Freitag, 8. Mai 2026

Spielbericht TV Haseldorf - TuRa Harksheide II

„Tritt in die Eier“
TV Haseldorf verliert erkämpften Punktgewinn der Nachspielzeit

Bravourös zurückgekämpft, doch in der Nachspielzeit setzte es für den abstiegsbedrohten TV Haseldorf doch noch den „Tritt in die Eier“, wie es Pieter Oßenbrüggen in seiner Enttäuschung ausdrückte. Ein Spielverlauf mit Tränenpotential hatte dem Aufsteiger am Freitagabend einen Punkt, der laut Coach Benjamin Kälberloh „Gold wert gewesen“ wäre, nämlich spät entrissen.
Zunächst waren die Roten im drittletzten Saisonspiel freilich weit weg von Zählbarem, fehlte gegen die eher rückrundenschwache Reserve TuRa Harksheides der nötige Zugriff. Zu einfach ließ man sie vorne gewähren, was sich nach einer knappen Viertelstunde erstmals rächen sollte. Simpel spielte sich TuRa gen Grundlinie, von wo Daniel Meier mustergültig zum seelenruhigen Abdruck von der Sechzehnerlinie kam (14.).
Auch als Vorbereiter glänzte der Torjäger wenig später, als er zentral zu Alexander Krüger durchsteckte und dieser das Ei durch die Hosenträger von Goalie Niklas Grote spitzelte – das 0:2 (20.)!
Der Abend schon jetzt gelaufen, für den TVH? Mit Wohlwollen lässt sich Phil Mohrdiecks Gewaltschuss ins Nichts als Lebenszeichen verkaufen (29.), ehe es per Flügelspiel plötzlich funktionierte. Sowohl Malte Olde als Flankengeber von rechts, als auch Louis Bevers in der Rolle des bisher verkannten Kopfballungeheuers, fanden doch reichlich Platz zum verkürzenden Werk vor (35.).
Und tatsächlich war bei Joris Lüchaus PENG an den Außenpfosten trotz Spitzwinkligkeit gar der Pausenausgleich drin gewesen (39.).
Apropos haseldorfer Möglichkeiten. Bevers wäre nach der Bezirksliga-Tor-Prämiere fast der Doppelpack gelungen, hätte sich TuRa-Fänger Jonah Basner nicht den Versuch von halblinks geangelt (48.) und wäre der Schlenzer aus der schönen Bewegung nicht rechts vorbeigesegelt (63.).
Die Königschance ergab sich jedoch auf Hereingabe Bevers´ für Hendrik Pieper, der den Ball vielleicht besser mit dem Kopf genommen hätte nehmen sollen. So aber packte Basner wieder sicher zu (79.).
Der Dank der Vorderleute: das 1:3-Kontertor, bei dem Nick Hagelstein nach haseldorfer Ballverlust auf rechts davonstiefelte, nicht taktisch gelegt wurde und eiskalt vor Grote vollendete (81.).
Game over? Mitnichten, war der TVH ja schließlich durch Milos Aleksic´ dumme Ampelkarte (70.) ein Mann mehr und fünf Minuten vor dem Ende wieder auf 2:3 dran. Diesmal zog Lüchau erfolgreich aus dem Rückraum ab (85.) und heizte die Aufholjagd damit weiter an. Berechtigte Schützenhilfe folgte kurz darauf durch den Schiedsrichter, der Saba Nasrachvilis unstrittiges Handspiel mit dem fälligen Strafstoß sanktionierte. Marten Fülscher übernahm die Verantwortung und verwandelte flach zum 3:3 (88.). Da hatten sie endlich ihr Strafstoßtor, das bereits früh im Spiel beim klar hörbaren Zweikampf J. Wolter/J. Lüchau vom Schiri verweigert wurde…
Berechtigt dagegen ein folgenschwerer Freistoßpfiff gegen die Haseldorfer am eigenen Strafraum. Hagelsteins tückischen Standard blockierte Grote ebenso wie das schnelle Nachsetzen, doch im dritten Anlauf stach Joker Malte Carolus den Dolch ganz tief ins Herz des andächtig staunenden Neulings (90.+2), der jetzt nochmal alles nach vorne warf.
TuRa mit entsprechendem Raum zum Kontern, den Miguel Herzog aber zu unplatziert vor dem Tor verschwendete (90.+3.). Der Gegner damit weiter am leben – jedoch nur, bis Niklas Wolter der Flankenwechsel zum freien Luis Blaha gelang und letzterer die Co-Produktion der Eingewechselten mit dem 3:5 vollendete (90.+5).
TuRa bleibt damit im Rennen um die Einstelligkeit, während die enttäuschten Kicker aus dem Schloßparkstadion keinen Schritt aus dem Untergeschoss der Bezirksliga 01 machen konnten. Der Klassenerhalt wird also nicht in die eigenen Hände wandern. Unabhängig davon, was die beiden verbliebenen Partien gegen Union Tornesch II und den SC Egenbüttel noch bringen.

TV Haseldorf: Grote – Franke (73. Krieg), Oßenbrüggen, Pieper, Dalecki – Jedamski (90. Kaland), Mohrdieck, J. Lüchau, Bevers – Rose (35. Nickels), Olde (46. Fülscher), Trainer: Benjamin Kälberloh

Tore: 0:1 Meier (14. Lammek), 0:2 Krüger (20. Meier), 1:2 Bevers (35. Olde), 1:3 Hagelstein (81.), 2:3 J. Lüchau (85. Krieg), 3:3 Fülscher (88., Strafstoßtor, Handspiel Nasrachvili), 3:4 Carolus (90.+2, Hagelstein), 3:5 Blaha (90.+5, N. Wolter)

gelbe Karten: J. Lüchau, Dalecki, Pieper – keine

gelb-rote Karte: Aleksic (TuRa Harksheide II, 70., Meckern + Foulspiel)

Schiedsrichter: Kazim Yavuz (FC Bingöl 12)

Zuschauer: 55




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