Mittwoch, 10. Dezember 2025

Spielbericht SC Cosmos Wedel - TSV Gut Heil Heist

Zwei Hattricks – zwei Gefühlswelten
Cosmos verschenkt Nachholspiel – Smit schießt TSV Heist auf Rettungshöhe

Hattrick geschossen und doch verloren. Für Claas Böttcher war es ein mehr bitterer als süßer Jahresabschluss 2025, den er da mit seinen Wedeler Cosmonauten gegen den TSV Heist im heimischen Kunstrasenkäfig verlebte.
Begonnen hatte der Nachholer aus der vereisten 15. Auflage der Kreisliga 1 am Mittwochabend ziemlich verheißungsvoll. Zwar tauchte Gäste-Schlussmann Marvin Scholz gegen Leotrim Murselaj behände ab und sicherte zudem gekonnt, vor dem heranstürmenden Dominik Zink (8.), doch kurz darauf waren die Hausherren auch durch gegnerisches Ungeschick 1:0 vorne. Ole Krögers langen Hafer blockierte Scholz, bevor Tom Hadler vorbeiziehen konnte, ehe Böttcher die zufällig erhaltene Schussaufforderung aus 20 Metern dankend annahm (12.).
Die Gäste aus Heist, die in Jahr zwei nach ihrer Kreisliga-Rückkehr um den Anschluss ans rettende Ufer kämpfen, bewiesen jedoch Moral und arbeiteten sich – auch, weil Cosmos durch Nick Schmuck (Pfosten, 20.) nicht erhöhte – kurzerhand zurück ins Match. Patrick Günsch´ Steckpass vergoldete nämlich Lasse Kruse halblinks im Strafraum zum Gleichstand (21.), der noch lange nicht das Ende heistmer Fahnenstange bedeutete. Denn kaum hatte man hinten wieder Glück, dass Zink nach schöner Bewegung mit links etwas das Zielwasser fehlte (26.), machte es Einzelkönner Paul Smit stilecht mit viel Platz aus 40 Metern (39.)!
Und als wäre das noch nicht genug des Qualitätsnachweises, spazierte der sechsmalige Oberliga-Kicker einfach mal selber über links zum eingeschobenen 1:3-Halbzeitstand (39.).
Die Wedeler schlugen sich dagegen unter Wert, war neben einem Abseitstor (36.) auch ein nur per Posern-Grätsche gestoppter Böttcher-Lauf bis zur Grundlinie (43.) zu betrauern.
Viel Zeit dafür blieb allerdings nicht, weil Gut Heil weiter auf die Tube drückte und die Cosmonauten jeweils nach Eckstößen in ärgste Bedrängnis brachte (55. & 56.).
Etwas überraschend kam daher Böttchers zielgenauer 2:3-Anschlusstreffer von halblinks (58.), der die Spielstatik jedoch nicht nachhaltig zu ändern vermochte.
Tonangebend blieben nämlich die Jungs von der Hamburger Straße, die sich knappe 20 Minuten vor dem Ende, mit Smits kurzem Einwurf als Einleitung, durch Jakob Schmidt und dessen 2:4 entsprechend belohnten (69.).
Als Zugabe, die der eingewechselte Yannick Müthel zuvor noch knapp mit rechts verpasste (84.), schenkte der TSV seinen Anhängern 14 Tage vor Heiligabend noch das fünfte Hurra, das vor allem Rene Gills Willenskraft über rechts zu verdanken war. Smit brauchte seinen Hattrick nur noch ins leere Tor zu vollenden (86.).
Apropos: Auch Böttcher gerierte sich auf der anderen Seite noch einmal als trocken aus 20 Metern abziehender Dreifachtorschütze (87.), doch letztlich konnte der 24-Jährige damit nicht verhindern, dass seine nach der Pause fast komplett abgetauchte Elf mit einem Negativerlebnis in die Winterpause geht. Platz acht passt für den defensiv anfälligen Aufsteiger, der als sportlich in die Kreisliga aufgestiegenes Reserveteam die aufgelöste Ligamannschaft beerbte, durchaus ins Leistungsbild. In Heist ist derweil der Anschluss an den Rivalen aus Moorrege auf dem rettenden Rang 13 in gleicher Punkthöhe wiederhergestellt. Noch ein paar Smit-Hattricks und

Tore: 1:0 Böttcher (12. Hadler), 1:1 L. Kruse (21. Günsch), 1:2 Smit (30.), 1:3 Smit (39.), 2:3 Böttcher (58. Schmuck), 2:4 J. Schmidt (69. Krüger), 2:5 Smit (86. Gill), 3:5 Böttcher (87. Hadler)

gelbe Karten: Kröger, Hadler, Zink, Gleitsmann – Gill

Schiedsrichter: Yannick Schwadtke (Heidgrabener SV)

Zuschauer: 45

Mal wieder entscheidender Faktor für den TSV Heist: Torjäger Paul Smit

Samstag, 6. Dezember 2025

Spielbericht SV Eidelstedt II - VfL Hammonia II

Rote Laterne über den Winter abgegeben
3:0 mit jugendlichem Support: SV Eidelstedt II verlässt das Tabellenende  

Zweites Adventswochenende und schon am Samstag entzündete die zweite Mannschaft des SV Eidelstedt ein neues Licht im Keller der Kreisliga 07, schickte man die Elf vom VfL Hammonia II überraschend deutlich mit 3:0 zurück gen Schanzenviertel.
Zugegeben; für die nur wenigen Schaulustigen bot sich bei Nasskälte ein Duell an der Grenze des Zumutbaren. Im Wesentlichen verstanden beide Teams den Fußball als Rückschlagspiel mit sekündlich wechselndem Ballbesitz und stets überraschenden Handlungen im Umgang mit dem Runden. Auch die übertrieben liberale Zweikampfbewertung des 19-jährigen Joris Mülder (SC Eilbek) verhalf dem Kick nicht zu gesteigertem Spielfluss.
Punktuell wohltuende Ausnahmen stellten da Aktionen mit der Beteiligung des Eidelstedters Ferdi Koc dar. Und kaum erspähte der einst in der Landesliga für den SVE kickende Mann aus dem Zentrum seinen Kollegen Dennis Jaap aus der Tiefe des Raumes, war dieser per Zuspiel in den Lauf im Rücken der Hammonia-Abwehr angekommen. Goalie Henrik Priestersbach noch cool umkurvt, war der flache Abschluss zum 1:0 nun wahrlich keine Hürde mehr (25.).
Vorne im richtigen Moment eiskalt – hinten mit dem allzeit sicheren Justin Kapusta zwischen den Pfosten: heute sollte es der große Tag für die personell auch etwas U19-oberligaverstärkten Gastgeber werden.
Bei Jonah Müllers Versuch von halblinks noch mit etwas Glück, dass der Ball rechts vorbei zischte (75.), schaffte Koc als humorloser Distanzschütze ins linke untere Eck (77.) beruhigende Fakten für den SVE, der Hammonias löchrige Rückwärtsbewegung sogar noch mit dem dritten Hurra des Tages bestrafte (87.). Diesmal konnten die Herren Sama, Hosseini und Jaap den Torschützen untereinander ausmachen, sodass letzterer einsam in der Mitte den 3:0-Endstand besiegelte.
Erst in der Nachspielzeit geriet dieser einmal kurz ins Wanken, als ein schwacher Madougou-Rückpass den VfLer Xhulio Bejkollari die allerdings etwas hektisch vergeigte Schussmöglichkeit schenkte (90.+2).
Durch die 0:3-Niederlage des BSV 19 bei Schanze II reichte Blau-gelb die rote Laterne im letzten Auftritt des Jahres nach Bahrenfeld weiter. Hammonias Vorsprung auf die Abstiegsplätze, vor allem aus dem ertragreichen Oktober (acht Zähler in vier Punktspielen), schmilzt dagegen weiter. Nur vier Punkte sammelte man bis dato mehr als der bislang ausschließlich daheim punktende SVE.

Tore: 1:0 Jaap (25. Koc), 2:0 Koc (77.), 3:0 Jaap (87. Hosseini)

gelbe Karten: Steen, Kuka, Boyali – keine

Schiedsrichter: Joris Mülder (SC Eilbek, Note 4)

Zuschauer: 15




Freitag, 5. Dezember 2025

Spielbericht TV Haseldorf - SV Lieth

Nur den Krampus freut´s
Niveauarme Punkteteilung im Bezirksliga-Tabellenkeller

Fünfter Dezember: Krampustag in Österreich und auch die Bezirksliga 01 in Hamburg wusste die Schaulustigen im Schloßparkstadion ordentlich abzustrafen.
Von Beginn an nämlich setzte sich das Spielniveau kaum vom niedrigen Tabellenstand der Kontrahenten ab.
Bereits ein ganzes Spielviertel hatten die dennoch zahlreich herbeigepilgerten Zuschauer überstanden, als TVH-Kapitän Lukas Nickels mit seiner Konterchance ans Außennetz einen ersten zaghaften Offensivakzent setzte (23.).
Der Gegenangriff fortan das Lieblingswerkzeug der Hausherren, die einen Ballverlust des Gegners im Mittelfeld zum Anlass für das schnelle Umschalten nahmen. Zwar war es Moritz Schulz in erster Instanz noch gelungen, das tiefe Zuspiel abzugrätschen, doch im zweiten Anlauf erreichte Marten Fülschers Ball den Kollegen Linus Lastella, der mit Dynamik über links flach zum wichtigen 1:0 vollendete (24.).
Das Selbstvertrauen des durch zuletzt zwei Siege Ex-Tabellenletzten damit natürlich weiter angekurbelt. Einzig das zweite Tor fehlte zur nachhaltigen Tabellenkosmetik. Genug Möglichkeiten dafür ergaben sich durchaus. So zögerte Heiko Jedamski nach Flugball Pieter Oßenbrüggens zu lange mit dem noch von Luca Albers geblockten Rechtsschuss (30.) und verfehlte Fülschers Direktabnahme als Aufsetzer den SVL-Kasten (42.).
Mit Beginn des zweiten Abschnitts nahm das Niveau der Partie gar noch weiter ab. Vor allem die Liether, deren Verunsicherung auch der vor zwei Spieltagen verpflichtete Guido Krenzk an der Seitenlinie bisher nicht aufzulösen vermochte, enttäuschten einmal mehr auf ganzer Linie. Symbolhaft für den Zustand der Klein Nordender, setzte Anton Götting seine unbedrängte Flanke von rechts geradewegs ins Tor-Aus (60.)…
Ein wenig aus dem Nichts kam da das Ausgleichstor, das ausgerechnet Torjäger Ali Duman mit einem kurzen Freistoß vor der eigenen Grundlinie einleitete, ehe Albers den perfekten tiefen Weg mit der nicht weniger starken Wandspieler-Einlage auf Philipp Matthiessen krönte und der Spielführer wiederum mit drei Kontakten aus zentraler Position passgenau für erleichterten Jubel bei den heuer ganz in schwarz aufgelaufenen Gäste sorgte (72.).
Doch anstatt Matthiessen und Co das Momentum für sich mitnahmen, luden sie den Gegner mit teils haarsträubenden Fehlpässen und einem ungeordenen Hühnerhaufen vor dem eigenen Kasten immer wieder zur Offensive ein. Michel Lienau, von Albers bei einer Nickels-Flanke am zweiten Pfosten vergessen, mit dem Kopf (75.) und Jedamski aus 21 Metern (77.) brachten den Gleichstand ordentlich ins Wanken, ehe Ben Wrages Ampelkarte (wiederholtes Foul) noch mehr Platz in der Gäste-Hälfte gestattete (79.).
Zu nutzen vermochten die Haseldorfer diesen allerdings wiederholt nicht, als wieder Lienau flach mit links abzog und Nickels bei der Verwertung von Luca Von Der Heides Block der Abseitsfahne des Schiedsrichterassistenten zum Opfer fiel (84.).
Und die SV Lieth? Die erlebte ihren größten Strafraum-Aufreger durch den eingewechselten Finn Struve. Zu zögerlich mit der Kugel am Fuß, ging die Pille gegen Oßenbrüggen verloren, bevor überhaupt irgendetwas mit ihr geschah (85.).
Die Punkteteilung (erster Punkt unter Krenzk), die niemandem weiterhilft, außer der Konkurrenz, also eine Schmeichelhafte für die Jungs vom Butterberg.
Der Krampus ist zufrieden…

Tore: 1:0 Lastella (24. Fülscher), 1:1 Matthiessen (72. Albers)

gelb-rote Karte: Wrage (SV Lieth, 79., wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Latif Tan

Zuschauer: 75

Szene aus dem Hinspiel

Sonntag, 30. November 2025

Spielbericht FC Alsterbrüder IV - SC Teutonia 10 II

Ein Standard-Tor für die Mini-Serie
Erstmals zwei Siege in Folge: Teutonia 10 II setzt sich von ganz unten ab

Wie ein Eichhörnchen kurz vor dem Winterschlaf sammelt auch die Zweitvertretung von Teutonia 10 noch einmal fleißig Nahrung (in Form von Punkten), veredelte man den 2:1-Erfolg der Vorwoche gegen Hammonia IV mit einem knappen 1:0 bei der Vierten des FC Alsterbrüder.
Der Weg zur ersten Mini-Siegesserie der Saison gestaltete sich am Sonntagabend allerdings relativ zäh. Wenn etwas nach vorne ging, dann über Tugberk Kurtbogan und dessen Außenbahn. So kam der einstige Jugendspieler des Lokalrivalen „05“ aus immer spitzer werdender Position immerhin einmal zum Abschluss (am langen Eck vorbei, 39.), ehe es in Minute 57 Kurtbogans schöne Vorarbeit über rechts war, die FCA-Schlussmann Malte Wegener vor Inan Palavar zum Eingreifen zwang.
Nach Ecke durch Erik Grdjalija erlebte Palavar etwas später schließlich doch sein Stürmer-Hochgefühl, als der 9er passend am nahen Pfosten einlief und zum 0:1 einlochte (68.).
Ärgerlich für die Gastgeber, die zuvor selber durch Fynn Trautvetter das etwas zu hektisch vergebene Führungstor auf dem Fuß hatten (60.) und es kurz nach dem Gegentreffer in Person Yaniv Golans (sicheres Fanggut für Nils Wittenberg) erneut versuchten (69).
Viel mehr ließen die ordentlich organisierten Altonaer in diesem eher tempoarmen Spiel nicht mehr zu. Golan probierte es in der Schlussphase noch einmal frech aus 40 Metern, setzte sein Langstreckengeschoss aber eben nicht über den stets offensiv postierten Wittenberg, sondern auch über dessen Gehäuse (89.).
Ergo brachten die Teutonen den Dreier ohne echte Komplikationen über die Runden, was im Klassement der Kreisklasse 11 für eine klare Distanzierung zum heuer geschlagenen Tabellennachbarn sorgte. Acht Zähler trennen den Zehnten und den Elften voneinander. Sollten Siegtorschütze Palavar und Co am nun folgenden Sonntag auch das Derby gegen Union 03 II gewinnen, überwinterte man sogar mit 15 Zählern auf einem einstelligen Rang (9).

FC Alsterbrüder IV: Wegener – Sütterlin, Zierk, Störtkuhl, Ebersberger – Finke, Manneh, Pejica, Hettfleisch – Golan, Trautvetter, eingewechselt: T. Schulze, Grothe, Witteczek, Spielertrainer: Malte Wegener

SC Teutonia 10 II: Wittenberg – Turp, Kesan, Klee, Pertierra Porrua – Daban, Grdjalija – Oftadeh-Esfahani, Piatek, Kurtbogan – Palavar, eingewechselt: Lambrecht, Nitsch, Bröck, Khan, Jung, Trainer: Tim Schiroky

Tore: 0:1 Palavar (68. Grdjalija)

Schiedsrichter: Dennis Klietsch (Hamburger SV, Note 2,5)

Zuschauer: 9



Spielbericht Eimsbütteler TV 2.A - Walddörfer SV 2.A

Neuer Captain macht's auf die listige Tour
„Überragende Diszipliniertheit“ und cleverer Schreiber: WSV siegt und zieht am ETV vorbei

„Diszipliniertheit“. Nicht für jeden einfach auszusprechen, für die U18-Oberligatruppe des Walddörfer SV aber einer der beiden Kernpunkte zum unterm Strich ungefährdeten, wie „souveränen und total verdienten“ Auswärtssieg beim Eimsbütteler TV. „Wir waren total diszipliniert in unserem Defensivverhalten und haben einfach super verschoben, sind genau zu den richtigen Zeitpunkten hochgegangen und ETV sehr, sehr wenig Räume gelassen“, stimmte Arthur Schreiber den Lobgesang vor allem über die vortrefflich umgesetzte Kompaktheit im 5-4-1-System gegen den Ball an. „unsere Diszipliniertheit hat einfach überragend funktioniert. Also einfach, dass wir uns nicht haben locken lassen. Vor allem die Innenverteidiger. Und auch nach den Wechseln überhaupt keinen Leistungsabfall gehabt. Wir haben uns auf unser Spiel konzentriert, haben uns nicht auf irgendwelche Nickligkeiten eingelassen, haben den Schiri in Ruhe gelassen und waren vorne auch effizient.“:
Dem neutralen Beobachter hatte sich in der Tat ein Treiben der Marke Taktik-Porno geboten. Schreiber (39.) und der ETVer Mikail Savk (32.) erreichten mit Abschlüssen von außerhalb der Parzelle zumindest annähernd das Tor, ehe es bei einem Hellwig-Rechtsschuss, im Anschluss an eine Ecke von links, schon kleines bisschen aufregender wurde (44.).
Dann avancierte der neu bestimmte Kapitän höchst selbst zum zweiten Kernpunkt der WSV-Herrlichkeit, als Schreiber den Abschlagweg des gegnerischen Torwarts taktisch per Schubser kreuzte und dafür selber „einen Schlag auf den Rücken“ kassierte und diesen „dankend angenommen“ hatte. „Ein Strafstoß, den man so nicht geben muss“, gestand der „Gefoulte“, nicht ohne sich diebisch über Phil Bossens „schön unten links platzierten“ Treffer vom Punkt zum 0:1-Halbzeitstand zu freuen (45.+1).
Wieder nicht ganz frei von Diskussionen erhöhte die omnipräsente „falsche Neun“ kurz nach der Pause auf 0:2, als Schreiber „auch mit etwas Ziehen“ den Ball gegen den kantigen Yankuba Sanneh gewann und dadurch frei vor der Kiste den „guten Abschluss“ ins lange Eck setzen konnte (52.). „(…) das hat er im Mittelfeld auch laufen lassen. Und warum sollte er es dann pfeifen?!“, verteidigte der zum zweiten Durchgang nun auch optisch mit einer (aus der zweiten Mannschaft geliehenen) Kapitänsbinde ausgestattete Sommerneuzugang vom SC Sternschanze sein vorgehen.
„Wir hatten vielleicht noch zwei, drei vier gute Strafraumaktionen, die man auch hätte noch besser verwerten können“, wäre zum Beispiel bei einer von Schreiber per Steckpass eingeleiteten Köster-Chance gegen den rettenden Vadim Saks gar noch ein dritter WSV-Treffer möglich gewesen (68.).
Die Gastgeber blieben dagegen weitgehend ohne Ideen, das Walddörfer-Dickicht gefährlich zu überwinden. Einzig, wenn der eingewechselte Tunay Demirci seine wendigen Füße im Spiel hatte, versprühten die Roten so etwas wie Torgefahr. Exemplarisch dafür, wie gut die Gäste in den entscheidenden Momenten aber immer wieder hinter den Ball kamen, klärte Philipp Hentschke einen Saifatchine-Abschluss gerade noch im richtigen Moment vor dem weißen Streifen (65.).
Ansonsten spielten die „auf dem Platz total positiven“ Allhorn-Kicker die Angelegenheit komplikationslos nachhause, sodass sie nun als Tabellensechster den punktgleichen Vierten aus Norderstedt empfangen. „Nach diesem Sieg auch auf jeden Fall ein machbarer Gegner“, findet der Spielführer, der bis dahin hoffentlich eine eigene Alternative zur mannschaftseigenen Schwarz-rot-gold-Binde am Oberarm zur Verfügung hat: „Wir haben genug Qualität, um die zu schlagen. Das ist auf jeden Fall klar und das sollte auch unsere Herangehensweise sein.“.

Walddörfer SV: Röndigs – Addei, Duve, Bossen, Hentschke, Hellwig – Nowak, Henne, Schönberg, Köster – Schreiber, eingewechselt: Sander, Doberitz, Serge, Cabanillas Giglok, Trainer: Janis Dulige & Felix Hagen

Tore: 0:1 Bossen (45.+1, Strafstoßtor, Saks an Schreiber), 0:2 Schreiber (52.)

Schiedsrichter: Vin-Mika Albrecht

Zuschauer: 50

Überragende Figur des Nachmittags: Arthur Schreiber. 



Spielbericht HEBC 1.Ü40 - FTSV Altenwerder/FC Süderelbe 1.Ü40

Dem Spielverlauf nicht „die richtige Richtung geleitet“
1:2 in Unterzahl: HEBC-Senioren ziehen im Kampfspiel den Kürzeren

Kein Befreiungsschlag vom Untergeschoss der Ü40-Oberliga für die Ü40 des HEBC, blieb daheim gegen die Spielgemeinschaft FTSV Altenwerder/FC Süderelbe nur die Rolle des zerknirschten Gratulanten.
Ein Szenario, das seinen Anfang in der 16. Minute erlebte, als Damian Voigt von rechts die Ecke schlug und Nerijus Stonys die volle Breite seines Rückens zum 0:1 nutzte. Ärgerlich.
Mögliche Korrektur dessen bot sich bei einem vom Gegner verlängerten Aksoy-Freistoß an, nur bekam Frank Jäger den Standard aus der Nahdistanz nicht entscheidend verarbeitet. „Wir hätten klarer nach vorne spielen müssen und ich persönlich hätte einfach das 1:1 machen müssen. Das hätte den Spielverlauf in die richtige Richtung für uns leiten können“, trauerte der Alterspräsident seinem Hundertprozenter nach.
Stattdessen bespielte der Aufsteiger aus dem Süden der Hansestadt den angebotenen Raum über Stefan Janietz und Eugen Götz für den passenden halblinken Abschluss durch Voigt zum 0:2-Halbzeitstand (33.).
Mit neuer Motivation aus der Pause gekommen, nahm Weiß die Aufholjagt jedoch unverdrossen in Angriff, sodass Patrick Rückert ein Lebenszeichen in Form eines Versuchs auf den sicher zupackenden Eugen Rusch sendete (38.). Ein Vorbote für den nicht unverdienten Anschlusstreffer, den Sven Jantzen nach Jäger-Ecke und Ünlü-Ablage mittig im Sechzehner besorgte (42.).
Ansonsten blieb es aber beim unruhigen Kampfspiel, auf das der Schiedsrichter zu spät mit der nötigen Konsequenz reagierte. Entsprechend groß fiel der Groll bei Jäger aus, als Mittelfeld-Abräumer Alpaslan Yildirim freilich in der Summe verdient mit Gelb-rot von der Koppel musste (61.), Gäste-Akteur Rene Kluth für eine ähnliche Ansammlung von Missetaten nur mit einer Verwarnung davonkam: „Der Schiedsrichter hat heute grundsätzlich keine schwerwiegenden Fehler gemacht. Nur, es ist immer ein bisschen schwierig, wenn auf der einen Seite schnell gelbe Karten verteilt werden und auf der anderen Seite die gelben Karten nicht gezogen werden. Auch, wenn es kleine Fouls sind, aber die Masse das dann ausmacht. Und das beeinflusst das Spiel schon.“.
Positiven Einfluss für die Eimsbütteler hatte dagegen die nachlässige Chancenverwertung des Vorjahrespokalfinalisten, der insbesondere durch Götz, frei vor der heuer durch Christian Reichel gehüteten Kiste, den Deckel nicht drauf machte (68.).
Sechs lange Nachspielminuten drückten die Hausherren noch einmal auf den späten Punktgewinn, den der von Ünlü eingesetzte Florian John sogar aussichtsreich auf dem linken Schlappen hatte. Knapp passierte das Kunstleder die Grundlinie auf der falschen Seite des langen Pfostens, sodass der prosperierende Trend von zuletzt zehn Zählern aus fünf Spielen wieder etwas an Dynamik verlor. „Egal, wer morgens auf dem Platz steht – ob Spieler ausfallen oder nicht: Wenn wir als geschlossene Einheit fungieren, können wir uns gegen jeden Gegner behaupten“, nahm Jäger trotzdem „wie immer dasselbe Positive“ aus dem Match mit abermals dünner Personaldecke mit. Schaden dürfte diese Marschrute auch beim nächsten Kick-Off nicht, wenn auswärts bei Vize-Spitzenreiter Croatia ein „schweres Spiel“ auf einem „sehr kleinen Platz, wo man sofort immer unter Druck steht, sobald der Ball verloren geht“, ansteht. Doch: „Grundsätzlich fängt jedes Spiel bei null an und hört irgendwann auf. Und bis dahin muss man das reinwerfen, was man hat. Mir ist nie Bange, wenn wir gegen Vicky (Dauer-Dominator und wieder aktueller Primus) spielen. Deswegen: spielen und gucken, was rauskommt.“.

Tore: 0:1 Stonys (16. Voigt), 0:2 Voigt (33. Götz), 1:2 Jantzen (42. Ünlü)

gelb-rote Karte: Yildirim (HEBC, 61., wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Jean Pierre Bley (TuRa Harksheide)

Zuschauer: 15











Samstag, 29. November 2025

Spielbericht SC Sternschanze 1.A - SV Lurup 1.A

Die Mentalität siegt
Kellerkind SV Lurup macht enttäuschenden Schanze-2008ern den Garaus

Als Rudi Völler, damals Teamchef der Deutschen National-Elf, anno 2003 dem TV-Journalisten Waldemar Hartmann nach dem mageren 1:1 auf Island live vor Millionenpublikum die Meinung geigte, stand die Geburt Jungs aus Schanzes U18-Landesligateam noch weit in den Sternen. Doch trotz der Lehre aus dem ikonischen Weißbier-Interview, mit dem Wörtchen „Tiefpunkt“ eher vorsichtig zu sein und nicht „alles in den Dreck zu ziehen“, bleibt dem neutralen Beobachter nach dem desaströsen 2:4 gegen das Kellerkind aus Lurup irgendwie keine andere Option.
Wer sich dem Dargebotenen dennoch positiv nähern will, könnte sich zumindest an Kleon Lorenz´ Führungstor zum 1:0 hochziehen, nagelte der Offensivmann einen Freistoß in Strafraumnähe passgenau unter das Quergebälk (10.), um nach einer halben Stunde mit dem Gegner als Bande das zweite SCS-Hurra für den in der Mitte richtig spekulierenden Janes Djau vorzubereiten. Freude bei Ex-Luruper Djau über sein Tor, das Milo Götzes zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer im Nachsetzen bei einem von Shivnath Arora parierten Roshanzada-Versuchs (15.) wieder egalisierte.
Von den Spielanteilen her ein nicht unverdientes Zwischenergebnis, doch mit erschreckenden Ungenauigkeiten im Passspiel und einigen falschen Entscheidungen mit der Kugel am Fuß brachten sich die Wasserturmkicker jedoch um mehr Szenen, wie eine geradlinig über links vorbereitete Djau-Schusschance aus der 40. Minute.
Stattdessen ging gegen robust engagierte West-Hamburger zunehmend der Zugriff verloren, sodass bereits zu Halbzeit das 2:2 in der Luft lag. Weil Alparslan Kaya beispielsweise aber nur den Pfosten traf (41.), blieb es beim Pausen-Vorsprung für Marineblau.
Um diesen war´s dann aber rasch nach dem Seitenwechsel geschehen, als ein Einwurf auf links zu viel des Überraschungseffekts lieferte und Ali Roshanzada sein Duell mit Till Steinfeld trotz der zunächst schlechteren Position mit Treffer für sich entscheiden konnte (47.).
Schanze jetzt wieder voll gefordert, aber oft zu statisch oder ohne den Blick für die einfache Lösung über den ballnahen Mitspieler.
So war es der Tabellenvorletzte, der den langen Leerlauf mit einem verfehlten Abschluss durch Yonatan Kesete zu beenden wusste (74.) und damit nur andeutete, was drei Minuten später geschehen sollte. Lang und länger segelte ein Freistoß von links diagonal rüber zu Las Djalo, der kaum beachtet tatsächlich das umjubelte 2:3 besorgte (77.).
Jeder gewonnene Zweikampf, jede gute Aktion setzte an diesem Samstagnachmittag positive Energie bei den seit über zwei Monaten sieglosen Lurupern frei, während die Schanzer weiter mit dem Kopf gegen die Wand liefen. Passend setzte es kurz darauf den Bilderbuch-Konter zum 2:4-Endstand, den Roshanzada auf Hereingabe des herausragenden Götze in der Mitte klar machte (80.).
Erst in der Nachspielzeit versprühte die spürbar frustrierte Heim-Elf durch Halbchancen immerhin einen Hauch von Torgefahr, doch heute siegte das Team mit der besseren Mentalität. Der Lohn des SV Lurup dafür: der Sprung über den Abstiegsstrich auf Rang neun, wo man sich nun als Tabellennachbar des SCS (8.) wiederfindet.

Tore: 1:0 Lorenz (10., direkter Freistoß), 1:1 Götze (15. Roshanzada), 2:1 Djau (30. Lorenz), 2:2 Roshanzada (47.), 2:3 Djalo (77.), 2:4 Roshanzada (80. Götze)

Schiedsrichter: Dr. Ahmed Sharaf (SC Victoria Hamburg)

Zuschauer: 22


Spielbericht SC Sternschanze 1.Ü40 - Hamburger SV 1.Ü40

Unbestrafte Passivität
Spiel nach Führungstor eingestellt: Schanze trotzdem mit wichtigem Dreier

Gegen das Spitzenduo Croatia (0:5) und SC Victoria (0:7) zuletzt unter die Räder geraten, hievte die 1.Ü40 des SC Sternschanze mit einem wichtigen 1:0-Heimsieg gegen Schlusslicht HSV wieder ein ordentliches Stück aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich der Oberliga 02.
Das goldene Tor des Tages hatten sich die Schanzenkicker zumindest zum Zeitpunkt seiner Erzielung durchaus verdient. Ein Standard-Tor war es nämlich, das den flüssigeren Spielvortrag mit dem 1:0 belohnte, als Johannes Jäkel den Kopfball-Abstauber im Stile eines Torpedos aus einem Meter versenkte (13.). Etwas zu genau hatte Edeltechniker Daniel Salvador Henning nämlich seinen vorangegangenen Freistoß gegen das Aluminium gesetzt.
Danach schaltete der SCS seine Bemühungen jedoch auf ein kaum wahrnehmbares Level zurück, sodass der HSV mit seinen durchschnittlich deutlich älteren Akteuren zum klar aktiveren Team mutierte.
Problem dabei nur: die krankende Offensive, die nicht umsonst als die Schwächste der Liga daherkommt. Jihad El Tahans Versuch parierte Valerian Pagel, der den Fingerverletzten Christian Kossel im SCS-Tor vertrat (19.) und Mike Lohse verfehlte knapp mit rechts aus zentraler Stellung (20.).
Verheißungsvoll gestaltete sich daher der Schanzen-Start in Durchgang zwei, welcher erneut Jäkel in spitzwinklige Position zum abgewehrten Schuss spülte (37.).
Ein Ereignis ohne echte Nachahmer, spielte sich das Geschehen unter der Leitung des erst 14-jährigen Schiedsrichters in dessen erster Spielleitung eher kampfbetont bis nicklig im mittleren Spielfelddrittel ab.
Zwei gute Ausgleichschancen sollten sich dem Vorjahres-Siebten dennoch bieten. Zum einen verfehlte Lohse, als er den Fuß in einen Freistoß Arthur Langs hielt (40.), zum anderen vermochte es auch Kollege Thomas Wesselow mit seinem Flugkopfball nicht, für ausgeglichene Fakten zu sorgen (51.).
Und weil die folgenden 19 Minuten plus siebenminütiger Extrazeit keine gesteigerte HSV-gefahr mehr hervorbrachten, beförderte Jäkels Haupt seine Farben auf einen gar nicht so verkehrt klingenden achten Platz. Doch Obacht: nur drei Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone schreien förmlich nach drei weiteren im letzten Auftritt 2025 bei Blau-weiß 96 Schenefeld am nun folgenden Sonntag.
Für die weiter sieglos ganz hinten eingereihten Rothosen geht es im Norderstedt-Derby gegen TuRa Harksheide fast schon nur noch um lokale Reviermarkierung als um ernsthafte Klassenerhaltsperspektiven.

Tore: 1:0 Jäkel (13. Salvador Henning)

gelbe Karten: Montero – keine

Schiedsrichter: Laith Ilyas Gharib (VfL Hammonia)

Zuschauer: 20


Freitag, 28. November 2025

Spielbericht SV Lieth - FC Union Tornesch II

Hilflos Richtung Fahrstuhltür
Kein Aufbäumen im Heimspiel: SV Lieth trudelt weiter abwärts

Man nehme die Bezirksliga West-Tabelle der letzten Winterpause und vergleiche sie mit der aktuellen. Dezember 2024: Die SV Lieth um Torjäger Jan Lüneburg als Tabellenvierter in Lauerstellung zur obersten Etage, während direkt dahinter auch die Reserve von Union Tornesch ein ordentliches zweites 24er-Halbjahr (19 Spiele) hinter sich brachte.
Heuer hat Union als konstant inkonstantes Mittelfeldteam mit der Spitze aber sogar noch mehr zu tun, als die im Sommer zwangsverjüngte Elf aus Klein Nordende, deren letztes Heimspiel 2025 zum (vorläufigen) Saisontiefpunkt avancierte.
Auf der „Festung Butterberg“, die für Gastmannschaften längst zum Selbstbedienungsladen verkommen ist, sabotierte man die Bemühungen, den verkorksten Derbyauftritt der Vorwoche gegen den Heidgrabener SV (1:4) wieder geradezurücken, sogar selbst, als Moritz Schulz ein schwaches Wrage-Anspiel nach außen auch im Nachsetzen nicht kitten konnte. Stattdessen verlagerte Unions Bugrahan Almaz den unverhofften Ballbesitz rasch nach außen, wo Marvin Schramm mustergültig in Jorge Westphals schön gekreuzten Laufweg servierte. Und weil das Glück des rettenden Querbalkens selten auf Seiten einer sportlich seit neun Partien (das umgewertete 2:5 in Quickborn mal mit einberechnet) erfolglosen Elf steht, galt es wieder einmal, einem Rückstand die Stirn zu bieten (9.).
Schwierig genug gegen massiv ihre Platzhälfte verteidigende Tornescher, denen in ihrem 4-4-2 fast nur über Standards und hohe Bälle beizukommen war.
Max Lehmann (15.) und Ali Duman (35.) standen jeweils abfälschende Gegenspieler im Weg, während Philipp Matthiessen nach einem Pott-Lapsus im Rückpass gerade noch von Goalie Leonard Scharre abgegrätscht werden konnte (23.).
Und ob Jan Schiebuhr bei einem durchgerutschten Freistoß von rechts flanken oder schießen wollte; man weiß es nicht (41.)…
Besser wurde es aus Sicht der Gastgeber auch im zweiten Abschnitt nicht. A. Duman brachte einen Kopfball in Rücklage nur ansatzweise in Tor-Nähe (50.), die Kapitän Matthiessen per Field Goal-Freistoß über den Zaun gänzlich abging (51.).
Eine Spur zwingender dagegen die zuletzt gegen liether Konkurrenten aus dem Tabellenkeller blamable Punktverluste erlitt. Denn nachdem Westphal von halblinks vorbei löffelte (56.), leistete der 21-Jährige mit seinem ergrätschten Ballgewinn gegen Lehmann den entscheidenden Impuls zu einer teilweise Dublette des 0:1. Wieder leitete Almaz nach außen zu Schramm weiter, der diesmal den völlig unmarkierten Kelmi Ceballo Romero im Sechzehner fand. Den rechten Schlappen einfach reingehalten, war die Verdopplung der überaus effizienten Kicker aus dem Torneum perfekt (57.).
Ohne Selbstbewusstsein und ohne spielerische Idee arbeiteten die Klein Nordender in Folge hilflos gegen die eigene Formschwäche an, um dabei aber nicht mehr über Halbchancen hinauszukommen. Am ehesten verdiente sich noch Matthiessens spitzwinkliger Rechtsschuss nach immerhin mal kreativem Doppelpass mit A. Duman (70.) eine textliche Erwähnung.
Die Herren in blau verlegten sich dagegen auf die unfallfreie Verwaltung des Vorsprungs, der bei etwas mehr Genauigkeit jenseits der Mittellinie vielleicht noch höher hätte ausfallen können. Aber auch so langte es zur Rehabilitierung nach zuletzt sechs erfolglosen Spielen, zu denen neben den knappen Niederlagen gegen das Keller-Duo aus Haseldorf (2:3) und Duvenstedt (3:4) auch das saftige 1:10 in Schnelsen gehörte.
Die SV Lieth hat dagegen – sofern der Wettergott will – am kommenden Freitag beim Abstiegsgipfel in Haseldorf die letzte Chance, ein schwaches Jahr 2025 (24 Zähler aus 27 Begegnungen) zumindest außerhalb der Fahrstuhlplätze gen Kreisliga zu garantieren.

Tore: 0:1 Westphal (9. Schramm), 0:2 Ceballo Romero (57. Schramm)

gelbe Karten: M. Schuchhardt, Behrens – Cornils

Schiedsrichter: Kevin Averhoff (TSV Seestermüher Marsch)

Zuschauer: 50

Dienstag, 25. November 2025

Spielbericht Holsatia im EMTV - TSV Seestermüher Marsch

Der Fluch der guten Tat
Erst Strafstoß-Verzicht, dann Führung verspielt: Holsatia verpasst Überraschung

79 Minuten lang voll auf Sieg-Prämieren-Kurs gewesen und am Ende trotzdem nur mit einem Remis aus dem Match gegangen. Erstmals seit dem Personalcrash im vergangenen Sommer und dem Verlust der beiden ersten Herrenmannschaften an die SV Lieth griff Holsatia Elmshorn wieder konkret nach einem Dreier.
Im vorgezogenen Dienstagabend-Match gegen den TSV Seestermühe, dem bei erfolgreicher Gestaltung seiner Nachholspielspiele ein Platz in der Spitzengruppe der Kreisklasse 1 winkt, versteckten sich die durch einige A-Jugend-Oberligaverstärkungen gepimpten Hausherren nicht. Samir Ehrenberg abgefälscht an die Latte, untermauerte früh, dass die niederlagengeplagten Holsaten heute mehr vorhatten, als den Sparringspartner zu geben (7.). Vor allem, weil in den Nachwehen des direkt folgenden Eckballs Ryan Hinterthaner eine echte Fackel aus der zweiten Reihe linksunten im Kasten des chancenlosen Brian Averhoff unterbrachte.
Die Gestreiften also vorne, während der TSV nur schwer in die Gänge kam. Lukas Rollauers ergebnislose Mischung aus Torschuss und Querpass (15.) verdeutlichte die ausbaufähige Spielhaltung der Gäste, die in Minute 37 nur der Abseitspfiff vor einem doppelt so hohen Halbzeitrückstand bewahrte.
Ganz und gar nicht nach dem Geschmack der Schippmann-Elf war dagegen der Strafstoßpfiff von Schiedsrichter Erol Sayan (SSV Rantzau), nachdem Matthias Stubben im eigenen Sechzehner gegen Holles Marques Schwarz per Grätsche zu Werke ging (54.). Nach längerem, eindringlichen Dialog mit dem ehrlichen Schwarz folgte jedoch die Korrektur vom Mann im Retro-Trikot: Ball gespielt von Stubben und Abstoß TSV Seestermühe! So sammelt man Karma-Punkte, Herr Schwarz!
Und was gab es zur Belohnung? Den Ausgleichstreffer… Nach Flanke von rechts konnte Holsatia-Fänger Sascha Minke Danny Hinz´ Versuch nur prallen lassen, sodass der völlig aus den Augen verlorene Ömer Dogan frech zum 1:1 abstaubte (60.).
Die Elmshorner ließen sich davon allerdings kaum beirren, agierten weiter couragiert und holten sich den Vorspung tatsächlich per Standard zurück, als Tarik Bjanes Freistoß lang und länger von links ins seestermüher Tor rutschte (68.).
Noch besser wurde es kurz darauf. Zwar verzog der auffällige Hinterthaner aus zentraler Position (71.), um im nächsten Anlauf auf Schwarz-Zuspiel alles richtig zu machen – 3:1 (74.)!
Die Geschichte des gerupften Tabellenletzten, der trotz Robin Hood im Gewand der Nummer 9 die eigene Horror-Serie von nur einem Remis bei 13 Pflichtspielen (zwölf) Niederlagen schien ihren Lauf zu nehmen, doch dann schickte der eingewechselte Efe Zengin den Kollegen Dogan diagonal in den richtigen Raum für das verkürzende 3:2 (79.), ehe auf Zengins Ecke D. Hinz entschieden zu frei im Fünfer per Kopf auf 3:3 stellte (82.).
Enttäuschung bei Schwarz und Co, die diesmal nicht mehr die Körner zum großen Rückschlag hatten. Stattdessen drohte bei einem Flipperspiel im Anschluss an Stubbens Freistoß gar der gerechterweise nicht gefallene Dolchstoß zum 3:4 (85.).
Während die Jungs in den schwarzen Jerseys die total-Blamage gerade noch so abwenden konnten und immerhin nur zwei Zähler für den Aufstiegskampf verloren, brachte Holsatia nicht nur den zweiten Zähler der Spielzeit auf die Habenseite, sondern versicherte sich auch, dass mit der kommenden Generation aus dem 2007er-Jahrgang durchaus etwas gehen kann.

Tore: 1:0 Hinterthaner (7.), 1:1 Dogan (60. D. Hinz), 2:1 Bjane (68., direkter Freistoß), 3:1 Hinterthaner (74. Schwarz), 3:2 Dogan (79. Zengin), 3:3 D. Hinz (82. Zengin)

gelbe Karten: keine – Zengin

Schiedsrichter: Erol Sayan (SSV Rantzau)

Zuschauer: 15