Samstag, 3. Juni 2023

Spielbericht FC Süderelbe 1.C - SC Sternschanze 1.C

FCS verliert Ukrainisch-Roulette
Kosykh-Doppelpack entreißt FC Süderelbe den sicheren Heimsieg

Manchmal wiederholt sich Geschichte eben doch! September 2020: Als damalige 1.D egalisierten die 2008er des SC Sternschanze spät einen Rückstand zum 3:3 beim FC Süderelbe. 32 Monate später duplizierten sich die Ereignisse an gleicher Stelle.
Für das, im Vergleich zum 3:0 in Blankenese leicht verändert aufgestellte Schanze, gestaltete sich die diesmalige Gastspielreise in den Süden Hamburgs zunächst als Horrortrip. Nicht nur, dass Simeon Dill bereits nach fünf Minuten verletzungsbedingt durch den selbst wegen Oberschenkelproblemen nicht startenden Arthur Schreiber ersetzt werden musste, setzte es nur Augenblicke später den frühen Rückstand. Der aktuell in Nienstedten vorspielende Liam Markaida Renteria konnte ungehindert diagonal flanken, während Ben Gehlken durch schwache Ballverarbeitung und mangelndes Einrücken des Gegners mittig in der Parzelle vollendete (6.).
„Wir hatten alle Schiss: Angst vor langen Bällen, es war keine Absprache da, sind erst ab dem Sechzehner raufgegangen – das war einfach unfassbar schlecht!“, fasste Spontanjoker Schreiber („war im Kopf nicht auf dem Platz“) zusammen, was seine Farben in der Folge negativ auszeichnete. Der SCS mit gesenkten Häuptern, wohingegen der FCS seinen Raum immer wieder zu gefährlichen Abschlüssen nutzte (11., 16. & 18.). Klar, dass da das 2:0 folgen musste: Aus 18 Metern erwischte Daniel Bulat zunächst den Pfosten, doch Leonardo Moreira Magalhaes staubte alleingelassen ab (23.).
Eine weitere Doppelchance danach (30.), war es wieder der lang geschickte Gehlken, dessen Abschluss den hochverdienten 3:0-Halbzeitstand markierte (32.). Direkt zuvor war Anton Kuhlmann auf der Gegenseite nur knapp nicht der Anschlusstreffer aus der Ferne geglückt.
Marineblau nach dem Seitentausch und der Hereinnahme von „Landwirt“ Till Steinfeld nun etwas stabiler, doch die Hausherren, bei denen Trainer Maciej Sowa fleißig Personalroulette spielte und auch dem eher selten eingesetzten Ex-Schanzer Tayo Schwoerer (im eingangs erwähnten 3:3 übrigens Doppelpacker für den SCS) Einsatzzeit schenkte, blieben zunächst mit mehr Griffigkeit feldüberlegen. Insbesondere King Azarias Sekyiraa bot sich im direkten Duell mit dem gekonnt zupackenden Shivnat Arora die Gelegenheit zum schließlich verpassten 4:0 (42.).
Stück für Stück erwachte jetzt das Schanzenteam aus seinem Dornröschenschlaf. „In der zweiten Hälfte sind wir wach geworden, haben miteinander geredet; wir haben unseren Kopf benutzt, um bestimmte Entscheidungen besser zu fällen und dann auch das Richtige zu tun“, so Schreiber, der per Freistoß Noah Taddigs im Strafraumzentrum erspähte. Nur bekam der mittlerweile auf die Außenverteidigerposition gerückte Defensivmann die Kugel nicht richtig erwischt (52.).
Dafür aber Enayatullah Makhdoomzada, der mit aller Willenskraft sein Laufduell gegen die FC-Innenverteidigung gewann und sich nach Zusammenprall mit dem herausstürzenden Torwart für den Schuss ins Eckige lohnend aufrappelte (58.). „Das 3:1 fällt natürlich in der Situation glücklich, aber für den Spielverlauf verdient“, ordnete Schreiber den „Beginn unserer Aufholjagd“ ein, der jedoch mit dem daraufhin angeschlagen ausgewechselten Angreifer in dessen letztem Pflichtspiel (Makhdoomzada wird sich zukünftig vollständig dem Ringkampf widmen) ein hoher Preis innewohnte.
Dem Tor, das „allen nochmal das Zeichen gab, das da noch was geht“, folgte prompt ein „geil Herausgespieltes“, bei dem man sich geradlinig von hinten nach vorne kombinierte, ehe Schreiber die gegnerische Abwehrkette ideal tranchierte, sodass Vladyslav Kosykh freie Bahn zum Anschlusstreffer hatte (60.).
Wir sind unfassbar gut zurückgekommen! Vor allem in diesen zehn Minuten haben alle wirklich noch einmal alles gegeben – Am Ende ein hochverdientes Unentschieden, wie ich finde“, so Schreiber, der mit seinem Team durch einen volley einschlagenden „Sonntagsschuss“ von Kosykh doch noch einen „gefühlten Sieg“ in Form eines Zählers gegen nicht mehr hochschaltende Kiesbarger ermöglichte. Speziell für den anschließend frenetisch gefeierten Ukrainer eine tolle Sache!
Eine solche Arbeitshaltung im letzten Heimspiel der Saison gegen den „Hassgegner“ SC Victoria, gegen den das Hinspiel zur denkwürdigen Farce mutierte, und das Ziel, „mit einem Sieg rauszugehen“, um „in der Tabelle nochmal nach oben zu rutschen“, dürfte machbar sein. Der FC Süderelbe wird derweil – egal, was in Blankenese und contra Vicky noch passiert – auf Nicht-Aufstiegsrang drei abschließen.

Tore: 1:0 Gehlken (6. Markaida Renteria), 2:0 Moreira Magalhaes (22. Bulat), 3:0 Gehlken (32.), 3:1 Makhdoomzada (58.), 3:2 Kosykh (60. Schreiber), 3:3 Kosykh (65.)

gelbe Karten: Gehlken – Makhdoomzada

Schiedsrichter: Markus Sass (Note 5,5: geringer Laufradius, wartete aufgrund dessen mit zum Teil grotesken Einwurfentscheidungen auf, die obendrein diffus kommuniziert wurden, zudem wäre Sütcü für sein taktisches Foul zu verwarnen (27.) und 11 (Nachtreten, 46.) des Feldes zu verweisen anstatt zu verwarnen gewesen.)

Zuschauer: 45






Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen