Dienstag, 28. Juli 2026

Spielbericht FV Rheingold Rübenach - SG Horressen/Elgendorf/Malbacher Kickers

Spätes Happyend
Chancenwucher doch noch überwunden: FV Rübenach wieder Testspielsieger

Quervergleich zwischen zwei Bezirksligisten und der Sieger ist die Staffel Mitte! Mit 2:1 setzte sich der gastgebende FV Rheingold Rübenach gegen den Ost-Ligisten SG Horressen/Elgendorf/Malberger Kickers durch und baute damit seine makellose Testspielserie auf nunmehr vier Erfolge aus.
Verdient war dies allemal, sammelten die Hauherren nicht nur die größeren Spielanteile und Zweikampfwerte, sondern fanden sie auch häufiger den Weg gen Offensive.
Probleme machte dabei jedoch die Chancenverwertung. Gegen Leo Garske (6.), Leroy Lehmann (33.) und Pape Top (48.) rettete Gäste-Fänger Nils Weimer, während Versuche von Nico Pohl (16.) und Jason Juranovic (59.) hauchdünn vorbei rotierten.
Ausgerechnet ein weiterer erfolgloser Führungsanlauf sollte den Rübenachern übel um die Ohren fliegen, weil der starke Weimer das Spiel per Lang-Abschlag auf Adrian Bruch blitzschnell machte und sich der Kapitän unter noch regelkonformer Zuhilfenahme seines Arms die Poleposition zum 0:1 ins linke Eck erkämpfte (61.).
Auf Zuspiel Lennart Reimers´ hätte es durch Bruch gar noch dicker kommen können, doch diesmal bewies auch FVR-Fänger Tobias Oost seine Können auf Kosten eines Eckstoßes, der wiederum im idealen Konter seiner Vorderleute mündete. Zu jubeln gab es allerdings erneut nichts: Top hob die Murmel nach erkanntem Vorteil über das freie Gehäuse (66.)…
Bevor die Rübenacher gänzlich in Verzweiflung verfielen, rettete eine abermalige Vorteilssituation nach Foul an Pascal Tillmanns den Abend, weil Marvin Geissen per Weiterleitung in der Szene blieb und Antonio Fejza auch ein nicht einfacher Schusswinkel nicht vom 1:1 abbrachte (70.). Bemerkenswert dabei: alle drei Beteiligten waren von der Bank gekommen!
Nur Kollege Top, der die letzte Spielzeit noch im Reserveteam verbrachte, wartete weiter auf sein persönliches Happyend – bis der FVR Lars Bodes Direktschuss, über das Heim-Tor, zum raschen Umschalten nutzte und Top nicht nur am gegnerischen Schlussmann vorbeizog, sondern auch sicher in den leeren Kasten vollendete (87.). Der späte wie verdiente Siegtreffer!

Tore: 0:1 Bruch (61. Weimer), 1:1 Fejza (70. Geissen), 2:1 Top (87.)

Schiedsrichter: Manuel Mück (FC Arzheim)

Zuschauer: 40









Sonntag, 19. Juli 2026

Spielbericht SV Lieth - TBS Pinneberg II

TBS bestaunt die Struve-Festspiele
Vierfachschütze führt trainingsfleißige Liether zum klaren Test-Sieg

Fast vier Stunden lang – verteilt auf zwei Einheiten – schuftete die Ligamannschaft der SV Lieth am Sonntag auf dem Trainingsplatz, ehe sie am frühen Abend den Vergleich mit der Reserve von TBS Pinneberg klar für sich entschied. Mann des Tages dabei: Finn Struve, der mit insgesamt fünf Torbeteiligungen ganz besonders aufdrehte.
Bevor der Liether mit der Nummer Sieben seinen Viererpack plus Vorbereitung aufs Kunstgrün zauberte, lief er mit seinen Farben aber erstmal einem Rückstand hinterher, nachdem TBS einmal Tempo im Kurzpassspiel aufnahm und Ozan Sürücü seine Strafraumbegegnung mit Hendrik Homburg zu Ahmad Rifais Strafstoßtor annahm (12.).
Überhaupt zirkulierte das Leder ganz ansehnlich, wenn sich die Gäste derartig auf kurze Bälle verlegten, wie bei einem Zusammenspiel der Herren Sürücü und Kayali, das in Lenard Alamshas abgefälschtem Versuch mündete (27.).
Weil der Vorjahresdritte der Kreisklasse 01 davon allerding zu oft Abstand nahm und lieber lang bolzte, ebnete er dem Widersacher den Weg zurück ins Spiel, der auch für diesen über einen berechtigten Strafstoßpfiff führte. Leon Girgin hatte Max Schulz klar am Fuß getroffen, sodass Struve seinen Penalty flach kompromisslos versenken  durfte (38.).
Ein Gleichstand, den vor der Paus  Joel Tündermann noch einmal per Kopf ins Wanken brachte, doch der junge Kerl, der als einer von sieben Startelfspielern zum Bezirksligaabstiegskader gehörte, köpfte eine gelungene Brant-Flanke hauchdünn an der Heim-Führung vorbei (41.).
Nach dem Seitentausch ging dafür aber so richtig die Post ab, wozu der Auftakt bereits in Sekunde 29 fiel. Joker Tom Busse fügte sich sofort per Lupfer in den Lauf von Max Schulz ein, ehe der bewegliche Angreifer auch im reduzierten Tempo gegen den zögerliche Goalie traf (46.).
Der inzwischen kräftig durchrotierte Gegner damit rasch demotiviert, während die SVL aus einer Ballbesitzphase heraus das 3:1 durch Struves zweiten, sogar selbst eingeleiteten, Streich nachlegte (48.).
Doch damit nicht genug seiner Festspiele, folgte der Vorbereitung des 4:1 (Torschütze Matteo Schuchhardt) via Eckstoß (61.), ein weiterer Doppelpack in Mittelstürmermanier (74. & 77.).
Weitaus weniger Coolness vor dem Tor bekam unterdessen Kollege Julien Duffke auf Einladung des TBS-Schlussmannes in die Spur, als der heuer äußerst offensivfreudige Außenverteidiger, bereits an Spielertrainer Fatih Ertürk vorbeigezogen, dessen leeres Tor nicht traf (73.). Ein Außennetztreffer, der gegen sich ergebene Pinneberger allerdings nur anekdotische Relevanz verkörpern sollte. Schließlich vergaben auch Schulz (82.), Marc Homborg (82.) und Struve (84.) aussichtsreiche Chancen auf das 7:1, das das unter den staunenden Blicken erstarrten Gegenspieler letztlich doch noch fallen sollte. Ein Mehrfachpassduett mit Kapitän Hendrik Homburg vollendete Schulz trotz herausforderndem Winkel zum Endstand, der – der Torfolge entsprechend – als Spiegelbild der zweiten Hälfte taugte. Den Feierabend am Grill und vor dem WM-Finalfernseher hatten sich die fleißigen Männer in rot-schwarz heuer freilich verdient!

SV Lieth: Rensch – Duffke, M. Homburg, M. Schuchhardt, Wrage – Tündermann, Boelter, H. Homburg, Struve, Brant – Max Schulz, eingewechselt: Hajdari, Busse, F. Rudek, Dickenhausen, Trainer: Thorben Pingel

TBS Pinneberg II: Ertürk – D. Alamsha, König, Girgin, Aydogan – Sürücü, von Borstel, Rifai, da Ronch – L. Alamsha, Kayali, eingewechselt: Moldt, Griffiths, Mazanga, Senol, Simsek, Spielertrainer: Fatih Ertürk


Tore: 0:1 Rifai (12., Strafstoßtor, H. Homburg an Sürücü), 1:1 Struve (38., Strafstoßtor, Girgin an Max Schulz), 2:1 Max Schulz (46. Busse), 3:1 Struve (48. Wrage), 4:1 M. Schuchhardt (61. Struve), 5:1 Struve (74. Duffke), 6:1 Struve (77. Busse), 7:1 Max Schulz (90. H. Homburg)

gelbe Karten: keine – Rifai

Schiedsrichter: Andreas Voß (VfL Pinneberg)

Zuschauer: 25








Samstag, 18. Juli 2026

Spielbericht TSV Bordesholm - SSG Rot-schwarz Kiel

Jansa-Ecken als Cheatcode
Starke Standards lösen Rot-schwarz die Pflichtaufgabe

Mit der Referenz eines sechsten Platzes in der Kreisklasse A wirft sich die Zweite des TSV Bordesholm nun als neue Ligamannschaft (die alte löste sich während der Vorsaison auf) ins Abenteuer Kreisliga. Dementsprechend erwarten nicht wenige (selbsternannte Experten) die rasche Rückkehr von Justin Thurner und Co in die Neuntklassigkeit. Mit der Einschätzung, dass auch Kreispokalgegner Rot-schwarz (mindestens) eine Nummer zu groß ist, lagen die Kenner der Szene jedenfalls schon einmal richtig.
Zwar standen die Kicker mit der Linde auf der Brust anfangs recht vernünftig, doch bei hohen Bällen ließ die Zuteilung doch zu wünschen übrig. So war Tom Lemkes Flugkopfballtor ebenso ästhetisch wie folgerichtig, erhielten Torschütz und Halbfeldflankengeber Jonathan Elsner Raum für eine ganze Blaskapelle (19.).
Ins richtige Horn stießen die Gäste auch wenig später auf ähnliche Weise. Diesmal zirkelte Tim Jansa seine Ecke exakt auf das durchsetzungsstarke Haupt von Ben Jarik – 0:2 (26.)!
Der Landesligist also schon vor der Pause voll im Soll und nur durch Luiz Sprincks zweimaliges Eingreifen (27. & 39.) mit nicht noch mehr Oberwasser unterwegs. Kein Wunder, resultierten diese Szenen auch nicht aus luftiger Höhe, wie Jansas abermaliger Eckstoß, diesmal direkt ans lange Alu, ehe Lemke im Nachsetzen aus spitzem Winkel doch noch auf 0:3 erhöhte (60.) – und das 0:4, bei dem Jansas Ball von der Fahne irgendwie zu Jonathan Suchocki durchgerutscht war (75.).
Und das 0:5? Klar, wieder mit Standard-Beteiligung des bei Holstein Kiel ausgebildeten Neuzugangs, dessen Eckenwerk hier auf dem zweiten Bildungsweg für Strafraumaction sorgte. Jarik beförderte es durch Felix Krönerts Foul auf den Hosenboden, doch Kollege Suchocki schaltete wieder schnell und versenkte kurzerhand zum Endstand (86.).
Die ruhenden Bälle richteten es also für knapp besetzte Kieler gegen einen TSV Bordesholm, der immerhin noch eine spektakuläre Chance zum Ehrentreffer erhielt, als sich Dominik Körner per Scherenschlag in eine Krönert-Hereingabe von rechts warf, auf diese anspruchsvolle Art aber drüber zielte (90.+2).

Tore: 0:1 Lemke (19. Elsner), 0:2 Jarik (26. Jansa), 0:3 Lemke (60. Jansa), 0:4 Suchocki (75. Jansa), 0:5 Suchocki (86. Jarik)

gelbe Karten: Rambow, Roehrs, Willrodt – Jansa, Iheagwaram

Schiedsrichter: Jürgen Meereis

Zuschauer: 70















Sonntag, 12. Juli 2026

Spielbericht TV Gut-Heil Wrist - FC Reher-Puls

Die Schittigs machen´s nochmal spannend
Späte Anschlusstore: Pokalnachmittag nimmt späte Fahrt auf

Das wäre fast noch ins Auge gegangen! Trotz Favoritenrolle und vor allem einer scheinbar sicheren 3:0-Führung hing der Zweitrundeneinzug im Kreispokal Westküste für die Elf des FC Reher/Puls am Ende nochmal am seidenen Faden.
Zu Gast beim gerade in die Kreisklasse B abgestiegenen TV Gut-Heil in Wrist, kam der Kreisligaabsteiger schon etwas überraschend zur Führung, die Ipke Mertens einfach mal per Einzelaktion durchs Zentrum erzwang (36.)
Bis dahin gehörten die attraktiveren Szenen nämlich klar den Hausherren, deren Idee des Umschaltens durchaus gefiel. Und auch direkt nach dem 0:1 verzeichnete man mit Abdullah Kabalans schön über links herausgespielten Pfostentreffer einen echten Kracher (37.), doch die Tore schoss der freilich effiziente Kontrahent.
So schaffte es der tief geschickte Tom Christ, Gut-Heil-Goalie Marc-Philipp Hamann in zwei Anläufen zu überwinden (42.), ehe Jonas Wittmaack das Leder aus spitzem Winkel kompromisslos zum 0:3-Pausenstand einschweißte, nachdem ihn Pierre Stawinski in Klärungsabsicht abgeschossen und ihm auf diese Weise unfreiwillig assistiert hatte (45.).
Die tapferen Wrister damit quasi schon zur Pause ausgeschieden, zumal sich lange im zweiten Abschnitt nichts Wendeverdächtiges tat. Das höchste Gefahrenpotential versprühte in Minute 56 eine Brüderkombination der Schittigs, die Malte auf Zuspiel Fabians knapp vor der Kiste verzog.
Auf der anderen Seite ließen nun auch die Rot-weißen offensive Federn, vermochten sie es nicht, einige Situationen im vorderen Drittel zielstrebig abzuschließen. Sinnbildlich dafür stand ein zu umplatziertes Scheitern von Christ an Hamann (64.), dessen Vorderleute es ihm mit dem 1:3 danken sollten. M. Schittig hatte den ruhenden Ball hereingebracht, an den F. Schittig schneller herankam als der FC-Schlussmann, sodass die eroberte Kugel satt hineingewemmst werden konnte (73.).
Ein lauer Kick plötzlich wieder auf Betriebstemperatur, weil der Klassentiefere seinen Glauben an sich und die Überraschung (wieder-)gefunden hatte. Doof nur für die Elf von Trainer Peter Drohn, dass die Sanduhr gnadenlos herunterrieselte und zwei exzellente Freistoßpositionen in Sechzehnernähe keinen Anschlusstreffer produzierten (89. & 90.+1). Im Nachgang eines von Martin Geisler parierten M. Schittig-Freistoßes war es dann aber doch noch passiert, rutschte der nachfolgende Ball von der Fahne irgendwie durch ins Netz. Offizieller Torschütze: M. Schittig!
Zähe, schier endlose 300 Sekunden Nachspielzeit mussten die Gäste daraufhin noch mit ehrlicher Zweikampfarbeit und Entlastungsbällen füllen, um noch ein letztes Mal in Bedrängnis zu kommen. Aus dieser versuchte es M. Schittig in halblinker Strafraumposition, doch außer einem Abstoß hatte die Szene keine weiteren Folgen. Das Zweitrundenduell mit Verbandsligist Fortuna Glückstadt bestreitet nächste Woche der FC Reher/Puls!

Tore: 0:1 Mertens (36.), 0:2 Christ (42.), 0:3 Wittmaack (45.), 1:3 F. Schittig (73. M. Schittig), 2:3 M. Schittig (90.+2, F. Schittig)

Schiedsrichter: Tobias Kossiski (TSV Brokstedt)

Zuschauer: 50





Samstag, 11. Juli 2026

Spielbericht TSV Brokstedt - SV Kickers Hennstedt

Khomri hält durch und entscheidet
Doppelpack dank Nicht-Auswechslung: TSV Brokstedt überrascht!

Kleine Überraschungen beleben den Fußball. Eine Binsenweisheit, die sich der frisch in die Kreisklasse B aufgestiegene TSV Brokstedt just zum Kredo machte und im Kreispokal Westküste zwei Ligen Unterschied wettmachte. Hochverdient kegelte man nämlich den Kreisligisten Kickers Hennstedt mit 3:1 aus dem Bewerb.
Zugegeben, erfüllte der Kick mit seiner alt-britischen Anmutung sicher keine Kriterien epischer Rasenpoesie, doch mit Mut, Einsatz und Leidenschaft trugen zumindest die Gastgeber zu einem kurzweiligen Match auf dem Jahnplatz bei. Und das, obwohl man früh ohne den angeschlagenen Captain Scheel auskommen musste (6.).
Hinten diszipliniert und resolut – vorne allerdings nicht sonderlich effizient, haderte der TSV mit seiner Chancenverwertung, zu der beispielsweise der schön per Hendrischke-Steckpass eingesetzte Bjarne Folster im Scheitern an Kickers-Goalie Kjell Ivers (24.) und Ersatzspielführer Joshua Seider in aussichtsreicher Rücklage (27.) negativ beitrugen.
Die Blauen blieben aber auf dem Gaspedal, was sich im Falle von Niclas Brockmanns Lauf in den Sechzehner als genau der richtige Move herausstellte, blieb Gegenspieler Bjoern Gerken nur die mangelhaft getimte Grätsche – Strafstoß und damit Seiders überfälliges 1:0 ins linke untere Eck (38.).
Bemerkenswert: Die ihrerseits gerade gen Kreisliga promovierten Dithmarscher brauchten tatsächlich geschlagene 45 Minuten bis zum ersten Torversuch, den Kevin Ladendorf mit Courage aber ohne große Platzierung aus 35 Metern absetzte.
Ganz anders dagegen der freche Außenseiter, der nach langem Seider-Schlag in Person von Folster an Ivers scheiterte, ehe immerhin das Nachsetzen auf Kosten einer wiederum nicht ungefährlichen Ecke gelöscht wurde (45.+3).
Und weil Chancenwucher nur selten unbestraft bleibt, führte die erste Strafraumszene des zweiten Abschnitt sofort zum 1:1, das noch nicht einmal aus einem gegnerischen Abschluss entstanden war. Vielmehr war es ein Lapsus des B-Klassisten, den Schlussmann Fynn Huf mit dem Anschießen des Hennstedters Adrian Soth folgenschwer verschlimmbesserte. Ein Ausgleichstor der unfreiwilligen Komik (48.)!
Darüber hinaus richtete der skurrile Gleichstand allerdings nichts weiter aus. Unverdrossen gewannen die Hausherren weiterhin die Mehrzahl der wichtigen Zweikämpfe, während ihr direktes Spiel nach vorne top-Chancen wie eine doppelte für Marco Schröder (Ivers im hohen, langen Eck) und Ayman Khomri (Pfosten) kreierte (54.).
Ein Doppler der freudigen Gestalt machte das Hadern mit den zerplatzten Möglichkeiten jedoch schon bald obsolet, als ein durchgerutschter Tiefenball, von Schröder weitergeleitet, beim zentral abziehenden Khomri landete (62.) und der 91er auch aus dem Sechzehnerchaos heraus die Inspiration zum passenden Rechtsschuss in die Maschen fand (64.). Die Maßnahme, Khomri trotz langsam streikender Muskulatur auf der Koppel zu lassen, durfte sich Coach Kolja von Seelen freilich auf die Autogrammkarte schreiben. Daraufhin direkt per Substitution erlöst, brauchte Khomri in der Folge nur selten Angst um den herausgeschossenen Vorsprung haben, taten sich die Männer in schwarz auch in der Schlussphase schwierig, spielerische Lösungen zu finden. Nicolas Knopik probierte es daher einmal gegen Huf aus der zweiten Reihe (81.), woraufhin auch Nicholas Peters´ abgefälschter Freistoß (Huf zur Ecke, 86.) von außerhalb der Parzelle auf die erfolglose Reise ging. Zahlreiche Eckstöße vermochten der Partie ebenso keinen Dreh mehr verleihen. Das Zweitrundenduell mit neu-Landesligist TSV Heiligenstedten (schon wieder so ein Aufsteiger) gehört damit dem TSV Brokstedt!

Tore: 1:0 Seider (38., Strafstoßtor, Gerken an Brockmann), 1:1 A. Soth (48.), 2:1 Khomri (62. Schröder), 3:1 Khomri (64.)

Schiedsrichter: Marco Hogrefe (VfR Horst)

Zuschauer: 35








Freitag, 10. Juli 2026

Spielbericht SV Lieth - KS Polonia Hamburg II

Selbst der Chancentod durfte mal
Sehr viele Chancen – viele Tore: SV Lieth gewinnt Testspiel wieder hoch

Mit insgesamt 27 Mann aus Ligamannschaftsüberbleibseln und alter Zweitvertretung schreitet die SV Lieth derzeit durch ihre „gute Mischung“ an Vorbereitungsgegnern, um nach dem klaren Bezirksligaabstieg eine Etage tiefer die Zielsetzung „oben mitspielen“ zu erfüllen. Nach dem halben Dutzend gegen die neu ins Leben gerufene Reserve aus Kummerfeld räumte man mit KS Polonia II den nächsten Kreisklassisten klar mit 11:2 aus dem Weg.
Sinnvoll schien das Match gegen die unterlegenen Jungs von der Finkenau aber dennoch, wie Trainer Thorben Pingel, der vom Chefsessel der Zweiten aus mit aufrückte, erläuterte. Denn: „In der Liga werden wir fast immer den Ball haben“ und „Du bist ja im Eins-gegen-Eins häufig viel besser – das war heute auch fast immer so“.
Entsprechend viele Torchancen erspielten sich seine Mannen, die zunächst aber ins Robin Hood-Kostüm schlüpften und dem Gegner per individuellem Blackout das 0:1 durch einen Probespieler mit der Rückennummer 17 schenkten (6.).
Rasch war die kleine Peinlichkeit aber wieder aus der Welt, als Lennart Boelter mit Entschlossenheit durch Zentrum walzte und auch im Abschluss nichts davon einbüßte (8.).
Hätten sich seine Kollegen doch bloß ein Beispiel dran genommen… Stattdessen lupfte Jan Schiebuhr frei vor der Kiste genau den Torwart an (4.) und fetzte er nach schöner Brant-Flanke den Gegner ab (13.), während auch Kollege Tündermann den eigenen Ballgewinn nicht mit dem zweiten SVL-Hurra krönte (12.).
Erst vom Strafstoßpunkt aus stellte Christian Kuhlmann das überfällige 2:1 gegen den mitunter unorthodox, aber nicht untalentierten Maksym Bondarenko zwischen den Polonia-Pfosten her (14.).
Im Strafraumgemenge leitete Luca Albers das Runde kurz darauf zum 3:1 hinter die Linie (18.), ehe Lukas Brant sein Scheitern an Bondarenko (26.) mit dem 4:1-Pausenstand gutmachte (41.).
Kaschiert waren damit auch zwei Szenen des defensiven Wackelns, die Polonias hochgewachsener 17er diesmal ungenutzt ließ (23. & 24.).
Nicht so aber Oleksii Barbash, der die Einbahnstraße im zweiten Durchgang mit der Annahme eines weiteren Geschenks mit dem zwischenzeitlichen 6:2 durchbrechen konnte (60.)
Ansonsten schraubten Finn Struve auf Zuspiel Schiebuhrs (50.) und Kuhlmann nach Schiebuhr-Lattenkracher (53.) das Ergebnis in die Höhe. Und auch Joel Tündermann (71.), sowie erneut Brant (73.), erhielten (weitere) Torjägerlorbeeren.
Nur Zielspieler Schiebuhr (Pingel: „Wenn er vorne den Ball hat, ist er vom Ball nicht zu trennen.“) sollte das Abschlussglück irgendwie fremd bleiben – bis er in einer eigentlich schon festgefahrenen Szene doch noch am Gäste-Tormann der zweiten Hälfte vorbeikam und zum 9:2 vollstreckte (78.).
Vervollständigung erhielt das 11:2 in der Folge noch durch Zwei-Akteur Marc Steffens, den Struve mustergültig in Poleposition gebracht hatte (84.) und Ben Wrage, der wiederum eine wohlplatzierte Tündermann-Flanke einnickte (86.).
„Am Ende musst du erstmal elf machen“, erklärte Coach Pingel letztlich nicht ganz unzufrieden. „Es ist ja viel wichtiger, den Schritt zu machen und zu sagen, ich spiele die Dinger auch aus, weil ich einen Plan dahinter habe und bewege mich auch so. Und das dürfen wir gerne in den nächsten Wochen noch ein bisschen besser machen. Ob es dann elf Tore sind oder acht, ist mir dann ganz egal; wenn dann die acht gut herausgespielt sind, finde ich es noch schöner.“, so der Übungsleiter, der unterdessen noch an der „finalen Aufstellung“ bastelt.
Auch in Sachen Saisonziel weht noch ein Lüftchen der Beliebigkeit über den Butterberg: „Wenn du sagst, es geht nur um Platz eins und wirst am Ende Zweiter, sind alle enttäuscht, hast aber vielleicht eine gute Saison gespielt. Das macht irgendwie keinen Sinn.“. So stehen die „Top 5“ aktuell auf der Bucketlist für 2026/2027.
„Das ist in der Kreisliga immer so: In der Kreisliga hast du da vier, fünf gute Mannschaften. Dann musst auch die ganze Mannschaft so durch die Saison tragen. Dann fallen dir plötzlich wichtige Spieler aus – das kannst du ja alles nicht berechnen. Wenn wir mit den 27, am Ende so 24, 25 (Spielern) gesund durch die Saison gehen, dann muss uns auch erst jemand schlagen!“.
Der Fehdehandschuh liegt damit als nächstes beim Kummerfelder SV, den man noch aus der Bezirksliga kennt. Ein erster Gradmesser für Pingels noch etwas verletzungsgeplagte Eleven.

Tore: 0:1 #17 (6.), 1:1 Boelter (8.), 2:1 Kuhlmann (14., Strafstoßtor, Nahornyi an Schiebuhr), 3:1 Albers (18. Wrage), 4:1 Brant (41.), 5:1 Struve (50. Schiebuhr), 6:1 Kuhlmann (53. Schiebuhr), 6:2 Barbash (60.), 7:2 Tündermann (71. Steffens), 8:2 Brant (73.), 9:2 Schiebuhr (78.), 10:2 Steffens (84. Struve), 11:2 Wrage (86.)

Schiedsrichter: Bartu Öncan (Holsatia im EMTV)

Zuschauer: 30



Sonntag, 21. Juni 2026

Spielbericht FTSV Komet Blankenese 1.B - Glashütter SV 1.B

Vorteil verschenkt: Komet steigt ab
Trotz Punktvorsprung und Führung: GSV zieht im direkten Duell vorbei

Alles oder Nichts am Dockenhuden – oder: der Verlierer steigt ab! Ein Szenario, wie es Hitchcock nicht besser hätte skizzieren können.
So standen sich im Staffelfinale der U17-Landesliga Komet Blankenese (18 Punkte) und der Glashütter (16) im direkten Abstiegsduell gegenüber. Die Rechnung daher klar: Komet langte ein Remis zum Ligaerhalt – der GSV musste gewinnen, um den punktlosen Horner TV nicht in die Bezirksliga zu begleiten.
Trotz der günstigeren Ausgangslage – oder vielleicht gerade deswegen – legten die Hausherren gleich einmal munter los. Besonders auf rechts kreierte Komet reichlich Fahrtwind, was sich rasch an diesem Sonntagnachmittag bezahlt machte. Mateo Weiß hatte über Steuerbord die Grundlinie gefunden, um den ideal postierten Max Nativelle im Rückraum zu bedienen. 14 Meter Schussdistanz – flach überwunden – das 1:0 (9.)! Ein unschätzbarer Vorteil bei brennender Juni-Hitze, dessen Ausbau durch Nativelle nur der Pfosten im Wege stand (11.).
Stattdessen aber ließen sich die Braun-weißen von den sportlich seit über drei Monaten punktlosen Gästen (der einzige Sieg seit dem resultierte aus dem Nichtantritt des Horner TV) mit ihrer physischen Spielweise so langsam den Schneid abkaufen.
Eine Dreifachchance für die Herren Saker, Sultani und Amlah konnte die Führung aber erstmal überleben (17.).
Nicht aber eine Strafstoßsituation, die David Fenudis Grätsche gegen Zinedine Amlah herbeigeführt hatte. Den Keeper trotz langer Wartephase via offizieller Trinkpause cool verladen, stellte Ali Reza Sultani auf 1:1 (20.). Nun war es nur noch EIN Treffer zum Klassenerhalt!
Und der sollte noch vor der Pause fallen, als Komet eine Drucksituation nur halbherzig klärte und Sultani Mitspieler Ivan Filipovski den zentralen Abdruck unten rechts auflegte (35.). Riesenjubel bei den Norderstedtern, während sich die Hausherren erstmal schütteln mussten, die richtige Reaktion aber schon bald auf das glühende Kunstgrün brachten. Ärgerlich nur für Finn Harmansa und Co, dass der GSV mit David Buhr einen richtig guten Torwart mitgebracht hatte, rettete der 17-Jährige nicht nur gegen Harmansas zentralen Strafraumschuss (47.), sondern auch glänzend gegen Colin Köhls Kopfball aus kürzester Entfernung (50.) und eine weitere Top-Chance (51.).
Die Schuld am weiter vorherrschenden Rückstand lag daher nicht (nur) am Schiri, der Braun einen fälligen Strafstoß wegen Handspiels verweigerte (49.).
Obendrauf gestattete man dem Gegner die geliebte Tiefe, in die Jeremiah Bonsu im richtigen Moment startete, um Aushilfstormann Mats Bulnheim zu umkurven und das 1:3 ins leere Gehäuse zu besorgen (52.).
Für lange Heim-Gesichter blieb jedoch keine Zeit, egalisierte Nativelle das dritte Gegentor vom Punkt, nachdem Rot im Sechzehner die Klinge herausspringen ließ (55.).
Das Momentum also doch wieder bei den West-Hamburgern, deren Albtraum weiterhin in Gestalt des überragenden Buhr daherkam. Erst scheiterte Nicolas Lentz – dann Kalle Krüger am Torsteher (57.), dessen Handlungsschnelligkeit im Eins-gegen-Eins und auf der Linie als Garant für die Rettungswünsche seiner Farben standen.
Farbenfroh hätte es unterdessen nach einem Zweikampf an der Seitenlinie seitens des jungen Schiedsrichters zugehen müssen, doch weder Ben Kaisers sinnloses Nachtreten am Boden, noch die weiteren Beteiligten an der vom Glashütter dadurch ausgelösten Rudelbildung, inklusive einiger Zuschauer, erfuhren hier disziplinarische Konsequenzen (59.). Das kommt davon, wenn die Spielleitung einer solch brisanten Partie dem Kredo der langen Leine folgt…
Leinen los hieß es dagegen für die Kometer, die dank Amlahs hektischem Abschlusshandeln im Konter weiter am Leben blieben (66.) und die Endphase nochmal mit purem Offensivgeist füllten. Die Roten beschränkten sich dagegen bis auf eine Amlah-Schusschance (78.) erfolgreich aufs Dichtmachen. Gefahr produzierte der Gegner nur noch über seine zahlreichen Eckstöße, von denen John Kaufhold einen zum Kopfstoß, knapp drüber, (nicht) nutzte (80.+5).
Einen hatten sie aber noch. Ein letzter Versuch von halblinks für Kapitän Köhl, dessen Mut zum Torschuss wieder einmal unbelohnt bleiben sollte (80.+6). Drüber ging der Ball – vorbei war das „Endspiel“ und mit der 2:3-Niederlage die einzige Leistungsmannschaft des FTSV Komet Blankenese in die Bezirksliga abgestiegen.
Ganz anders die Gefühlslage bei den Glashüttern, die genau wussten, bei wem sie sich zu bedanken hatten. Alle Mann stürmten sie in heiterer Klassenerhaltsfreude auf Torsteher Buhr zu. Eine Saison, in der man zwischenzeitlich gefühlt mehr rote Karten als Punkte sammelte, konnte nun doch noch mit Körperlichkeit, langen Bällen auf schnelle Offensivleute und eben diesem formstarken Mann zwischen den Pfosten gerettet werden.

Tore: 1:0 Nativelle (9. Weiß), 1:1 Sultani (20., Strafstoßtor, Fenudi an Amlah), 1:2 Filipovski (35. Sultani), 1:3 Bonsu (52.), 2:3 Nativelle (55., Strafstoßtor)

gelbe Karten: keine – Parchmann, Saker, Amlah, Straus

Schiedsrichter: Justus Theo Basedow (FC St. Pauli)

Zuschauer: 80

Schlecht gealterte Szene: Komets Mateo Weiß im Duell mit Joshua Dämel obenauf. Nach Spielende war es andersherum...





Komets Finn Harmansa in der Offensivbewegung.

Samstag, 20. Juni 2026

Spielbericht FC Union Tornesch 2.C - SV West-Eimsbüttel 1.C

Spielverderber in der Warteschleife
Wespe-2012er vermiesen Union den Aufstieg und hoffen nun selbst

Die Macher des Spielplans meinten es offenbar gut mit der Frühjahrsausgabe der U14-Bezirksliga 08, elektrisierte der letzte Spieltag noch einmal mit Spannung rund um den finalen Aufschlag in Tornesch. Die Losung am sonnenbeheizten Großen Moorweg: ein Sieg und die Gastgeber wären aufgestiegen, während auch Widersacher SV West-Eimsbüttel mit einem Dreier und Schützenhilfe auf anderem Platz direkt in der kommenden U15-Landesliga wäre.
Eine Konstellation, die den Rechenschieber auch auf dem Platz, in den Köpfen der Spieler, erkennen ließ. Die spielerische Handbremse angezogen, die Zweikämpfe dafür umso intensiver. Irgendwie fast logisch, dass das Tor per Standard fiel, als Lionel Wendlandt eine Ecke zum 0:1 für Wespe verwertete. Die Quittung für Union, dass man aus der optisch etwas besseren Performance zuvor kein Kapital schlug.
Und das hinterließ Spuren, häuften sich bei den Blauen fortan die kleinen Unzulänglichkeiten, während die Gäste nun ihre Druckphase gestalteten. Einige Eckstöße, noch mehr Abseitspfiffe und ein satter Wendlandt-Versuch, knapp vorbei (34.), markierten allerdings das höchste der weiteren Gefühle, die auf der anderen Spielfeldhälfte nochmal ins Zittern umschlagen sollten, als Noah Sommer den zweiten Ball einer Ecke zum gefährlichen Abdruck mit rechts nutzte und damit nur knapp aus der zweiten Reihe verfehlte (35.+2).
Abzuschreiben war die Elf von Trainer Manuel Orhan also auf keinen Fall, doch auch der jetzt etwas mutigere Auftritt mündete nicht in exorbitanter Torgefahr. Nach feiner Vorarbeit durch Christiano Matti über links knisterte es dennoch einmal richtig im Wespe-Sechzehner, nur zögerte Mats Löhndorf viel zu lange mit dem Abschluss, der letztlich, von Luke Gerritsen geblockt, im Tor-Aus landete (49.).
Das Team in weiß wiederum verpasste es unterdessen, den besten ihrer gerne bemühten Umschaltangriffe gen Tiefe ins Ziel zu bringen, zischte Gerritsens Versuch auf Zuspiel Liam Gukalins nur um ein Stückchen links vorbei (45.). Ebenso zum Einläuten der Schlussphase (60.), in der Union natürlich nochmal in das zwei-Tore-Wunder zur Landesliga investierte. Die Waffen blieben dabei aber weiter zu stumpf, um den aufmerksamen Nick Helms zwischen den Wespe-Pfosten zu überwinden.
Das „Endspiel“ verloren – der Aufstiegstraum geplatzt! Eine gute Saison, inklusive Gewinn der eigenen Vorrundenstaffel, geht daher letztlich als unvollendet in die Mannschaftshistorie der Union-2012er ein. Das anschließende Abschlussgrillen auf dem Gelände des Torneums schmeckte den Beteiligten da schon deutlich besser als das sportliche Abschneiden.
Der Spielverderber aus Hamburgs Stadtteil Stellingen bleibt der dritthöchsten Klasse auf HFV-Ebene wohl ebenfalls erhalten. Weil der Harburger SC zeitgleich beim SV Rugenbergen nichts anbrennen ließ (1:6) und sich damit sogar zum Meister (22 Punkte) vor dem SV Groß Borstel (21) und dem FC Alsterbrüder (20) krönte, steht am Ende der undankbare vierte Platz – einen Zähler vor den Jungs aus Tornesch (18).
So steht Wespe ungeduldig in der Warteschlange für die Promotion, die nur durch eine nicht-Meldung eines Kontrahenten oberhalb der Bezirksliga am grünen Tisch einträte.

Tore: 0:1 Wendlandt (24.)

Schiedsrichter: Tim Brinke (Heidgrabener SV)

Zuschauer: 80

Symbolbild: Wespes Luke Gerritsen (rechts) stört Christian Becker beim Kopfball.