Verlängerter
Winterschlaf
Ex-Raubvögel
zerpflücken fahrige Schanzen-Elf
Kurz vor Weihnachten zogen sich die zweiten 2008er des SC Sternschanze mit
einem 0:8 im Pokal gegen den Oberligisten SC Victoria ordentlich aus der
Affäre. Mit zwei Gegentoren weniger, aber mit einer indiskutablen Darbietung
ging der Start ins Jahr 2025 jedoch in die Binsen.
Vom Anpfiff weg ließ das 18-köpfige SCS-Gros im Test gegen den Farmsener TV aus
der Kreisliga-Parallelstaffel 02 alles vermissen, womit man sich im Pokal noch
Sympathien erkämpfte. Mit Ball zu kompliziert, ohne Ball zu statisch und in den
Zweikämpfen kaum existent. So machte man es dem spielfreudigen FTV recht
einfach, bereits nach 21 Minuten auf 0:2 davonzuziehen. Jesko Lommatzsch
eröffnete nach einer Viertelstunde den Torreigen, ehe Mansur Mohammadi aus dem
Rückraum verdoppelte (21.).
Gegenwehr? Fehlanzeige!
Ebenso bei Aaron Carstensens zentralen Rechtsschuss zum 0:3, bei dem der SCS
freundlich Spalier stand und auch der Innenpfosten freundlich mithalf (31.).
Ganz ohne Beteiligung des Aluminiums schnürte Carstensen, den es wie einige
seiner Mitstreiter im Sommer von der aufgelösten Elf des SC Condor zum
Lokalrivalen zog, erneut aus mittiger Position, den Doppelpack (56.), welcher
zehn Minuten später auch J. Lommatzsch gelingen sollte (66.). Wieder ein
Ex-Condoraner, der im konfusen Abwehrzentrum des SCS keine fachgerechte
Betreuung erfuhr!
Das halbe Dutzend komplett machte in der Schlussminute Keno Zippel, der schön
mit links aus der Drehung vollendete, nachdem ihn Carstensen mustergültig
bedient hatte (80.).
Schanze betrieb dagegen bis zum Schlusspfiff konsequente Arbeitsverweigerung,
was die Statistik von exakt einem eigenen Torschuss in 80 Minuten illustrierte.
Diesen feuerte Simon Ester vier Minuten vor dem Ende aus dem Lauf rechts am Tor
vorbei.
Vielleicht folgt das verspätete Erwachen aus dem Winterschlaf ja am kommenden
Wochenende im nächsten Freundschaftsspiel gegen die SV Halstenbek-Rellingen,
die man noch gut aus den vorigen Jahren in der Kreisklasse kennt.
Tore: 0:1 J. Lommatzsch
(15.), 0:2 Mohammadi (21.), 0:3 Carstensen (31.), 0:4 Carstensen (56.), 0:5 J.
Lommatzsch (66. Hussein), 0:6 Zippel (80. Carstensen)
Schiedsrichter: Ghazi Sabir Ali
Hamawand (Hamburger SV, Note 3)
Zuschauer: 23
Sonntag, 12. Januar 2025
Spielbericht SC Sternschanze 3.B - Farmsener TV 1.B
Spielbericht VfL Hammonia III - TuS Holstein Quickborn II
Neues
Jahr – neues Glück?
Hammonia
III macht wieder Hammonia III-Sachen – diesmal unbestraft
Nur allzu oft bestachen Spiele der dritten Mannschaft des VfL Hammonia durch
Situationskomik, die den Kreisligaaufsteiger kontinuierlich um Zählbares im
Abstiegskampf der Sechserstaffel brachte. Im neuen Jahr soll nun aber alles
besser werden. Ein frommer Wunsch, der sich zumindest im Endstand des
Testspiels gegen die ebenfalls in der Kreisliga beheimatete Reserve von TuS
Holstein Quickborn erfüllte.
Viel besser als der Gegner hatte man den eisigen Kunstrasenplatz angenommen und
stets den Abschluss gesucht. Völlig verdient stand es daher früh 2:0.
Beim ersten Streich fiel Außenverteidiger Ievgen Maskov eine Maza-Ecke dank
torhüterlicher Mithilfe vor den Schlappen (16.), während Tor Nummer zwei
wirklich fein herausgespielt war. Nach Zuspiel aus dem Zentrum schüttelte Henning
Franke Gegenspieler Rodrigo Pedreiro Gomes auf rechts ab, woraufhin
Sturm-Routinier Hüdayi Dogu in der Mitte alles klar machte (19.).
Noch mehr Grund zum Jubeln stellte sich in Minute 41 ein. Diesmal konterte der
VfL, sodass Paul Marx auf Zuspiel Dogu frei laufend Kapital aus der löchrigen
Holstein-Abwehr schlagen konnte (41.).
Hammonia hatte den Laden gut im Griff, ließ mit fortschreitender Spielzeit und
einigen Wechseln jedoch sichtbar nach.
So fing man sich durch mangelnde Konsequenz bei der Verteidigung einer Ecke von
Merlin Wilcken Tim Heinitz´ 3:1 aus dem Rückraum (51.), ehe Ahmon Bareq Shafiie
eine lange Hereingabe komplett blank am zweiten Pfosten zum Anschlusstreffer
nutzte (58.). Wäre die Latte bei Dudley Shigwedhas ungestörten Lupfer nicht
rettend zur Stelle gewesen, hätten die Gastgeber den Vorsprung gar komplett
neun Minuten hergeschenkt (59.).
So aber hielt die Führung bis ins letzte Drittel hinein (die 90 Minuten wurden
nach Absprache in 3x 30 Minuten durchgeführt), wo es trotz hoher Fehlerquote noch
einmal munter hin und her ging. Dogu beendete seinen ästhetischen Slalomlauf
mit einem verunglückten Abschluss (Fußabwehr Alexander Boger), der ihm aufgrund
des Nicht-Querlegens das Ausgeben einer Kiste für die Mannschaft einhandelte
(69.) – TuS Holsteins Treffer von Najib Morvey Tenimu zählte wegen einer
Abseitsstellung nicht (75.).
Zehn Minuten vor dem Ende dann die große Chance für die Hammonen, den Sack
vorzeitig zuzumachen, doch der eingewechselte Sekou Diallo setzte seinen
gerechtfertigten Foulstrafstoß neben das Gehäuse (80.).
Ein Fauxpas, der heute aber unbestraft bleiben sollte. Denn während die Quickborner
nicht mehr so richtig in den Angriffsbereich vorstießen, erklärte das 4:2 in
der Schlussminute alle Unkenrufe nach dem 3:3 für nichtig. Younes Berriri war
es, der Diallos schöne Vorarbeit ein krönendes Finale bescherte (90.).
Vielleicht wird in 2025 also doch alles besser, bei der VfL-Dritten…
Tore: 1:0 Maskov (16.
Maza), 2:0 Dogu (19. Franke), 3:0 Marx (41. Dogu), 3:1 Heinitz (51. Wilcken),
3:2 Bareq Shafiie (58.), 4:2 Berriri (90. Diallo)
gelbe Karten: Rubilar – Bareq Shafiie
Schiedsrichter: Leif Menke (SC
Sternschanze)
Zuschauer: 20
besonderes Vorkommnis: Diallo
(Hammonia) schießt Strafstoß neben das Tor (80., Bareq Shafiie an Rubilar).
Torschütze zum 4:2: Younes Berriri.
Sonntag, 15. Dezember 2024
Spielbericht SC Sternschanze 3.B - SC Victoria Hamburg 1.B
Entspannte
Einbahnstraße
Vicky-2008er
machen unspektakulär das Achtelfinale klar
0:8 und doch konnten beide Parteien am Sonntagabend zufrieden in die
Winterpause gehen. Drei Klassen Unterschied brachte das Viertrunden-U17-Pokalduell
der Zweiten des SC Sternschanze (Kreisliga) und der Oberliga-Elf des SC
Victoria auf dem Papier zu Tage.
Ein Fakt, der auch in Sachen Ballbesitz auf dem nasskalten Spielfeld zu
erkennen war. Vicky, da clevererweise in schwarzen Trikots angereist, in
Leibchen, übte mit überwältigendem Ballbesitz erheblichen Druck aus, dem sich
der SCS mit viel Leidenschaft entgegenstellte.
Und brachte der Favorit das Bällchen einmal Richtung Schanzen-Tor, packte
Goalie Piet Grützner fachgerecht zu (5. & 12.).
Auf der anderen Seite geschah unterdessen gar Überraschendes, als sich Carl
Stubenvoll aus der Mitte eine gute Schusschance bot. Der Versuch zischte
vorbei, doch der Oberligist war gewarnt, die Zügel nicht allzu sehr schleifen
zu lassen (10.).
Nach etwas mehr als einer torlosen Viertelstunde killte Victoria schließlich
die Pokalromantik. Nicht aus dem gebundenen Spiel heraus, sondern mit einer kurzen
Eckenvariante auf das ballnahe Strafraumeck, von wo Ben Reinholz erfolgreich
wie vermeidbar zum 0:1 abzog (16.).
Ebenso sicher saß ein Freistoß, den Reinholz nach einem Auffahrunfall von
Jefferson Hernandez Zamora diesmal von der anderen Seite hineinschweißte (25.).
Ein Tor der Marke „krummes Ding“ durch Josh Tietje markierte schließlich den
immer noch moderaten Halbzeitstand von 0:3 (35.).
Nach der Pause derselbe Ritt durch die Einbahnstraße, die für Noah Schmideder
fast zu persönlichen Schlucht wurde. Handspiel auf der Torlinie vom
zweikampfstarken Innenverteidiger, der das Glück hatte, nicht den fälligen
roten Karton zu sehen…
Mehr Schanzen-Glück gab es in dieser Szene jedoch nicht: Grützner ahnte die
Ecke, doch Lamine Cisses Strafstoß schlug zum 0:4 im SCS-Tor ein (51.).
Der Rest ist schnell erklärt: Dobromil Czarnecki versenkte zweimal aus der
zweiten Reihe (59. & 69.), ein Bensoussan-Treffer am langen Pfosten
bedeutete durch seine Entstehungskombination über Cisse und Reinholz den
sportlichen Höhepunkt (73.) und Victor Ende markierte per Rechtsschuss in den
Winkel ebensolches zum 0:8 (80.).
Schanze, das Anfang der zweiten Hälfte bei Nana Asare Kumis Abschluss nur
hauchdünn den Ehrentreffer verpasste (45.), zog sich damit gut aus der Affäre,
während der SC Victoria, bei dem gleich drei Mann aus der Vorwoche rotgesperrt
fehlten, neben dem ungefährdeten Pokalweiterkommen diesmal auch das entspannte
Gefühl eines nicht eskalierten Duells mitnahm. Gegner im Achtelfinale wird dann
die Regionalliga-Elf des USC Paloma sein.
Tore: 0:1 Reinholz (16.),
0:2 Reinholz (25., direkter Freistoß), 0:3 Tietje (35.), 0:4 Cisse (51.,
Strafstoßtor, Handspiel Schmideder), 0:5 Czarnecki (59.), 0:6 Czarnecki (69.),
0:7 Bensoussan (73. Reinholz), 0:8 Ende (80.)
Schiedsrichter: Volkan Özkan (SV
Groß Borstel)
Zuschauer: 30
Samstag, 14. Dezember 2024
Spielbericht SC Sternschanze 1.B - SV Rugenbergen 1.B
„In
zwei Jahren Bundesliga“ – Lorenz ballert SCS weiter!
Den
Oberligisten eliminiert: Dreierpack hievt Schanze-2008er ins Achtelfinale
„Natürlich ist es eine Überraschung, wenn man als Landesligist den Oberligisten
schlägt“, stellte Theo Spöhrer, der soeben mit seiner Schanze-B1 den SV
Rugenbergen aus dem Pokal eliminierte, das auf dem Papier Stehende fest. Doch
inhaltliche Gründe dafür gab es ebenso zahlreich: „Auf jeden Fall war der
Teamzusammenhalt bei uns besser. Wir haben wirklich jeder für jeden gekämpft.
Das hat bei denen gefehlt“, fielen Einsatz und Moral unter
SCS-Regen-Flutlichtkulisse ebenso ins Gewicht wie „Phasen, in denen wir besser
waren“. Und: „Wir haben unsere Chancen besser genutzt“. Ein Prädikat, das vor
allem in Richtung von Kleon Lorenz ging. „Ein super Spiel von Kleon – da kann
man nicht meckern“, ordnete Spöhrer den Auftritt des an guten Tagen Unterschiedsspielers
und an schlechten Totalausfalls ein. Vor allem, weil „er diesmal seine Schüsse
genutzt und nicht zehn Meter übers Tor gehauen hat“.
Erstmalig demonstriert in Minute zehn. „Ein schönes Tor mit ein bisschen Hilfe
vom Gegner“. So fälschte ein Roter den Versuch im nach innen ziehen exakt so
ab, dass die Kugel im hohen Bogen über den Goalie zum frühen Vorsprung
hineinplumpste.
Wichtig für den SCS, der zu Beginn alle Hände voll zu tun hatte, sich aus dem
Druck des Oberligazweiten zu lösen.
Verlass war dabei auch auf Schlussmann Enno Gloßner, der beispielsweise einen
Heilmann-Versuch aus der zweiten Reihe zur Seite parierte (15.).
Chancenlos der Fänger dagegen kurz darauf, als Arthur Schreiber, der nach
reduzierter Trainingsbeteiligung und zuletzt zeitgleichen
Schiedsrichtereinsätzen an Spieltagen eine Anlaufphase benötigte, die Kugel im
Aufbau herschenkte und Nico Scherwat letztlich „Danke“ sagte – 1:1 (16.)!
Schanze aber blieb im Film und verzückte gar durch spielerische Linie. In
Fötus-Stellung holte Schreiber einen Defensivfreistoß raus, woraufhin
Marineblau die Kugel herrlich zirkulieren ließ. Schreibers Verlagerung nach links
erwies sich hierbei ebenso als sinnvoll, wie das Angriffsfinale, das Lorenz auf
Ablage des starken Felix Lenzen „schön reingehauen“ hatte. Ein fieser Aufsetzer
stellte den baumlangen Morten Dieckmann, der den unpässlichen Frederic Poll zwischen
den SVR-Pfosten vertrat, jedenfalls vor eine für ihn unlösbare Aufgabe (26.).
Weitaus weniger effizient agierten da die bemühten, auf dem wenig geräumigen
Geläuf aber um ihre Stärke des schnellen Offensivpersonals beraubten Gäste.
Scherwat sah seinen Ball noch vor dem Strich geklärt (30.), Heilmanns
Direktabnahme zischte vorbei (36.) und wieder ETV-Rückkehrer Scherwat
scheiterte aus der Bewegung an Gloßner (38.), um kurz vor der Pause mit links
drüber zu löffeln (40.).
Nicht erfolgreicher verlebten die zunehmend hektischer werdenden Bönningstedter
den zweiten Abschnitt, der nach Johann Lamollers Mecker-Tirade gegen den
Unparteiischen für fünf Minuten in Unterzahl zu bestreiten war (52.). Mit
Lamoller traf es freilich keinen Unbekannten, hatte der Kapitän in der Vorwoche
eine Schlägerei nach Spielende angezettelt. Glückwunsch zu diesem vorbildlichen
Führungsspieler!
Zu allem Überfluss fing sich der Klassenhöhere nach einer knappen Stunde gar
das dritte Ei. Auf einem hohen Schreiber-Freistoß sammelte sich zwar bereits
eine Regenpfütze, doch trotzdem würgte abermals Lorenz die Kugel gegen den
unsicheren Dieckmann in drei Anläufen über die Linie (59.). „Ich hatte ein
bisschen Angst, dass der doch nochmal von der Linie gekratzt wird“, beschrieb
Kollege Spöhrer seinen persönlichen Nervenkitzel beim 3:1, bei dem er „schon
dreimal das Gefühl hatte, dass der Ball drinnen war“.
Lorenz unterdessen war mit Treffer Nummer drei bereits vorzeitig zum Mann des
Tages aufgestiegen. „Wirklich ein super Spiel von ihm! Schöne Tore, wichtige
Tore. Wenn er immer so viele Tore macht, dann spielen wir in zwei Jahren
Bundesliga“, bewertete Spöhrer den Auftritt seines später leicht
zeitstrafengefährdet substituierten Torjägers.
Die verbliebenen Schanzer wehrten sich in der Folge gegen die rot-schwarze
Schlussoffensive, die vor allem über Standards lief. Zwei davon wischte Gloßner
gekonnt aus der Luft (75. & 76.), während es gegen den am langen Pfosten
blanken Jacob Jahns zur Rettungstat am Boden kam (Azimullah Mohammadi löschte
die Szene schließlich per Grätsche, 77.).
Mehr passierte dann nicht mehr, im Flutlichtsprühregen, sodass der
Achtelfinaleinzug des Landesligisten perfekt war. Anfang März warten dort nun
vertraute Gesichter aus Hamburg-Ost: Ligakonkurrent (und Spitzenreiter) SC
Vier- und Marschlande gibt sich zur Runde der letzten 16 die Ehre am
Wasserturm. „Ich mag es jetzt nicht so sehr, gegen die zu spielen, aber diesmal
spielen wir ja zum Glück auf unserem Platz“, ging der Kelch des „grauenhaft
kleinen Platzes“ am Zollenspieker immerhin am SCS vorbei. „Ich glaube, es gäbe
schlimmere Lose; vielleicht aber auch leichtere“, bleibt die Gefühlswelt vor
einem „nicht deutlich leichteren Spiel, als das, was wir jetzt hinter uns
haben“, ambivalent.
Zufriedenheit herrscht dagegen mit der „guten Entwicklung, was spielerische
Sachen angeht“. „Auch der Zusammenhalt ist besser geworden. Von der
Tabellensituation könnten wir jetzt natürlich noch besser dastehen. Letzte
Saison war okay am Ende, aber dieses Jahr könnten wir noch ein bisschen besser
dastehen“, geht der Blick des Landesliga-Fünften nicht ganz zu Unrecht gen
Aufstiegskampf.
Tore: 1:0 Lorenz (10.),
1:1 Scherwat (16.), 2:1 Lorenz (25. Lenzen), 3:1 Lorenz (59. Schreiber)
gelbe Karten: Schreiber, Hameed
Mohammed, Lorenz – Lamoller, Rabeary
Zeitstrafe: Lamoller (SVR, 52.,
unsportliches Verhalten)
Schiedsrichter: Ali Cüneyt Kurnaz
(Eimsbütteler TV)
Zuschauer: 50
Freitag, 13. Dezember 2024
Spielbericht Holsatia/TSV Sparrieshoop/FC Elmshorn 1.Ü60 7er - Blau-weiß 96 Schenefeld/SV Blankenese 1.Ü60 7er
Die
Ruhser-Hardcore-Festspiele
Neun
Torbeteiligungen: Top-Stürmer bringt die Fans zum Eskalieren
Freie Flanke Stefan Jermies von rechts, abgewehrt; tödlicher Querpass der Gäste
und doch noch kam Holsatias Nummer 10 von halbrechts zum erfolgreichen
Rechtsschuss – 10:0 (65.)! Ein besonderer Treffer in der Ü60
7er-Auseinandersetzung zwischen den Spielgemeinschaften Holsatia/TSV
Sparrieshoop/FC Elmshorn (im Folgenden „Holsatia“ genannt) und Blau-weiß 96/SV
Blankenese, war die bis dahin erste Heim-Bude, an der Torjäger Bernd Ruhser
nicht direkt beteiligt war.
Ihren Anfang hatten die „Berni-Festspiele“ auf dem Walther-Poser-Platz bereits
in Minute drei, als der 68-Jährige in feinster Mittelstürmermanier zum 1:0
netzte.
Begeisterung darüber auch aus dem ersten Stockwerk des Nebengebäudes, wo
Holsatias A-Jugend zeitgleich ihren Mannschaftsabend verbrachte. Da durfte die
passende Tor-Hymne natürlich nicht fehlen!
Bis die inzwischen am Spielfeldrand postierten Nachwuchskicker erneut Scooters
Gassenhauer „Always Hardcore“ (Auf geht´s Holle!) über die Kaltenweide schallen
lassen konnten, versiebten die Gastgeber einige gute Gelegenheiten. Ein wenig
hatte man Konzentration und Laufvermögen heruntergedrosselt. Dann aber durfte
wieder gejubelt werden (21.). Ruhser leitete selber per Rückraumpass zu Jens
Duffke ein, um das folgende tiefe Zuspiel mit links zu vollenden. Schlussmann
Uwe Sokolowski hatte mit einem Rechtsschuss gerechnet…
Auf Zuspiel Torsten Bluhm vollendete Ruhser direkt im Anschluss seinen Hattrick
(22.).
Streich Nummer vier erfolgte, zentral alleingelassen, nach erneuter Hereingabe
Bluhm (31.), während es auch als Vorbereiter klappte. Ein Pass von rechts (30.)
und ein Umkurven des Tormannes, samt Pass von der Grundlinie (33.), bescherten
Duffke unwiderstehliche Einschussmöglichkeiten.
Ein halbes Dutzend also bereits zur Pause. Was steht den bemitleidenswerten
Gästen da noch alles bevor? Zunächst eine eigene, sauber herausgespielte,
Großchance, die Holle-Goalie Helmut Averbeck mit der linken Pranke entwertete
(42.).
Bevor die „Achter De Weiden“ ansässigen Blauen aber eine Aufholjagt starten
konnten, trieben wieder Ruhser und Duffke ihr Unwesen. Diesmal vollendete
Letzterer nach Doppelpass zum 7:0 (43.), dem Ruhser mit rechts das Oktett (47.)
und aus der Ferne das Nonett (49.) folgen ließ. Jermies eingangs erwähnter
Treffer machte es schließlich zweistellig (65.), woraufhin eine Produktion der
Herren Antonio Calastri und Frank Oehlers den 11:0-Endstand herbeiführte (67.).
Hätte der Unparteiische seine Ankündigung, die zweite Halbzeit nur 20 Minuten
lang spielen zu lassen, doch bloß befolgt, mochte man der unterlegenen
Auswärts-Elf gegönnt haben. Mitnichten blieb diese zumindest im zweiten
Abschnitt komplett blass. Der nicht nur bei Volker Dammanns Auftauchen vor dem
Fuß-klärenden Averbeck mögliche Ehrentreffer (53.) wäre dem Tabellenvierten
sicherlich zu gönnen gewesen.
So aber stand bei den meisterschaftsverwöhnten Quergestreiften die Null. Sechs
Zähler hinter dem Primus, HSV, bei einem Match weniger, überwintert man
nebenbei in Schlagdistanz zum nächsten Titelgewinn.
Tore: 1:0 Ruhser (3.), 2:0
Ruhser (21. Duffke), 3:0 Ruhser (22. Blum), 4:0 Duffke (30. Ruhser), 5:0 Ruhser
(31. Blum), 6:0 Duffke (33. Ruhser), 7:0 Duffke (43. Ruhser), 8:0 Ruhser (47.
Calastri), 9:0 Ruhser (49. Schümann), 10:0 Jermies (65.), 11:0 Oehlers (67.
Calastri)
Schiedsrichter: Erdogan Orhan
(Gencler Birligi)
Zuschauer: 3
Sonntag, 8. Dezember 2024
Spielbericht SC Victoria Hamburg V - 1. FC Quickborn II
Spitzenthriller
Führung,
Unterzahl und Siegtreffer 90.+3: Vicky V wieder im Drama-Modus
Nicht nur für sich selbst, sondern auch für die vielen Follower auf den
bekannten Plattformen, streitet die fünfte Mannschaft des SC Victoria, auf den
Plätzen der Kreisklasse 6 um Siege und vermarktungsfähiges Filmmaterial. Der
Plot, den der aktuelle Spitzenreiter zum Jahresabschluss 2024 am Sonntagabend gegen
den Tabellendritten, 1. FC Quickborn II, produzierte, barg noch einmal wahrhaft
cineastisches Drama.
Mit einigen ehemaligen Eulenstädtern an Bord, stellte man sich rasch als das
aktivere der beiden Teams heraus, was sich entsprechend früh auszahlen sollte.
Einen langen Freistoß Jan Johansens verlängerte Steffen Puzycha mit dem vollen
Haarschopf auf Sabaun Nawparwar, der wiederum vor FCQ-Fänger Leon Krause zum
1:0 einspitzelte (8.).
Die Antwort des ambitionierten Tabellendritten folgte wenig später, nur schob
Niklas Tietjens das Leder aus der Idealposition genau in die Arme des bereits
liegenden Jan Giesecke (13.). Ein Fehlschuss, der sich als doppelt ärgerlich
herausstellen sollte, weil drüben Yoofi Auge nach Fehlpass Marcel Werner alle
Zeit der Welt bekam, aus 25 Metern kontrolliert zum 2:0 ins lange Eck zu zielen
(14.).
Und es hätte noch krasser kommen können. Denn erst klärte Ali Yusufi gerade
noch so einen Kopfball vor der Linie (20.), dann bolzte Leon Kroiß die Kugel in
Rücklage nach schönem Festmachen durch Puzycha von der Strafraumlinie drüber
(25.).
Danach sollte sich der Wind jedoch drastisch drehen. Nach Niklas Tietjens´ zu
zögerlichem Strafraumraumintermezzo noch erleichtert durchgepustet (33.),
handelte sich die Streamertruppe um den heuer unpässlichen Maximilian Stemmler nur
Sekunden später einen Platzverweis, drei Verwarnungen und Levin Cammanns
platziertes Strafstoßtor in die linke untere Ecke ein (36.). Was war passiert?
Im Laufduell schob Kapitän Auge gegen Levin Cammann die Zehen gen Ball. Den
Angreifer damit zu Fall gebracht, war allerdings auch eine Ballberührung dabei.
Aus dem Mittelkreis hatte Schiedsrichter Marco Kopp (SC Sternschanze) einen
nicht ballorientierten Einsatz wahrgenommen. Der klassische Fall einer
Tatsachsenentscheidung.
Vicky nun also zum Umstellen gezwungen, verzichtete fortan in einem auf
„Nadelstiche“ ausgelegten 4-3-2-System auf eine klassische Sturmspitze.
Offensivmomente, wie Puzychas Heber mit dem Rücken zum Ziel (44.), fanden daher
lange keine Nachahmer.
Stattdessen drückten die Gäste ordentlich auf die Taube, generierten viele
Offensivstandards, von denen einer schließlich zum vermeintlichen 2:2 führte,
doch der knappe Abseitspfiff erlöste die hier zuordnungslosen Hausherren (50.).
Danach verflachte die umkämpfte Partie (insgesamt 15 (!) verteilte Karten), bis
die überzähligen Orangenen eine wilde Schlussphase mit dem nachgeholten
Ausgleichstreffer einläuteten (82.). Der eingewechselte Julien Kampers
vermochte es zwar nicht, eine hohe Hereingabe am zweiten Pfosten zu veredeln,
nur bekamen Victorianer anschließend einfach keine Klärung in die Szene. Werner
durfte noch einmal flanken und Levin Cammann verwertete aus kurzer Distanz.
Fraglich nur, ob Giesecke das Spielgerät tatsächlich erst hinter der Linie
zwischen die Griffel bekam. Der Schiri entschied jedenfalls auf Tor für den 1.
FC Quickborn, der anschließend durch seinen kantigen Toptorschützen nur knapp
an der Führung vorbei, beziehungsweise drüber, schrammte (83.) und auch bei
Cammanns Schusschance im Sechzehner (Giesecke packte zu) mehr versprochen bekam
(90.).
Die Dinge kamen schlussendlich aber ganz anders, führte Fatos Govoris
Ampelkarte nach taktischem Foul (der Eingewechselte stand gerade einmal eine
halbe Stunde auf der Koppel) den Gegner nicht nur personell zurück ins Match
(85.).
Blau wieder voll in der Verlosung und mit Marc Vorderstraßes abgefälschtem
Versuch auch wieder offensiv nennenswert vorstellig (90.+3), ehe der direkt
folgende Eckstoß des ansonsten glücklosen Alexander Keck tatsächlich genau in
den Fünfer segelte, wo Leon Kroiß das entscheidende Kopfballduell gegen seinen
Vornamensvetter Cammann gewann und den Primus damit in der Nachspielzeit in
maximale Ekstase köpfte.
Lange fünf Minuten mussten Keck und Co aber noch um den erkämpften Dreier
zittern. Mit dem steten Gewinn der wichtigen Mittelfeldzweikämpfe und einer gar
nicht mal so schlechten 48 Meter-Bogenlampe von Keck (90.+6) nahm man am Ende
geschickt die nötigen Sekunden von der Uhr. Die Wintermeisterschaft der
Kreisklasse 6 war damit mehr als bestätigt. Sieben Zähler Vorsprung auf
Verfolger TuRa Harksheide III und deren acht jetzt auf den FCQ auf Rang drei versprechen
den vielen tausend Zuschauern in den sozialen Netzwerken eine virtuelle
Meisterschafts- und Aufstiegsfeier.
Tore: 1:0 Nawparwar (8.
Puzycha), 2:0 Auge (14.), 2:1 Levin Cammann (36., Strafstoßtor, Auge an Levin
Cammann), 2:2 Levin Cammann (82. Werner), 3:2 Kroiß (90.+3, Keck)
gelb-rote Karte: Govori (1. FC
Quickborn II, 85., wiederholtes Foulspiel)
rote Karte: Auge (SC Victoria V,
34., Notbremse an Levin Cammann)
Schiedsrichter: Marco Kopp (SC
Sternschanze)
Zuschauer: 85
Spielbericht SC Victoria Hamburg 1.B - SV Rugenbergen 1.B
Testosteron-Überschuss
Kartenhagel
und fliegende Fäuste im und nach hitzigem U17-Oberliga-Fight
Fußball oder doch Preisboxen? So ganz wusste man nicht, in welcher Sportart sich
einige Beteiligte da auf der grünen Kunstwiese im Stadion Hoheluft übten. Fliegende
Fäuste und insgesamt fünf (!) rote Karten ließen den U17-Oberliga-Kick zwischen
dem SC Victoria und dem SV Rugenbergen jedenfalls zu einer echten Farce
eskalieren.
Tabellarisch waren die Rollen nicht nur im Vorfeld klar verteilt. Denn nach
anfänglicher Beobachtungsphase eröffnete der SVR als Mitglied der Tabellenführer-Verfolgergruppe
das Feuer auf den Vicky-Kasten, den Jarmo Madeee im Abtauchen gegen einen
Lamoller-Distanzschuss erstmals zu verteidigen hatte (13.).
Ähnliches war dem großgewachsenen Goalie auch im Duell mit Maximilian Pein gelungen,
doch das Verkürzen des Winkels sollte nur eine Fußnote dieser Szene blieben.
Johann Lamoller war nämlich mitgelaufen und versenkte den zweiten Ball am
langen Pfosten zum nicht unverdienten 0:1 (20.).
Immer wieder schickten sich die Gäste in der Folge an, den Vorsprung zu
verdoppeln, doch ohne die letzte Entschlossenheit im Abschluss ließ man den
traditionell extrem hoch verteidigenden Aufsteiger doch am Leben. Und kaum
hatte dieser personell gleich dreifach umgestellt (34.), war neben einer klar
verbesserten Defensivstruktur auch im Spielaufbau etwas Konsistenz zu erkennen.
Vor allem brachte Victor Ende mal etwas Dynamik ins Geschehen, was den Joker
prompt zum Torvorbereiter machte. Über rechts einmal durchgestartet, bediente
er Finley Dresemeyer, der auch aus der direkten Bewegung nichts an seiner
Treffsicherheit einbüßt – 1:1 (45.+5)!
Ein Zwischenstand, der auch zu Beginn des zweiten Abschnitts trotzdem weiter schmeichelhafter
Natur war. Vor allem deswegen, weil es die Bönningstedter verstanden, nach
jedem Vicky-Fehler sofort ins pfeilschnelle Umschalten zu kommen. So legte sich
der SCV das 1:2 per Ballverlust quasi selbst ins Nest. Jacob Jahns war
plötzlich mit großen Schritten im Zwei-gegen-Zwei angekommen, zog nach innen
und versenkte höchst selbst gegen Madees Laufrichtung zur erneuten Führung
seiner Rot-schwarzen (53.).
Von nun an rückten Technik und Taktik mehr und mehr in den Hintergrund. Die
Zweikampfintensität stieg und mit ihr auch der Diskussionsbedarf der
Betroffenen und derer, die sich auf den Rängen als solche fühlten. Der
Kartenhagel des überforderten Jungschiedsrichters begann und mit ihm wurde es
fast logischerweise etwas übersichtlicher auf dem Platz. Als erstes erwischte
es Vickys Josh Tietje mit der wohlverdienten Zeitstrafe (Rudelbildung +
Foulspiel, 69.), ehe ihm mit Kaan Yildirim (zweimal Foul) der eigene Kapitän
temporär an den Spielfeldrand folgte (72.). Wie gut, dass sich der
Schiedsrichter bei der ersten Hinausstellung noch regeltechnisch korrigieren
ließ, hatte er Tietje per im Jugendbereich nicht vorgesehener „Ampelkarte“
eigentlich für den Rest der Partie ausgeschlossen…
Mit Tietje, der zwischendurch Gäste-Schlussmann Frederic Poll einmal aus 18
Metern herausforderte (65.), aber wenig später ohne seinen Kollegen Luka Malic,
der seine Grätsche im Mittelfeld deutlich zu spät ansetzte (glatt Rot, 74.),
ging es in die Schlussphase, in der es der SV Rugenbergen nicht vermochte, den
Sack durch Jahns vorzeitig zuzumachen (80. & 80.+7). Zu allem Überfluss
verlor der SVR mit Merd Marhan ebenfalls einen Akteur an einen Feldverweis auf
Dauer, der angesichts des Einsteigens von der Seite reichlich überzogen
daherkam (80.+3.).
Als überzogen darf bei aller Freude über den letztlich knappen Auswärtserfolg
auch Lamollers demonstrativer Jubel ins Gesicht von Gegenspieler Arthur Richard
bezeichnet werden. Dass der erst in der Nachspielzeit eingewechselte
Victorianer dies mit physischer Gewalt quittierte, geht jedoch ebenfalls über
das verständliche Maß hinaus. Was daraus folgte: Massengerangel, Geschubse,
Geschlage; pubertierende Halbstarke im Würgegriff ihres Testosteronüberschusses.
Richard und Mitspieler Bruno Armour erhielten daher zu Recht noch den roten
Karton – ebenso wie Lamoller, dessen Disziplinarstrafe allerdings keine
Erwähnung in den Online-Eingaben des Schiedsrichters fand. Ein Einsatz des
wenig vorbildhaften Spielführers am kommenden Pokalsamstag beim Landesligisten
SC Sternschanze ist daher durchaus wahrscheinlich.
Gott sei Dank erst am Sonntag schlägt derweil der wieder einmal disziplinarisch
fragwürdig aufgetretene SC Victoria an der Sternschanze auf, wenn ebenfalls im
U17-Pokal die dankbare Aufgabe gegen die klassentiefere SCS-Zweite auf dem
vorweihnachtlichen Restprogramm 2024 steht.
Tore: 0:1 Lamoller (20.
Pein), 1:1 Dresemeyer (45.+5, Ende), 1:2 Jahns (53.)
Zeitstrafen: Tietje (69.,
Rudelbildung + Foulspiel), Yildirim (72., wiederholtes Foulspiel) – keine
rote Karten: Malic (74., grobes
Foulspiel), Richard (nach Spielende, Tätlichkeit), Armour (nach Spielende,
Tätlichkeit) – Marhan (80.+3, grobes Foulspiel), Lamoller (nach Spielende,
Tätlichkeit)
Schiedsrichter: Finn Louis Oberdörfer
(Hamburger SV, Note 6: bekam den Laden ohne stabile Persönlichkeit und
Präsentation gegenüber den Spielern überhaupt nicht in den Griff, hinzu mit einem
Regelfehler bei Tietjes gelb-roter Karte (69.) und der Fehleinschätzung von Marhans
Einsteigen von der Seite als grobes Foul (80.+3), warum bereits in der wenig
unterbrochenen ersten Halbzeit acht Minuten nachgespielt wurden, war indes
ebenso wenig nachvollziehbar.)
Zuschauer: 75
Spielbericht VfL Hammonia III - TSV Sasel III
Meister
der Gurken-Gegentore
Torwart-Slapstick
und Eigentor: Hammonia III zerpflückt sich wieder selbst
Pleiten, Pech und Pannen in Dauerschleife. Ein Film über das erste
Kalenderhalbjahr einer Hammonia-Dritten in der Kreisliga hätte sicherlich das
Zeug zum Internet-Hit.
Keine Ausnahme bildete da das Heimspiel zum Jahresabschluss gegen die
Drittvertretung aus Sasel. Ein Gegner, der mit Positiverinnerungen an das wilde
Hinspiel (3:2-Erfolg in letzter Sekunde, nachdem der VfL kurz zuvor per Strafstoß
ausglich) an den Wasserturm reiste. Mit dieser Energie legten die Gäste aus
Hamburg-Nord auch gut los. Eine erste Kopfballchance, die Jonas Rügge, der
erneut gleich drei (!) unpässliche Torhüter vertrat, etwas unorthodox
entschärfte, taugte hierfür als erster Beleg (6.).
Mit der Zeit fanden aber auch die Gastgeber langsam ins Geschehen, das sie
prompt maßgeblich beeinflussten. Aus 18 Metern entschied sich David Rubilar zum
Abzug und entscheid damit richtig. Schlussmann Jonas Winkel touchierte den Ball
noch, konnte ihn jedoch nicht mehr ablenken (17.). 1:0 für den Aufsteiger, der
daraufhin die etwas qualitativeren Ballbesitzphasen für sich generierte, dabei
aber kaum in brauchbare Schusspositionen kam. Kevin Ketz versuchte es einmal
vom rechten Strafraumeck – daneben (27.)!
Besser zielte auf der anderen Seite der TSVer Jona Eilers, dessen Rechtsschuss
schön von Rügge zur Ecke pariert wurde (29.).
Nicht das einzige Duell der beiden an diesem Sonntagvormittag, tauchte der
20-Jährige kurz vor der Pause wieder vor dem Goalie auf, um diesmal (etwas
kläglich) zu lupfen. Rügge aber ließ das Spielgerät wieder fallen und legte es
damit für den einpiekenden Jan Riegel auf den Präsentierteller – Ausgleich
(43.)!
Und der hatte seine psychologischen Spuren hinterlassen. Der im Saisonverlauf
immer wieder durch individuelle Aussetzer ins Hintertreffen geratene VfL sollte
heute überhaupt nicht mehr auf die Beine kommen. Ähnlich, wie auch ihr auf dem
Boden herumkriechender Tormann, der Glück hatte, dass Nils Doerings Versuch im
Strafraumraum noch rechtzeitig geblockt werden konnte (46.).
Weitere Top-Chancen für die Saseler folgten, nur das Führungstor wollte im
inzwischen vogelwilden Hammonia-Sechzehner nicht fallen.
„Spielt Kreisklasse! Das ist ja grausam! Hier kommt kein Ball unter Kniehöhe!“,
bewertete Schiedsrichterassistent Can Sünbül das in der Tat teilweise
stümperhafte Treiben auf dem Kunstgrün ohne, dass ihn irgendjemand um seine
Einschätzung bat. Alles eine Frage der eigenen Nasenhöhe…
Hoch oben segelte Mitte der zweiten Hälfte auch ein Freistoß Leon Böhnings
durch die Luft, wo Sebastian Pignatelli den Rettungskopfball allerdings
derartig unglücklich timte, dass das bis dahin unvollendete Führungswerk der
Saseler nun doch endlich Vollendung fand (68.).
Ein Abseitstor des TSV (bereits das Zweite, 76.) und eine Rügge-Fußabwehr gegen
Till Weise (77.) später, erfuhren die fahrigen Hausherren plötzlich eine
gefühlte Rückkehr ins Spiel. Weise holte sich für einen klaren Knöcheltreffer
die zweite Verwarnung vom verbal stets grenzwertig auftretenden Schiedsrichter
ab. Den Ersatzball mit voller Wucht gegen die Einrichtung zu dreschen und den
Unparteiischen lauthals als „Missgeburt“ zu betiteln, muss doch aber trotzdem
nicht sein. Das von Weise an Herrn Kaya verliehene Prädikat „schlechtester
Schiedsrichter, der je in dieser Stadt ausgebildet wurde“ dürfte unterdessen wohl
als Bewerbung des 26-Jährigen für den nächsten Schiedsrichter-Anwärterlehrgang
verstanden werden…
Seine verbliebenen Kollegen machten derweil ebenso bissig weiter – allerdings im
Sportlichen. Doppel-Alu in Minute 86 und ein weiterer Schussversuch, den Onur
Kaya nur hauchdünn drüber setzte (87.), erschienen fast ein wenig fahrlässig.
Denn tatsächlich schickte sich das Team in Schwarz noch einmal an, (unverdient)
etwas fürs Punktekonto im Tabellenkeller zu machen. Mit Übersicht legte der
eingewechselte Younes Berriri ideal im Gefahrensektor für seinen
Einwechselkollegen Yusuf Buyukli quer, nur ist dieser in seinen vielen Jahren beim
VfL Hammonia noch nie für den Ruf des Torjägers infrage gekommen. Rechts ging
die Kugel am Tor vorbei und passé war die einzige Torchance im zweiten Abschnitt,
den der Gegner in Jubelpose zu Ende brachte. Nicht nur, weil der ebenfalls von
der Bank gekommene Robin Witthöft einen zweiten Ball passend linksunten zur
1:3-Entscheidung versenkte (90.+1), sondern damit auch den wichtigen Dreier im
Kampf gegen das Abstiegsgespenst sicherstellte. Acht Zähler Vorsprung auf den
Lokalrivalen aus Poppenbüttel (15.) und auch noch das direkte Duell im neuen
Jahr vor der Brust, sollten doch als Klassenerhaltsgrundlage in der Kreisliga 6
taugen. Ein Sieg im noch anstehenden Nachholer gegen die Hamburg Hurricanes und
die Kreisklasse dürfte gar kein Thema am Parkweg sein.
Anders die Ausgangslage bei Hammonia III für die Rest-Saison. Nur drei Punkte
Vorsprung gegenüber dem SC Poppenbüttel II auf dem ersten Abstiegsplatz und
eben diese nicht enden wollende Serie von kuriosen Gegentoren nähren die Angst
vor der Retoure in die Neuntklassigkeit.
Tore: 1:0 Rubilar (17.),
1:1 Riegel (42. Eilers), 1:2 Pignatelli (68., Eigentor, Böhning), 1:3 Witthöft
(90.+1)
gelbe Karten: Holländer, Rubilar,
Diallo – keine
gelb-rote Karte: Weise (TSV Sasel, 80.,
wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Onur Sinan Kaya (Der Leitspruch „weniger ist mehr“ gilt auch für das Auftreten von
Schiedsrichtern…)
Zuschauer: 35
Samstag, 7. Dezember 2024
Spielbericht FC Hamburger Berg - Rellinger FC
Fünfminütige
Berg-Gaudi
Platztausch
in der KK8: FC Hamburger überrollt den RFC nach der Pause
Irgendwo im Nirgendwo der Kreisklasse 8 duellierten sich – passend zum tristen
Dezemberwetter – der FC Hamburger Berg und der Rellinger FC zum Vergleich der
Enttäuschten. Die Bergler sammelten seit dem krachenden 7:0 gegen Union 03 II
am 19. Oktober vier Pleiten und einen Spielausfall – der RFC holte in dieser
Zeitspanne immerhin einen Dreier (5:4 beim FFC08 II).
Große Erwartungen ans Spielniveau waren da natürlich Fehlanzeige.
Immerhin aber der Einsatz stimmte, lieferten sich die Kontrahenten einen
emsigen Fight, in dem sowohl die Quantität der Torchancen, als auch deren
Qualität recht paritätisch verteilten waren.
So zielte David Fuchs bei einer verlängerten Ecke einsam am zweiten Pfosten
drüber (34.) und vergeigten die Hausherren eine hervorragende
Doppelmöglichkeit, indem Fadhil Hasan den Querbalken traf, ehe Ahmad Alahmad
sein Nachsetzen frei daneben schob (45.).
Vergessen war der Verdruss des Mannes mit dem orangenen Schuhwerk, als Kollege
Mohammed Bennadri den zweiten Abschnitt mit einem kontrollierten 20
Meter-Flachschuss, rechtsunten, führungsbringend einläutete (52.).
Die Herren in Weiß um eine Antwort bemüht, doch das ging prompt nach hinten
los. Aus einem eigenem Eckstoß entstand nämlich jener Konter, der gleich zwei
Gegner vor dem etwas zögerlich herauskommenden Schlussmann Stefan Scheewe
auftauchen ließ. Zuerst noch mit einer Fußabwehr rettend, war im Nachschuss
nichts mehr zu machen – 2:0 durch erneut Bennadri (56.).
Der RFC jetzt völlig neben den Klamotten und nur Sekunden später gar mit 0:3
hinten, fühlte sich niemand im löchrigen Zentrum zu berufen, Hasan beim
Rechtsschuss, der wieder rechtsunten einschlug, annähernd zu stören (57.).
Drei Buden in fünf Minuten: Die Roten machten sich eine echte Gaudi aus ihrem vorletzten
Auftritt des Jahres 2024 (es folgt noch das Nachholspiel gegen die Reserve des
Rissener SV), nur das vierte Tor ließ in einem zu weilen überhart geführten
Match (noch) auf sich warten.
Rafid Qasims Treffer zählte wegen Abseits nicht (71.) und einen Versuch durch
Holy Okiye lenkte Scheewe schön über den Kasten (82.).
Fast wäre dadurch noch ein Rellinger Aufbäumen möglich gewesen. Abermals nach
einem Eckball auf den langen Pfosten hebelte der einsam auf den Ball wartende
Fuchs das Spielgerät gegen den Zaun (84.).
Endgültig vom Tisch waren Diskussionen über etwaige Spielwendungen, nachdem
Philep Motzkat einen langen Schlag unglücklich per Kopf zum Fein weiterleitete
und dieser in der Gestalt des Sharif Osman mit dem 4:0 dankte (90.).
Immerhin ein Katastrophenballverlust Motzkats in der nächsten Szene blieb vom
Kapitän des FC Hamburger Berg unbestraft (90.+1).
Einen Platz empor ging es in der Tabelle trotzdem: Die stets mit (auch teils
ungestümer) Physis operierenden Jungs aus der Sternschanzen-Park verdrängten
den soeben geschlagenen Kontrahenten von Rang sieben.
Tore: 1:0 Bennadri (52.),
2:0 Bennadri (56. Alkhalati), 3:0 Hasan (57. Alkhalati), 4:0 Osman (90.)
gelbe Karten: Idrissa, Ajiboye –
Schäfer, Ahmadi
Schiedsrichter: Arthur Erik
Schreiber (SC Sternschanze, Note 4)
Zuschauer: 5
Spielbericht SC Nienstedten 3.B - SC Sternschanze 3.B
Heinrich
belohnt den Fleiß
Kuriose
zweite Halbzeit: SC Nienstedten behält die Zähler im Quellental
Mit 4:7 verloren die zweiten 2008er des SC Nienstedten ihren bislang einzigen
Heimauftritt in der U17-Kreisliga 01 gegen die tabellenführende Elf des VfL
Pinneberg. Spiel Nummer zwei im heimischen Quellental verlief schließlich
ähnlich torreich – bei mehr Erfolg!
Bei ordentlich gefülltem Kader und starker Personalmisere des Gegners deuteten
bereits die Vorzeichen auf drei Heimpunkte gegen den SC Sternschanze und dessen
zweite Mannschaft hin.
Zwar eröffnete der SCS mit einem Abseitstor (5.), doch das insgesamt aktivere
Team stellte am frühen Samstagmorgen der SC Nienstedten. Luis Heinrich weckte
alle Anwesenden mit einem Lattenschuss, dessen Nachsetzen Liam Uhlemann gerne
versenkt hätte. Jaron Kerker, der das etatmäßige Torwartpersonal vertrat,
lenkte das Leder jedoch über den Querbalken (8.). Nicht schlecht für einen
Feldspieler, der nicht als einziger positionsfremd eingesetzt werden musste. So
fehlte Schanze alleine das Stammspielertrio Grützner, Verschwele und Freitag
wegen der Bundesliga-Gastspielreise des FC St. Pauli in Leverkusen.
Das eigene Auswärtsspiel geriet für die zwölf verbliebenen Marineblauen im
Kader unterdessen zum Kraftakt, der nach einer knappen Viertelstunde auch noch
mit dem Rucksack eines Rückstands zu schultern war. Zu viel Platz hatten sie
Luis Heinrich über außen gelassen, sodass dieser Justus Schiphorst in der Mitte
sauber bedienen konnte (14.).
Schanze in der Folge mit zarten Ansätzen, doch konkret machte es hier nur die
Heim-Elf, der bei Schiphorsts Rechtsschuss in der Bewegung nach innen nur knapp
das 2:0 vorenthalten blieb (22.). Nicht aber, als Schiphorst den perfekten
Schnittstellenball für Finn Aschmann beisteuerte und Letzterer halbrechts vor
dem Tor freie Bahn bekam (25.).
Schwieriger gestaltete sich auf der anderen Seite der Winkel für Nana Asare
Kumi: Am Außenpfosten zerschellte seine Konterchance (38.).
Tore schoss hier erstmal nur der SCN, für den mit dem aufgerückten Yunus
Hauenstein nun auch ein Innenverteidiger erfolgreich auf Tore-Jagd ging (42.).
Bei Tim Bendrichs Ecke mochte ihn irgendwie niemand als Gegenspieler übernehmen…
Plötzlich aber geriet das Setting bei nasskaltem Ekel-Wetter aus den Fugen. Eine
Mischung aus Feuchtigkeit, geringer Beschäftigung und torhüterlichem Unvermögen
ließ einen an sich harmlosen Oteng-Freistoß zum verkürzenden 3:1 durchrutschen
(46.).
Doch damit nicht genug, reichten ein bissiger Ballgewinn und das rasche Zuspiel
in die Spitze, um Asare Kumi gar den Anschlusstreffer erzielen zu lassen (48.).
Das Momentum jetzt klar bei den Gästen, doch nur Sekunden danach stellte
Heinrich den zwei-Tore-Vorsprung des SC Nienstedten her (49.). Sehr zur Freude
eines einsam mit Hund, Fanschal und Anfeuerungsrufen ausharrenden Spielervaters!
Dieser geriet im weiteren Verlauf der zweiten Hälfte jedoch erneut in Sorge, weil
Torwart Ole Grudda die Kugel im Pressing-Stress an Asare Kumi verlor, sodass
der wiedereingewechselte Samir Teymuri auf 4:3 stellen konnte (58.).
Schanze erneut zurück im Spiel und es blieb ein munterer Kick mit Möglichkeiten
auf beiden Seiten. Das Blatt für sich wendete kurz vor Ende der SCN für sich,
indem wieder der fleißige Heinrich halbrechts in Schussposition kam und passend
in die kurze Ecke zum 5:3-Endstand einer außerordentlich fairen
Auseinandersetzung traf (79.).
Heinrich und Co bleiben somit als Tabellendritter in der Anwartschaft um den
Bezirksligaaufstieg, während die Schanzenkicker*innen weiter auf den ersten
Saisondreier warten. Dreimal siegreich war man dagegen bereits im Pokal, wo am
kommenden Sonntag das Viertrundenmatch gegen den schier übermächtigen
Oberligisten SC Victoria ansteht.
Tore: 1:0 Schiphorst (14.
Heinrich), 2:0 Aschmann (25. Schiphorst), 3:0 Hauenstein (42. Bendrich), 3:1
Oteng (46., direkter Freistoß), 3:2 Asare Kumi (48.), 4:2 Heinrich (49.), 4:3
Teymuri (58. Asare Kumi), 5:3 Heinrich (79.)
Schiedsrichter: Dominic Goos (FC
Teutonia 05, Note 4)
Zuschauer: 5

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