Sonntag, 12. Januar 2025

Spielbericht SC Sternschanze 1.B - Dersimspor Hamburg 1.B

Zweistelliger Neujahrsempfang
Schanze-B1 testet erfolgreich gegen Kreisliga-Tabellenführer

20 Mann, darunter einige Probespieler, gestalteten am zweiten Januarwochenende den Neujahrsempfang 2025 für die U17-Landesliga-Truppe des SC Sternschanze. Zu Gast war mit Dersimspor ein Team, das nur den Nerds des Jahrgangs 2008 ein Begriff ist. Kein Wunder, kicken die im Sommer neu formierten Harburger in der Kreisliga. Dort Tabellenführer und auf Bezirksliga-Kurs, war der SCS als zwei Klassen höherer Gegner eine Nummer zu groß.
Schanze von Beginn an mit dem Kommando auf dem Kunstgrün, wo zunächst nur lediglich das Tor fehlte. Ein altes Thema des SCS, den insbesondere Kleon Lorenz früh in Führung hätte bringen können. Schlussmann Berzan Keskin entpuppte sich jedoch als persönlicher Schrecken von Schanzes Top-Torjäger (2. & 6.).
Mit Ayham Haufe gelang es schließlich einem Probespieler, das Leder im Rahmen eines gar nicht mal so ideal getretenen Eckstoßes über die Linie zu würgen – 1:0 (18.)!
Ebenfalls noch im Casting befindet sich der heute fleißige Dfafra Darame, der in der gegnerischen Hälfte alle schwindelig dribbelte, um dann aber mit Abschluss knapp zu vergeben (23.). Trotzdem eine schöne Aktion!
Ebenso eine Kombination unter Arrivierten: Julius Ahrens mit dem steilen Anspiel für Baran Sütcü und dieser behielt im Strafraum den Kopf oben, um Theodor Spöhrer für dessen 2:0 zu bedienen (24.).
Mit der ersten Ballberührung nach seiner Einwechslung vollstrecke Marvin Bonsu zum 3:0 (29.), dem der Ghanaer das 4:0 nachlegte (38.). Vorlagengeber: Janes Djau, der nur Augenblicke später selbst den 5:0-Halbzeitstand herstellte (39.).
Einen Keskin-Reflex (47.) und ein Djau-Abseitstor (49.) später, überraschte Dersimspors Marcin Baginski den Landesligisten mit einem Kunstschuss aus 45 Metern, der im hohen Bogen den Ehrentreffer des Kreisligisten bedeutete (51.). Die „Null“ blieb Geburtstagskind Enno Gloßner damit verwehrt. Seine Vorderleute rächten ihren Schlussmann jedoch mit weiteren Treffern, wie Quaresma Aquins 6:1, das Koyar Hamed Mohammed eröffnend wegbereitete (59.). Der technisch versierte Brasilianer finalisierte letztlich Djaus Zuspiel am zweiten Pfosten.
Weiter ging´s mit einem Bonsu-Doppelpack (66. & 71.) gegen defensiv inzwischen weiß beflaggte Harburger, bei denen immerhin der starke Keskin zu Bonsus Hattrick-Spielverderber taugte (74.).
Im Vollsprint über rechts ließ der völlig losgelöste Spöhrer dem Goalie aus mutigem Winkel wenig später keine Chance, die Zweistelligkeit abzuwenden (76.).
Der irgendwie sinnbildliche 11:1-Schlusspunkt gehörte mit Kieran Kopp noch einmal einem bereits feststehenden Neuzugang (78.). Nachdem Keskin zweimal behände abwehrte, netzte der Zentrumsspieler, den es von der SV Blankenese an den Wasserturm zieht, als ungehinderter Abstauber-Abstauber erstmalig im Dress des neuen Clubs, der mit seinem personell aufgestockten Kader eine erste Duftmarke setzte.

Tore: 1:0 Haufe (18. Spöhrer), 2:0 Spöhrer (24. Sütcü), 3:0 Bonsu (29. Spöhrer), 4:0 Bonsu (38. Djau), 5:0 Djau (39.), 5:1 Baginski (50.), 6:1 Darame (51.), 7:1 Aquin (59. Djau), 8:1 Bonsu (68. Spöhrer), 9:1 Bonsu (71. Spöhrer), 10:1 Spöhrer (76.), 11:1 Kopp (78.)

Schiedsrichter: Leonard Läubin (Hamburger SV, Note 2,5)

Zuschauer: 25




Spielbericht SC Sternschanze 3.B - Farmsener TV 1.B

Verlängerter Winterschlaf
Ex-Raubvögel zerpflücken fahrige Schanzen-Elf

Kurz vor Weihnachten zogen sich die zweiten 2008er des SC Sternschanze mit einem 0:8 im Pokal gegen den Oberligisten SC Victoria ordentlich aus der Affäre. Mit zwei Gegentoren weniger, aber mit einer indiskutablen Darbietung ging der Start ins Jahr 2025 jedoch in die Binsen.
Vom Anpfiff weg ließ das 18-köpfige SCS-Gros im Test gegen den Farmsener TV aus der Kreisliga-Parallelstaffel 02 alles vermissen, womit man sich im Pokal noch Sympathien erkämpfte. Mit Ball zu kompliziert, ohne Ball zu statisch und in den Zweikämpfen kaum existent. So machte man es dem spielfreudigen FTV recht einfach, bereits nach 21 Minuten auf 0:2 davonzuziehen. Jesko Lommatzsch eröffnete nach einer Viertelstunde den Torreigen, ehe Mansur Mohammadi aus dem Rückraum verdoppelte (21.).
Gegenwehr? Fehlanzeige!
Ebenso bei Aaron Carstensens zentralen Rechtsschuss zum 0:3, bei dem der SCS freundlich Spalier stand und auch der Innenpfosten freundlich mithalf (31.).
Ganz ohne Beteiligung des Aluminiums schnürte Carstensen, den es wie einige seiner Mitstreiter im Sommer von der aufgelösten Elf des SC Condor zum Lokalrivalen zog, erneut aus mittiger Position, den Doppelpack (56.), welcher zehn Minuten später auch J. Lommatzsch gelingen sollte (66.). Wieder ein Ex-Condoraner, der im konfusen Abwehrzentrum des SCS keine fachgerechte Betreuung erfuhr!
Das halbe Dutzend komplett machte in der Schlussminute Keno Zippel, der schön mit links aus der Drehung vollendete, nachdem ihn Carstensen mustergültig bedient hatte (80.).
Schanze betrieb dagegen bis zum Schlusspfiff konsequente Arbeitsverweigerung, was die Statistik von exakt einem eigenen Torschuss in 80 Minuten illustrierte. Diesen feuerte Simon Ester vier Minuten vor dem Ende aus dem Lauf rechts am Tor vorbei.
Vielleicht folgt das verspätete Erwachen aus dem Winterschlaf ja am kommenden Wochenende im nächsten Freundschaftsspiel gegen die SV Halstenbek-Rellingen, die man noch gut aus den vorigen Jahren in der Kreisklasse kennt.

Tore: 0:1 J. Lommatzsch (15.), 0:2 Mohammadi (21.), 0:3 Carstensen (31.), 0:4 Carstensen (56.), 0:5 J. Lommatzsch (66. Hussein), 0:6 Zippel (80. Carstensen)

Schiedsrichter: Ghazi Sabir Ali Hamawand (Hamburger SV, Note 3)

Zuschauer: 23


Spielbericht VfL Hammonia III - TuS Holstein Quickborn II

Neues Jahr – neues Glück?
Hammonia III macht wieder Hammonia III-Sachen – diesmal unbestraft

Nur allzu oft bestachen Spiele der dritten Mannschaft des VfL Hammonia durch Situationskomik, die den Kreisligaaufsteiger kontinuierlich um Zählbares im Abstiegskampf der Sechserstaffel brachte. Im neuen Jahr soll nun aber alles besser werden. Ein frommer Wunsch, der sich zumindest im Endstand des Testspiels gegen die ebenfalls in der Kreisliga beheimatete Reserve von TuS Holstein Quickborn erfüllte.
Viel besser als der Gegner hatte man den eisigen Kunstrasenplatz angenommen und stets den Abschluss gesucht. Völlig verdient stand es daher früh 2:0.
Beim ersten Streich fiel Außenverteidiger Ievgen Maskov eine Maza-Ecke dank torhüterlicher Mithilfe vor den Schlappen (16.), während Tor Nummer zwei wirklich fein herausgespielt war. Nach Zuspiel aus dem Zentrum schüttelte Henning Franke Gegenspieler Rodrigo Pedreiro Gomes auf rechts ab, woraufhin Sturm-Routinier Hüdayi Dogu in der Mitte alles klar machte (19.).
Noch mehr Grund zum Jubeln stellte sich in Minute 41 ein. Diesmal konterte der VfL, sodass Paul Marx auf Zuspiel Dogu frei laufend Kapital aus der löchrigen Holstein-Abwehr schlagen konnte (41.).
Hammonia hatte den Laden gut im Griff, ließ mit fortschreitender Spielzeit und einigen Wechseln jedoch sichtbar nach.
So fing man sich durch mangelnde Konsequenz bei der Verteidigung einer Ecke von Merlin Wilcken Tim Heinitz´ 3:1 aus dem Rückraum (51.), ehe Ahmon Bareq Shafiie eine lange Hereingabe komplett blank am zweiten Pfosten zum Anschlusstreffer nutzte (58.). Wäre die Latte bei Dudley Shigwedhas ungestörten Lupfer nicht rettend zur Stelle gewesen, hätten die Gastgeber den Vorsprung gar komplett neun Minuten hergeschenkt (59.).
So aber hielt die Führung bis ins letzte Drittel hinein (die 90 Minuten wurden nach Absprache in 3x 30 Minuten durchgeführt), wo es trotz hoher Fehlerquote noch einmal munter hin und her ging. Dogu beendete seinen ästhetischen Slalomlauf mit einem verunglückten Abschluss (Fußabwehr Alexander Boger), der ihm aufgrund des Nicht-Querlegens das Ausgeben einer Kiste für die Mannschaft einhandelte (69.) – TuS Holsteins Treffer von Najib Morvey Tenimu zählte wegen einer Abseitsstellung nicht (75.).
Zehn Minuten vor dem Ende dann die große Chance für die Hammonen, den Sack vorzeitig zuzumachen, doch der eingewechselte Sekou Diallo setzte seinen gerechtfertigten Foulstrafstoß neben das Gehäuse (80.).
Ein Fauxpas, der heute aber unbestraft bleiben sollte. Denn während die Quickborner nicht mehr so richtig in den Angriffsbereich vorstießen, erklärte das 4:2 in der Schlussminute alle Unkenrufe nach dem 3:3 für nichtig. Younes Berriri war es, der Diallos schöne Vorarbeit ein krönendes Finale bescherte (90.).
Vielleicht wird in 2025 also doch alles besser, bei der VfL-Dritten…

Tore: 1:0 Maskov (16. Maza), 2:0 Dogu (19. Franke), 3:0 Marx (41. Dogu), 3:1 Heinitz (51. Wilcken), 3:2 Bareq Shafiie (58.), 4:2 Berriri (90. Diallo)

gelbe Karten: Rubilar – Bareq Shafiie

Schiedsrichter: Leif Menke (SC Sternschanze)

Zuschauer: 20

besonderes Vorkommnis: Diallo (Hammonia) schießt Strafstoß neben das Tor (80., Bareq Shafiie an Rubilar).

Torschütze zum 4:2: Younes Berriri.





Sonntag, 15. Dezember 2024

Spielbericht SC Sternschanze 3.B - SC Victoria Hamburg 1.B

Entspannte Einbahnstraße
Vicky-2008er machen unspektakulär das Achtelfinale klar

0:8 und doch konnten beide Parteien am Sonntagabend zufrieden in die Winterpause gehen. Drei Klassen Unterschied brachte das Viertrunden-U17-Pokalduell der Zweiten des SC Sternschanze (Kreisliga) und der Oberliga-Elf des SC Victoria auf dem Papier zu Tage.
Ein Fakt, der auch in Sachen Ballbesitz auf dem nasskalten Spielfeld zu erkennen war. Vicky, da clevererweise in schwarzen Trikots angereist, in Leibchen, übte mit überwältigendem Ballbesitz erheblichen Druck aus, dem sich der SCS mit viel Leidenschaft entgegenstellte.
Und brachte der Favorit das Bällchen einmal Richtung Schanzen-Tor, packte Goalie Piet Grützner fachgerecht zu (5. & 12.).
Auf der anderen Seite geschah unterdessen gar Überraschendes, als sich Carl Stubenvoll aus der Mitte eine gute Schusschance bot. Der Versuch zischte vorbei, doch der Oberligist war gewarnt, die Zügel nicht allzu sehr schleifen zu lassen (10.).
Nach etwas mehr als einer torlosen Viertelstunde killte Victoria schließlich die Pokalromantik. Nicht aus dem gebundenen Spiel heraus, sondern mit einer kurzen Eckenvariante auf das ballnahe Strafraumeck, von wo Ben Reinholz erfolgreich wie vermeidbar zum 0:1 abzog (16.).
Ebenso sicher saß ein Freistoß, den Reinholz nach einem Auffahrunfall von Jefferson Hernandez Zamora diesmal von der anderen Seite hineinschweißte (25.).
Ein Tor der Marke „krummes Ding“ durch Josh Tietje markierte schließlich den immer noch moderaten Halbzeitstand von 0:3 (35.).
Nach der Pause derselbe Ritt durch die Einbahnstraße, die für Noah Schmideder fast zu persönlichen Schlucht wurde. Handspiel auf der Torlinie vom zweikampfstarken Innenverteidiger, der das Glück hatte, nicht den fälligen roten Karton zu sehen…
Mehr Schanzen-Glück gab es in dieser Szene jedoch nicht: Grützner ahnte die Ecke, doch Lamine Cisses Strafstoß schlug zum 0:4 im SCS-Tor ein (51.).
Der Rest ist schnell erklärt: Dobromil Czarnecki versenkte zweimal aus der zweiten Reihe (59. & 69.), ein Bensoussan-Treffer am langen Pfosten bedeutete durch seine Entstehungskombination über Cisse und Reinholz den sportlichen Höhepunkt (73.) und Victor Ende markierte per Rechtsschuss in den Winkel ebensolches zum 0:8 (80.).
Schanze, das Anfang der zweiten Hälfte bei Nana Asare Kumis Abschluss nur hauchdünn den Ehrentreffer verpasste (45.), zog sich damit gut aus der Affäre, während der SC Victoria, bei dem gleich drei Mann aus der Vorwoche rotgesperrt fehlten, neben dem ungefährdeten Pokalweiterkommen diesmal auch das entspannte Gefühl eines nicht eskalierten Duells mitnahm. Gegner im Achtelfinale wird dann die Regionalliga-Elf des USC Paloma sein.

Tore: 0:1 Reinholz (16.), 0:2 Reinholz (25., direkter Freistoß), 0:3 Tietje (35.), 0:4 Cisse (51., Strafstoßtor, Handspiel Schmideder), 0:5 Czarnecki (59.), 0:6 Czarnecki (69.), 0:7 Bensoussan (73. Reinholz), 0:8 Ende (80.)

Schiedsrichter: Volkan Özkan (SV Groß Borstel)

Zuschauer: 30




Samstag, 14. Dezember 2024

Spielbericht SC Sternschanze 1.B - SV Rugenbergen 1.B

„In zwei Jahren Bundesliga“ – Lorenz ballert SCS weiter!
Den Oberligisten eliminiert: Dreierpack hievt Schanze-2008er ins Achtelfinale

„Natürlich ist es eine Überraschung, wenn man als Landesligist den Oberligisten schlägt“, stellte Theo Spöhrer, der soeben mit seiner Schanze-B1 den SV Rugenbergen aus dem Pokal eliminierte, das auf dem Papier Stehende fest. Doch inhaltliche Gründe dafür gab es ebenso zahlreich: „Auf jeden Fall war der Teamzusammenhalt bei uns besser. Wir haben wirklich jeder für jeden gekämpft. Das hat bei denen gefehlt“, fielen Einsatz und Moral unter SCS-Regen-Flutlichtkulisse ebenso ins Gewicht wie „Phasen, in denen wir besser waren“. Und: „Wir haben unsere Chancen besser genutzt“. Ein Prädikat, das vor allem in Richtung von Kleon Lorenz ging. „Ein super Spiel von Kleon – da kann man nicht meckern“, ordnete Spöhrer den Auftritt des an guten Tagen Unterschiedsspielers und an schlechten Totalausfalls ein. Vor allem, weil „er diesmal seine Schüsse genutzt und nicht zehn Meter übers Tor gehauen hat“.
Erstmalig demonstriert in Minute zehn. „Ein schönes Tor mit ein bisschen Hilfe vom Gegner“. So fälschte ein Roter den Versuch im nach innen ziehen exakt so ab, dass die Kugel im hohen Bogen über den Goalie zum frühen Vorsprung hineinplumpste.
Wichtig für den SCS, der zu Beginn alle Hände voll zu tun hatte, sich aus dem Druck des Oberligazweiten zu lösen.
Verlass war dabei auch auf Schlussmann Enno Gloßner, der beispielsweise einen Heilmann-Versuch aus der zweiten Reihe zur Seite parierte (15.).
Chancenlos der Fänger dagegen kurz darauf, als Arthur Schreiber, der nach reduzierter Trainingsbeteiligung und zuletzt zeitgleichen Schiedsrichtereinsätzen an Spieltagen eine Anlaufphase benötigte, die Kugel im Aufbau herschenkte und Nico Scherwat letztlich „Danke“ sagte – 1:1 (16.)!
Schanze aber blieb im Film und verzückte gar durch spielerische Linie. In Fötus-Stellung holte Schreiber einen Defensivfreistoß raus, woraufhin Marineblau die Kugel herrlich zirkulieren ließ. Schreibers Verlagerung nach links erwies sich hierbei ebenso als sinnvoll, wie das Angriffsfinale, das Lorenz auf Ablage des starken Felix Lenzen „schön reingehauen“ hatte. Ein fieser Aufsetzer stellte den baumlangen Morten Dieckmann, der den unpässlichen Frederic Poll zwischen den SVR-Pfosten vertrat, jedenfalls vor eine für ihn unlösbare Aufgabe (26.).
Weitaus weniger effizient agierten da die bemühten, auf dem wenig geräumigen Geläuf aber um ihre Stärke des schnellen Offensivpersonals beraubten Gäste. Scherwat sah seinen Ball noch vor dem Strich geklärt (30.), Heilmanns Direktabnahme zischte vorbei (36.) und wieder ETV-Rückkehrer Scherwat scheiterte aus der Bewegung an Gloßner (38.), um kurz vor der Pause mit links drüber zu löffeln (40.).
Nicht erfolgreicher verlebten die zunehmend hektischer werdenden Bönningstedter den zweiten Abschnitt, der nach Johann Lamollers Mecker-Tirade gegen den Unparteiischen für fünf Minuten in Unterzahl zu bestreiten war (52.). Mit Lamoller traf es freilich keinen Unbekannten, hatte der Kapitän in der Vorwoche eine Schlägerei nach Spielende angezettelt. Glückwunsch zu diesem vorbildlichen Führungsspieler!
Zu allem Überfluss fing sich der Klassenhöhere nach einer knappen Stunde gar das dritte Ei. Auf einem hohen Schreiber-Freistoß sammelte sich zwar bereits eine Regenpfütze, doch trotzdem würgte abermals Lorenz die Kugel gegen den unsicheren Dieckmann in drei Anläufen über die Linie (59.). „Ich hatte ein bisschen Angst, dass der doch nochmal von der Linie gekratzt wird“, beschrieb Kollege Spöhrer seinen persönlichen Nervenkitzel beim 3:1, bei dem er „schon dreimal das Gefühl hatte, dass der Ball drinnen war“.
Lorenz unterdessen war mit Treffer Nummer drei bereits vorzeitig zum Mann des Tages aufgestiegen. „Wirklich ein super Spiel von ihm! Schöne Tore, wichtige Tore. Wenn er immer so viele Tore macht, dann spielen wir in zwei Jahren Bundesliga“, bewertete Spöhrer den Auftritt seines später leicht zeitstrafengefährdet substituierten Torjägers.
Die verbliebenen Schanzer wehrten sich in der Folge gegen die rot-schwarze Schlussoffensive, die vor allem über Standards lief. Zwei davon wischte Gloßner gekonnt aus der Luft (75. & 76.), während es gegen den am langen Pfosten blanken Jacob Jahns zur Rettungstat am Boden kam (Azimullah Mohammadi löschte die Szene schließlich per Grätsche, 77.).
Mehr passierte dann nicht mehr, im Flutlichtsprühregen, sodass der Achtelfinaleinzug des Landesligisten perfekt war. Anfang März warten dort nun vertraute Gesichter aus Hamburg-Ost: Ligakonkurrent (und Spitzenreiter) SC Vier- und Marschlande gibt sich zur Runde der letzten 16 die Ehre am Wasserturm. „Ich mag es jetzt nicht so sehr, gegen die zu spielen, aber diesmal spielen wir ja zum Glück auf unserem Platz“, ging der Kelch des „grauenhaft kleinen Platzes“ am Zollenspieker immerhin am SCS vorbei. „Ich glaube, es gäbe schlimmere Lose; vielleicht aber auch leichtere“, bleibt die Gefühlswelt vor einem „nicht deutlich leichteren Spiel, als das, was wir jetzt hinter uns haben“, ambivalent.
Zufriedenheit herrscht dagegen mit der „guten Entwicklung, was spielerische Sachen angeht“. „Auch der Zusammenhalt ist besser geworden. Von der Tabellensituation könnten wir jetzt natürlich noch besser dastehen. Letzte Saison war okay am Ende, aber dieses Jahr könnten wir noch ein bisschen besser dastehen“, geht der Blick des Landesliga-Fünften nicht ganz zu Unrecht gen Aufstiegskampf.

Tore: 1:0 Lorenz (10.), 1:1 Scherwat (16.), 2:1 Lorenz (25. Lenzen), 3:1 Lorenz (59. Schreiber)

gelbe Karten: Schreiber, Hameed Mohammed, Lorenz – Lamoller, Rabeary

Zeitstrafe: Lamoller (SVR, 52., unsportliches Verhalten)

Schiedsrichter: Ali Cüneyt Kurnaz (Eimsbütteler TV)

Zuschauer: 50



Freitag, 13. Dezember 2024

Spielbericht Holsatia/TSV Sparrieshoop/FC Elmshorn 1.Ü60 7er - Blau-weiß 96 Schenefeld/SV Blankenese 1.Ü60 7er

Die Ruhser-Hardcore-Festspiele
Neun Torbeteiligungen: Top-Stürmer bringt die Fans zum Eskalieren

Freie Flanke Stefan Jermies von rechts, abgewehrt; tödlicher Querpass der Gäste und doch noch kam Holsatias Nummer 10 von halbrechts zum erfolgreichen Rechtsschuss – 10:0 (65.)! Ein besonderer Treffer in der Ü60 7er-Auseinandersetzung zwischen den Spielgemeinschaften Holsatia/TSV Sparrieshoop/FC Elmshorn (im Folgenden „Holsatia“ genannt) und Blau-weiß 96/SV Blankenese, war die bis dahin erste Heim-Bude, an der Torjäger Bernd Ruhser nicht direkt beteiligt war.
Ihren Anfang hatten die „Berni-Festspiele“ auf dem Walther-Poser-Platz bereits in Minute drei, als der 68-Jährige in feinster Mittelstürmermanier zum 1:0 netzte.
Begeisterung darüber auch aus dem ersten Stockwerk des Nebengebäudes, wo Holsatias A-Jugend zeitgleich ihren Mannschaftsabend verbrachte. Da durfte die passende Tor-Hymne natürlich nicht fehlen!
Bis die inzwischen am Spielfeldrand postierten Nachwuchskicker erneut Scooters Gassenhauer „Always Hardcore“ (Auf geht´s Holle!) über die Kaltenweide schallen lassen konnten, versiebten die Gastgeber einige gute Gelegenheiten. Ein wenig hatte man Konzentration und Laufvermögen heruntergedrosselt. Dann aber durfte wieder gejubelt werden (21.). Ruhser leitete selber per Rückraumpass zu Jens Duffke ein, um das folgende tiefe Zuspiel mit links zu vollenden. Schlussmann Uwe Sokolowski hatte mit einem Rechtsschuss gerechnet…
Auf Zuspiel Torsten Bluhm vollendete Ruhser direkt im Anschluss seinen Hattrick (22.).
Streich Nummer vier erfolgte, zentral alleingelassen, nach erneuter Hereingabe Bluhm (31.), während es auch als Vorbereiter klappte. Ein Pass von rechts (30.) und ein Umkurven des Tormannes, samt Pass von der Grundlinie (33.), bescherten Duffke unwiderstehliche Einschussmöglichkeiten.
Ein halbes Dutzend also bereits zur Pause. Was steht den bemitleidenswerten Gästen da noch alles bevor? Zunächst eine eigene, sauber herausgespielte, Großchance, die Holle-Goalie Helmut Averbeck mit der linken Pranke entwertete (42.).
Bevor die „Achter De Weiden“ ansässigen Blauen aber eine Aufholjagt starten konnten, trieben wieder Ruhser und Duffke ihr Unwesen. Diesmal vollendete Letzterer nach Doppelpass zum 7:0 (43.), dem Ruhser mit rechts das Oktett (47.) und aus der Ferne das Nonett (49.) folgen ließ. Jermies eingangs erwähnter Treffer machte es schließlich zweistellig (65.), woraufhin eine Produktion der Herren Antonio Calastri und Frank Oehlers den 11:0-Endstand herbeiführte (67.).
Hätte der Unparteiische seine Ankündigung, die zweite Halbzeit nur 20 Minuten lang spielen zu lassen, doch bloß befolgt, mochte man der unterlegenen Auswärts-Elf gegönnt haben. Mitnichten blieb diese zumindest im zweiten Abschnitt komplett blass. Der nicht nur bei Volker Dammanns Auftauchen vor dem Fuß-klärenden Averbeck mögliche Ehrentreffer (53.) wäre dem Tabellenvierten sicherlich zu gönnen gewesen.
So aber stand bei den meisterschaftsverwöhnten Quergestreiften die Null. Sechs Zähler hinter dem Primus, HSV, bei einem Match weniger, überwintert man nebenbei in Schlagdistanz zum nächsten Titelgewinn.

Tore: 1:0 Ruhser (3.), 2:0 Ruhser (21. Duffke), 3:0 Ruhser (22. Blum), 4:0 Duffke (30. Ruhser), 5:0 Ruhser (31. Blum), 6:0 Duffke (33. Ruhser), 7:0 Duffke (43. Ruhser), 8:0 Ruhser (47. Calastri), 9:0 Ruhser (49. Schümann), 10:0 Jermies (65.), 11:0 Oehlers (67. Calastri)

Schiedsrichter: Erdogan Orhan (Gencler Birligi)

Zuschauer: 3




Sonntag, 8. Dezember 2024

Spielbericht SC Victoria Hamburg V - 1. FC Quickborn II

Spitzenthriller
Führung, Unterzahl und Siegtreffer 90.+3: Vicky V wieder im Drama-Modus

Nicht nur für sich selbst, sondern auch für die vielen Follower auf den bekannten Plattformen, streitet die fünfte Mannschaft des SC Victoria, auf den Plätzen der Kreisklasse 6 um Siege und vermarktungsfähiges Filmmaterial. Der Plot, den der aktuelle Spitzenreiter zum Jahresabschluss 2024 am Sonntagabend gegen den Tabellendritten, 1. FC Quickborn II, produzierte, barg noch einmal wahrhaft cineastisches Drama.
Mit einigen ehemaligen Eulenstädtern an Bord, stellte man sich rasch als das aktivere der beiden Teams heraus, was sich entsprechend früh auszahlen sollte. Einen langen Freistoß Jan Johansens verlängerte Steffen Puzycha mit dem vollen Haarschopf auf Sabaun Nawparwar, der wiederum vor FCQ-Fänger Leon Krause zum 1:0 einspitzelte (8.).
Die Antwort des ambitionierten Tabellendritten folgte wenig später, nur schob Niklas Tietjens das Leder aus der Idealposition genau in die Arme des bereits liegenden Jan Giesecke (13.). Ein Fehlschuss, der sich als doppelt ärgerlich herausstellen sollte, weil drüben Yoofi Auge nach Fehlpass Marcel Werner alle Zeit der Welt bekam, aus 25 Metern kontrolliert zum 2:0 ins lange Eck zu zielen (14.).
Und es hätte noch krasser kommen können. Denn erst klärte Ali Yusufi gerade noch so einen Kopfball vor der Linie (20.), dann bolzte Leon Kroiß die Kugel in Rücklage nach schönem Festmachen durch Puzycha von der Strafraumlinie drüber (25.).
Danach sollte sich der Wind jedoch drastisch drehen. Nach Niklas Tietjens´ zu zögerlichem Strafraumraumintermezzo noch erleichtert durchgepustet (33.), handelte sich die Streamertruppe um den heuer unpässlichen Maximilian Stemmler nur Sekunden später einen Platzverweis, drei Verwarnungen und Levin Cammanns platziertes Strafstoßtor in die linke untere Ecke ein (36.). Was war passiert? Im Laufduell schob Kapitän Auge gegen Levin Cammann die Zehen gen Ball. Den Angreifer damit zu Fall gebracht, war allerdings auch eine Ballberührung dabei. Aus dem Mittelkreis hatte Schiedsrichter Marco Kopp (SC Sternschanze) einen nicht ballorientierten Einsatz wahrgenommen. Der klassische Fall einer Tatsachsenentscheidung.
Vicky nun also zum Umstellen gezwungen, verzichtete fortan in einem auf „Nadelstiche“ ausgelegten 4-3-2-System auf eine klassische Sturmspitze. Offensivmomente, wie Puzychas Heber mit dem Rücken zum Ziel (44.), fanden daher lange keine Nachahmer.
Stattdessen drückten die Gäste ordentlich auf die Taube, generierten viele Offensivstandards, von denen einer schließlich zum vermeintlichen 2:2 führte, doch der knappe Abseitspfiff erlöste die hier zuordnungslosen Hausherren (50.).
Danach verflachte die umkämpfte Partie (insgesamt 15 (!) verteilte Karten), bis die überzähligen Orangenen eine wilde Schlussphase mit dem nachgeholten Ausgleichstreffer einläuteten (82.). Der eingewechselte Julien Kampers vermochte es zwar nicht, eine hohe Hereingabe am zweiten Pfosten zu veredeln, nur bekamen Victorianer anschließend einfach keine Klärung in die Szene. Werner durfte noch einmal flanken und Levin Cammann verwertete aus kurzer Distanz. Fraglich nur, ob Giesecke das Spielgerät tatsächlich erst hinter der Linie zwischen die Griffel bekam. Der Schiri entschied jedenfalls auf Tor für den 1. FC Quickborn, der anschließend durch seinen kantigen Toptorschützen nur knapp an der Führung vorbei, beziehungsweise drüber, schrammte (83.) und auch bei Cammanns Schusschance im Sechzehner (Giesecke packte zu) mehr versprochen bekam (90.).
Die Dinge kamen schlussendlich aber ganz anders, führte Fatos Govoris Ampelkarte nach taktischem Foul (der Eingewechselte stand gerade einmal eine halbe Stunde auf der Koppel) den Gegner nicht nur personell zurück ins Match (85.).
Blau wieder voll in der Verlosung und mit Marc Vorderstraßes abgefälschtem Versuch auch wieder offensiv nennenswert vorstellig (90.+3), ehe der direkt folgende Eckstoß des ansonsten glücklosen Alexander Keck tatsächlich genau in den Fünfer segelte, wo Leon Kroiß das entscheidende Kopfballduell gegen seinen Vornamensvetter Cammann gewann und den Primus damit in der Nachspielzeit in maximale Ekstase köpfte.  
Lange fünf Minuten mussten Keck und Co aber noch um den erkämpften Dreier zittern. Mit dem steten Gewinn der wichtigen Mittelfeldzweikämpfe und einer gar nicht mal so schlechten 48 Meter-Bogenlampe von Keck (90.+6) nahm man am Ende geschickt die nötigen Sekunden von der Uhr. Die Wintermeisterschaft der Kreisklasse 6 war damit mehr als bestätigt. Sieben Zähler Vorsprung auf Verfolger TuRa Harksheide III und deren acht jetzt auf den FCQ auf Rang drei versprechen den vielen tausend Zuschauern in den sozialen Netzwerken eine virtuelle Meisterschafts- und Aufstiegsfeier.

Tore: 1:0 Nawparwar (8. Puzycha), 2:0 Auge (14.), 2:1 Levin Cammann (36., Strafstoßtor, Auge an Levin Cammann), 2:2 Levin Cammann (82. Werner), 3:2 Kroiß (90.+3, Keck)

gelb-rote Karte: Govori (1. FC Quickborn II, 85., wiederholtes Foulspiel)

rote Karte: Auge (SC Victoria V, 34., Notbremse an Levin Cammann)

Schiedsrichter: Marco Kopp (SC Sternschanze)

Zuschauer: 85


Spielbericht SC Victoria Hamburg 1.B - SV Rugenbergen 1.B

Testosteron-Überschuss
Kartenhagel und fliegende Fäuste im und nach hitzigem U17-Oberliga-Fight

Fußball oder doch Preisboxen? So ganz wusste man nicht, in welcher Sportart sich einige Beteiligte da auf der grünen Kunstwiese im Stadion Hoheluft übten. Fliegende Fäuste und insgesamt fünf (!) rote Karten ließen den U17-Oberliga-Kick zwischen dem SC Victoria und dem SV Rugenbergen jedenfalls zu einer echten Farce eskalieren.
Tabellarisch waren die Rollen nicht nur im Vorfeld klar verteilt. Denn nach anfänglicher Beobachtungsphase eröffnete der SVR als Mitglied der Tabellenführer-Verfolgergruppe das Feuer auf den Vicky-Kasten, den Jarmo Madeee im Abtauchen gegen einen Lamoller-Distanzschuss erstmals zu verteidigen hatte (13.).
Ähnliches war dem großgewachsenen Goalie auch im Duell mit Maximilian Pein gelungen, doch das Verkürzen des Winkels sollte nur eine Fußnote dieser Szene blieben. Johann Lamoller war nämlich mitgelaufen und versenkte den zweiten Ball am langen Pfosten zum nicht unverdienten 0:1 (20.).
Immer wieder schickten sich die Gäste in der Folge an, den Vorsprung zu verdoppeln, doch ohne die letzte Entschlossenheit im Abschluss ließ man den traditionell extrem hoch verteidigenden Aufsteiger doch am Leben. Und kaum hatte dieser personell gleich dreifach umgestellt (34.), war neben einer klar verbesserten Defensivstruktur auch im Spielaufbau etwas Konsistenz zu erkennen. Vor allem brachte Victor Ende mal etwas Dynamik ins Geschehen, was den Joker prompt zum Torvorbereiter machte. Über rechts einmal durchgestartet, bediente er Finley Dresemeyer, der auch aus der direkten Bewegung nichts an seiner Treffsicherheit einbüßt – 1:1 (45.+5)!
Ein Zwischenstand, der auch zu Beginn des zweiten Abschnitts trotzdem weiter schmeichelhafter Natur war. Vor allem deswegen, weil es die Bönningstedter verstanden, nach jedem Vicky-Fehler sofort ins pfeilschnelle Umschalten zu kommen. So legte sich der SCV das 1:2 per Ballverlust quasi selbst ins Nest. Jacob Jahns war plötzlich mit großen Schritten im Zwei-gegen-Zwei angekommen, zog nach innen und versenkte höchst selbst gegen Madees Laufrichtung zur erneuten Führung seiner Rot-schwarzen (53.).
Von nun an rückten Technik und Taktik mehr und mehr in den Hintergrund. Die Zweikampfintensität stieg und mit ihr auch der Diskussionsbedarf der Betroffenen und derer, die sich auf den Rängen als solche fühlten. Der Kartenhagel des überforderten Jungschiedsrichters begann und mit ihm wurde es fast logischerweise etwas übersichtlicher auf dem Platz. Als erstes erwischte es Vickys Josh Tietje mit der wohlverdienten Zeitstrafe (Rudelbildung + Foulspiel, 69.), ehe ihm mit Kaan Yildirim (zweimal Foul) der eigene Kapitän temporär an den Spielfeldrand folgte (72.). Wie gut, dass sich der Schiedsrichter bei der ersten Hinausstellung noch regeltechnisch korrigieren ließ, hatte er Tietje per im Jugendbereich nicht vorgesehener „Ampelkarte“ eigentlich für den Rest der Partie ausgeschlossen…
Mit Tietje, der zwischendurch Gäste-Schlussmann Frederic Poll einmal aus 18 Metern herausforderte (65.), aber wenig später ohne seinen Kollegen Luka Malic, der seine Grätsche im Mittelfeld deutlich zu spät ansetzte (glatt Rot, 74.), ging es in die Schlussphase, in der es der SV Rugenbergen nicht vermochte, den Sack durch Jahns vorzeitig zuzumachen (80. & 80.+7). Zu allem Überfluss verlor der SVR mit Merd Marhan ebenfalls einen Akteur an einen Feldverweis auf Dauer, der angesichts des Einsteigens von der Seite reichlich überzogen daherkam (80.+3.).
Als überzogen darf bei aller Freude über den letztlich knappen Auswärtserfolg auch Lamollers demonstrativer Jubel ins Gesicht von Gegenspieler Arthur Richard bezeichnet werden. Dass der erst in der Nachspielzeit eingewechselte Victorianer dies mit physischer Gewalt quittierte, geht jedoch ebenfalls über das verständliche Maß hinaus. Was daraus folgte: Massengerangel, Geschubse, Geschlage; pubertierende Halbstarke im Würgegriff ihres Testosteronüberschusses. Richard und Mitspieler Bruno Armour erhielten daher zu Recht noch den roten Karton – ebenso wie Lamoller, dessen Disziplinarstrafe allerdings keine Erwähnung in den Online-Eingaben des Schiedsrichters fand. Ein Einsatz des wenig vorbildhaften Spielführers am kommenden Pokalsamstag beim Landesligisten SC Sternschanze ist daher durchaus wahrscheinlich.
Gott sei Dank erst am Sonntag schlägt derweil der wieder einmal disziplinarisch fragwürdig aufgetretene SC Victoria an der Sternschanze auf, wenn ebenfalls im U17-Pokal die dankbare Aufgabe gegen die klassentiefere SCS-Zweite auf dem vorweihnachtlichen Restprogramm 2024 steht.

Tore: 0:1 Lamoller (20. Pein), 1:1 Dresemeyer (45.+5, Ende), 1:2 Jahns (53.)

Zeitstrafen: Tietje (69., Rudelbildung + Foulspiel), Yildirim (72., wiederholtes Foulspiel) – keine

rote Karten: Malic (74., grobes Foulspiel), Richard (nach Spielende, Tätlichkeit), Armour (nach Spielende, Tätlichkeit) – Marhan (80.+3, grobes Foulspiel), Lamoller (nach Spielende, Tätlichkeit)

Schiedsrichter: Finn Louis Oberdörfer (Hamburger SV, Note 6: bekam den Laden ohne stabile Persönlichkeit und Präsentation gegenüber den Spielern überhaupt nicht in den Griff, hinzu mit einem Regelfehler bei Tietjes gelb-roter Karte (69.) und der Fehleinschätzung von Marhans Einsteigen von der Seite als grobes Foul (80.+3), warum bereits in der wenig unterbrochenen ersten Halbzeit acht Minuten nachgespielt wurden, war indes ebenso wenig nachvollziehbar.)

Zuschauer: 75



Spielbericht VfL Hammonia III - TSV Sasel III

Meister der Gurken-Gegentore
Torwart-Slapstick und Eigentor: Hammonia III zerpflückt sich wieder selbst

Pleiten, Pech und Pannen in Dauerschleife. Ein Film über das erste Kalenderhalbjahr einer Hammonia-Dritten in der Kreisliga hätte sicherlich das Zeug zum Internet-Hit.
Keine Ausnahme bildete da das Heimspiel zum Jahresabschluss gegen die Drittvertretung aus Sasel. Ein Gegner, der mit Positiverinnerungen an das wilde Hinspiel (3:2-Erfolg in letzter Sekunde, nachdem der VfL kurz zuvor per Strafstoß ausglich) an den Wasserturm reiste. Mit dieser Energie legten die Gäste aus Hamburg-Nord auch gut los. Eine erste Kopfballchance, die Jonas Rügge, der erneut gleich drei (!) unpässliche Torhüter vertrat, etwas unorthodox entschärfte, taugte hierfür als erster Beleg (6.).
Mit der Zeit fanden aber auch die Gastgeber langsam ins Geschehen, das sie prompt maßgeblich beeinflussten. Aus 18 Metern entschied sich David Rubilar zum Abzug und entscheid damit richtig. Schlussmann Jonas Winkel touchierte den Ball noch, konnte ihn jedoch nicht mehr ablenken (17.). 1:0 für den Aufsteiger, der daraufhin die etwas qualitativeren Ballbesitzphasen für sich generierte, dabei aber kaum in brauchbare Schusspositionen kam. Kevin Ketz versuchte es einmal vom rechten Strafraumeck – daneben (27.)!
Besser zielte auf der anderen Seite der TSVer Jona Eilers, dessen Rechtsschuss schön von Rügge zur Ecke pariert wurde (29.).
Nicht das einzige Duell der beiden an diesem Sonntagvormittag, tauchte der 20-Jährige kurz vor der Pause wieder vor dem Goalie auf, um diesmal (etwas kläglich) zu lupfen. Rügge aber ließ das Spielgerät wieder fallen und legte es damit für den einpiekenden Jan Riegel auf den Präsentierteller – Ausgleich (43.)!
Und der hatte seine psychologischen Spuren hinterlassen. Der im Saisonverlauf immer wieder durch individuelle Aussetzer ins Hintertreffen geratene VfL sollte heute überhaupt nicht mehr auf die Beine kommen. Ähnlich, wie auch ihr auf dem Boden herumkriechender Tormann, der Glück hatte, dass Nils Doerings Versuch im Strafraumraum noch rechtzeitig geblockt werden konnte (46.).
Weitere Top-Chancen für die Saseler folgten, nur das Führungstor wollte im inzwischen vogelwilden Hammonia-Sechzehner nicht fallen.
„Spielt Kreisklasse! Das ist ja grausam! Hier kommt kein Ball unter Kniehöhe!“, bewertete Schiedsrichterassistent Can Sünbül das in der Tat teilweise stümperhafte Treiben auf dem Kunstgrün ohne, dass ihn irgendjemand um seine Einschätzung bat. Alles eine Frage der eigenen Nasenhöhe…
Hoch oben segelte Mitte der zweiten Hälfte auch ein Freistoß Leon Böhnings durch die Luft, wo Sebastian Pignatelli den Rettungskopfball allerdings derartig unglücklich timte, dass das bis dahin unvollendete Führungswerk der Saseler nun doch endlich Vollendung fand (68.).
Ein Abseitstor des TSV (bereits das Zweite, 76.) und eine Rügge-Fußabwehr gegen Till Weise (77.) später, erfuhren die fahrigen Hausherren plötzlich eine gefühlte Rückkehr ins Spiel. Weise holte sich für einen klaren Knöcheltreffer die zweite Verwarnung vom verbal stets grenzwertig auftretenden Schiedsrichter ab. Den Ersatzball mit voller Wucht gegen die Einrichtung zu dreschen und den Unparteiischen lauthals als „Missgeburt“ zu betiteln, muss doch aber trotzdem nicht sein. Das von Weise an Herrn Kaya verliehene Prädikat „schlechtester Schiedsrichter, der je in dieser Stadt ausgebildet wurde“ dürfte unterdessen wohl als Bewerbung des 26-Jährigen für den nächsten Schiedsrichter-Anwärterlehrgang verstanden werden…
Seine verbliebenen Kollegen machten derweil ebenso bissig weiter – allerdings im Sportlichen. Doppel-Alu in Minute 86 und ein weiterer Schussversuch, den Onur Kaya nur hauchdünn drüber setzte (87.), erschienen fast ein wenig fahrlässig.
Denn tatsächlich schickte sich das Team in Schwarz noch einmal an, (unverdient) etwas fürs Punktekonto im Tabellenkeller zu machen. Mit Übersicht legte der eingewechselte Younes Berriri ideal im Gefahrensektor für seinen Einwechselkollegen Yusuf Buyukli quer, nur ist dieser in seinen vielen Jahren beim VfL Hammonia noch nie für den Ruf des Torjägers infrage gekommen. Rechts ging die Kugel am Tor vorbei und passé war die einzige Torchance im zweiten Abschnitt, den der Gegner in Jubelpose zu Ende brachte. Nicht nur, weil der ebenfalls von der Bank gekommene Robin Witthöft einen zweiten Ball passend linksunten zur 1:3-Entscheidung versenkte (90.+1), sondern damit auch den wichtigen Dreier im Kampf gegen das Abstiegsgespenst sicherstellte. Acht Zähler Vorsprung auf den Lokalrivalen aus Poppenbüttel (15.) und auch noch das direkte Duell im neuen Jahr vor der Brust, sollten doch als Klassenerhaltsgrundlage in der Kreisliga 6 taugen. Ein Sieg im noch anstehenden Nachholer gegen die Hamburg Hurricanes und die Kreisklasse dürfte gar kein Thema am Parkweg sein.
Anders die Ausgangslage bei Hammonia III für die Rest-Saison. Nur drei Punkte Vorsprung gegenüber dem SC Poppenbüttel II auf dem ersten Abstiegsplatz und eben diese nicht enden wollende Serie von kuriosen Gegentoren nähren die Angst vor der Retoure in die Neuntklassigkeit.

Tore: 1:0 Rubilar (17.), 1:1 Riegel (42. Eilers), 1:2 Pignatelli (68., Eigentor, Böhning), 1:3 Witthöft (90.+1)

gelbe Karten: Holländer, Rubilar, Diallo – keine

gelb-rote Karte: Weise (TSV Sasel, 80., wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Onur Sinan Kaya (Der Leitspruch „weniger ist mehr“ gilt auch für das Auftreten von Schiedsrichtern…)

Zuschauer: 35









Samstag, 7. Dezember 2024

Spielbericht FC Hamburger Berg - Rellinger FC

Fünfminütige Berg-Gaudi
Platztausch in der KK8: FC Hamburger überrollt den RFC nach der Pause

Irgendwo im Nirgendwo der Kreisklasse 8 duellierten sich – passend zum tristen Dezemberwetter – der FC Hamburger Berg und der Rellinger FC zum Vergleich der Enttäuschten. Die Bergler sammelten seit dem krachenden 7:0 gegen Union 03 II am 19. Oktober vier Pleiten und einen Spielausfall – der RFC holte in dieser Zeitspanne immerhin einen Dreier (5:4 beim FFC08 II).
Große Erwartungen ans Spielniveau waren da natürlich Fehlanzeige.
Immerhin aber der Einsatz stimmte, lieferten sich die Kontrahenten einen emsigen Fight, in dem sowohl die Quantität der Torchancen, als auch deren Qualität recht paritätisch verteilten waren.
So zielte David Fuchs bei einer verlängerten Ecke einsam am zweiten Pfosten drüber (34.) und vergeigten die Hausherren eine hervorragende Doppelmöglichkeit, indem Fadhil Hasan den Querbalken traf, ehe Ahmad Alahmad sein Nachsetzen frei daneben schob (45.).
Vergessen war der Verdruss des Mannes mit dem orangenen Schuhwerk, als Kollege Mohammed Bennadri den zweiten Abschnitt mit einem kontrollierten 20 Meter-Flachschuss, rechtsunten, führungsbringend einläutete (52.).
Die Herren in Weiß um eine Antwort bemüht, doch das ging prompt nach hinten los. Aus einem eigenem Eckstoß entstand nämlich jener Konter, der gleich zwei Gegner vor dem etwas zögerlich herauskommenden Schlussmann Stefan Scheewe auftauchen ließ. Zuerst noch mit einer Fußabwehr rettend, war im Nachschuss nichts mehr zu machen – 2:0 durch erneut Bennadri (56.).
Der RFC jetzt völlig neben den Klamotten und nur Sekunden später gar mit 0:3 hinten, fühlte sich niemand im löchrigen Zentrum zu berufen, Hasan beim Rechtsschuss, der wieder rechtsunten einschlug, annähernd zu stören (57.).
Drei Buden in fünf Minuten: Die Roten machten sich eine echte Gaudi aus ihrem vorletzten Auftritt des Jahres 2024 (es folgt noch das Nachholspiel gegen die Reserve des Rissener SV), nur das vierte Tor ließ in einem zu weilen überhart geführten Match (noch) auf sich warten.
Rafid Qasims Treffer zählte wegen Abseits nicht (71.) und einen Versuch durch Holy Okiye lenkte Scheewe schön über den Kasten (82.).
Fast wäre dadurch noch ein Rellinger Aufbäumen möglich gewesen. Abermals nach einem Eckball auf den langen Pfosten hebelte der einsam auf den Ball wartende Fuchs das Spielgerät gegen den Zaun (84.).
Endgültig vom Tisch waren Diskussionen über etwaige Spielwendungen, nachdem Philep Motzkat einen langen Schlag unglücklich per Kopf zum Fein weiterleitete und dieser in der Gestalt des Sharif Osman mit dem 4:0 dankte (90.).
Immerhin ein Katastrophenballverlust Motzkats in der nächsten Szene blieb vom Kapitän des FC Hamburger Berg unbestraft (90.+1).
Einen Platz empor ging es in der Tabelle trotzdem: Die stets mit (auch teils ungestümer) Physis operierenden Jungs aus der Sternschanzen-Park verdrängten den soeben geschlagenen Kontrahenten von Rang sieben.  

Tore: 1:0 Bennadri (52.), 2:0 Bennadri (56. Alkhalati), 3:0 Hasan (57. Alkhalati), 4:0 Osman (90.)

gelbe Karten: Idrissa, Ajiboye – Schäfer, Ahmadi

Schiedsrichter: Arthur Erik Schreiber (SC Sternschanze, Note 4)

Zuschauer: 5