Freitag, 10. April 2026

Spielbericht SV Lieth - Hamburger SV IV

Blaulicht statt Befreiungsschlag
Keller-Krimi am Butterberg wegen Verletzung abgebrochen

Betroffenes Bangen, betretene Stille und mittenhinein der Abpfiff. Der 25. Spieltag der Bezirksliga 01 endete für Jan Schiebuhr, Mittelfeldspieler der SV Lieth, per Blaulicht im Spital.
Eigentlich sollte es im Abstiegskracher seiner Farben (Platz 15, 16 Punkte) gegen die Vierte des HSV (12., 20 Zähler) den großen Befreiungsschlag geben. Ein hehres Ziel, wie schon die Anfangsminuten belegten. Vor allem, weil sich die Liether früh selbst ins Hintertreffen brachten. Unter Pressingdruck spielte Tormann Patrick Klösel den Ball zwischen zwei halbgaren Anspielstationen durch, direkt in die Füße des ebenso prompt von links hoch abziehenden Massimo Graci und der 0:1-Fehlstart ins vorgezogene „Endspiel“ um den Klassenerhalt war perfekt (9.).
Die Gäste daraufhin das bessere Team, doch zwingende Momente, wie Finn Carlssons zentraler Abdruck (drüber, 12.) gab es erst in Richtung Halbzeitschlussphase zu vermelden, als Carlssons Kopfball Klösel zur Glanzparade zwang (36.) und der Goalie seinen Lapsus zum Gegentor spätestens im starken Eins-gegen-Eins mit dem durchgestarteten Noah Brämer wettmachte (39.). Und kaum brüllte Präsident und Stadionsprecher Bo Hansen seine Lobpreisung des Torstehers ins Mikrofon, machte der „Titan“ gegen Piet Bussink-Becking geschwind die kurze Ecke zu.
Die SVL, deren einzig valides Lebenszeichen aus Meraja Magens´ Rückraumschuss mit frechem Schnitt (32.) bestand, blieb damit top im Match, das nun wiederum der HSV mit einer völlig missratenen Rückgabe auf Gleichstand polte. Tim Hör´le, der nebenbei hauchdünn an gelb-rot für wiederholtes Foulspiel vorbei schrammte (45.+1), servierte per Zuspiel in die Strafraum-Mitte Felix Schröders Ausgleichstor im Dazwischenspritzen (43.). Die Idee, den Verteidiger für die Rückrunde ganz nach vorne zu beordern, hat sich mit jetzt drei Saisontoren jedenfalls schon mal bezahlt gemacht.
Die Freude darüber sollte allerdings nach dem Seitenwechsel verflogen sein, schafften es die Breitensportler des Ex-Bundesliga.Dinos, das Tempo von Linksaußen Brämer immer besser auf die Schiene zu bringen. Bei Gracis Verfehlen war dies aus SVL-Sicht noch gutgegangen (52.), doch dann schickte Marvin Nietgen den „23er“ im Drei-Stationen-Konter auf den unaufhaltsamen Weg zum 1:2 in die lange Ecke (56.).
Das Umschalten also eine Stärke des HSV – hat sich nur irgendwie nicht bis zu den Hausherren herumsgesprochen. Florian Gebauers langer Schlag aus der Innenverteidigung, Lennart Plötzkys Kopfballverlängerung und schon war Nietgen frei durch für den Rechtsschuss, den Klösel nicht mehr entscheidend blockieren konnte (62.). Der mitgereiste Anhang in voller Freude, zumal Brämer zwanzig Minuten vor dem Ende mit links alles hätte klarmachen können, wäre der Kasten nur ein wenig breiter gewesen (70.).
So aber blieb die SV Lieth noch am Leben, ehe ihr Herzschlag dank des 2:3-Anschlusstreffers wieder so richtig in Schwung kam. Einen Flugball des nach ewiger Verletzungspause sofort weiterhelfenden Magens hatte Finn Struve formvollendet mit der Hacke zu Tom Busse weitergeleitet. Der Treffer war da nur noch Formsache (74.).
War hier also doch noch etwas drin? Ein Behrens-Kopfball, den HSV-Fänger Ather Aldakhe schön aus dem kurzen Eck fischte (83.), fand trotz aller Bemühungen jedoch keine torgefährlichen Nachahmer.
240 Sekunden Nachspielzeit blieben letztlich noch als letzter Rettungsring, bis bei exakt 138 von ihnen Plötzkys Lufteinsatz in den Rücken von Schiebuhr mit dem unsanften Aufprall des Liethers endete und die folgende Versorgung des hauptberuflichen Gemeinschaftsschullehrers, unterstützt durch eine anwesende Rettungsassistentin aus dem Publikum, eine unabsehbare Länge einnahm. Schiedsrichter Hasan Biyikli (VfL Hammonia) brach die Partie schließlich nach Unterredung mit den beiden Spielführern ab. Eine Neuansetzung scheint aufgrund der Einstimmigkeit der Entscheidung am wahrscheinlichsten.
Aus dem Umfeld des Verletzten folgte unterdessen bereits im Laufe des Wochenendes Entwarnung. Eine amtliche Gehirnerschütterung und eine Gesichtsoptik aus dem Schwergewichtsboxen können getrost als glimpflicher Ausgang des Kopf-Aufpralls gewertet werden. Alles andere muss nun eben der Hamburger Fußballverband entscheiden.

Tore: 0:1 Graci (9.), 1:1 Schröder (43.), 1:2 Brämer (56. Nietgen), 1:3 Nietgen (62. L. Plötzky), 2:3 Busse (74. Struve)

gelbe Karten: Behrens – Hörle, L. Plötzky

Schiedsrichter: Hasan Biyikli (VfL Hammonia)

Zuschauer: 75


besonderes Vorkommnis: Spielabbruch wegen eines Krankenwageneinsatzes (90.+3).

Freude über wertlose Tore? Der HFV muss nun über eine mögliche Neuansetzung entscheiden.






Mittwoch, 8. April 2026

Spielbericht TSV Sparrieshoop - TuS Borstel-Hohenraden

Mehrfach-Starthilfe nicht genutzt
TuS Borstel lässt verdiente Big-Points im Abstiegskampf liegen

Mit bockstarken 14 Punkten boxte sich die sieglos ins neue Jahr gegangene Elf des TuS Borstel-Hohenraden in 2026 eindrucksvoll aus der Abstiegszone. Zu Gast beim unter Wert geschlagenen Mittelfeldteam des TSV Sparrieshoop, war für das Ex-Schlusslicht am Mittwochabend allerdings nichts zu holen.
Chancenlos gestaltete sich die Auswärtsniederlage dabei im wörtlichsten Sinne keineswegs.
Rafael Carrasquiera Alves und Okan Yumut scheiterten bei ihrer Doppelchance jeweils an TSV-Fänger Lukas Hannemann (17.), Özay Alasan versenkte seinen Eckstoß fast direkt, woraufhin Yumut den freien Nachschuss aus vier Metern drüber bolzte (19.) und auch Patrick Jordao Valadares erwischte in Uwe Seeler-Manier nur die Querlatte (33.). Eine kleine Auflistung, die nur die Spitze des borsteler Chancen-Eisbergs widerspiegelt.
Ganz anders dagegen die Herangehensweise der Mannen in weiß-schwarz, die gleich mit dem ersten offensiven Erscheinen das 1:0 durch den zentral einschiebenden Leon Diedrigkeit markierten (13.).
Ein nennenswerter Fehölschuss sollte auch dem 2:0, das Len Pankraz mit Überzeugung aus dem Hintergrund erzielte, nicht vorausgehen (42.). Fußball ist nun mal Ergebnissport!
Als wäre das alles nicht schon grausam genug, für die Gäste, fingen sie sich durch ihren verschlafenen Start in Abschnitt zwei rasch Gegentreffer Nummer drei, als wieder Diedrigkeit freie Bahn zum eiskalten Abschluss bekam (46.)
Dahin schien die Aussicht auf eigentlich nicht unverdientes Zählbares, zumal es durch Diedrigkeits dritten Streich, den diesmal Shahseb Ahmed in den Lauf servierte, gar noch dicker kam (53.).
Vielleicht hilft da ha der Gang zur Strafstoßmarke, der für die Blauen allerdings zum weiteren Höllentrip mutierte. Alasans Scheitern an Hannemann revidierte die hochschnellende Assistentenfahne zwar, war der Torwart zu früh von der Linie geschritten, doch auch den zweiten Anlauf, den Jan Karakus im Gegensatz zum Vormann linksoben probierte, angelte sich Hannemann. Die Parade diesmal amtlich (54.)!
Weitere Starthilfe folgte fünf Minuten später mit Gelb-rot für den bereits verwarnten Mika Martens, den es nun per Armeinsatz aus dem Match katapultierte (60.).
Mit einem Mann mehr sollte es dann auch endlich klappen, mit den Auswärtstreffern – jeweils per Standard. Beim ersten Mal blockierte der bislang starke Hannemann einen Klass-Freistoß etwas zu kurz vor die Füße des abstaubenden Christopher Brauch (66.) – beim 4:2 flutschte der ruhende Ball durch Patrick Klass auf direktem Wege durch (71.).
Noch genug Zeit für den Abstiegskandidaten, doch so richtige Lösungen fielen TuS Borstel heuer nicht mehr ein, während die Sparrieshooper wieder an Sicherheit gewannen. Von Diedrigkeit eingesetzt, hatte Joker Ahmed sogar das vorentscheidende 5:2 auf dem Fuß, nur tauchte TuS-Goalie Kevin Giese rettend ab, um dafür sogar mit einem Abstoß belohnt zu werden (75.)…
Die Punkte blieben somit trotzdem irgendwie glücklich auf dem Nebenplatz des Helmut-Gehen-Stadions (dem Hauptplatz machen nachhaltig arbeitende Maulwürfe zu schaffen). Die enttäuschten Jungs aus Borstel, die ihre Heimspiele inzwischen auf dem durchaus geschätzten Kunstrasen in Tangstedt austragen, dürften dort am Samstag mit Wut im Bauch TuS Appen empfangen.

Tore: 1:0 Diedrigkeit (9.), 2:0 Pankraz (42. Petersen), 3:0 Diedrigkeit (46.), 4:0 Diedrigkeit (52. Ahmed), 4:1 Brauch (66. Klass), 4:2 Klass (71., direkter Freistoß)

gelb-rote Karte: Martens (TSV Sparrieshoop II, wiederholtes Foulspiel, 59.)

Schiedsrichter: Rainer Sierk (TV Haseldorf)

Zuschauer: 50

besonderes Vorkommnis: Karakus (TuS Borstel-Hohenraden) scheitert mit Foulstrafstoß an Hannemann (54.).


Dienstag, 7. April 2026

Spielbericht Niendorfer TSV 1. Frauen - TSC Wellingsbüttel 1. Frauen

Spitzenreiterinnen über Standards geknackt
Welle-Frauen machen Landesliga-Aufstiegskampf so richtig spannend!

Ist das der große Plot Twist im Aufstiegskampf der Frauen Landesliga? Bereits zum dritten Mal haben die Frauen des Niendorfer TSV im neuen Jahr das Feld als Verliererinnen verlassen. Im Nachholspiel am Dienstagabend ausgerechnet im Spitzenspitzenspiel gegen die Elf des TSC Wellingsbüttel.
Bei einem möglichen Erfolg um acht Zähler auf den Widersacher auf dem ersten Nicht-Aufstiegsplatz davongezogen, begann der Primus auch durchaus engagiert. Außer einem in Rücklage drüber gehebelten Hentze-Versuch brachte das Pressing jedoch erstmal nichts ein.
Stattdessen rissen die Gäste das Geschehen mehr und mehr an sich, um dabei erstmal ebenso harmlos zu bleiben – bis die Niendorferinnen einen langen Freistoß nicht aus der Gefahrenzone bekamen und Maike Kipcke eiskalt zum 0:1 versenkte (39.).
Fast machte Kollegin Pauline Leßmann einen Doppelschlag aus dieser Führung, nur patschte NTSV-Fängerin Godja Fischer das Leder fachfrauisch zur Ecke (41.). Dann halt eben von der Fahne, fand Lavinia Nordmanns Standard genau die völlig frei einlochende Kipcke am langen Pfosten – 0:2!
Ganz ähnlich spielten sich die Dinge beim 0:3 ab. Wieder rettete Fischer – nun gegen Nordmann – zum Eckstoß, den die Rückennummer 22 mit ihren quietschgelben Buffern punktgenau auf eine erfolgreiche Mitstreiterin zog. Torschützin diesmal: Zentrumsspielerin Ina Hoppe (57.).
Die Partie damit entschieden, bevor sie überhaupt so richtig spannend wurde. Daran änderte auch ein kleines Aufbäumen der Gastgeberinnen in der Schlussphase nichts. Tammy Hentze vergab in der Schlussminute noch den fälligen Ehrentreffer, nachdem sie ein verlängerter Fischer-Schlag in die erlaufene Poleposition gespült hatte (90.).
Der Vorsprung auf den Rest der Liga ist damit jetzt nahezu aufgebraucht, sind die Wellingsbüttelerinnen, deren Keimzelle des Erfolgs heuer klar der ruhende Ball war, nun auf zwei Zähler an die Sachsenweglerinnen herangerückt. Im Sandwich der beiden liegt noch die Elf von Concordia, die mit einem Spiel weniger sogar virtuell an der Spitze steht.
Schützenhilfe gegen dieses Szenario könnten am kommenden Wochenende nun ausgerechnet die wie schon im Hinspiel (4:1) triumphierenden Pfeilshöferinnen leisten – am Sonntag beim Tabellenzweiten. Vorausgesetzt, die Blauen machen beim Ex-Club von Torfrau Fischer in Altona ihre eigenen Hausaufgaben.

Tore: 0:1 Kipcke (40.), 0:2 Kipcke (41. Nordmann), 0:3 Hoppe (57. Nordmann)

Schiedsrichter: Robin Baumgardt (Eimsbütteler TV)

Zuschauer: 35

Montag, 6. April 2026

Spielbericht FC Elmshorn - TV Haseldorf

Zweistellig an die Spitze
11:0! FC Elmshorn kommt Etappenziel zum Profibereich näher

„FC Elmshorn will in den Profifußball“ titelte die Elmshorner Nachrichten vergangenen Mittwoch. Und während noch darüber diskutiert wird, ob es sich hier um einen Aprilscherz, passend zum 01.04., durchgeknallten Größenwahn oder ein solides Projekt handelt, setzte die (noch) siebklassige Mannschaft am Ostermontag ein zweistelliges Ausrufezeichen.
Den personell einmal mehr angeschlagenen Abstiegskandidaten aus Haseldorf zu Gast, gestaltete der zukünftige Drittligist (nach eigener Vision für etwa 2032 anvisiert) die Partie nach Belieben.
Kein Wunder also, dass Torjäger Dennis Altergott ein durchgerutschtes Sukhanov-Zuspiel in die Tiefe mühelos vor der Kiste zur 1:0-Führung verwertete (13.).
Die Verdopplung setzte es nach einem Aygün-Freistoß, den Gäste-Fänger Johannes Markmann zwar erst parierte, doch mit Mert Acar stand ein aufmerksamer Abstauber sofort bereit (23.), ehe wieder Altergott nach Flugball Acars auf 3:0 stellte (28.).
Zwei Großchancen durch Mustafa Gök (32.) und Aygün (34.) etwas fahrlässig ausgelassen, ging es nach Sevinc-Diagonalball mit Seymen Tokays 4:0 weiter (39.). Und auch Kapitän Aygün belohnte mit seinem Freistoßtor von rechts für seinen heuer 45-minütigen Einsatz (44.).
Auch im zweiten Abschnitt ging es, abgesehen von kleineren Schusschancen für die Haseldorfer, beispielsweise von Louis Bevers (63.), nur in eine Richtung.
Besondere Freude bescherte dies dem umtriebigen Altergott, der lediglich ein Dutzend an Spielminuten zum lupenreinen Hattrick benötigte (62., 65. & 74.).
Da wollte sich auch sein Trainer nicht lumpen lassen, krönte Seyhmus Atug seine Selbsteinwechslung mit dem 9:0 nach Rewakian-Ecke (81.) und dem 10:0, das ihm Altergott vor der Kiste aufgelegt hatte (84.).
Ein Ei legte der neue Primus dem auseinanderbröselnden Gegner aber noch ins Nest. Mustafa Saidy Khans Flanke köpfte Bedran Atug am zweiten Pfosten zum 11:0-Endstand ein (90.).
Zwei Zähler Vorsprung auf den Tabellenzweiten aus Kummerfeld bei noch einer Partie mehr zu gehen riechen nun schon extrem nach dem erstmal anvisierten Landesligafußball in der Krückaustadt, während man Haseldorf angesichts des nicht einfachen Restprogramms und einem Punkt Rückstand auf das rettende Ufer sieben anspruchsvolle rest-Spieltage vor der Nase hat.

TV Haseldorf: Markmann – Franke, Wichmann, Pieper, Biermans – Kaland, Mohrdieck, J. Lüchau (78. C. Dalecki), Laudahn – Jedamski, Bevers, Trainer: Benjamin Kälberloh

FC Elmshorn: Kado – Sukhanov, B. Atug, Er, Saidy Khan – Gök (70. S. Atug), Acar (46. Rewakian), Aygün (46. Aydin) – Sevinc (46. Eklim), Altergott, Tokay, Spielertrainer: Seyhmus Atug

Tore: 1:0 Altergott (13.
Sukhanov), 2:0 Acar (23. Aygün), 3:0 Altergott (28. Acar), 4:0 Tokay (39. Sevinc), 5:0 Aygün (44., direkter Freistoß), 6:0 Altergott (62.), 7:0 Altergott (65.), 8:0 Altergott (74.), 9:0 S. Atug (81. Rewakian), 10:0 S. Atug (84. Altergott), 11:0 B. Atug (90. Saidy Khan)

Schiedsrichter: Fatih Karkar (FFC 08 Osman Bey Moshee)

Zuschauer: 50






Spielbericht TSV Gut Heil Heist 1.Ü40 - SC Ellerau 1.Ü40

Folgerichtige Nullnummer
Keine Tore am Ostermontag: TSV Heist und SC Ellerau teilen die Ü40-Punkte

Vierter gegen Zweiter und beide seit vier Partien ungeschlagen. Die Ü40 Bezirksliga 01 versprach mit ihrem Nachholspiel in Heist ansehnliche Feiertagsunterhaltung. Inhaltlich vermochte der morgendliche Ostermontagskick allerdings nicht mit dem Tabellenbild mithalten. Wenig Tempo, kaum Zusammenhängendes und so richtig gehorchen wollte das Spielgerät den Akteuren auch nicht.
Entsprechend lange dauerte es, bis endlich mal ein Team gefährlich aufwartete. Kurz vor der Pause war es der Ellerauer Fatih Nacar nach einem Pressball mit viel Wiese vor sich in Richtung TSV-Tor marschierte, Schlussmann Tobias Radowitz aber gekonnt sein Bein in den Weg stellte, bevor der bemühte Angreifer in den Sachzehner ziehen konnte (33.).
Besserung erfuhr die lahme Begegnung bei eisig-windiger Aprilsonne auch im zweiten Abschnitt nicht. Ein typisches 0:0-Spiel nahm seinen Lauf – bis es auf den letzten Metern endlich vermehrt prickelnd wurde.
Erst faustete SCE-Goalie Andrew Neinhardt einen Führböter-Abschluss zur Ecke, dann schnappte sich der Tormann auch Benjamin Mielkes Rechtsschuss im Rahmen des fälligen Standards (63.).
Und auch die Blauen unternahmen plötzlich den großen Doppel-Versuch zum Siegtreffer, als Radowitz erst erneut vor Nacar retten musste, um bei Maximilian Michalks Heber im Nachsetzen Glück zu haben, dass der Nachschuss aus dem Rückraum über das Tor flog (68.).
Die letzte Gelegenheit gehörte dann sogar noch einmal dem Tabellenvierten, der schon beim 5:1-Heimsieg gegen Schanze II am Ostersamstag ordentlich Körner lassen musste. Wieder war es eine Meiners-Ecke von rechts und wieder probierte es Stürmer Nico Führböter – und wieder mochte kein Tor fallen. Der Ball segelte knapp drüber und die Nullnummer war beschlossene Sache.

Tore: Fehlanzeige

Schiedsrichter: Lap Chung Dang (SC Victoria Hamburg)

Zuschauer: 20


Samstag, 4. April 2026

Spielbericht Moorreger SV - SSV Rantzau II

Serie ohne Nutzen
Moorreger SV kommt nicht aus dem Keller: Viertes 2:2 in Folge

Wer kennt sie nicht: Abonnements, die man irgendwann im Leichtsinn abschließt und fortan ohne echten Mehrwert an der Backe hat. Ein Abo, das dem Moorreger SV mehr kostet als nützt, verfolgt die Himmelsbargler seit nunmehr vier Spielen: das 2:2.
Dadurch seitdem zwar ungeschlagen, aber eben ohne echten Fortschritt im Abstiegskampf, blieb nach dem neuerlichen Vier-Tore-Remis am Ostersamstag wieder einmal die große Enttäuschung zurück.
Inhaltlich war es ein mühsames Treiben, mit dem der (vor dem Match) Tabellenvorletzte und die Reserve des SSV Rantzau die 35 Zuschauer bei rasantem April-Wind folterten. Ungenaue Anspiele, Stockfehler am Ball und ohne die Kugel wenig raffiniert: mit Kreisligafußball hatte das Geschehen auf dem holprigen Geläuf wenig gemein. Interessant wurde es daher hauptsächlich durch individuelle Fehler oder Standards.
So freute sich der MSV bei Sam Holz´ von Leon Prange verlängertem Freistoß über Finn Cornils Treffer, den die korrekte Abseitsfahne von Assi Saber Ghazouani (Hamburger SV) allerdings rasch einkassierte (15.).
Der SSV versuchte es derweil mit (wenig inspiriertem) Ballbesitz und einem Usso-Versuch an den Außenpfosten (19.), dem der Angreifer gleich den nächsten Abschluss folgen lassen wollte. Nur warf sich Cornils gerade noch rechtzeitig in den Ball (26.). Wenigstens der Einsatz stimmte! Und auch auf Niklas Puttmann war Verlass, rettete der Goalie erst vor Luca Bornholdt, um Ussos hohes Nachsetzen aus der Ferne schön im Übergreifen zu parieren (32.).
Im Stich gelassen blieb der Torwart dagegen wenig später, als Klaas Thieme auf rechts die Kugel gewann, Kollege Bornholdt auf Usso weiterleitete und der ehemalige Holsatia-Akteur diesmal zum 0:1 vollendete (38.).
Eine besonders bittere Pille für die Moorreger, weil nur Sekunden zuvor die Riesenchance zur eigenen Führung liegengelassen wurde. Prange war nach gegnerischem Ballverlust frei auf dem Weg in Richtung SSV-Torsteher Malte Ladehof, dessen Geduld sich im Eins-gegen-Eins auszahlen sollte. Dem zögerlichen Prange die Kugel vom Fuß gefingert, galt der Schlussmann als Wegbereiter der drüben erzielten Führung.
Andauernde Freude sollte den Gästen an dieser jedoch nicht zuteilwerden, pennte die Innenverteidigung völlig gegen den einfach mal durchlaufenden Henning Jensen, dem aus der erlaufenen Poleposition der erkämpfte Gleichstand gelang (42.).
Doch damit nicht genug der Barmstedter Geschenke, unterschätzte man die Lage nach Jayson Bielfeldts Kämpferball von der linken Aus-Linie so sehr, dass Jensen wieder dazwischen spritzen und auf 2:1 stellen konnte – was für ein Klops (44.)!
Entsprechend vorsichtiger ging es, wohlwollend formuliert, nach dem Seitenwechsel weiter. Der fleißige Usso hob das Leder aus dem Lauf aufs Tor-Dach (64.). Eine Rarität, denn immer wieder gewannen die Hausherren die wichtigen Zweikämpfe.
Keinen Zugriff fanden die Roten dann allerdings folgenschwer auf den langen Pfosten, wo nicht zum ersten Mal gleich mehrere Blaue auftauchten, von denen schließlich Sascha Blunk das Spielgerät aus kürzester Distanz zum späten 2:2 über die Linie drückte (88.).
Enttäuschung bei der Elf von Trainer Hakan Harmanci, doch es hätte sogar noch dicker kommen können, wenn der eingewechselte Tjard Kaschluhn nicht auf Puttmanns Brust gezielt hätte (90.+3).
Ob der weiter andauernden Sieglosigkeit in 2026 (bei sechs Spielen) und dem Verbleib unter dem Strich, eine weitere Enttäuschung zu Beginn des fünfteiligen Heimspielmarathons. Die vielen Nachholer – vor allem am kommenden Ostermontag gegen die ebenfalls gefährdete Mannschaft von Union Tornesch III – bleiben allerdings der große Strohhalm für den Kreisligaverbleib.

Tore: 0:1 Usso (38. Bornholdt), 1:1 Jensen (42.), 2:1 Jensen (44. Bielfeldt), 2:2 Blunk (88. A. Hollm)

gelbe Karten: C. Harmanci – keine

Schiedsrichter: Fiete Knoblich (Hamburger SV, Note 2,5)

Zuschauer: 35



Freitag, 3. April 2026

Spielbericht FC St. Pauli VI - FC Union Tornesch IV

Krasser als Achterbahn
Zehn Tore auf dem Heiligengeistfeld: Union IV gewinnt irres Oster-Spektakel!

Nebenan öffneten St. Paulis Sechste und Union Tornesch IV ihre Schießbuden allerdings zum denkwürdigen zehn-Tore-Spektakel der Kreisliga 08.
Strahlender wie überraschender Sieger: das Kellerkind aus Tornesch, das sich mit dem Erfolg beim Tabellendritten kurzerhand aus den Abstiegsrängen katapultierte.
Vom Anpfiff weg war es dem Außenseiter dabei gelungen, die Partie auf dem engen Kunstrasen hinter dem Millerntorstadion offen zu gestalten und kaum Nennenswertes zuzulassen. Nur ein vertretbarer Strafstoßpfiff gegen Kapitän Ben Schlüter, dessen Arm aus kurzer Distanz von Björn Rothes Kopfball getroffen wurde, aber nun mal eben den Torversuch vereitelte (immerhin setzte es nicht den fälligen Platzverweis), durchkreuzte Unions Defensivkonzept (11.). St. Paulis Spielführer Maximilian Hille zeigte nämlich keine Nerven vom Punkt und versenkte zum 1:0.
Unterkriegen ließen sich die Gäste davon aber nicht, trauten sie sich zunehmend selbst nach vorne, während das nächste Tor jedoch vermeintlich für St. Pauli fiel. Lukas Winterschladen piekte das Leder in die lange Ecke, doch das Gespann um den jungen Raul Ramazanov erkannte auf Abseits (41.). Just im Gegenzug gelang es den Blauen, Torjäger Thomas Koziol halbrechts in umjubelte Tor-Szene zu setzen – hier geht was!
Vor allem auch, weil Union-Schlussmann Jan Redmann einen erneuten Rothe-Kopfball schön über seinen Kasten streichelte und damit erstmal das Pausen-Remis sicherte (45.+1).
Zurück aus den Kabinen, gab es für die beiden Männer mit den Handschuhen nicht mehr viel zu lachen. Binnen einer Viertelstunde spielte sich nämlich ein skurriles Scheibenschießen ab, dessen Anfang St. Paulis Philippe Tiede mit einem ungestümen Einsatz herbeiführte. Koziols flaches Strafstoßtor (53.) glichen die Braun-weißen aber rasch per Hille Kopfball (Ecke Tiede) wieder aus (55.).
Weil ein abermaliger Kopfstoß von Rothe nicht mehr auf der Linie geklärt werden konnte, war die Partie sogar per Doppelschlag auf 3:2 gedreht (57.).
Doch die Eisernen schlugen zurück, versenkte Bugrahan Almaz eine dynamische Vorarbeit durch Jorge Westphal am ersten Pfosten zum erneuten Ausgleich (60.), den St. Pauli wiederum quasi im Gegenzug korrigierte. Diesmal legte der gerade eingewechselte Amin Dweik wunderbar für Gerrit Sundermann in den Rückraum ab, sodass die Rückennummer zehn das Leder noch leicht abgefälscht unter die Latte nageln konnte (62.). Ein starker Abschluss, der aber auch nicht darüber hinwegtäuschen konnte, dass die Defensivleistung der Kiezkicker heuer kaum über dem Meeresspiegel lag. So luchste Koziol Moritz Boekhoff die Kugel vor dem Sechzehner zum vermeintlichen 4:4 ab, nur verzog der landesligaerfahrene Pole unter Bedrängnis (67.).
Vielleicht schnaufte St. Pauli daraufhin etwas zu lange durch, denn kaum pennte man bei einem Einwurf von links, vernaschte Lennard Stolz Gegenspieler Lasse Beyer zum perfekten 4:4-Drehschuss (70.).
Schon jetzt war irgendwie klar, dass dieses Spektakel eigentlich keinen Verlierer verdient hatte. Dachte sich wohl auch Union-Torwart Jan Redmann, der den ausgeglichenen Zwischenstand gegen Hilles Strafstoß im Abtauchen nach rechts, vom Schützen aus, am Leben erhielt (76.) und damit auch den wichtigen Zähler im Abstiegskampf.
Für die Gastgeber derweil ein harter Nackenschlag, von denen sie sich heute nicht mehr erholen sollten. Stattdessen gingen die Jungs aus dem Torneum voll aufs Ganze, was sich fünf Minuten vor Ultimo tatsächlich abermals auszahlen sollte, wemmste Bezirksliga-Leihgabe Westphal den vom Gegner nicht geklärten Ball mit vollem Mut aus 18 Metern linksunten rein. 4:5!
Zeit, den Laden nun auch hinten endlich den Griff zu kriegen, sodass nicht nur per sofortigem Doppelwechsel, sondern auch durch Koziols Installation im Abwehrzentrum alles in blau auf Defensive getrimmt wurde.
Ein Konzept, das auf den letzten Metern auch genauso aufging und seine Perfektion in der Nachspielzeit finden sollte. Gegen aufgerückte St. Paulianer konterte sich der Abstiegskandidat in Überzahl zum 4:6-Endstand, den Joker Maxim Beker mit Chip über Schlussmann Ivaylo Dimitrov perfekt machte (90.+1).
Ein ganz wichtiges Ding für Beker und Co, die die Alsterbrüder-Dritte auf den ersten Abstiegsplatz der Kreisliga 08 verdrängten.
Sorgen, die man an der Feldstraße nur vom Hörensagen kennt. Rang drei ohne Bezug zum Spitzenduo lässt die Punktspielsaison schwingt ausklingen, ehe im Heino-Gerstenberg-Pokal noch das große Endspiel gegen Vorwärts/Wacker Billstedt III ansteht. Der Ausrutscher heute daher verschmerzbar…

Tore: 1:0 Hille (11., Strafstoßtor, Handspiel Schlüter), 1:1 Koziol (42. Stolz), 1:2 Koziol (54., Strafstoßtor), 2:2 Hille (55. Tiede), 3:2 Rothe (57. Hille), 3:3 Almaz (60. Westphal), 4:3 Sundermann (62. Dweik), 4:4 Stolz (70.), 4:5 Westphal (85.), 4:6 Beker (90.+1, Westphal)

gelbe Karten: Rothe, Teßmann – Schlüter, Almaz, Albostan

Schiedsrichter: Raul Ramazanov

Zuschauer: 50






Spielbericht SV Barmbek - MSV Hamburg IV

Den Korken doch noch gelöst
SV Barmbek überwindet den Chancenwucher zum 5:2-Heimsieg

Geduld und Beharrlichkeit – zwei Tugenden, die Spiele entscheiden können. Definitiv in diese Kategorie gefallen am Karfreitag das Heimspiel des favorisierten SV Barmbek gegen die Vierte des MSV Hamburg.
Eine Partie, bei der die greifbare Verzweiflung ob eines Füllhorns an vergebenen Chancen nur binnen acht Minuten der freudigen Erleichterung wich.
Der SVB, im Nirgendwo der Kreisklasse 07 angesiedelt, musste auf seinem roten Rasen bereits nach nicht einmal zwei gespielten Minuten einem Rückstand hinterherlaufen, nachdem die notdürftig zusammengeschusterte Innenverteidigung Gegenspieler Jasmin Stroil nach steilem Anspiel nicht eingefangen bekam und der ehemalige Lorbeer-Kicker eiskalt zum 0:1 in die lange Ecke einlochte (2.).
Und nun? Der Ausgleich! Denn kaum tauchten auch die Gastgeber vor des Gegners Kasten auf, landete ein abgefälschtes Wulff-Ding direkt auf dem zielsicheren Haupt von Alexander Tesch – 1:1 (4.)!
Eine Zielgenauigkeit, die der Elf des draußen verletzt mitleidenden Grant Kendon Sharka wiederholt abging. So musste der Spielertrainer mit seinen sieben Schrauben in der Hand mitansehen, wie seine Schützlinge entweder gänzlich verfehlten oder MSV-Schlussmann Pascal Martins Saraiva mehr und mehr warmschossen (25. & 29.). Die schönste Gelegenheit, weil super in der Schnittstelle gefunden, vergab nach einer halben Stunde Torschütze Tesch beim erneuten Kopfballversuch.
Fünf weitere Fehlversuche später war das frustrierende Pausenremis dann vollendet…
Doch es sollte noch dicker kommen. Denn nachdem Senol Becirovski seinen Ball rechtsoben drüber segeln sah (54.), führte drüben ein unumstrittener Strafstoß wegen Handspiels sogar zum 1:2 des Drittletzten durch Kapitän Fynn Mayhew (60.).
Einen Abbruch tat dies den Bemühungen des teilweise sogar ordentlich kombinierenden Heimteams allerdings nicht. Tesch abermals per Kopf (61.), der eingewechselte Scherwin Bashardoust mit einem Flutsch-Ball an den Pfosten (62.), Benedict Holbein knapp drüber (63.) und schließlich nochmal Bashardoust einen Tick zu hoch (66.), verführten bereits dazu, mit alten Fußballerzitaten zum Thema „kein Glück und dann auch noch Pech dazu“ das Phrasenschwein zu füllen.
Nicht aber mit dem unermüdlichen Bashardoust, der nicht nur zusätzlichen Schwung sondern auch die Ablage für Becirovskis tatsächlich einschlagenden Schuss von halblinks brachte (70.). Der Korkenlöser des SV Barmbek, der plötzlich, wie im Rausch, fast jeden Versuch landete. Nur Sekunden später nutzte Becirovski nämlich, dass sich die Gelben im Sechzehner gegenseitig abbolzten, zum 3:2-Drehschuss (71.), ehe Bashardoust einen Ballgewinn im Pressing mit dem feinen Lupfer über den Torwart belohnte (76.).
Noch formvollendeter kam wiederum nur Augenblicke danach sein Seitenwechsel auf den eingestarteten Holbein daher. Ohne Umschweife aus dem Lauf finalisierte die Rückennummer 34 gen langes Eck zum 5:2-Endstand (78.), an dem sich auch Tormann Florian Korous mit einem drüber gelenkten Effah-Geschoss noch einmal seinen Anteil sicherte (81.).
Im exakten Mittelfeld der 15er-Staffel hat die siegreiche Mannschaft von der Meister-Francke-Straße maximal noch Aussichten auf Rang sechs, wobei an den verbliebenen sechs Spieltagen nur noch einmal auf den Heimvorteil der „Aschehölle“ zu hoffen ist. Fünf Auswärtsspiele stehen einem noch zu spielenden Match daheim gegenüber. Alle Groundhopper und Fußballromantiker müssen sich beeilen: noch in diesem Jahr soll das urig-pittoreske Retro-Ambiente zum modernen Kunstrasenspielfeld umsaniert werden.

Tore: 0:1 Stroil (2.), 1:1 Tesch (3.
Wulff), 1:2 Mayhew (60., Strafstoßtor), 2:2 Becirovski (70. Bashardoust), 3:2 Becirovski (71. Tesch), 4:2 Bashardoust (76.), 5:2 Holbein (78. Bashardoust)

gelbe Karten: Choinka, Rieken – Haxhiajdini, Jordan

Schiedsrichter: Ivan Lastro (USC Paloma)

Zuschauer: 40





Donnerstag, 2. April 2026

Spielbericht SV Blau-weiß 96 Schenefeld - TV Haseldorf

Vorteil: Kadertiefe
Torhungrige Joker richten es für Blau-weiß 96

70 Minuten lang sah es so aus, als könnte der TV Haseldorf der große Gründonnerstagsgewinner im Untergeschoss der Bezirksliga 01 sein, doch spät schlug in Schenefeld die bittere Erkenntnis zu: der Klassenerhalt bleibt ein Mammutprojet.
Ohne den gelbgesperrten Lars Rose, der dafür im gut besuchten Gästeblock alles gab, legte der Aufsteiger gleich willig und griffig los. Völlig untypisch für einen Abstiegskandidaten, zahlte sich dies auch sofort aus, verwertete Marten Fülscher eine Mohrdieck-Flanke in der Mitte zum 0:1-Stimmungshoch aller, die in der Folge mit dem Auswärtsteam um den Erhalt der Führung bangten (7.).
Blau-weiß startete nämlich seine Ballbesitzdominanz, die das Spielgeschehen nachhaltig in die Hälfte der Haseldorfer verlagerte. Eingreifen brauchte Gäste-Fänger Niklas Grote jedoch erstmal nur mit einer behänden Fußabwehr gegen den scharf von Lewe Tiede bedienten Lenard Peters (8.).
Allzu lange sollte sich dies aber nicht ausgehen. So schickte Youss Jaiteh seinen Kollegen Rene Müller wohl temperiert in die Tiefe, wo der 29-Jährige auf dem Weg zum Ausgleich keine halben Sachen machte (19.). Nicht ganz so Oscar Rehder, dem sich Grote mit voller Breite entgegenstellte (22.).
Doch auch die Gäste warteten in Nadelstichen gefährlich auf. Nach Phil Mohrdiecks starkem Ballgewinn ergab sich Michel Lienau nämlich die fette Chance, gegen deren Verwertung sich Fynn Ritter im Abtauchen erfolgreich stemmte (21.).
Kein Grund für den fleißig ackernden Blondschopf, es nochmal zu versuchen. Dem letzten Mann aus der 96-Viererkette die Kugel geklaut, versenkte Lienau diesmal eiskalt vor Ritter zum 1:2-Halbzeitstand (41.), den Fülscher von halbrechts durchaus noch hätte ausbauen können (45.+1).
Ernsthafte Gefährdung erfuhr diese Einblendung auf der großzügigen Anzeigetafel im Stadion Achter de Weiden lange Zeit nicht. Auf der regelmäßig vollends bespielten Skala zwischen Welt- und Kreisklasse drohte den Hausherren nach der 3:5-Schlappe in Niendorf aus der Vorwoche gleich das nächste Negativextrem.
Heuer aber zogen die Jungs in weiß den Kopf auch dank einer herausragenden Bank spät aus der Schlinge. Mit einem Treffer der Marke „Eier-Tor“ würdigte der soeben eingewechselte David Heffele nicht nur die anstehenden Ostertage, sondern läutete damit auch die Wende im zu diesem Zeitpunkt irgendwie toten Spiel ein (71.). Denn nachdem der mit ihm gekommene Jasin Emini beim ersten versuch noch am Außennetz scheiterte (77.), machte es die Rückennummer 33 auf Diagonalball Maik Wegners eiskalt zum 3:2 (79.).
Die Haseldorfer, die im Gegensatz dazu freilich nicht über solche Einwechselkaliber verfügen, waren gebrochen und Blau-weiß auf dem Weg, das Resultat weiter hochzuschrauben. In zwei Szenen daran gescheitert (84. & 90.), holte mit Marco Müller der dritte Joker das Verpasste im Konter nach (90.+3).
Der TVH nun weiter mit einem Zähler unter dem Strich, während Coach Mathias Timm und seine Edel-Bankwärmer bei einem ganzen Dutzend an Punkten Vorsprung auf die Kreisliga-Plätze sieben sorgenfreien Restspieltagen entgegensehen können.

Tore: 0:1 Fülscher (7. Mohrdieck), 1:1 R. Müller (19. Jaiteh), 1:2 Lienau (41.), 2:2 Heffele (71.), 3:2 Emini (79. Wegner), 4:2 M. Müller (90.+3, Kocak)

gelbe Karten: keine – J. Lüchau

Schiedsrichterin: Vanessa Thormählen (FC Union Tornesch, Note 2,5)

Zuschauer: 80

Mittwoch, 1. April 2026

Spielbericht FC Roland Wedel - Wedeler TSV

Doppelte Derby-Freude
TSV gewinnt das wedeler Stadt-Duell und springt an die Tabellenspitze

Volle Hütte im und um den Kunstrasenkäfig der Schulauer Straße, denn das Wedeler Stadtderby durfte man sich als Fan des Fußballs im Kreis Pinneberg freilich nicht entgehen lassen.
Der FC Roland, trotz des 1:0-Hinspielsiegs im Elbestadion in der Außenseiterrolle gegen den Tabellenführer in spe, versuchte dem Spitzenteam mit tiefer Staffelung beizukommen, was allerdings an oftmals fehlendem Zugriff im Mittelfeld scheiterte. Gut für den TSV, der nach Michel Hönkes erstem Warnschuss in die Arme des leidenschaftlich von hinten dirigierenden Aytekin Üstündag (9.) wenig später per Standard ernstmachte. Tobias Patats Freistoß von links köpfte der aufgerückte Jan Boettcher als einziger Bewohner des Obergeschosses zielgenau zum 1:0 ein (12.).
Ein TSV-Start nach Maß, dessen Ausbau durch Routinier Josep Dilber nur die Abseitsfahne von Assi Magnus Rehberg vereitelte (19.).
Erst mit der Zeit trauten sich fortan auch das Team aus dem Mittelfeld der Kreisliga 1 etwas zu. Can-Ali Dursun versuchte es einmal von halblinks, verzog jedoch ein gutes Stück (31.).
Dass es aber tatsächlich mit einem Gleichstand in die Freiluftpause (die Kabinen liegen gefühlte 20 Kilometer durch den Wald entfernt) gehen sollte, ging zum einen auf das Konto des TSVers Hendrik Ramcke, der sich mit mangelnder Orientierung in der hintersten Reihe düpieren ließ und zum anderen an Düpierer Tim Dreschniol, der sich am erfahrenen Verteidiger vorbeischlängelte und fachgerecht zum ausgelassen bejubelten 1:1 netzte (43.).
Alles wieder auf null, doch auch im zweiten Abschnitt machte der Roland insgesamt zu wenig fürs Spiel, das allerdings auch die Jungs mit den grünen Stutzen nicht so richtig in ihre Bahnen zu lenken vermochten – bis Hönke einfach mal aus 30 Metern draufhielt und die Passivität des Gegners in Gestalt des 1:2 bestrafte (62.).
Das Bemühen war der Elf von Trainer Tugay Hayran in der Folge sicherlich nicht abzusprechen, doch der TSV fand an diesem Abend nun immer mehr die besseren Lösungen im Spiel nach vorne, das allein Roland-Kicker Dilber zweimal hätte krönen können (75. & 83.). Einzig Üstündag, der Marvin Weids Distanzversuch im Nachfassen sicherte (85.) und Patats Geschoss schön per Flugparade entschärfte (90.+1), hielt das Match noch offen, während seine Vorderleute nicht (mehr) über Halbchancen hinauskamen.
Die Entscheidung zögerte der Goalie, der selbst beim 1:3 erst gegen Nico Knodt abwehrte, ehe Weid die Kugel im Nachsetzen voll reinwemmste (90.+4), letztlich aber nur heraus.
Der Wedeler TSV geht damit als punktgleicher Spitzenreiter vor dem Rissener SV ins sportlich schon am Gründonnerstag beginnende Osterwochenende – bei drei Partien weniger! Dass es nächstes Jahr kein Kreisliga-Stadtduell mehr gibt, liegt weiter voll in eigenen Händen.

Tore: 0:1 Boettcher (12. T. Patat), 1:1 Dreschniol (43.), 1:2 Hönke (62. Dilber), 1:3 Weid (90.+4, Knodt)

gelbe Karten: Bajraktari, Ayik, Dreschniol – Urban, Boettcher, Kilinc

Schiedsrichter: Jonathan Hohenegger (SV Blau-weiß 96 Schenefeld, Note 2: hatte das nie unfaire Derby jederzeit unter vollster Kontrolle)

Zuschauer: 100