Samstag, 20. November 2010

Spielbericht SV RW Wilhelmsburg - ASV Hamburg

Erfolgreiche Rache
RWW schlägt den ASV Hamburg in der Höhe der Hinspielniederlage

Die Mannschaft des SV Rot-Weiß Wilhelmsburg hat sich erfolgreich für das verlorene Hinspiel gegen den ASV Hamburg gerächt und den Gegner mit einem verdienten 3:0-Sieg vom eigenen Grand gefegt.
Von Beginn an waren es die Gastgeber, die besser kombinierten und durch einen starken Einsatz von Christopher Bruhn, nach sehenswertem Heber in den Lauf, zu ihrer ersten Torgelegenheit kamen (6.). In der 16. Minute stand erstmalig Schiedsrichter Lars Blunck im Mittelpunkt, als RWW-Torhüter Ibrahim Senol außerhalb seines Strafraumes mit der Hand gegen den heranstürmenden Maseehla Kohistani klärte.
Blunck verzichtete aber auf den Platzverweis, da laut dessen Aussage kein absichtliches Handspiel vorgelegen habe. Da der nachfolgende Freistoß abgefälscht im Aus landete, gab es einen Eckball, der für einen weiteren Aufreger sorgte, denn der RWW-Schlussmann sprang auf Höhe des kurzen Pfostens elfmeterreif in Gegenspieler Sohrab Nouri hinein, der daraufhin eine zweiminütige Behandlungspause benötigte. Der Pfiff blieb jedoch aus…
Ab der 25. Minute war die Partie nun wieder sportlich furios, als zunächst Wilhelmsburgs Ferhat Celebi aus 20 Metern, zentraler Position, verzog und nur 120 Sekunden später der erste Treffer der Begegnung fiel. Ein Eckball von Linksverteidiger Erdem Kilic konnte von ASV-Torhüter Tobias Patow nicht situationsgerecht geklärt werden, was Defensivmann Deniz Yalcin per Dropkick aus 25 Metern in die kurze Ecke böse bestrafte.
Das 1:0 war der Höhepunkt der rot-weißen Drangphase, die Bruhn nur vier Minuten nach dem 1:0-Führungstreffer hätte krönen können, doch der hoch gewachsene Stürmer vergab nach schön gespieltem Angriff über Ferhat Celebi und Fatih Akyil.
Einen gut heraus gespielten Angriff brachten dann auch in der 41. Minute die Gäste zustande.
Wahid Afshar und Najib Naderi zeigten sich hier als Wegbereiter für Majid Baydar, der jedoch mit seinem Linksschuss aus halblinker Position lediglich das Außennetz traf.
Christopher Bruhn, mit der ungewöhnlichen Trikotnummer 99 ausgestattet, zeigte ihm, wie man es besser macht. Ein hoher, langer Ball von der Mittellinie, gespielt von Baris Taser, reichte hier aus, um die gesamte ASV-Abwehr zu entblößen, was Bruhn mit einem genauen Heber über den herausstürmenden Patow an der Strafraumgrenze nutzte.
2:0 kurz vor dem Pausentee – einen besseren Zeitpunkt hätten die Gastgeber hierfür gar nicht wählen können.
Zurück aus den Kabinen, kam es in der 52. Minute zu jeweils einer guten Torchance auf beiden Seiten. Zunächst löste sich Rot-Weiß-Akteur Taser sehr gut von zwei Gegenspielern, scheiterte jedoch mit seinem Linksschuss aus spitzem Winkel an Patow; im Gegenzug musste nun Patows Gegenüber sein Können im Mann gegen Mann beweisen, als Ilias Jowan schräg aufs Tor zulief. Der Spielstand blieb jedoch der alte: 2:0.
Ebenso, als sich Bruhn sehr gut auf der linken Seite gegen zwei Gegenspieler durchsetzte, seine verunglückte Flanke daraufhin knapp über das Tor schickte (56.).
Die Mega-Chance schlecht hin zum Anschlusstreffer ließ ASV-Angreifer Jowan liegen, indem er seinen harten Rechtsschuss nach einem langen Diagonalball auf die rechte Seite an die Unterkante des Querbalkens setzte.
Im Anschluss an einen Freistoß von Erdem Kilic, der noch die Latte streifte, war wieder der ASV an der Reihe, sich im Torabschluss zu inkonsequent zu zeigen. Der in der Mitte völlig unbehelligte Kohistani hatte nach einer Naderi-Flanke den Anschlusstreffer auf dem Fuß, doch Senol rettete auf zwar unkonventionelle, aber erfolgreiche Art und Weise im zweiten Versuch.
Nach genau 70 Spielminuten zeigte der ansonsten großzügige Schiedsrichter nach einem Handspiel im Strafraum der Gastgeber auf den Punkt. Strafstoß für den ASV Hamburg! Kapitän Najib Naderi übernahm die Verantwortung und schickte das Leder links über den Kasten. „Ein ganz schwacher Elfmeter!“, befand nicht nur sein Trainer.
Die Gäste hätten mittlerweile mindestens das 1:2 verdient, doch beste Torchancen konnten nicht genutzt werden. Auch der eingewechselte Joseph Groth reihte sich in Minute Nummer 71 nach einem starken Ballgewinn an der Strafraumgrenze mit einem Schuss ans Außennetz in die Riege der Pechvögel ein.
Den Schlusspunkt des lustigen Auslassens von Großchance beim ASV setzte schließlich Baydar, nachdem sich Jowan zunächst im Sechzehner-Getümmel durchsetzte. Senol rettete diesmal im Stolpern gegen Baydars Linksschuss aus 25 Metern.
Die sportliche Endnote blieb dann am Ende dem Team vom Rotenhäuser Damm vorbehalten.
Schöne Flanke von der rechten Seite und ein problemloses Kopfballtor vom blank stehenden Bruhn räumten in der 79. Minute jegliche Zweifel an einem Heimsieg aus. Und das gerade in der Phase, in der die Gäste nah dran waren, die Partie wieder offen zu gestalten.
Der SV RW Wilhelmsburg gewinnt also insgesamt verdient gegen einen ASV Hamburg, dem das Fehlen diverser Stammkräfte deutlich anzumerken war. „Wir waren heute wirklich mit einer Notmannschaft hier. Letztendlich waren wir nur 13 Mann, da sich noch beim Aufwärmen zwei Spieler verletzten. Trotzdem haben wir die erste Halbzeit komplett verschlafen, hatten die falsche Einstellung. Die zweite Halbzeit war dann akzeptabel. Wir haben uns einige Chancen herausgespielt, aber halt nicht genutzt. Machen wir das 1:2, läuft das hier ganz anders.“, wusste der ASV-Trainer im Anschluss an die Begegnung detailliert zu berichten. „Unser Ziel ist es aber weiterhin aufzusteigen, daran halten wir fest!“, zeigte sich der Übungsleiter dann aber wieder kämpferisch.
Auf der anderen Seite sah RWW-Verteidiger, Erdem Kilic zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten: „In der ersten Halbzeit waren wir klar besser und in der zweiten Hälfte hatte der Gegner einige Möglichkeiten, auszugleichen, aber denen fehlte halt der richtige Stürmer, der sie einfach rein macht“, befand der Akteur von der linken Seite.
Durch diesen Sieg pirscht sich sein Team langsam an die Spitzengruppe der Liga heran, während der ASV Hamburg in den Rückspiegel schauen sollte, denn alle Teams auf den folgenden Tabellenplätzen haben noch einige Nachholspiele zu bestreiten.
 
Tore: 1:0 Yalcin (27. E. Kilic), 2:0 Bruhn (45. Taser), 3:0 Bruhn (79.)

beste Spieler: Bruhn, E. Kilic – Jowan

Schiedsrichter: Lars Blunck (SC Alstertal/Langenhorn, Note 4,5)

Zuschauer: 32

besonderes Vorkommnis: N. Naderi (ASV Hamburg) schießt Strafstoß (Handspiel) über das Tor (70.).

 

Freitag, 19. November 2010

Spielbericht GW Eimsbüttel - FTSV Komet Blankenese

Sechs-Punkte-Sieg
Komet Blankenese gewinnt hart umkämpftes Verfolgerduell


Der FTSV Komet Blankenese bliebt der Spitzengruppe der Kreisliga 7 weiter auf den Fersen. Drei wichtige Zähler dafür hatte man auf einem Platz „außerhalb der Bespielbarkeit“ (o-Ton Oliver Ahlbrecht“ gegen Grün-weiß Eimsbüttel eingefahren.
Dabei machten die Gastgeber zunächst den aufgeweckteren Eindruck, untermauert durch zwei erste Torversuche Marc Güldeners (1. & 2.).
Lang ins Loch der GWE-Defensive geschickt, netzte der agile Marcel Rechmann ungeachtet der gegnerischen Abseitsproteste eiskalt zur Führung der West-Hamburger ein (7.).
Lange sollte der Vorsprung aber nicht halten, drosch der aufgerückte Joachim Görsch nach einem Dutzend an Spielminuten eine durch den Fünfer rauschende Burke-Ecke direkt unter die Latte – nicht schlecht!
Im Gegensatz zum jetzt ausgeglichenen Spielstand kippte die Angelegenheit optisch immer mehr in Richtung der Gäste, denen Michael Adelmanns Freistoß für den an Tobias Becker scheiternden Ahlbrecht die ideale Gelegenheit zum erneuten Vorsprung einbrachte. Doch das war´s noch nicht, riss Görsch den Blondschopf im Nachschuss versuch auf den Hosenboden – Strafstoß! „Ich habe ihn da klar heruntergezogen. Wenn ich das nicht mache, macht er ihn rein“, gestand Görsch, der sich hier freilich auch im Bereich einer Notbremse bewegte.
Den fälligen ruhenden Ball versenkte Rechmann kurzerhand links oben, sodass sein Kapitän wenig später gar das 1:3 aus sechs Metern auf dem Fuß hatte (Becker rettete mit gutem Reflex). Tore für Komet blieben an diesem Freitagabend einem einzigen Angreifer vorbehalten. Das dachte sich wohl auch der von Rechmann eingesetzte Tom Sandau, der vor dem Tor wieder für den nun Dreifachtorschützen querlegte. Ein herrlich herausgespielter Treffer, dem der Mann des Abends durchaus noch zwei weitere hätte hinzufügen können, wäre er jeweils nach zu kürz geklärten Hereingaben etwas treffsicherer gewesen (42. & 44.).
Mit dem zweiten Durchgang gelang es den mit dem 1:3 noch bestens bedienten Eimsbüttelern dann, die vogelwilde Defensive zu stärken und selber in Richtung Anschlusstreffer zu schreiten. Nur war Görsch bei einem Güldener-Freistoß zu überrascht (56.), während Güldener selber aus der zweiten Reihe knapp verfehlte (64.). Auch Maximilian Garbe erging es im Rahmen des besten GWE-Angriffs nicht besser, als ihn Tim Bergmann sauber im Strafraum abgrätschte. Der oftmals konfus agierende Schiedsrichter sah dies allerdings ganz anders und bescherte Alexander Eick vom Punkt den Anschlusstreffer, den auch der die Ecke ahnende Björn Struckmann nicht zu verhindern wusste (75.). Während die bereits im Hinspiel siegreichen Gäste (2:0) einzig durch einen parierten Kopfball von Bergmann gefährlich aufwarteten, suchten die Hausherren das Ausgleichsglück, das aber weder der alleingelassene Güldener mit seinem schwächeren rechten, noch Dennis Klemm per Kopf fanden.
Die Dockenhuden-Kicker überstanden auch die fünfminütige Nachspielzeit, was den zum 1:2-Strafstoß gefoulten Oliver Ahlbrecht freute: „Wir haben auf diesem schweren Geläuf vielleicht etwas glücklich aber verdient gewonnen, da wir unsere Chancen konsequenter genutzt haben. Wir haben den Kampf, den uns GWE geliefert hat, angenommen, wobei es trotzdem immer fair blieb“, resümierte Ahlbrecht, der auch klare Worte zur heutigen Schiedsrichterleistung übrighatte: „Der Schiedsrichter war heute wirklich eine glatte Sechs! Ich spiele seit mittlerweile 20 Jahren Fußball, aber so etwas ist mir noch nicht untergekommen. Er hat echt in beide Richtungen schlecht gepfiffen.“. Dieser Ansicht schloss sich Joachim Görsch auf Verliererseite an: „Das war absoluter Unfug, was dieser Klapskalli da gemacht hat!“. Doch auch die eigene Leistung missfiel dem oberligaerfahrenen Routinier: „Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit durch individuelle Fehler verloren, während wir Komet im zweiten Durchgang einen guten Kampf geboten haben. Besonders durch Standards, die bei diesem Schiedsrichter leicht herauszuholen waren, sind wir dann auch gefährlich geworden. Das hat uns genügend Chancen für das 3:3 gebracht Nach der Serie von vier Siegen ist das natürlich ein bitterer Zeitpunkt für diese Niederlage.“.
Besonders dürfte diese Schlappe aber Marc Güldener genervt haben, der sich auf dem Weg zum Parkplatz auch noch Spöttereien des gegnerischen Schlussmannes anhören musste. „So etwas ist absolut unsportlich!“, entrüstete sich der Verlierer des Bruderduells Marc gegen Sven.

GW Eimsbüttel: T. Becker – C. Pleus (73. Ernst), Przybylski, Brennecke, Eick – Burke (83. Harth), Görsch – Garbe (89. Frank), Ostertag, M. Güldener – Klemm, Trainer: Nico Grabarczyk

FTSV Komet Blankenese: Struckmann – Witt, Kehr, Ahlbrecht (55. Hemmen), Bergmann – L. Schmidt, Diesing, A. Schmidt, Adelmann (67. Speul) – Sandau (79. Seligmann), Rechmann, Trainer: Holger Schmidt

Tore: 0:1 Rechmann (7. Diesing), 1:1 Görsch (12. Burke), 1:2 Rechmann (18. Strafstoßtor, Görsch an Ahlbrecht), 1:3 Rechmann (40. Sandau), 2:3 Eick (75. Strafstoßtor, Bergmann an Garbe)

Schiedsrichter: Olf Vital (Lauenburger SV, Note 6)

Zuschauer: 30

Sonntag, 7. November 2010

Spielbericht HEBC - SC Egenbüttel

Reinmüller-Party: Müller macht ihn dreimal rein!
HEBC siegt mit 5:0 im Keller-krimi gegen desolate Egenbütteler

Der Tabellenletzte lebt noch! So lautet die Botschaft nach einem fulminanten 5:0-Erfolg des HEBC gegen den SC Egenbüttel, der seinerseits jegliche Formen des Abstiegskampfs vermissen ließ.
Dabei ging es für beide Mannschaften um viel.
Der HEBC, von Anfang an mit viel Aggressivität in den Zweikämpfen, näherte sich durch einen Schussversuch über das Tor von Rick Ferck aus 17 Metern erstmals dem gegnerischen Gehäuse (9.).
Dass auch der Abstiegskampf richtig ansehnlich sein kann, demonstrierten die Lilanen mit einem doppelten Doppelpassangriff über Cem Müller, der es sich aus zentraler Position nicht nehmen ließ, zum 1:0 zu veredeln.
Führung für die Hausherren, die den Widersacher weiter in dessen eigener Spielfeldhälfte gefangen hielten. Ein schöner Flankenwechsel von Kapitän Dejan Prostran auf die rechte Seite zu Christian Foerster riss die SCE-Defensive auf, die durch Foersters Zuspiel in die Mitte zum erneut aus 15 Metern erfolgreichen Müller das Nachsehen hatte (26.).
Kaum war HEBCs begeisterter Anhang mit seiner Jubelarie fertig, heiß es schon 3:0.
Wieder war es der überragende Müller mit einem Heber über den zu weit vor seinem Gehäuse postierten Patrick Marciniak (28.).
0:3 nach einer halben Stunde beim Schlusslicht der Tabelle. Klar, dass Trainer Holger Podein reagieren musste. Doch auch die Herausnahme des indisponierten Torben Behrens zu Gunsten von Dominik Lange (36.) brachte keine akute Besserung.
Stattdessen blieb der HEBC am Drücker. Per Fallrückzieher verpasste es Prostran nur knapp, sich für seine couragierte Leistung selbst zu belohnen (42.).
Fallrückzieher, Traumtore und ein Pausenstand von 3:0 – was für ein Vormittag für Prostran und Co!
Und es ging weiter: Foerster arbeitete vor, Ferck versenkte aus spitzem Winkel – 4:0 in Minute 57!
Leblos dagegen weiterhin die Darbietung der Rellinger, denen nach einer Stunde immerhin einmal ein Abschluss durch Alexander Levern (aus 20 Metern links vorbei) gelang. Es sollte eine Rarität bleiben.
Für die Schlussphase stand man dann auch noch ohne Trainer da, musste Podein seinen Platz wegen zu stürmischer Proteste gegen eine Schiedsrichterentscheidung räumen. Der eingewechselte Patrick May hatte für ein ungestümes Einsteigen gegen den Gäste-Keeper (aus Podeins Sicht) nur gelb gesehen (69.).
Von außerhalb seiner Coachingzone beobachtete der Übungsleiter, wie der ebenfalls hereingekommene Zeynel Esen den Ehrentreffer im Duell mit Sven Wolgast verpasste, ehe der letzte Treffer des Tages auf der anderen Seite fiel. Eine halbhohe Hereingabe von Sertac Akter bekam Dimitrios Papadopoulos zwar erst im zweiten Anlauf gehändelt, doch heute gelang den Eimsbüttelern alles. Per Heber setzte der „Neven Subotic vom Reinmüller“ die Kugel elegant zwischen die Pfosten (84.).
Um ein Haar hätte Akter im ersten HEBC-Erfolg nach sechs Niederlagen am Stück gar das halbe Dutzend vollgemacht, nur küsste sein gefühlvoller Heber die Latte.
Der ausgelassenen Feierstimmung tat dies allerdings keinen Abbruch, wie Innenverteidiger Enno Martini bestätigte: „Wir haben heute endlich unsere guten Ansätze aus den letzten 90 Minuten durchgesetzt, sind als ganze Truppe – vom ersten bis zum 18. Mann – aufgetreten und haben von Anfang an durch großen Druck die Verunsicherung des Gegners genutzt“, frohlockte der Mann aus der Viererkette über den enorm wichtigen Heimsieg. „So ist das halt um 10:45 Uhr auf dem Reinmüller!“, benannte Martini einen weiteren Erfolgsgrund.
„Es ist extrem wichtig, dass wir wieder einmal am Reinmüller zu Null gespielt haben!“, ergänzte Torsteher Sven Wolgast, der seinen Kasten nach langer Zeit sauber halten konnte.
Drei Punkte im kommenden Heimspiel gegen den FC Süderlebe und der Klassenerhalt rückte für den Aufsteiger wieder in Reichweite.
Ganz anders sieht die Welt dagegen beim SC Egenbüttel aus, wo man sich in nun vier Niederlagen in Folge ein Torverhältnis von 0:15 zusammensammelte.
Dementsprechend fassungslos zeigte sich Defensivmann Marion Schacht im Anschluss an die Partie: „Wir haben uns heute wirklich 90 Minuten lang wie ein Absteiger präsentiert, haben das Spiel auf dem Grandplatz nicht angenommen und sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen!“, kritisierte der 159-fache Viertligaspieler seine Farben. „Jeder Einzelne muss sich jetzt hinterfragen, ob er wirklich 100 Prozent für den Verein gibt! Wir müssen schnellstens wach werden, denn bei uns schrillen die Alarmglocken!“.
Ob dies bis zum anstehenden Gastspiel bei Teutonia 05 gelingt? Schließlich geht es wieder um 10:45 Uhr an die Pille – auf Grand!

HEBC: S. Wolgast – Prostran, Ryziotis, Martini, Petrobella – Gramsch (46. Raptis), D. Papadopoulos, Ferck, Foerster (78. Akter) – C. Müller – Ismajli (66. May), Trainer: Poen Alarcón

SC Egenbüttel: Marciniak – Behrens (36. Lange), Schacht, Czech, T. Müller – Peters, Gehlhaar (63. Esen) – Malke, Sonnenschein (75. Jürs) – Nickel, Levern, Trainer: Holger Podein

Tore: 1:0 C. Müller (19. Gramsch), 2:0 C. Müller (26. Foerster), 3:0 C. Müller (28. Ismajli), 4:0 Ferck (57. Foerster), 5:0 D. Papadopoulos (84. Akter)

Schiedsrichter: Alf Bas (Harburg Türksport)

Zuschauer: 70

besondere Vorkommnis:
-  SCE-Trainer Holger Podein wurde wegen Reklamierens aus dem Innenraum verwiesen (69.).
-  Das das Wechselkontingent des HEBC bei Cem Müllers verletzungsbedingtem Ausscheiden bereits erschöpft war, setzte die Mannschaft die Partie zu zehnt fort (83.).

Sonntag, 31. Oktober 2010

Spielbericht VfL 93 Hamburg II - TuS Osdorf II

Oeser verhindert Osdorfs Kantersieg
TuS-Reserve siegt trotz katastrophaler Chancenauswertung beim VfL II

TuS Osdorf II hat mit einem 3:1-Auswärtssieg bei der Zweiten des VfL 93 die Ansprüche auf einen Spitzenplatz der Kreisliga 5 unterstrichen. Beim Gegner gehen die Blicke dagegen weiter nach unten.
Möglicherweise noch unter den spannenden Eindrücken des Vorspiels, eines packenden Pokalderbys der E-Jugend, in dem die gastgebenden Winterhuder nach Neunmeterschießen über den SC Sperber triumphierten, ging spielerisch zunächst auf beiden Seiten nicht viel zusammen.
Ein krasser Fehlpass beförderte Özgür Akkus in freie Schussposition zum 0:1 (11.).
Wieder ein Rückstand für den Aufsteiger, der zur Viertelstundenmarke mit Simon Dierks (Wadenprobleme) auch noch einen Akteur verlor.
Erkan Yildiz antwortete mit einem 35-Meter-Distanzknaller, der schnurstracks das Quergebälk ertönen ließ. Fraglich nur, ob das Geschoss dabei auch die Torlinie passierte. Schiedsrichter-Nachwuchshoffnung Konrad Oldhafer (15, SC Poppenbüttel) erkannte goldrichtig auf TOR!
Beirren ließen sich die spielerisch weit überlegenen Blomkamp-Kicker davon aber keineswegs, begannen sie nun damit, der oftmals überforderten VfL-Abwehr ordentlich einzuheizen.
Besonders über rechts wurde es immer wieder konkret, sodass es nicht verwunderte, dass Hakim Korkmaz´ schön gezogene Flanke zur idealen Vorarbeit der erneuten Führung durch Sven Mellies taugte.
Weitere Gelegenheiten vereitelte der heuer herausragende Sven Oeser, der seine Handschuhe vor allem gegen den glücklosen Pawel Kanczewski mehrfach rettend in die Kugel bekam.
Per Fußabwehr (72.) lief es da nicht schlechter für den Torsteher, der seine Farben kurz darauf auch gegen den einschussbereiten Akkus weiter im Rennen hielt.
Doch nur bis Spielmacher Korkmaz die unsortierte VfL-Reserve abermals entblößte und der eingewechselte Akram Ben Dahsen freie Bahn für das entscheidende 1:3 in die kurze Ecke vorfand (83.).
Sinnbildlich für das muntere Chancenauslassen der Roten versemmelte Eimen Hadj Fradj noch einmal aus kürzester Distanz, was die Laune seines Trainers ungeachtet des Erfolges in finsteren Tönen beließ: „Schlecht, schlechter – drei Punkte!“, resümierte Marcel Runge knapp.
„Es gibt einige Mannschaften in dieser Staffel, die deutlich stärker sind“, bestätigte sein Gegenüber, Marco Ritter, der mit seiner Equipe ganz eigene Sorgen hat: „Für uns geht es einzig und allein um den Klassenerhalt – alles andere wäre Blödsinn!“. Sein Spieler Reik Freimuth erkannte immerhin trotz der „Niederlage, die in Ordnung geht“ „einige gute Ansätze nach der Pause“. „Wir haben die Räume besser zugestellt, noch einmal alles versucht, alles gegeben, aber es reichte halt nicht. Man muss aber auch sagen, dass TuS Osdorf nicht der Gegner ist, gegen den wir zwingend punkten müssen. Wenn wir da einen Punkt holen, ist das gut. Wenn nicht, dann ist das halt so. Wichtiger ist, gegen die direkten Konkurrenten zu gewinnen, um am Ende die Klasse zu halten.“.
Ob die im Mittelfeld platzierte Zweitvertretung des Rahlstedter SC nächste Woche ein Gegner ist, gegen den die VfL-Reserve dann wieder punkten muss?

VfL 93 Hamburg II: Oeser – Ehrenberg, Maurer, D. Öhlmann, Hoße – Freimuth – Yalcin (51. Schütt), Yildiz, Orlowski – A. Öhlmann, Dierks (15. Kühn / 78. Ertel), Trainer: Marco Ritter

TuS Osdorf II: Ude – Qaumi (46. Ben Dahsen), Houidi, Hosseini – Johnston, Seller (32. Heidari) – Mellies, Akkus (75. Afghannawis), Korkmaz – Kanczewski, Hadj-Fradj, Trainer: Marcel Runge

Tore: 0:1 Akkus (11.), 1:1 Yildiz (19. A. Öhlmann), 1:2 Mellies (26. Korkmaz), 1:3 Ben Dahsen (83. Korkmaz)

Gelbe Karten: Hoße, D. Öhlmann – Qaumi

Schiedsrichter: Konrad Oldhafer (SC Poppenbüttel, Note 2)

Zuschauer: 15


Samstag, 30. Oktober 2010

Spielbericht FC St. Pauli 2.D - TuS Germania Schnelsen 3.D

Ein gutes Pferd…
Knappes 1:0 – St. Paulis U12 nimmt die Hürde Germania 3.D

Es war kein besonders illustrer Vormittag für die etwa 30 Zuschauer am Brummerskamp. Zu geschickt stellten sich die Gäste aus Schnelsen an, um als Fischfutter für den klaren Favoriten in den braunen Gewändern zu werden.
Eigentlich hätte dies jedem schon vor der Partie klar sein müssen, denn es handelte sich um ein (D-Junioren-)Pokalspiel, welches zudem auch noch eine Art Derby war, tragen die Teams ihre  Spiele im gleichen Stadtteil aus.
Dass Derby und der Pokal eigene Gesetze haben, war in den Anfangssekunden allerdings nicht zu erkennen. Torversuche von Kovacic (1.) und Kosanic (3.) konnten erst auf der Linie geklärt werden.
Doch auch die Gäste waren zum Fußballspielen angereist und kamen direkt nach Kosanic´ Fehlversuch zu einer Konterchance, die Leon Schmidt im Tor der Gastgeber geschickt zu vereiteln wusste. Wiederum wenige Sekunden später herrschte wieder Alarm auf der anderen Seite: Ein schöner Angriff über die rechte Seite mit den Stationen Lüth und Kovacic fand allerdings kein glückliches Ende, nachdem Angreifer Kosanic am aufmerksamen Schlussmann der Gäste scheiterte.
Trotz der Fülle an Chancen in den Anfangsminuten fehlte es den Gastgebern an der nötigen Kreativität, den hervorragend organisierten Abwehrriegel der ganz in schwarz gekleideten Schnelsener zu knacken.
In der 13. Minute dann die Erlösung für die Ortel/Olde-Elf: Flanke Kovacic von rechts, Schauer mit der Ablage in die Mitte zu Kosanic und der drosch das Leder mit einem platzierten Linksschuss aus zentraler Position vor der Strafraumgrenze in die untere, linke Ecke des Tores.
Ein Tor, das Sicherheit und Selbstvertrauen geben sollte. Eine besonders große Portion davon gönnte sich Stürmer Nikola Kosanic, der sich in den Spielminuten 17, 22 und 23 gleich dreimal im Torabschluss versuchte, dabei aber seinen Heber an die Latte setzte, seinen Kopfball nach Stanjevic-Flanke neben das Tor beförderte und zu guter Letzt einen abgefälschten Versuch am Außennetz enden sah.
Kosanic hätte das Spiel also bereits zur Pause im Alleingang entscheiden können, doch der Spielstand nach 30 Minuten orientierte sich am optischen Eindruck der Begegnung: 1:0 zur Halbzeit.
Die Gäste, weiterhin defensiv sicher stehend, brachten den Favoriten mit der ersten nennenswerten Aktion des zweiten Abschnitts kräftig in Bedrängnis. Erst der aufmerksame Schmidt bereinigte die Szene mit Bravour, indem er sich dem Angreifer, der nach einem Stellungsfehler in der FC-Abwehr frei vor dem Tor auftauchte, in den Weg warf (37.). Eine Szene, die dem Team um Kapitän Martin Schauer zeigte, wie brüchig so eine 1:0-Führung sein kann.
Zehn Minuten nach dem Seitenwechsel hätte Erik Lüth führ Ruhe in der Partie sorgen können, doch sein Versuch nach starker Vorarbeit von John Bebensee aus zehn Metern passierte die Torlinie oberhalb des Querbalkens. Wenige Sekunden später brannte es nach unwiderstehlichem Sololauf von Kosanic erneut, doch der mitgeeilte Robin Kehr hämmerte das Spielgerät fahrlässig aus zehn Metern über das Tor.
St. Paulis U12 schaffte es einfach nicht, die wenigen vorhandenen Räume zur Vorentscheidung zu nutzen! Auch ein Schauer-Freistoß aus 14 Metern verfehlte das Ziel denkbar knapp (55.).
Für die letzten Minuten versuchten die Gäste, sich für eine disziplinierte Abwehrleistung zu belohnen und hielten die FC-Defensive um den, zum Ende immer stärkeren Tom Zähringer in Atem. 120 Sekunden vor Ultimo hätte es der Ausgleich durch eine Mega-Konterchance sein müssen, doch der frei aufs Tor zulaufende Stürmer schoss die Kugel aus bester Position kläglich in die Arme von Keeper Schmidt.
Die Schnelsener versuchten es noch einmal, die Verlängerung zu erzwingen, doch Zähringer und Co überstanden Germanias Druckperiode und retteten das 1:0 über die Ziellinie.
Schlussendlich siegte das Team vom Brummerskamp verdient, aber am Ende doch mit Dusel gegen einen sich teuer verkaufenden Gegner, der mit seiner Defensivleistung ein weitaus besseres Ergebnis erzielte, als so mancher St. Pauli-Gegner zuvor.
Beim Anhang der war nach dem Match eine gewisse Enttäuschung über die diesmalige Leistung ihrer Jungs spürbar, was Offensivkraft Julian zu Klampen nicht nachvollziehen konnte: „Wir waren brandgefährlich, was nicht einfach ist, gegen einen Gegner, der mit sieben Leuten auf der Torlinie steht!“, entgegnete der Eingewechselte der Kritik der Ideenlosigkeit im Offensivbereich.
Der Torschütze des Tages, Nikola Kosanic, nutzte die Gelegenheit des Interviews nach dem Spiel zur Kampfansage an die Konkurrenz: „Wir sind und wir bleiben die Besten!“, demonstrierte St. Paulis 9er eisernes Selbstvertrauen.

FC St. Pauli 2.D: Schmidt – Henke (49. Aslani), Bendowski, Zähringer, Erdal (50. Evlicoglu) – Schauer – Kehr, Lüth, Stanjevic (31. Bebensee) – Kovacic (31. zu Klampen), Kosanic (59. Kovacic), Trainergespann: Tobias Oertel & Oliver Olde

Tore: 1:0 Kosanic (13. Schauer)

Zuschauer: 30