfer SV dürfte der Auftritt ihrer U19-Regionalliga Nord-Truppe wohl zehn Jahre älter gemacht haben. Empirisch belegbar dagegen das nüchterne Zahlenwerk mit Ende der denkwürdigen acht Nachspielminuten am Bondenwald: 1:1.
Zu wenig, für die Allhorn-Kicker, die vor allem in der ersten Halbzeit alle Trümpfe in der Hand hielten. Max Grüttner ans Außennetz (12.) und Tyren Schmerberg fast ins eigene Tor (13.) stellten die Vorhut für das verdiente 0:1, bei dem das bewegliche Offensivpersonal der Gäste in Form von Anton Knappes Verlagerung, Sadik Stalfs Querspielen und Grüttners zentralen Abschluss ins rechte untere Eck als Kollektiv funktionierte (26.).
Auch beim Versuch der Verdopplung gelang das stilisierte Zusammenspiel der Vorderen, an dem sich diesmal Yusuf Asif als Aufleger für Stalf profilierte, nur wischte Yves Weitze das Leder aus seinem Torwart-Eck (34.), während Asif selbst knapp verfehlte (38.).
Der NTSV brauchte einige Anlaufzeit, um erst im Schlussakkord der ersten Hälfte zumindest einmal den Mut zum Torschuss aufzubringen (Farhad Khalaf (42.) und Richard Krüger (43.) aus der zweiten Reihe, Linus Tams per Kopf (45.+2).).
Im zweiten Abschnitt ein ähnliches Bild. Der WSV planvoller, wohingegen es sich die Hausherren oft zu kompliziert machten.
Mit der berechtigten Ampelkarte für Walddörfers Vali Salif Coné kippte die Spielstatik jedoch klar gen Heim-Elf (61.). Weil der bereits nach einer guten halben Stunde wegen Fouls ermahnte und nach der Pause wegen wiederholter Missachtung des korrekten Einwurfsortes verwarnte Coné beim nächsten Foul in der Summe „fällig“ war, galt es für die verbliebenen Kollegen, den Vorsprung im tief interpretierten 4-4-1 ins noch weit entfernte Ziel zu bringen. Doch selbst in Unterzahl blieben die Schwarzen konkreter, wie ein Abseitstor durch Stalf untermauerte (68.).
Den Niendorfer brachte ihr vieler Ballbesitz dagegen kaum ernsthaft in den vielbeinig verteidigten Strafraum. Auch zahlreiche Standards, wie ein Nordmeier-Freistoß (links vorbei, 88.), vermochten das Manko des fehlenden Instinkts im Sechzehner nicht zu korrigieren.
Aus einem Einwurf auf links wollte abermals nichts entstehen – bis sich Innenverteidiger Jesse Petri ein Herz fasste und den abgewehrten Ball aus dem Hinterhalt zum 1:1 oben reinknallte (90.+2)!
Frei nach Petris irischem Namensvetter, einem professionellen Rodeo-Reiter, ging es fortan nochmal richtig zur Sache. Drei der fünf angesetzten Nachspielminuten waren ja schließlich noch zu spielen. So machten sich die Herren in weiß daran, das Momentum für sich zur totalen Wende zu nutzen, doch die Schusschance von halbrechts (Weitze im Nachfassen) ergab sich auf der anderen Seite für Asif (90.+4).
Zurück im Gefahrenbereich des WSV, wurde es kurz darauf noch übersichtlicher auf der Koppel, als es Tyren Schmerberg beim Ausflug mit Gegenspieler Benito Boamah auf dem Hintertor-Deich nicht schnell genug mit dem Ballservice ging. Gelb für beide Streithähne, doch Schmerberg hatte bereits wegen Meckerns den Karton gesehen – gelb-rot (90.+6)! Und auch die mitteilsame Bank der Gastgeber tat (mal wieder) etwas für die Kartensammlung.
Zu allem Überfluss resultierte aus dem folgenden Eckstoß noch die gigantische Konterchance auf den Auswärtssieg. Aus der eigenen Hälfte gestartet, sprintete Asif links entlang, doch im Eifer des Gefechts schob der 18-Jährige mit Herren-Bezirksliga-Erfahrung das Leder hauchdünn am langen Eck vorbei (90.+7).
Keine große Bewegung damit für beide im Mittelfeld der Tabelle, wobei vor allem der WSV die große Chance verpasste, sich deutlicher vom unteren Tabellenbereich abzusetzen.

Tore: 0:1 Grüttner (26. Stalf), 1:1 Petri (90.+2)

gelb-rote Karten: Ty. Schmerberg (90.+6, wiederholte Unsportlichkeit) – Coné (61., Unsportlichkeit + Foulspiel)

Schiedsrichterin: Cemre Aysan (FC Süderelbe)

Zuschauer: 80





Spielbericht Niendorfer TSV 1.B - Blumenthaler SV 1.B

Die Effizienz entscheidet
Niendorfer TSV dreht B-Regionalliga-Kampfspiel für sich

Keine besonders schöne, aber letztlich erfolgreiche Vorstellung legte am elften Spieltag die U17 des Niendorfer TSV aufs heimische Parkett.
Trotz eines Rückstandes zur Pause war es nämlich mit einer klaren Leistungssteigerung gelungen, dem Blues des tristen Herbstwetters einen Heimsieg entgegenzusetzen.
In Hälfte eins quälte man sich zunächst noch durch die Partie, die die Gäste vom Blumenthaler SV aktiver gestalteten. Vor allem Leo Dullwebers linke Seite beschäftigte die Gastgeber mit solider Defensivarbeit, die zu Beginn einzig einen Aktas-Versuch, über das Tor, zuließ (15.).
Nach einer knappen halben Stunde machte ein unnötiger Fehlpass am eigenen Sechzehner jedoch alles zunichte. Der unfreiwillig angespielte Jermaine Albritton behielt im Angriffsdrittel den Überblick für den (richtigen) Mitspieler und bediente Oresti Sherifi für dessen eiskalt vollstrecktes 0:1 (28.).
Viel passierte daraufhin erstmal nicht. Viele Zweikämpfe, wenig Kreativität; es dauerte bis in den zweiten Abschnitt hinein, bis Alexander Böttcher den NTSV mit viel Durchsetzungskraft im Zentrum und einem wuchtigen Latten-Unterkanten-Geschoss aus der Lethargie heraus auf die Siegerstraße führte (55.).
Nur kurz danach hatte Fynn Engel im Rahmen einer gut erkannten Vorteilssituation das mögliche Führungstor auf dem Fuß, setzte seinen zentralen Abschluss aber über den Querbalken (57.).
Zweimal galt es dann aber den insgesamt nun nicht mehr so zielstrebigen Gästen Pech im Torschuss zu wünschen, als sich der eingewechselte Wisdom Clement und Torschütze Sherifi die Kugel etwas unentschlossen hin und her spielten und letzterer direkt drüber zielte (60.); und als sich Clement mit seiner vollen Körperlichkeit für Jerry-Lee Bakop und dessen knapp vorbei rotierenden Ball durchtankte (68.).
Am Ende hatte heute die größere Effizienz entscheiden – für den Niendorfer TSV. Mit dem langen Bein war es Engel schließlich gelungen, einen Heil-Querpass vor dem Tor zum späten 2:1 über die Linie zu drücken (73.).
Mit cleverer Zweikampfführung und etwas Zeitspiel ließen die Niendorfer daraufhin nichts mehr anbrennen, sodass der zweite Heimerfolg für die Festigung des Tabellenmittelfelds eingefahren werden konnte.
Für die unterlegenen Jungs aus dem Bremer Fußballverband ist der Anschluss an die ersten fünf des Klassements dagegen erstmal verloren.

Niendorfer TSV 1.B: Wenzel – Asare, Burgert, Adler (41. Heil), Akbari, Böttcher – Wucherpfennig (51. Rink), Weiß – Candotto (64. Radoncic), Engel (80. Griebe), Hellgardt (64. Kröger), Trainer: Christian Böckl

Blumenthaler SV 1.B: Reinscher – Omoike, Bilgin, Donlic (44. Smerczek), Fernandez Ferreira (76. Osei) – Omorodion, Aktas – Albritton, Sherifi, Dullweber (54. Bakop) – Lager (54. Clement), Trainer: Riza Avdiji

Tore: 0:1 Sherifi (28. Albritton), 1:1 Böttcher (55.), 2:1 Engel (73. Heil)

gelbe Karten: Wucherpfennig – Reinscher

Schiedsrichter: Sinan Bott (Note 2: ermöglichte mit seiner langen Leine jede Menge Spielfluss in einem nie unfairen Kampfspiel)

Zuschauer: 80
















Spielbericht Niendorfer TSV III - SC Union 03

Falscher Einwurf leitet die Niederlage ein
1:3 und Sturz auf die Abstiegsränge: Union 03 schenkt Auswärtsführung her

Ein halbes Dutzend an Gegentoren durch den Niendorfer TSV beförderte den SC Union 03 unter der Woche erwartungsgemäß aus dem Lotto-Pokal und auch in der Liga stellte sich der NTSV nicht gerade als gutes Pflaster für die Jungs aus Altona-Nord heraus.
Zu Gast bei der Drittvertretung des Oberligisten, hatte man trotz etwas glücklicher Halbzeitführung den Kürzeren ziehen müssen.
In Front gegangen waren die Unioner inmitten einer verfahrenen ersten Hälfte ebenso überraschend, wie Dauda Ibrahim plötzlich alleine vor dem Gehäuse auftauchte und Nico Schultz quasi mit der ersten echten Torchance des Spiels zum 0:1 überwand (27.).
Die Platzherren taten sich derweil schwierig, ihr sonst so stilisiertes Spiel über die Außenpositionen aufzuziehen, sodass es bis kurz vor den Halbzeitpfiff dauerte, bis tatsächlich einmal Willy Kniesa über rechts für Jacob Schrage servierte. Nur hatte der Kapitän bei idealer Einschussposition doch etwas zu viel Zeit zum Nachdenken: zu viel Linksdrall ließ seinen Abschluss ins Tor-Aus gehen (43.).
Kurz nach der Pause machte es der 24-Jährige dann zu genau, als die Unterkante der Latte im Weg stand. Nur stand diesmal mit dem durchgelaufenen Jonas Oelze ein wachsamer Kollege für das letztlich erstocherte 1:1 bereit (49.). Auf der anderen Seite hatte Unions Fritz Lühr den Spott der Heim-Fans um den langzeitverletzten Till Pruns auf seiner Seite, leitete sein verzögerter Einwurf, den der Schiedsrichter daraufhin andersherum gab, den Gegentreffer ein. „Danke, Nummer Sechs!“, grüßte der gegnerische Anhang den einst beim HEBC ausgebildeten Außenverteidiger wenig einfühlsam.
Von nun an drehten sich die Dinge komplett gegen Lühr und Co, die sich durch Steffen Golombeks Ungeschicklichkeit im Strafraum gegen Dominik Heims auch noch einen Strafstoß einhandelten. Aliaksandr Bulechka wehrte diesen zwar einstweilen ab, doch im Nachschuss besiegte Schrage schließlich sein Schusspech zur 2:1-Führung (63.).
Die Elf von der Memellandallee damit endgültig dem Rücken zur Wand, zumal im ungünstigsten Fall der Sturz auf die Abstiegsplätze drohte.
Chancen zur Wende hatte sie sich freilich erarbeitet. So scheiterte der umtriebige Ibrahim nach schwach ausgeführter NTSV-Abseitsfalle an Nico Schultz (68.), woraufhin aber auch Denys Stetskyis Kopfball, abgewehrt, nicht den Ausgleich bedeutete (72.).
Gute zehn Minuten später schließlich der K.O.-Schlag, den die Niendorfer in ihrer gewohnten Manier beibrachten. Henry Risch eröffnete aus dem Zentrum, Tom Langer spielte quer und Schrage war nun offenbar auf den Geschmack des Toreschießens gekommen: 3:1 für die Herren in Grau (83.)!
Mit der ausgeglichenen Bilanz von nun vier Siegen, Remis, sowie Niederlagen stehen für den neuen Tabellenneunten jetzt vier Zähler Vorsprung auf die nun auf Abstiegsrang 14 abgerutschten Unioner auf dem Zettel. Doch auch die Reserve Eintracht Lokstedts (20 Punkte) ist nur sechs Punkte entfernt. Die Bezirksliga 04 dürfte mit ihrer Ausgeglichenheit noch so manche Wendung für den weiteren Saisonverlauf offen halten.

Niendorfer TSV III: Schultz – Sitzlach, Schacht, Schlewing, Treder (85. Van den Bosch) – Kniesa (74. Leutrum von Ertingen), Oelze, Risch, Heims (85. Hurt) – Langer (68. Müller), Schrage, Trainer: Jan-Hendrik Schmidt

Tore: 0:1 Ibrahim (27.), 1:1 Oelze (49. Schrage), 2:1 Schrage (63., Strafstoßnachschuss, Golombek an Heims), 3:1 Schrage (83. Langer)

gelbe Karten: Risch, Treder – Senay, Golombek, Ibrahim

Schiedsrichter: Zubeir Ahmadi (SC Poppenbüttel)

Zuschauer: 35




Freitag, 31. Oktober 2025

Spielbericht Heidgrabener SV II - FC Union Tornesch III

Den Nachbarn vermöbelt
Dominante HSV-Reserve schießt Union Tornesch III mit 7:1 aus dem Sportpark

Derby-Freitag in Heidgraben, doch Brisanz mochte im Udo-Tesch-Sportpark keine aufkommen. Zu einseitig verlief das Kreisliga 01-Duell, der bereits nach fünf Minuten durch Fabian Grabkes Kopfballchance erstmals furiose Züge annahm.
In flacher, spielerischer Variante sollte es dann kurz darauf gelingen, schickte Nikolas Haker Angreifer Marcio Prien in den Rücken der Union-Viererkette, wo die Führung mühelos gelang (7.). Blöd nur, dass sich der Torschütze dabei ohne Einwirkung der behäbigen Gegenspieler verletzt hatte. Vorjahrestorschützenkönig Ben Dieckmann (21 Treffer) ersetzte den 23-Jährigen mindestens gleichwertig. Wohl dem, der über solches Bankpersonal verfügt!
Zunächst aber ärgerte sich die HSV-Reserve gleich doppelt, als erst Lasse Leowald auf Steckpass Tim Rockels an Tim Fröhlichs Fußabwehr scheiterte (10.), ehe drüben eine halbhohe Ecke das etwas überraschende Ausgleichstor für Zentrumsspieler Dennis Sannemann im Strafraumdickicht vorbereitete (11.).
Die Hausherren ließen sich davon allerdings keineswegs irritieren, demonstrierten ihre Überlegenheit weiterhin mit viel Ballbesitz, der jedoch zu selten in guten Gelegenheiten mündete, wie Dieckmanns etwas zu unplatzierten Versuch vor Torwart-Kante Fröhlich (17.).
Ausgerechnet ein böser Abspielfehler der Blauen im Aufbau brachte die spielstarken Schützlinge Frank Rockels noch vor der Pause auf die Siegerstraße. Die Kugel clever abgefangen, lupfte Leowald sie mit langer Vorlaufzeit zum 2:1 ins Union-Tor (41.), das quasi mit dem Pausenpfiff auch T. Rockel per Abstauber komplikationslos traf (45.+3). Der sonst starke Fröhlich hatte eine Hereingabe Dieckmanns zuvor nicht zwischen die Griffel bekommen.
Nur wo blieb denn die eigene Dieckmann-Bude? Aus spitzem Winkel wollte sie jedenfalls noch nicht fallen (51.). Doch weil die Schießbude der Liga (40 Gegentore) freundlich zum durchgerutschten Schuss aus dem Hinterhalt einlud, kam der „Neuner“ zu nachträglichen Torjäger-Ehren (53.).
Die Partie längst entscheiden; einzig die Höhe des Derby-Triumphs blieb noch fraglich. Weitere Fakten schafften dabei Innenverteidiger Marco Holdingsgard mit seinem dynamischen Kopfballtor nach Ecke von Grabke (60.) und T. Rockel, der Fröhlichs Block gegen Marvin Schmahl zum halben Dutzend verarbeitete (65.).
Gar zweistellig hätte es hier durchaus enden können, hätte beispielsweise Dieckmann nicht knapp verfehlt (68.).
Einen servierte der neue Tabellenfünfte den Fans im und außerhalb des Kunstrasenkäfigs aber noch, als abermals Haker mit Gefühl zu Dieckmann durchsteckte, was dieser zentral vor dem Ziel nicht weniger präzise mit dem 7:1-Endstand krönte (78.). Ein HSV-Feiertag also auch ohne den Reformationstag.
Der wieder einmal schwer geschlagenen Drittvertretung aus dem Torneum bleibt dagegen mit nur einem Zähler Vorsprung die Angst vor dem Kreisklasse-Gespenst.

Tore: 1:0 Prien (7. Haker), 1:1 Sannemann (11.), 2:1 Leowald (41.), 3:1 T. Rockel (45.+3 Dieckmann), 4:1 Dieckmann (53.), 5:1 Holdingsgard (60. Grabke), 6:1 T. Rockel (65. Schmahl), 7:1 Dieckmann (78. Haker)

gelbe Karten: Grosse – Kaczor

Schiedsrichter: Yannic Kritzler (SSV Rantzau)

Zuschauer: 60

Spielbericht TSV Sparrieshoop - SV Lieth II

Horror-Derby
1:8 an Halloween! TSV Sparrieshoop schickt SV Lieth II weiter in die Krise

Mehr schlecht als recht taumelt die im Sommer aus der abgewanderten Ligamannschaft Holsatias und der eigenen Rest-Zweiten fusionierten SV Lieth durch die Kreisliga 01. Den maximalen Gruselfaktor erlebte die Elf von Trainer Thorben Pingel nun zu Halloween im Derby beim TSV Sparrieshoop.
Schon der Start ins Reformationstagsduell ging für die Roten so richtig in die Hose. Nach langem Flankenwechsel markierte ausgerechnet Ex-Liether Leon Diedrigkeit prompt das 1:0 (3.), ehe Mika Martens im andächtig bestaunten Doppelpass mit Lenn Pankraz mühelos verdoppelte (5.).
Kurz um schnelle Linderung bemüht, bediente Nevio Schuchhardt Niklas Viera Gerkens, dem es gegen Schlussmann Michael Möller und hinzugeeilte Vorderleute ebenso wenig gelang, die Kugel ins Tor zu bugsieren, wie Semih Zeybekoglu im sofortigen Nachsetzen (7.).
Stattdessen schraubten die spielerisch klar überlegenen Hausherren rund um die 30-Minuten-Marke weiter am Resultat, indem Lennart Voigt einen Abpraller mit links zum 3:0 versenkte (26.) und Vorbereiter Pankraz sich anschließend bei einer Hochschild-Ecke auf den einsamen zweiten Pfosten einmal selbst belohnte (34.).
Schon zur Pause war die Angelegenheit also geklärt. Daran vermochte auch Zeybekoglus Lebenszeichen in Form eines Lattentreffers nichts zu ändern (59.).
Sparre machte dagegen einfach weiter mit effizientem Fußball, der ab der zweiten Hälfte auch mit Beteiligung von Top-Stürmer Finn Möller über den Rasen unter der charakteristischen Hochspannungsleitung fegte. Hoch und weit geschickt, schaute der Aufstiegstorjäger der Vorsaison den gegnerischen Tormann zum 5:0 aus (62.), während er das halbe Dutzend in Poleposition für den ebenfalls gebrachten Kian Maleki auflegte (77.).
Diesmal bei einem nach vorne blockierten Hochschild-Freistoß am richtig Fleck lauernd, schnürte Maleki gar den Doppelpack (82.), den sich mit Kapitän Martens noch ein weiteres der vielen Eigengewächse vom Rosengarten sicherte (83.). Beim gemeinsamen Mannschaftsfrühstück wurde neben Wurstbrot wohl auch ausreichend viel Zielwasser verkostet!
Auf der anderen Seite, symptomatisch für den hilflosen Auftritt der Gäste aus Klein Nordende, unterlief Torhüter Maik Bianchet bei der Entstehung des nunmehr achten Tagesgegentors auch noch ein Luftloch. Situationskomik, über die heuer nur der Aufsteiger lachen konnte…
Der zwischenzeitliche 6:1-Ehrentreffer durch Michel Cords (79.) süßte einen gänzlich versauerten Auftritt der SVL-Reserve freilich auch nicht auf. Der einzig positive Aspekt des Freitags: am folgenden Abend kassierte auch Konkurrent Union Tornesch III eine heftige 1:7-Schlappe in Heidgraben, wodurch sich der Rückstand auf die nicht-Abstiegsplätze weiterhin bei einem Zähler beläuft. Eine Thematik, die für den TSV Sparrieshoop im Mittelfeld des Klassements wahrlich keine Rolle spielt.

Tore: 1:0 L. Diedrigkeit (3.), 2:0 Martens (5. Pankraz), 3:0 Voigt (26. L. Diedrigkeit), 4:0 Pankraz (34. Hochschild), 5:0 F. Möller (62.), 6:0 Maleki (77. F. Möller), 6:1 Cords (79.), 7:1 Maleki (82. Hochschild), 8:1 Martens (83. Gül)

Schiedsrichter: Clemens Riehl

Zuschauer: 50








Mittwoch, 29. Oktober 2025

Spielbericht VfL Hammonia II - SSV Rantzau II

Den Spielverlauf auf den Kopf gestellt
Viertelfinaleinzug ohne Fehlschuss: SSV Rantzau II trotz den Personalsorgen

Ganze 15 Ausfälle musste das Trainergespann Bruns/Friebel/Kinastowski an der Kommandobrücke der Rantzauer Reserve im Achtelfinale des Holsten-Pokals kompensieren. Mit an Bord aber am Mittwochabend: die Effizienz, mit der der Kreisliga 01-Vertreter komplett darüber hinwegtäuschte, dass vor allem in Abschnitt eins ausschließlich die gastgebende Elf des VfL Hammonia das Spiel machte.
Das Problem der Kicker aus dem Schanzenviertel: sie trafen einfach nicht ins Tor. Azer Askerov (6.) und Tristan Baier (43.) trafen nur den Pfosten, während Arne Sybrandts (22.) und Henri Sticken (34.) ihre Versuche knapp am Gehäuse vorbeizischen sahen.
Entsprechend groß die Erleichterung, als es kurz nach der Pause doch endlich klappte. Über rechts bereitete Florian Zinda sprintschnell vor, sodass Jeremy Murage-König am zweiten Pfosten annehmen und vollenden konnte (48.). Die Barmstedter, die wegen Christoph Brandts Verletzung bereits früh ihren einzigen möglichen Wechsel ziehen mussten (33.) – wie so oft bis hierhin – nicht im Bilde.
Ausgerechnet der für Brandt hineingekommene Charles Assogba sollte den SSV jedoch per Eckstoß auf die kaum für möglich gehaltene Siegerstraße führen. Hammonia bekam den Ball von der Fahne nämlich nicht geklärt, was Ivan Babych just mit dem ersten Torschuss von Blau im Spiel zum 1:1 bestrafte (51.).
Völlig auf den Kopf gestellt war das Geschehen eine knappe Viertelstunde später, schob der per Berg-Steckpass eingesetzte Patrick Hollm eiskalt zum 1:2 ein (64.), um eine abermals schnittig getretene Assogba-Ecke noch entscheidend für das dritte Hurra im dritten Anlauf abzufälschen (76.).
„Wir werden fickerig“, hatte Hammonias Zinda schon zwischendurch festgestellt (66.). Die Bemühungen waren ihnen aber dennoch nicht abzusprechen. Egal, was die Elf aus der Kreisliga 08 heute allerdings versuchte: es sollte einfach kein zweiter Treffer gelingen!
Kurz vor dem Ende kam es sogar noch doppelt brutal. Erst holte sich Kilian Jackst für sein Bein, das in luftiger Höhe Gegenspieler Sascha Berg eine später im Spital mit vier Stichen zu nähende Kopfwunde zufügte, den berechtigten roten Karton ab (88.), dann machte Joker Assogba mit seinem Zuspiel für Alexander Hollms Trudel-Tor den Vorlagen-Hattrick in Gestalt des 1:4 perfekt (90.+1).
Die Jungs aus dem Kreis Pinneberg damit seit acht Pflichtspielen unbesiegt und vor allem unter den letzten acht im Bewerb der zweiten Mannschaften im HFV. Ob verdient oder nicht war nach diesem Mittwochabend kein Thema mehr.

VfL Hammonia II: Hebart – Schulte, Hunger, Pawletta (83. Heubel), Jackst – Sybrandts, Askerov – Zinda (83. Müller), Sticken (74. Nguyen), Murage-König (74. Singateh) – Baier, Trainer: Leon Dobbratz & Andreas Fehrenbach

SSV Rantzau II: Ulrich – P. Hollm, Ritter, Meyer, Vester – Brandt (33. Assogba), Thieme, Blunk – A. Hollm, Berg, Babych, Trainer: Jan-Hendrik Bruns, Patrick Friebel & Patrick Kinastowski


Tore: 1:0 Murage-König (48. Zinda), 1:1 Babych (51. Assogba), 1:2 P. Hollm (64. Berg), 1:3 P. Hollm (76. Assogba), 1:4 A. Hollm (90.+1 Assogba)

rote Karte: Jackst (VfL Hamminia II, 88., grobes Foulspiel an Berg)

Schiedsrichterin: Jana Teipelke (SV Curslack-Neuengamme)

Zuschauer: 40


Freitag, 24. Oktober 2025

Spielbericht SV Lieth - VfL Pinneberg

Stimmung endgültig gekippt
1:4! VfL Pinneberg stößt SV Lieth in den Tabellenkeller

Von wegen goldener Oktober. Vier Spiele, nur ein Punkt – Abstiegsplatz! Kein Wunder, dass Präsident Bo Hansen die kriselnde Elf vom Butterberg nach dem neuerlichen Trauerspiel erstmal zur Sitzung ins Separee des Clubheims zitierte. Die Stimmung auf dem Tiefpunkt, der Trainer ratlos: Die einst gefürchteten „Liether Löwen“ taumeln 2024/2025 führungslos in Richtung Bedeutungslosigkeit. An diesem Freitagabend war es vor allem, die weitgehend leblose Art und Weise, die für Entsetzen auf und um den Klaus-Waskow-Platz sorgte.
Dabei hatten die Hausherren im Heimspiel gegen den VfL Pinneberg sogar einmal kurz das Momentum auf ihrer Seite, als ein Kontertor den optischen Eindruck ein Stück weit auf den Kopf gestellt hatte. Aus einem Angriff der nach vorne verteidigenden Pinneberger heraus gelang Christian Kuhlmann nämlich der perfekte lange Ball, den Angreifer Max Schulz schön verarbeitete und mit links über den hoch postierten Torwart zum 1:0 ins Netz lupfte (17.).
Die Jungs von Trainer Rudolf Hock-Kutscher ganz im Stile einer typischen Auswärtsmannschaft, nur ließ sich der tatsächliche Gast davon aber wenig beeindrucken.
Devin da Ronch probierte es aus der Drehung (21.), Tyler Brose etwas zu unplatziert aus 20 Metern (31.); die nicht untalentierten, aber bislang etwas unbeständigen Pinneberger glaubten an sich und ihre Spielidee.
Die Belohnung dafür: das 1:1 gegen eine SVL, die nach einer abgeköpften Brose-Ecke das Herausrücken verweigerte, sodass der Ball im zweiten ungestörten Anlauf genau beim eingestarteten Niklas Bargob im Fünfmeterraum landete. Der Torerfolg blieb da reine Formsache (36.).
Kurz nach der Pause war es wieder ein hoher Ball, der die Roten vor unlösbare Defensivprobleme stellte. Diesmal riss Aufbauspieler Ben Schuler per Flugball ein beträchtliches Loch in die gegnerische Abwehrkette, wo sich da Ronch auch mit etwas Glück gegen den Schlussmann Luca Von Der Heide zum 1:2 durchsetzen konnte (51.)
Die Heim-Elf blieb dagegen ohne echte Idee im Spiel nach vorne, das Angreifer Ali Duman in seiner Verzweiflung schon von hinten heraus zu navigieren versuchte. Ein Freistoß, den Philipp über das Tor setzte (53.) sollte (zu) lange die beste Chance im zweiten Abschnitt bleiben.
Zum Kontrast dazu setzte es drüben Gegentreffer Nummer drei, bei dem sich zwei Liether in Klärungsabsicht einer Flanke ins Gehege kamen, Brose dank der schwachen Kopfballabwehr für Bargob auflegte und dieser den üppigen Platz auf halblinks zum perfekt passenden Rechtsschuss nach linksunten nutzte (59.). So einfach kann es gehen!
Und weitere Gäste-Treffer wären möglich gewesen. Schuler mit Gefühl an den Querbalken (63.), Brose per Freistoß-Aufsetzer daneben (66.) und Bargob mit links gegen Von Der Heide (70.) verpassten das 1:4, das geradezu logischerweise doch noch über Umwege fallen sollte. Nach Broses Freistoß war Schuler zwar an Torwart und Luca Albers´ rettendem Kopf gescheitert, doch Von Der Heides Kollision mit dem nachsetzenden Hirota Kakiguchi veranlasste Schiedsrichter Marc-Calvin Prey (Moorreger SV) zum Strafstoßpfiff, über den sich der Goalie derart aufregte, dass er für das wütende Prellen des Balles noch einmal den gelben Karton kassierte – Platzverweis (78.)!
Den gepfiffenen Strafstoß verwandelte Brose vier Minuten später gegen Ersatzfänger Patrick Klösel abgeklärt unten rechts (82.). Den anschließend provokativen Torjubel vor einem Heim-Anhänger, mit dem es zuvor bereits einige Dialoge gab, darf man dagegen getrost der Kategorie „spätpubertär“ zuordnen…
Ergebniskosmetik blieb daraufhin sowohl Julien Duffke (Philipp Niedermeier tauchte behände ab), als auch Max Schulz bei der folgenden Ecke verweigert (83.), wobei auch der VfL noch weiter hätte am Ergebnis schrauben können.
Während Niedermeier und seine Vorderleute als Tabellensechster in Schlagdistanz zu Rang zwei bleiben, ist die SV Lieth nun sogar auf Abstiegsplatz 14 abgerutscht. Der Umbruch im Sommer, mitsamt neuem Trainer, droht inzwischen im Sturz gen Kreisliga zu enden. Den Worten aus der Krisensitzung müssen kommende Woche in Quickborn endlich wieder Taten folgen.

Tore: 1:0 Max Schulz (17. Kuhlmann), 1:1 Bargob (36. Brose), 1:2 da Ronch (51. Schuler), 1:3 Bargob (59. Brose), 1:4 Brose (82., Strafstoßtor, Von Der Heide an Kakiguchi)

gelb-rote Karte: Von Der Heide (SV Lieth, 78., Foulspiel + Unsportlichkeit)

Schiedsrichter: Marc-Calvin Prey (Moorreger SV)

Zuschauer: 50