Freitag, 14. Oktober 2011

Spielbericht Hamm United FC II - TuS Hamburg II

Auf den Thron gekontert!
TuS-Reserve stürmt dank imposanter Offensivleistung an KL4-Spitze

So stellt man sich ein Spitzenspiel vor! Zwei offensive Mannschaften, die sich einen packenden Fight mit vielen Torraumszenen und jeder Menge Tore liefern!
So gesehen im Topspiel der Kreisliga 4 zwischen Hamm United II und der Reserve TuS Hamburgs im Hammer Park.
Bei schöner Flutlichtkulisse wurde es sofort interessant. Vier Minuten waren gerade einmal gespielt, da rettete HUFC-Keeper Rainer Maack in aller Nötigkeit gegen Arne Pätzold, was sein Gegenüber, Patrick Tabor, mit einem großartigen Reflex gegen Florian Scheer ebenso klasse löste. Da musste schon etwas mehr passieren, um diese(n) Torhüter zu schlagen!
Gesagt – getan: Daniel Diedrich mit dem Standard auf die rechte Seite und Zlatko Bezbradica mit der Flanke auf den zweiten Pfosten, wo Scheer nur noch den Kopf hinhalten musste (24.). Fußball kann so einfach sein!
Und weil es manchmal so einfach ist, versuchten sie es erneut, doch diesmal klärte Tabor gerade noch vor Scheer, was sich zu einem brandgefährlichen Gegenangriff entwickelte, den Ali Hammoud in der Mitte des Strafraums kühl zum 1:1 vollendete (26.).
Die Zähler standen wieder auf null, aber nur für nicht einmal 60 Sekunden. Denn plötzlich markierte Pätzold nach einem starken Ballgewinn in der Hälfte der „Geächteten“ das 1:2 (27.).
Drei Tore in vier Minuten und der Wahnsinn ging weiter! Wieder dauerte es nur wenige Augenblicke, ehe es erneut im Kasten klingelte. Andreas Jutzi vollendete per Kopf zum zweiten Hammer Standard-Tor, im Zuge einer Bezbradica-Ecke, zum verdienten Ausgleich (30.). Was folgte, war waren da gefühlt ewige 660 Sekunden ohne Strafraumaction, doch Schiedsrichter Lukas Maximilian Müller hatte ein Einsehen mit dem gelangweilten Publikum und zeigte nach Trikotziehen an Hammoud im Sechzehner auf den Punkt. Pätzold übernahm – mit Erfolg – zum 2:3-Pausenstand (41.)!
In den zweiten 45 Minuten ging es dann rasant weiter. Kaum war der Wiederanpfiff verstummt, hatte Pätzold die Riesenchance zum beruhigenden 2:4, doch nach perfekter Laufleistung gelang es ihm nicht, die Kugel aus spitzem Winkel ins leere Gehäuse zu steuern. Kurz darauf wurde dann überdeutlich, warum die Elf von Trainer Oliver Madejski das Maß der Dinge in der Vierer-Kreisliga ist. Zwar ließ die Defensive zwei sehr gute Möglichkeiten im eigenen Gefahrenbereich zu, doch in beiden Fällen rettete Schlussmann Tabor mit sensationellen Reflexen, die seine Mitspieler zum schnellen Bilderbuch-Konter nutzten, den Pätzold im Eins-gegen-Eins mit Maack glänzend zum 2:4 vergoldete – sein drittes Tor (51.)!
Die Hammer ließen sich dadurch aber nicht entmutigen und suchten weiter den Weg nach vorne. Doch weil Andre Nernheim nach einer abgewehrten Flanke um Haaresbreite scheiterte und die Gäste einmal mehr einen zielsicheren und vor allem erfolgreichen Konter fuhren, war für Spielertrainer Jasmin Huremovic und seine Mannen einfach nichts mehr zu holen (58.). Wieder überbrückten sie das Mittelfeld in Sekundenschnelle, sodass die Gegenspieler nur noch den Staub des zum Torjubel abdrehenden Hammoud sahen. Der Fisch schien gegessen!
Trotzdem versuchte man bei den Hausherren noch einmal alles mit zwei neuen Offensiven und dem kompletten Umschalten auf „Attacke“. Frühes Stören, eng am Mann sein. Das sollte sich auszahlen. Die Dunkelblauen viel zu leichtsinnig vor dem eigenen Häuschen und schon war die Führung nur noch zwei Tore hoch (65.). Scheer verkürzte auf Einladung des zuvor zweikampfsiegenden Bezbradica auf 3:5.
Nun würde entscheiden, wird ei größere Luft und mehr Konzentration hat. Und das waren am Ende die Jungs vom Gesundbrunnen. Ausgerechnet ein Bock des sonst tadellosen Maack besiegelte schlussendlich die Heimniederlage, als der betagte Torwart einen Gluhic-Freistoß aus dem rechten Halbfeld nicht kontrollieren konnte und damit genau für den nunmehr dreifach treffsicheren Hammoud servierte (72.). Da gerieten das 3:7 durch, wieder einmal, Pätzold, dem ein krasser Ballverlust in der eigenen Hälfte vorausging (82.), und eine Frust-Ampelkarte für Kapitän Jutzi (88.) fast zur Nebensache.
Das Ergebnis letztlich etwas zu hoch, was auch der siegreiche Madejski bei seiner Freude über den Auswärtssieg berücksichtigte: „Hamm United hat wirklich eine gute Truppe mit sehr viel Qualität, die sich am Ende aber einfach aufgegeben hat. Zudem hatten sie nach einer ausgeglicheneren ersten Halbzeit die große Möglichkeit zum 3:3, aber unser Torhüter hatte einfach einen Welttag und wir haben einfach genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben: schnelle, zielstrebige Konter.“.
Durch diesen Erfolg ist das von Madejski und Eddy Tounians gecoachte Team nun neuer Spitzenreiter der Kreisliga 4 und will diesen Rang auch keineswegs wieder hergeben: „Wir gehören mit dieser Mannschaft klar in die Bezirksliga!“, hält sich der Übungsleiter nicht zurück. Der Grundstein dafür ist jedenfalls gelegt und könnte mit einem weiteren Sieg gegen den FTSV Lorbeer weiter ausgebaut werden.
Hamm United II steht nun ein schwieriger Auswärtskick bei Rot-weiß Wilhelmsburg bevor, in dem sich zeigen wird, wie die Mannschaft die rasante Niederlage verdaut hat.

Hamm United FC II: Maack – Jutzi, Diedrich, T. Laszko (64. Beinling), Chrisafondis – Ulmer, Hempel (77. Zwadzki) – Nernheim, Huremovic (64. Huth) – Scheer, Bezbradica, Spielertrainer: Sascha-Jasmin Huremovic

TuS Hamburg II: Tabor – Mohamed Ahmed, Karagöz, Gluhic, Breitung – Sahin (46. Suaidy), Garcia – Sommer, Hammoud (75. Jobe), Lucindo de Jesus (75. Kama) – Pätzold, Trainergespann: Oliver Madejski & Eddy Tounians

Tore: 1:0 Scheer (24. Bezbradica), 1:1 Hammoud (26. Pätzold), 1:2 Pätzold (27.), 2:2 Jutzi (30. Bezbradica), 2:3 Pätzold (41., Strafstoßtor, Scheer an Hammoud), 2:4 Pätzold (51.), 2:5 Hammoud (58. Sommer), 3:5 Scheer (65. Nernheim), 3:6 Hammoud (72. Gluhic), 3:7 Pätzold (82.)

gelb-rote Karte: Jutzi (88., wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Lukas Maximilian Müller

Zuschauer: 61


Sonntag, 9. Oktober 2011

Spielbericht SC Sternschanze II - Bahrenfelder SV 19

Munteres Kartenspiel
BSV 19 gewinnt kurioses Kampfspiel und fliegt weiter mit den Adlern

Nein, das war wahrlich nichts für schwache Nerven!
Mit 4:3 konnte das Spitzenteam des Bahrenfelder SV 19 die Reserve des SC Sternschanze in einem irrsinnigen Match niederringen, obwohl die Angelegenheit nach 45 Minuten bereits entschieden.
Der BSV hatte die Partie zunächst gut im Griff. Mit bedachtem Spielaufbau und einer soliden Defensive im Rücken, hätten die Gäste nach 18 bzw 21 Minuten zum Erfolg kommen können, doch Schanzes Aushilfstorhüter Benjamin Wichert aus der dritten Mannschaft leistete in Duellen mit Anwar Jaziri und Malte Piechottka ausgezeichnete Arbeit.
Es musste schon ein eigener Mitspieler her, um diesen Keeper zu schlagen. Georg Kayser war es, der einen feinen Spielzug über Tom Bartels und Gordon Oertel ins eigene Netz vollendete.
Keine 120 Sekunden später kam es noch dicker für die Gastgeber: Rote Karte für Offensivspieler Michael Guimaraes Silva, nachdem sich dieser vom deutlich älteren Filippo Callerame provozieren ließ und diesen mit beiden Händen wegstieß. Callerame sah indes die gelbe Karte...
Der Stachel saß zunächst tief bei der SCS-Reserve, was der BSV eiskalt ausnutzte. Jaziri verdoppelte die Führung, nachdem die Gastgeber einen Angriff über Rechts nicht entscheidend klären konnten, per Rechtsschuss zu einem psychologisch idealen Zeitpunkt, Sekunden vor der Pause.
Zurück aus den Kabinen, drehte sich das Geschehen plötzlich. Die Bahrenfelder beendeten ihr gutes Offensivspiel, während Johannes Jäkel und Co Immer besser in die Partie fanden, was sich nach kurzer Zeit sofort auszahlen sollte. Adrian Lehmann mit der Ecke, Jens Rebke per Kopf – nur noch 1:2! Es war der Auftakt einer höchst rasanten zweiten Halbzeit, die ihren zweiten Akt in der Einwechslung Julian Homfelds auf BSV-Seite erlebte, denn sein vorzeitiges Betreten des Spielfeldes brachte ihm eine nicht nur unnötige, sondern auch folgenschwere Verwarnung ein. Zuerst schien das Team in Grün nach gut einer Stunde nun für Ruhe gesorgt zu haben. Ein schnell ausgeführter Freistoß von Oertel zu Jaziri und dessen gescheiter Pass zum freien Piechottka, der das Leder eiskalt im Kasten einschlagen ließ, dürften eigentlich die Entscheidung gegen einen Gegner in Unterzahl gebracht haben. Ein Eindruck, der sich bestens bestätigte, denn es begann eine Phase mit vielen Fouls und wenig Spielfluss, in der Schiedsrichter Murat Tözel (Hamm United) mehr und mehr zum „Kartenspieler“ wurde, verteilte der Unparteiische einige gelbe Karten, von denen auch Callerame noch einmal eine abbekam und somit mit der Ampelkarte zum Feld musste (81.). Sekunden zuvor hätte der eingewechselte Sascha Neubert endgültig für Ruhe im Spiel sorgen können, doch SCS-Keeper Wichert lenkte Neuberts guten Freistoß aus zentraler Position großartig über die Latte.
So blieb es für die Schlussphase spannend, denn der SCS gab noch einmal Vollgas, blieb aber zunächst bei Lehmanns Lattenkracher, fünf Minuten vor dem Ende, glücklos.
Glück, das kurz darauf jedoch einkehren sollte, zeigte Tözel nach einem Handspiel von Neubert im Strafraum auf den Punkt – Elfmeter für den SCS!
Lehmann übernahm die Verantwortung und versenkte – Die Zickelbein-Elf war für die letzten Momente wieder im Spiel! Momente, die Unglücksrabe Homfeld und Nico Matthies von draußen betrachten mussten, da beide, gelb vorbelastet, nach Foulspielen die Ampelkarte sahen. Auch mit neun gegen neun ging es imposant weiter, denn wieder entschied der Spielleiter auf Elfmeter. Kayser hatte die Arme gegen Jaziri zu weit draußen, was der erfahrene Torjäger mit etwas Theatralik zu seinem Vorteil machte.
Oertel mit dem Schuss ins Glück – 2:4! „Jetzt müsste das Ding doch endlich durch sein!“, kommentierte eine BSV-Anhängerin das Elfertor in der Nachspielzeit, doch da machte sie ihre Rechnung ohne den Mann an der Pfeife, der drei Minuten später nun wieder auf der Gegenseite zum Punkt bat. Warum er dies erneut tat, wusste indes kaum einer so genau...
Flügelspieler Jäkel war das völlig egal, sodass er es zum dritten Anschlusstreffer dieses heißen Matches klingeln ließ.
„Schiri, wie lange noch?“, fragte die BSV-Bank direkt nach dem Tor. Eine Frage, die der sofortige Abpfiff entsprechend beantwortete.
Der Bahrenfelder SV holte einen unnötig mühevollen Dreier bei der zweiten Mannschaft des SC Sternschanze und hält damit den Standard des tabellarischen Spitzenteams, was Trainer Liborio Mazzagatti jedoch nicht gerne hört: „Unser Ziel ist es, eine gute Serie zu spielen und die sehr positive Entwicklung des Vereins und seines Umfeldes, die wir mit harter Arbeit erreicht haben, weiter voranzutreiben. Aufstiegsfavoriten sind in dieser Staffel ganz andere“, schmetterte der Coach entschieden ab. Mit seinem Team ging er indes hart ins Gericht: „Wir haben unsere Führungen nicht gut verwaltet, aber wenn man nach der Halbzeitpause das Fußballspielen einstellt und nicht mehr die nötige Einstellung zeigt, wird es eben eng. Zudem hat der Schiedsrichter mit seinen Entscheidungen sehr viel Unruhe ins Spiel gebracht, aber Hauptsache wir haben die drei Punkte!“, befand der siegreiche Zepterschwinger abschließend.
Beim SCS ärgerte man sich derweil über die Unbeherrschtheit des Michael G. und über die dadurch stark geförderte Niederlage: „Wir haben wirklich eine gute zweite Halbzeit gespielt und viel gemacht; da wäre ein Punkt eigentlich verdient gewesen“, haderte Spielertrainer Benjamin Zickelbein mit dem Schicksal.
Den fast sensationellen siebten Tabellenplatz hat die SCS-Reserve damit erst einmal verloren, während der BSV weiter auf einem starken zweiten Rang hinter dem souveränen Ligaprimus SC Victoria II rangiert.

SC Sternschanze II: Wichert – Kayser, Rebke, Neuroth, Blömer – Matthias, Skarka (72. Kayzer), Schwarzer, Jäkel – Lehmann, Guimaraes Silva, Spielertrainer: Benjamin Zickelbein

Bahrenfelder SV 19: Dreke – Duden (56. Homfeld), M. Hardtmann, Heinsohn, Bartels – Callerame, Oertel – Esati, Piechottka, Klütsch (69. Neubert) – Jaziri, Trainer: Liborio Mazzagatti

Tore: 0:1 Kayser (33. Eigentor, Oertel), 0:2 Jaziri (45.), 1:2 Rebke (53. Lehmann), 1:3 Piechottka (59. Jaziri), 2:3 Lehmann (87. Handstrafstoß, Homfeld), 2:4 Oertel (90.+2 Strafstoßtor, Kayser an Jaziri), 3:4 Jäkel (90.+5 Foulstrafstoß)

gelb/rote Karten: Matthies (90. wiederholtes Foulspiel) – Callerame (81. Unsportlichkeit + Foulspiel), Homfeld (89. Unsportlichkeit + Foulspiel)

rote Karte: Guimaraes Silva (35. Tätlichkeit an Callerame)

Schiedsrichter: Murat Tözel (Hamm United FC, Note 4,5)

Zuschauer: 60

Spielbericht HEBC - Glashütter SV

Warnsignale erkannt
Reinmüller-Elf dreht 1:3-Rückstand gegen einen forschen Aufsteiger

HEBC-Coach Poen Alarcon hat sicherlich schon ruhigere Vormittage mit seiner Mannschaft verlebt als die 90 Minuten gegen den Glashütter. Teils wild gestikulierend stand der Übungsleiter der Hausherren an der Seitenlinie und forderte seine Mannen zu mehr Konzentration und Cleverness auf. Wirklich Gehör bei seinen Schützlingen fand er aber erst während des Pausentees. Davor war die Darbietung seiner Farben eher fahrig als zielstrebig gewesen.
Die erste Nennenswerte Szene der Begegnung ereignete sich in Minute 18, als die bis dato besonnen und kompakt agierenden Gäste die Führung markierten. Kevin Strominski bediente von rechts kommend Tobias Wismann, und jener vollendete trocken zum 0:1.
Im Verlaufe der nächsten Minuten hätte der Goalgetter sein Team sogar mit drei Toren in Front bringen können, doch scheiterte er zunächst am Pfosten und wenig später in letzter Sekunde an der HEBC-Deckung. Etwas überraschend folglich der Ausgleich. Schiedsrichter Christian Henkel (VfL Lohbrügge) hatte eine Regelwidrigkeit geahndet und auf den Punkt gezeigt. Adem Ismajli ließ sich die Chance nicht nehmen und vollstreckte souverän (23.).
Auf der Gegenseite geschah daraufhin eine ähnliche Situation. Nikola Jovic hatte – wohl leicht außerhalb des Sechzehners – Foul gespielt. Jan Schuhmann versenkte den fälligen Strafstoß im rechten unteren Eck (30.).
Als Benjamin Rehmer ein Zuspiel von To. Wismann schließlich zum 1:3 über die Linie gebracht hatte, schien die Messe bereits gelesen zu sein, aber weil Ismajli eine Unachtsamkeit in der GSV-Defensive ausnutzte, schob Antonio Avarello noch vor der Pause zum zweiten Anschlusstreffer ein (43.).
Mit Wiederbeginn drückten die „Veilchen“ immens auf die Tube und schnürten den Aufsteiger in dessen eigenen Hälfte ein. Die Belohnung: A. Avarellos wunderschöne Bude zum 3:3 per Fallrückzieher (50.) und Jovic´ schnell ausgeführter Freistoß zum 4:3 (64.), während Glashütte noch damit beschäftigt war, seine Mauer zu stellen.
Dass die Eimsbütteler im zweiten Durchgang noch zahlreiche Gelegenheiten ungenutzt ließen, verkam am Ende zu einer Nebensächlichkeit. Der HEBC fuhr verdiente drei Punkte ein.

Autoren: Dirk Becker & Björn Meyer

Tore: 0:1 Tobias Wismann (18. Strominski), 1:1 Ismajli (23. Strafstoßtor), 1:2 J. Schuhmann (30. Strafstoßtor), 1:3 Rehmer (40. Tobias Wismann), 2:3 A. Avarello (43. Ismajli), 3:3 A. Avarello (50.), 4:3 Jovic (64. direkter Freistoß)

gelb-rote Karte: Tobias Wismann (Glashütter SV, 84., wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Christian Henkel (VfL Lohbrügge)

Zuschauer: 100

Samstag, 8. Oktober 2011

Spielbericht SV RW Wilhelmsburg - FC ZaZa Hamburg

Ferizi ersetzt sie alle
Gala-Auftritt des Angreifers lässt RWWs Personalsorgen vergessen

Ahmet Kilic musste nach Spielende erstmal tief durchatmen. Felsbrocken fielen dem Coach des SV Rot-weiß Wilhelmsburg vom Herzen, nachdem sein Team den Rivalen FC ZaZa trotz übelster Personalprobleme mit einer reifen Vorstellung mit 4:1 vom Hof jagte.
Den besseren Beginn legten jedoch zunächst die Gäste hin. So war RWW-Keeper Ertegün Yildirim früh zum erfolgreichen Eingriff gegen Ramazan Gün aus 17 Metern gezwungen (3.).
Geklingelt hat es dafür auf der anderen Seite. Rot-weiß mit einem festgefahrenen Angriff, doch Kushtrim Ferizi machte per Linksschuss aus 24 Metern doch noch eine Erfolgsgeschichte aus der ersten eigenen Offensivregung (10.).
Verlass blieb unterdessen auch auf Goalie Yildirim, der wenig später einen Can-Kopfball entschärfte. Doch auch sein Gegenüber kann es auf der anderen Linie, ffischte Mehmet Öztürk einen Freistoß Erdal Kilic´ wunderbar aus dem Winkel.
ZaZa blieb für die zweite Hälfte gut im Geschäft und freute sich – nur kurz – über den vermeintlichen Ausgleich, den der eingewechselte Fahrettin Gönlüacik bei der Verarbeitung einer Akdag-Flanke unter klarem Handspieleinsatz, ähnlich wie einst Oliver Kahn anno 2001, erzielte (54.). Ein Schiedsrichter von der Qualität eines Markus Dahms (TuS Finkenwerder) lässt sich davon natürlich nicht täuschen. Ohnehin hatte der oberligaerfahrene Mann das brisante Türkisch/Kurdische Duell mit seiner konsequenten Ansprache überragend im Griff.
In völlig legaler Manier zeigte Christopher Bruhn, knapp vor Passieren der Stundenmarke, wie man es richtig macht. Ein schneller Konter über die linke Seite schaltete ZaZas Defensive aus, sodass Ferizi vor dem Tor nur noch querzulegen brauchte. Bruhn nahm dankend an und verdoppelte den Vorsprung der heuer ohne sieben abwesende Urlauber und einem Torhüter (Ibrahim Senol) im Feld agierenden Wilhelmsburger (59.).
Die Gäste wollten sich jedoch nicht aufgeben und verkürzten auf 2:1, als Onur Yayan einen Sürmeli-Freistoß unbedrängt im Strafraum im Strafraum einköpfen konnte (65.).
Zeit, die dritte Schlappe in Serie abzuwenden, war noch genug, doch zu oft schlichen sich Ungenauigkeiten ins Spiel des kurdischen Teams.
Stattdessen machte Rot-weiß nach Ferizis Eckball in Person von Bruhn alles klar (73.), um in der Schlussminute einen weiteren Bilderbuch-Konter, abgeschlossen zum 4:1 vom nicht zu bremsenden Ferizi, aufs rote Parkett am Rotenhäuser Damm zu legen.
Für Übungsleiter Ahmet Kilic ein Grund zur Freude: „Nach den ersten 20 Minuten haben wir heute ein richtig gutes Kampfspiel hingelegt. Es war sehr wichtig, nach dem Spiel gegen den Escheburger SV, wo wir allein in den ersten 23 Minuten fünf Riesenchancen auslassen und gegen nachher neun Mann verlieren, wieder einen Sieg zu schaffen. Ich bin sehr stolz auf meine ersatzgeschwächte Mannschaft!“.
Mit einem weiteren Erfolg am kommenden Wochenende beim Kellerkind des DSC Hanseat würde RWW nicht nur den Trainer weiter stolz machen, sondern auch in Reichweiter zu den Plätzen an der Sonne der Kreisliga 4 gelangen. Der FC ZaZa hat dagegen mit Vatan Gücü die nächste harte Nuss zu knacken, um nicht unten hineinzugeraten.

Tore: 1:0 Ferizi (10.), 2:0 Bruhn (59. Ferizi), 2:1 Yayan (65. Sürmeli), 3:1 Bruhn (73. Ferizi), 4:1 Ferizi (90. Yalcin)

beste Spieler: Yildirim, Ferizi, Bruhn – geschlossene Mannschaftsleistung

gelbe Karten: Bruhn, Oksüz – Demirtag, Gün, F. Gönlüacik, Sürmeli

Schiedsrichter: Markus Dahms (TuS Finkenwerder, Note 1)

Zuschauer: 60

Freitag, 7. Oktober 2011

Spielbericht GW Eimsbüttel - SC Alstertal / Langenhorn II

„Wenn man denkt, da kommt nichts mehr“
2:1 über SCALA! – Zweiter GWE-Sieg in Folge gegen wenig inspirierte Gäste

Grün-weiß Eimsbüttel hat durch einen 2:1-Heimerfolg über die Reserve des SC Alstertal/Langenhorn den überraschenden Auswärtserfolg beim SC Persia veredeln können.
Der Ereignisgrad vor bedauerlich schwacher Kulisse passte sich zu Beginn den äußeren Bedingungen bestens an. Es passierte nicht viel, da beide Mannschaften nach dem Motto „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“ handelten.
Doch mitten in diese Ruhe setzten die Gäste durch Daniel Krohn einen gehörigen Nadelstich, der keineswegs eine freundliche Akupunktur war, sondern das 0:1 des 23-jährigen Angreifer, der Matthias Przybylski in einem packenden Laufduell von sich distanzieren konnte (20.).
In der Folge blieb die Partie zwar weiter verhalten, doch langsam übernahm GWE das Kommando auf dem Spielfeld. Dies wollte sich Dirk Becker mit einem Versuch aus halblinker Position zu Nutze machen, doch das Spielgerät verfehlte den Kasten denkbar knapp.
Nach dem Wiederbeginn war die Heimmannschaft weiter die Aktivere und hätte wiederum durch Becker den Ausgleich erzielen müssen, doch ein Tritt in die Luft verhinderte das eimsbütteler Hurra, nachdem Johan Schwarzmayr schön flankte.
Gute fünf Minuten später war es dann so weit: Freistoß für die Gastgeber in der Nähe des Sachzehners. Schwarzmayr mit der Ablage, Motullo mit rechts – 1:1! Ein Dusel-Tor, denn den darf Schlussmann Jorg-Philip Ansen auch gerne sicher entschärfen…
Chancenlos konnte sich der 25-Jährige kurze Zeit danach nennen, als Caspar Motullo im Strafraumgewühl die Übersicht behielt und mustergültig per Kopf für Schwarzmayr auflegte. Der ehemalige Auetaler traf und bewies damit, dass es auch mit getauschten Rollen funktioniert (63.).
Apropos getauschte Rollen: Wie kam eigentlich SCALA mit der Wendung zum Rückstand zurecht?
Wirklich erwähnenswert gestalteten sich die Bemühungen nur bei einer ausgezeichneten Schusschance für den soeben eingewechselten Tim Koßek, vom formstarken Patrick Witte zwischen den GWE-Stäben aber fachmännisch entschärft (75.).
Simon Schirrmacher und die anderen Grün-weiß sicherten sich die Punkte, was den Kapitän angesichts der aktuell „schwierigen Personalsituation“ (mit Matthias Barkley, Dennis Tralau und Marco Bär kamen erneut drei Spieler aus dem Gros der zweiten Herren zum Einsatz) hoch erfreute: „Wir sind näher zusammengerückt, was wir sehr deutlich auf dem Spielfeld durch extrem geschlossene Kompaktheit zeigen. Deshalb geht der Sieg gegen einen angenehm fairen und sympathischen Gegner auch in Ordnung.“. Eine Kampfansage an die Konkurrenz hatte der 33-Jährige auch gleich parat: „GWE schlägt immer dann zu, wenn man denkt, da kommt nichts mehr!“.
Auf den VfL Hammonia wartet also eine interessante Aufgabe gegen ein Team, das mit nun zwei Siegen in Folge vorerst im Mittelfeld rangiert – ebenso, wie der heuer geschlagene Aufsteiger, der an seiner Siemershöh die Zweitvertretung des Willinghusener SC zum Duell der Reserven empfängt.

Tore: 0:1 Krohn (20.), 1:1 Motullo (56. Direkter Freistoß), 1:2 Schwarzmayr (63. Motullo)

beste Spieler: Motullo, C. Pleus – geschlossene Mannschaftsleistung

Schiedsrichter: Nino Rüdian (VfL Lohbrügge)

Zuschauer: 20

Sonntag, 2. Oktober 2011

Spielbericht SC Persia 04 - GW Eimsbüttel

Persia beißt auf Granit
Dritte Persia-Schlappe in Folge – GWE mit Befreiungsschlag

Mit einem 2:0-Auswärtssieg beim SC Persia konnte Grün-weiß Eimsbüttel einen wahrhaften Befreiungsschlag in der Kreisliga 5 setzen, während der SC Persia den Status des absoluten Spitzenteams vorerst verloren hat.
Es entwickelte sich zunächst ein ausgeglichener Kick bei großer Hitze in Alsterdorf, in dem de ganz großen Momente erstmal ausblieben. Doch eine starke Vorarbeit von Finn Schaper über die linke Seite lieferte den perfekten Service für Vincent Dahms, der das Leder aus halbrechter Position zum 0:1 in die kurze Ecke schob (24.).
Danach passierte nicht viel. Persia bemühte sich zwar um eine passende Antwort, doch fehlende Dynamik im Aufbauspiel und ein extrem kompakter Defensivblock der Gäste ließen den SCP über weite Strecken blass aussehen. Szenen, wie in der 39. Minute, als Schaper seine liebe Mühe hatte, eine von Schlussmann Patrick Witte berührte Hereingabe von Shahram Rahbari auf der Linie zu klären, waren Mangelware.
In der zweiten Hälfte schien sich das Geschehen eher in Richtung der Gastgeber zu entwickeln. So eröffnete Carsten Motzkus den neuen Spielabschnitt mit einem guten Freistoß aus zentraler Position, doch der aufmerksame Witte lenkte das Leder schön über die Latte.
Ebenso eine gute Reaktion gab es in der 66. Minute zu bestaunen, als sich der eingewechselte Stefan Reichel versuchte, gegen den 29-Jährigen Schlussmann jedoch das Nachsehen hatte.
Danach war Schluss für den emsigen 19-jährigen Hasan Yüksel auf Seiten bei GWE, der wie der für ihn eingewechselte Dennis Tralau eigentlich zum Gros der zweiten Mannschaft gehört. Später sollte mit Marco Bär gar ein Akteur der dritten Herrenmannschaft den alsterdorfer Rasen betreten. Mit Tralau leitete gut eine Viertelstunde vor Schluss einer des Aushilfstrios die Entscheidung zu Gunsten der ausfallgeplagten Schirmer-Elf ein.
Persia verhaspelte sich aufgrund eines Laufeinsatzes Tralaus vor dem eigenen Sechzehner und schon bediente Nicholas Burke den gestarteten Dahms, der im Lauf auf den Kasten das 0:2 markierte (76.). Grund genug für ihn, jubelnd und auf seine Rückennummer 13 verweisen, auf den Hügel hinter dem getroffenen Tor zu sprinten – ein Gruß an ein paar Persia-Akteure, mit denen er einst, unter anderem beim SC Sperber zusammen kickte…
Der SC Persia drückte zwar noch auf den Anschlusstreffer, doch eine zu uninspirierte Spielweise und gegnerischer Granit besiegelten die dritte Niederlage in Serie und das Abrutschen auf den dritten Rang.
Auf der anderen Seite tat GWE einen wichtigen Schritt aus dem Tabellenkeller, von dem man sich nun dank einer starken Kollektivleistung auf vier Punkte distanzieren konnte.
Während Grün-weiß mit einem Heimsieg am kommenden Freitag gegen den starken Aufsteiger SC Alstertal/Langenhorn II einen Aufwärtstrend setzen will, sollte der SC Persia punkten, wenn es am Sonntag zur unangenehm zu bespielenden Reserve des Willinghusener SC geht.

Tore: 0:1 Dahms (24. Schaper), 0:2 Dahms (76. Burke)

beste Spieler: M. Karimi – Witte, Schaper, Motullo, Yüksel

Schiedsrichter: Manfred Kock (TSV Reinbek)

Zuschauer: 40

Spielbericht SC Victoria Hamburg II - VfL 93 Hamburg II

Abgerammt!
Spitzenreiter Vicky II kanzelt VfL-Reserve 8:0 ab

Auch lange nach dem Spiel wusste VfL-Coach Marco Ritter noch nicht so wirklich, was er zu dem Geschehenen sagen sollte: „Das war ein rabenschwarzer Tag für uns. Wir waren in allen Belangen schlechter“, konstatierter der Übungsleiter, wie sein Team am Lokstedter Steindamm buchstäblich unter die Räder geriet.
Es dauerte keine 60 Sekunden, da schädelte der aufgerückte Arne Wegner das Spielgerät erstmalig in die Maschen. Der VfL fand an diesem Sonntag überhaupt nicht ins Spiel und so überraschte es nicht, dass Benedikt Neumann-Schirmbeck nach einer Balleroberung locker zum 2:0 einschob (9.) und Can Aytac bereits in Minute elf auf Flanke Philipp Wolpers auf 3:0 erhöhte.
Der Rest des Spiels war vorgezeichnet. Vicky setzte das gegnerische Tor unter Dauerbeschuss, vergeigte dabei sämtliche Großchancen, um aber dennoch fünf weitere Einschüsse in Sven Oesers Gehäuse zu platzieren. Trainer Gody Hoedoafia präsentierte sich daher hochzufrieden mit seinen Mannen: „Ich bin sehr zufrieden mit meinen Jungs, die heute 90 Minuten lang Gas gegeben haben und den Gegner nicht ins Spiel kommen ließen.“. Das Thema Aufstieg verbittet sich der Coach dagegen vehement – trotz der verteidigten Tabellenführung: „Es wäre vermessen, jetzt nach zehn Spielen schon vom Aufstieg zu sprechen. Außerdem war der Gegner heute kein Maßstab. Die interessanten Spiele kommen jetzt erst!“. Ein interessantes Spiel mit der Möglichkeit, „sich für die harte Trainingsarbeit zu belohnen“ und „die Position zu festigen“, bietet das kommende Heimspiel gegen die zuletzt kriselnde Elf von KS Polonia, während die 93er mit Weiß-blau 63 die nächste harte Nuss zu knacken haben.

Tore: 1:0 Wegner (1. Aytac), 2:0 Neumann-Schirmbeck (9.), 3:0 Aytac (11. Wolpers), 4:0 Aytac (31.), 5:0 Neumann-Schirmbeck (45. Karaschewski), 6:0 Neumann-Schirmbeck (53. Schacht), 7:0 Aytac (56.), 8:0 Wolpers (74.)

Schiedsrichter: Stephan Gehrmann (SV Bergstedt)

Zuschauer: 50