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Sonntag, 8. März 2020

Spielbericht FC Hamburger Berg - Hamburg Hurricanes II


Sako-Debüt geglückt
1:0 gegen Hurricanes-Reserve: Hamburger Berg gewinnt enges Verfolgerduell

Nicht alle Gästespieler wollten der Vermutung Glauben schenken, dass die im gleich beginnenden Punktspiel der Kreisklasse B auf einen Ex-Profi treffen würden. Auf Grand in der untersten Spielklasse würde doch kein Spieler von Bekanntheit den Körper im Spätherbst der Karriere noch einmal schinden.
Von wegen, schnürt der 67-malige Zweitliga-Akteur (FC St. Pauli und Arminia Bielefeld) Morike Sako jetzt die Schuhe für den FC Hamburger Berg, den der baumlange Kerl gegen die Reserve der Hamburg Hurricanes sofort als Führungsspieler auf dem Platz unterstützte.
Bis drei wichtige Punkte im Angriff auf die drei Zähler entfernte Tabellenführung der B3 auf der Habenseite waren, galt es 90 umkämpfte Minuten zu bestreiten.
In deren erstem Viertel blieb der größte Oha-Moment trotz Spielanteilverteilung pro Hamburger Berg den rosa gekleideten Gästen vorbehalten, als Jesper Jensen am zweiten Pfosten genau diesen aussichtsreich anköpfte (17.).
Um ein Haar wäre der viele Ballbesitz der Roten also für die Katz gewesen, doch knapp vor Überschreiten der 30-Minuten-Marke arbeitete Rashid Faisal über außen punktgenau vor, sodass Mohammed Latif im Sturmzentrum nur noch einzuschieben brauchte.
Wenig später fast das 2:0, erkannte Sako, der ansonsten viel als omnipräsenter Erklärbär für Mitspieler und den überforderten Schiedsrichter agierte, die Schusschance aus 21 Metern, endend mit einem Pfostentreffer.
So richtig knistern wollte es danach nicht mehr in den Strafräumen. Insbesondere nach der Pause häuften sich dagegen die rassigen Mittelfeldzweikämpfe, die binnen zehn Minuten gleich fünf (verspätete) Einstiegskarten gelber Farbe mehr oder weniger herausforderten.
Darunter auch für Bergs Najimu Mohammed, dessen Spieltag nach seinem zweiten Foulspiel, gleichbedeutend mit der zweiten Verwarnung, vorzeitig beendet war (70.). Kurz darauf schickte ihm Schiedsrichter Andre Ludwig den gelb vorbelastet taktisch foulenden Antony Lock auf der anderen Seite zur erneuten Gleichzahl hinterher.
Und damit blieb der bissige Brite nicht der Letzte. Passend zur weitgehend diffusen Zweikampfbewertung des Unparteiischen setzte es für den im Mittelfeld durchaus in Richtung Ball grätschenden Jack Taylor glatt rot, obwohl eigentlich kein Merkmal für einen Feldverweis auf Dauer vorlag (85.).
Dem damit jetzt auch noch in Unterzahl streitenden Tabellenvierten lief derweil mehr und mehr die Zeit davon. Den letzten nennenswerten Anlauf, den Spielstand von nach wie vor 1:0 noch umzubiegen, unternahm somit Christian Rintsch, dessen Freistoß aus dem Halbfeld jedoch den Beweis ermöglichte, dass Heim-Torsteher Augustine Obong nicht nur als lautstarker Kommandeur zwischen den Pfosten taugt. Seine Rettungstat sicherte den Jahnplatzkickern den knappen 1:0-Erfolg, der die ohnehin besten Karten für den Aufstieg in die Kreisklasse A weiter aufpolierte.

Tore: 1:0 Latif (30. Faisal)

Gelb-rote Karten: Mohammed (70. wiederholtes Foulspiel) – Lock (74. wiederholtes Foulspiel)

Rote Karte: Taylor (Hamburg Hurricanes II, 85. grobes Foulspiel)

Schiedsrichter: Andre Ludwig (Note 5)

Zuschauer: 35

Spielbericht SC Union 03 III - FTSV Komet Blankenese II

Unions (Saison-)Abbruch
Fliegende Fäuste auf dem Jahnplatz – SCU zieht sofort Konsequenzen

Wiederholt, gerade in den letzten Wochen, hat es rund um die Drittvertretung des SC Union 03 in der Kreisklasse B5 Diskussionen um Disziplin und sportlich faireres Verhalten gegeben. Ein paar Spieler erhielten den Laufpass, neue kamen hinzu. Nun ist der Bogen nach einem beschämenden Spielabbruch gegen das Spitzenteam von Komet Blankenese endgültig überspannt und das Kapitel "Dritte Herren" vorerst abgeschlossen. Trainer und Vorstand waren sich einig: Die Auflösung Ist jetzt die einzig richtige Lösung. Eine entsprechende E-Mail ging bereits eine halbe Stunde nach dem vorzeitigen Spielende beim HFV ein.
"Die Entscheidung ist richtig. Unser Trainer reißt sich den Arsch auf und wir sind auf dem Platz dann so eine Chaoten-Truppe. Es kann nicht sein, dass fünf Leute aus der Mannschaft alles kaputt machen. So wollte ich das hier nicht beenden.", berichtete Kapitän Cagdas Bozkurt aus seiner Gefühlswelt. Besonders Mitspieler Cem Ulusu, der sich eine Schlägerei mit Gegenspieler Umut Cetin geleistet hatte, erntete kein Verständnis bei seinem Capitano: "Was soll das? Wenn er clever ist, schmeißt er sich hin und der Gegner kriegt die rote Karte. Dann sind wir einer mehr.“, trauerte der Außenverteidiger der möglichen Chance zum Happyend trotz Rückstand nach. Schließlich hatte das Schlusslicht bis zum Faustkampf eine passable Vorstellung geboten.
Der 1:4-Rückstand nach 65 Minuten täuschte ein wenig darüber hinweg, dass der Tabellenzweite entgegen des klar verteilten Ballbesitzes nicht allzu viel zu Stande brachte.
Die Ausnahme gab es gleich zu Beginn, als nach 18 Pässen bei nur einer Ballberührung der Unioner Umut Cetin in der Mitte zum 0:1 traf und der Weg zum Kantersieg vorgezeichnet schien.
Die Gastgeber arbeiteten sich allerdings hinein und bekamen die große Chance zum Ausgleich – die sie auch prompt nutzten, vollendete Cem Ulusu einen gefällig gespielten Angriff sicher mit dem 1:1 (10.).
Während Komet in der Folge anzumerken war, dass 42 Tore (Andre Soltwedel & Can Dursun) den Dockenhuden im Winter gen Groß-Flottbek verlassen haben, bewies Union-Fänger Erdem Öngen nicht nur im schnellen Abtauchen gegen einen Cetin-Versuch eine starke Tagesform.
Nicht gefordert war dessen Eingreifen jedoch bei Cetins selbst herausgeholtem Strafstoß, nachdem ihm Raimund Klose den Körperkontakt im Strafraum auf dem Silbertablett servierte. Der Angreifer zielte nämlich drüber und fast war das Remis damit in die Pause gerettet.
Ausgerechnet eine schwache Abwehr des Tormanns gegen Danny Menzels Freistoß bescherte wiederum Umut Cetin den 1:2-Abstauber.
Ergebnisfrust zur Pause für den SCU, der nach kurzer, lautstarker Diskussion wieder zur Motivation wurde. In der Zwischenzeit erfuhr Trainer Ertekin Ismailtevfikoglu, dass das Sportgericht des HFV nach zwei Feldverweisen aus der Vorwoche (0:13 bei Spitzenreiter Eintracht Lokstedt IV) zur Verhandlung lädt. Dort war auch bereits das abgebrochene Match davor bei Altona 93 IV (vier Feldverweise nach eine halben Stunde) in die nächste Runde gegangen…
Heuer blieb es auch nach dem strukturiert herausgespielten 1:3, bei dem mit Marcin Plotkowski eine von drei Leihgaben der alten Herren als Vorlagengeber für, natürlich Umut Cetin glänzte, ein gewöhnlicher Kreisklasse-Kick.
Schiedsrichter James Withut fuhr gut mit seiner englischen Linie, an der aber nicht Komets zweiten Gang zum Punkt verhindern konnte. Als letztes Mittel zog Cagdas Bozkurt im Fünfmeterraum die Textilbremse gegen Cetin, für die es nicht einmal eine Verwarnung setzte. Braun-weiß war´s egal, denn Jan Zimmermann versenkte linksunten. – 1:4!
Zum Wiederanstoß kam es allerdings nicht mehr, verstrickte sich der damit nicht nur sportlich omnipräsente Vierfachtorschütze in einen unsachlichen Disput, der in einer Rangelei endete. Ein wortwörtlicher Schlagabtausch mit Gegenspieler Ulusu entstand, der nach kurzer Zeit und der roten Karte für den Unioner eigentlich gegessen schien. Der Konflikt brandete aber postwendend wieder auf, sodass der Unparteiische auch unter den Augen dreier Kleinkinder abbrach. Beleidigungen, Schläge, Kung-Fu-Tritte und fliegende Gegenstände haben nicht nur auf dem Fußballplatz keine Daseinsberechtigung.
Apropos Daseinsberechtigung: Diese fehlte auf dem Platz übrigens dem eigentlich noch rotgesperrten Ricardo Rodrigues Alves, der für dieses Spiel einfach einen anderen (nicht gesperrten) Namen bekam und ironischerweise die meisten Anstrengungen zur Deeskalation unternahm. An diesem chaotischen Vormittag passte diese Randnotiz allemal ins Bild.

Tore: 0:1 Cetin (2.), 1:1 Ulusu (10.), 1:2 Cetin (45. Menzel), 1:3 Cetin (56. Plotkowski), 1:4 Zimmermann (64. Strafstoßtor, Bozkurt an Cetin)

Gelbe Karten: Ismailtevfikoglu (Trainer) – keine

Rote Karte: Ulusu (SC Union 03 III, 65. Tätlichkeit)

Schiedsrichter: James Withut (TuS Finkenwerder)

Zuschauer: 12