Klare
Verhältnisse!
Vicky
II schlägt VfL-Reserve deutlich mit 4:0
Das „Eröffnungsspiel“ des 17. Spieltags der Kreisliga 5 brachte mit der zweiten
Mannschaft des SC Victoria einen klaren Sieger heraus. Am Ende siegte das Team
um die Oberliga-Leihgabe Marcel Rutz gegen einen harmlosen Aufsteiger.
Der SCV, mit zwei-Mann-Fanblock angereist, war es, der in Person von Ilhan Kirpik
nach fünf Spielminuten zur ersten nennenswerten Torgelegenheit der Partie kam.
Kirpik scheiterte mit einem Freistoß aus 20 Metern an Sven Oeser, der
rechtzeitig unten war, um das frühe Gegentor zu verhindern. Dennoch war
VfL-Coach Marco Ritter besorgt, denn nach nur sieben Minuten musste
Defensivorganisator Detlev Öhlmann mit Oberschenkelproblemen aufgeben und wurde
durch Finn Masurek ersetzt, während Reik Freimuth nun auf der ungewohnten
Position des Liberos aushelfen musste. Keine einfache Situation für den
Aufsteiger, der sich mit einer äußerst defensiven Ausrichtung auf eine
Abwehrschlacht einstellte.
Erst 23 Minuten später kam das Team in den blau-gelben Trikots zur zweiten
Torchance von Belangen, als Philipp Wolpers sein Glück mit einem Linksschuss
aus halblinker Position versuchte, jedoch das Ziel verfehlte (30.).
Nach geschlagenen 31 Minuten ohne eigenen Torschuss brach VfL-Angreifer Simon
Dierks den Bann mit einem höchst verunglückten Schussversuch aus 25 Metern, bei
dem er aber mehr den Boden als den Ball traf…
Konkreter wurde es, als der extrem offensiv eingestellte Linksverteidiger Irfan
Kirpik Mitspieler Ilhan auf der linken Seite bediente, dieser aber aus spitzem
Winkel nur den Pfosten traf (38.).
In der 42. Minute bestrafte der SCV nun die, offensiv gesehen, kontraproduktive
Spielhaltung der Gastgeber durch das 0:1. Freimuth schaffte es nicht, das
Spielgerät trotz richtigem Stellungsspiel im Zweikampf gegen Andre Reinhold aus
dem Strafraum zu klären, was sich der listige Stürmer zum Vorteil machte und
flach in die Mitte zum freistehenden Kwame Owusu spielte, der ohne Mühe aus
zwei Metern einnetzte.
Mit dem 0:1 im Nacken, ergab sich zwei Minuten nach dem Gegentreffer die zweite
Halbchance für den VfL durch einen Distanzschuss von Martin Orlowski, den
Dierks zuvor vorlegte (44.).
Eine Minute und eine gelbe Karte für Owusu später, hätte genau dieser den
Spielstand verdoppeln können, doch sein Versuch mit links nach schöner
Einzelleistung segelte knapp über das Tor (45.).
Der SC Victoria hätte also mit einem etwas höheren Vorsprung in die Kabine
gehen können.
Die ersten 20 Minuten des zweiten Abschnitts offenbarten diverse Unzulänglichkeiten
bei beiden Mannschaften: Kerzen wurden geschlagen, Fehlpässe gespielt und
VfL-Akteur Thomas Lazer sorgte durch zwei Fouls innerhalb von nur zehn Sekunden
und die dadurch verdiente gelbe Karte für den Höhepunkt dieser schwachen
Spielepoche (49.).
Erst in der 67. Minute passierte wieder etwas, was die 25 Zuschauer an ein
Fußballspiel erinnerte: Wolpers ging ohne Gegenwehr auf der rechten Seite bis
zur Grundlinie durch, spielte flach in die Mitte zu Ilhan Kirpik, der genau in
das gute Zuspiel und aus elf Metern für das 0:2 sorgte. Freude bei den Gästen,
während die Spieler des VfL heftig reklamierten, da Schiedsrichterassistent
Manfred Rietschel Senior vor dem Treffer die Fahne hob, diese aber postwendend
wieder senkte. Auf Abseits spekulierend, blieb das Team in schwarz-grün einfach
stehen und ließ den Gegner das Tor erzielen. Stürmer Dierks ärgerte das
Verhalten des Linienrichters: „Der Schiedsrichterassistent hatte in dieser
Szene einfach keine Eier in der Hose, die Fahne oben zu lassen!“, machte Dierks
seinem Ärger Luft.
Die folgende Protestwelle war kaum verstummt, da kam der SCV erneut vor das Tor
der Gastgeber, als Owusu mit einem Linksschuss aus 14 Metern lediglich den
Körper von Schlussmann Oeser traf. Besser machte er es drei Minuten später nach
einem herrlichen Zuspiel vom stark auftrumpfenden Ilhan Kirpik vom rechten
Strafraumeck aus. Ein Heber, der im hohen Bogen über den herauslaufenden
Torsteher ins Eckige flog, beseitigte letzte Zweifel am Auswärtssieg der
Reserve des Serienmeisters der Oberliga Hamburg (76.). Seinen persönlichen
Torbeteiligungshattrick durfte der offensive Mittelfeldspieler zum 0:4-Endstand
perfekt machen, indem er nach Zuspiel Wolpers erst Benedikt Hoße stehen ließ
und dann mit Ruhe in die Mitte spielte, wo Reinhold wartete, um die Kugel aus
13 Metern in die Mitte des Tores zu dreschen (84.):
Als Matisse für eine, in der zweiten
Hälfte, hilflosen Vorstellung der Gastgeber musste Thomas Lazer nach einem
schlecht getimten Tackling mit der Ampelkarte vom Feld (88.). Nach einem
längeren Urlaub fehlt Lazer offenbar noch das nötige Feintuning...
Schlussendlich siegte die Zweitvertretung des SC Victoria verdient, sodass sich
Coach Godfred Hoedoafia über drei Punkte freute: „Ich bin sehr zufrieden mit
meiner Mannschaft. Wir haben hier in der Höhe verdient gewonnen.“. Auch, wenn
er zunächst einige Probleme erkannte: „In der ersten Halbzeit haben wir uns das
Leben selbst schwer gemacht, während wir in der zweiten Hälfte guten
Kombinationsfußball spielten und unsere Chancen nutzten.“.
Der Fokus liegt nun beim nächsten Gegner, Weiß-blau 63: „Das ist für uns das
wichtigste Spiel!, schwingt eine Menge Respekt vor dem jungen Team aus
Groß-Borstel mit.
Beim VfL herrschte derweil Enttäuschung über das Endresultat. „Natürlich sind
wir hier als Außenseiter angetreten und wollten uns durch Kampf einen Punkt
holen. Dazu haben wir lange gut gestanden; dann ein dummes 0:1 bekommen.
Insgesamt war die Niederlage aber zu hoch“, befand Angreifer Dierks nach der
Partie. Martin Orlowski sah derweil den „Genickbruch“ im 0:1: „Wenn wir mit dem
0:0 in die Pause gehen, hat das Spiel einen ganz anderen verlauf“, sprach
Orlowski im Konjunktiv. Reik Freimuth hielt dagegen das frühe Ausscheiden von
Detlev Öhlmann im Defensivverbund für den Casus Knacktus: „Das hat uns sehr
stark zum Umbauen gezwungen“, berichtete der eingesprungene Libero.
Für die Elf von der Meerweinstraße bleibt die sportliche Situation zwar nicht
ungefährlich, aber nicht akut, denn die Konkurrenz aus dem Tabellenkeller ist
noch um einige Punkte distanziert. Der SCV kann dagegen weiter hoffen, im
kommenden Jahr eine Oberliga-Reserve in der Bezirksliga zu haben, hält man sich
weiter in der Spitzengruppe der Kreisliga 5.
VfL 93 Hamburg II: Oeser –
D. Öhlmann (7. Masurek) – Maurer, Hoße, Ehrenberg, Freimuth – Lazer – backes
(85. Goede), Orlowski – A. Öhlmann (75. Ertel), Dierks, Trainer: Marco Ritter
SC Victoria Hamburg II: Wilkening – Irfan Kirpik, Rutz, Poels (85. Groehn),
Wegener (80. Schütt) – Mischkowski – Wolpers, Ilhan Kirpik, Holz – Owusu
(85. Böttcher), Reinhold, Trainer: Godfred Hoedoafia
Tore: 0:1 Owusu (42. Reinhold). 0:2
Ilhan Kirpik (67. Wolpers), 0:3 Owusu (76. Ilhan Kirpik), 0:4 Reinhold (84.
Ilhan Kirpik)
gelb-rote Karte: Lazer (88.,
wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Thomas Sieg (SC
Urania Hamburg)
Zuschauer: 25
Sonntag, 21. November 2010
Spielbericht VfL 93 Hamburg II - SC Victoria Hamburg II
Samstag, 20. November 2010
Spielbericht SV RW Wilhelmsburg - ASV Hamburg
Erfolgreiche Rache
RWW schlägt den ASV Hamburg in der
Höhe der Hinspielniederlage
Die Mannschaft des SV Rot-Weiß Wilhelmsburg hat sich
erfolgreich für das verlorene Hinspiel gegen den ASV Hamburg gerächt und den
Gegner mit einem verdienten 3:0-Sieg vom eigenen Grand gefegt.
Von Beginn an waren es die Gastgeber, die besser
kombinierten und durch einen starken Einsatz von Christopher Bruhn, nach
sehenswertem Heber in den Lauf, zu ihrer ersten Torgelegenheit kamen (6.). In
der 16. Minute stand erstmalig Schiedsrichter Lars Blunck im Mittelpunkt, als
RWW-Torhüter Ibrahim Senol außerhalb seines Strafraumes mit der Hand gegen den
heranstürmenden Maseehla Kohistani klärte.
Blunck verzichtete aber auf den Platzverweis, da laut dessen
Aussage kein absichtliches Handspiel vorgelegen habe. Da der nachfolgende
Freistoß abgefälscht im Aus landete, gab es einen Eckball, der für einen
weiteren Aufreger sorgte, denn der RWW-Schlussmann sprang auf Höhe des kurzen
Pfostens elfmeterreif in Gegenspieler Sohrab Nouri hinein, der daraufhin eine
zweiminütige Behandlungspause benötigte. Der Pfiff blieb jedoch aus…
Ab der 25. Minute war die Partie nun wieder sportlich
furios, als zunächst Wilhelmsburgs Ferhat Celebi aus 20 Metern, zentraler
Position, verzog und nur 120 Sekunden später der erste Treffer der Begegnung
fiel. Ein Eckball von Linksverteidiger Erdem Kilic konnte von ASV-Torhüter
Tobias Patow nicht situationsgerecht geklärt werden, was Defensivmann Deniz
Yalcin per Dropkick aus 25 Metern in die kurze Ecke böse bestrafte.
Das 1:0 war der Höhepunkt der rot-weißen Drangphase, die
Bruhn nur vier Minuten nach dem 1:0-Führungstreffer hätte krönen können, doch
der hoch gewachsene Stürmer vergab nach schön gespieltem Angriff über Ferhat
Celebi und Fatih Akyil.
Einen gut heraus gespielten Angriff brachten dann auch in
der 41. Minute die Gäste zustande.
Wahid Afshar und Najib Naderi zeigten sich hier als
Wegbereiter für Majid Baydar, der jedoch mit seinem Linksschuss aus halblinker
Position lediglich das Außennetz traf.
Christopher Bruhn, mit der ungewöhnlichen Trikotnummer 99
ausgestattet, zeigte ihm, wie man es besser macht. Ein hoher, langer Ball von
der Mittellinie, gespielt von Baris Taser, reichte hier aus, um die gesamte
ASV-Abwehr zu entblößen, was Bruhn mit einem genauen Heber über den
herausstürmenden Patow an der Strafraumgrenze nutzte.
2:0 kurz vor dem Pausentee – einen besseren Zeitpunkt hätten
die Gastgeber hierfür gar nicht wählen können.
Zurück aus den Kabinen, kam es in der 52. Minute zu jeweils
einer guten Torchance auf beiden Seiten. Zunächst löste sich Rot-Weiß-Akteur
Taser sehr gut von zwei Gegenspielern, scheiterte jedoch mit seinem Linksschuss
aus spitzem Winkel an Patow; im Gegenzug musste nun Patows Gegenüber sein
Können im Mann gegen Mann beweisen, als Ilias Jowan schräg aufs Tor zulief. Der
Spielstand blieb jedoch der alte: 2:0.
Ebenso, als sich Bruhn sehr gut auf der linken Seite gegen
zwei Gegenspieler durchsetzte, seine verunglückte Flanke daraufhin knapp über
das Tor schickte (56.).
Die Mega-Chance schlecht hin zum Anschlusstreffer ließ
ASV-Angreifer Jowan liegen, indem er seinen harten Rechtsschuss nach einem
langen Diagonalball auf die rechte Seite an die Unterkante des Querbalkens
setzte.
Im Anschluss an einen Freistoß von Erdem Kilic, der noch die
Latte streifte, war wieder der ASV an der Reihe, sich im Torabschluss zu
inkonsequent zu zeigen. Der in der Mitte völlig unbehelligte Kohistani hatte
nach einer Naderi-Flanke den Anschlusstreffer auf dem Fuß, doch Senol rettete
auf zwar unkonventionelle, aber erfolgreiche Art und Weise im zweiten Versuch.
Nach genau 70 Spielminuten zeigte der ansonsten großzügige
Schiedsrichter nach einem Handspiel im Strafraum der Gastgeber auf den Punkt.
Strafstoß für den ASV Hamburg! Kapitän Najib Naderi übernahm die Verantwortung
und schickte das Leder links über den Kasten. „Ein ganz schwacher Elfmeter!“,
befand nicht nur sein Trainer.
Die Gäste hätten mittlerweile mindestens das 1:2 verdient,
doch beste Torchancen konnten nicht genutzt werden. Auch der eingewechselte
Joseph Groth reihte sich in Minute Nummer 71 nach einem starken Ballgewinn an
der Strafraumgrenze mit einem Schuss ans Außennetz in die Riege der Pechvögel
ein.
Den Schlusspunkt des lustigen Auslassens von Großchance beim
ASV setzte schließlich Baydar, nachdem sich Jowan zunächst im
Sechzehner-Getümmel durchsetzte. Senol
rettete diesmal im Stolpern gegen Baydars Linksschuss aus 25 Metern.
Die sportliche Endnote blieb dann am Ende dem Team vom
Rotenhäuser Damm vorbehalten.
Schöne Flanke von der rechten Seite und ein problemloses
Kopfballtor vom blank stehenden Bruhn räumten in der 79. Minute jegliche
Zweifel an einem Heimsieg aus. Und das gerade in der Phase, in der die Gäste
nah dran waren, die Partie wieder offen zu gestalten.
Der SV RW Wilhelmsburg gewinnt also insgesamt verdient gegen
einen ASV Hamburg, dem das Fehlen diverser Stammkräfte deutlich anzumerken war.
„Wir waren heute wirklich mit einer Notmannschaft hier. Letztendlich waren wir
nur 13 Mann, da sich noch beim Aufwärmen zwei Spieler verletzten. Trotzdem
haben wir die erste Halbzeit komplett verschlafen, hatten die falsche
Einstellung. Die zweite Halbzeit war dann akzeptabel. Wir haben uns einige
Chancen herausgespielt, aber halt nicht genutzt. Machen wir das 1:2, läuft das
hier ganz anders.“, wusste der ASV-Trainer im Anschluss an die Begegnung
detailliert zu berichten. „Unser Ziel ist es aber weiterhin aufzusteigen, daran
halten wir fest!“, zeigte sich der Übungsleiter dann aber wieder kämpferisch.
Auf der anderen Seite sah RWW-Verteidiger, Erdem Kilic zwei
komplett unterschiedliche Halbzeiten: „In der ersten Halbzeit waren wir klar
besser und in der zweiten Hälfte hatte der Gegner einige Möglichkeiten,
auszugleichen, aber denen fehlte halt der richtige Stürmer, der sie einfach
rein macht“, befand der Akteur von der linken Seite.
Durch diesen Sieg pirscht sich sein Team langsam an die
Spitzengruppe der Liga heran, während der ASV Hamburg in den Rückspiegel
schauen sollte, denn alle Teams auf den folgenden Tabellenplätzen haben noch
einige Nachholspiele zu bestreiten.
Tore: 1:0 Yalcin (27. E. Kilic), 2:0 Bruhn (45. Taser), 3:0
Bruhn (79.)
beste Spieler: Bruhn, E. Kilic – Jowan
Schiedsrichter: Lars Blunck (SC Alstertal/Langenhorn, Note 4,5)
Zuschauer: 32
besonderes Vorkommnis: N. Naderi (ASV Hamburg) schießt Strafstoß (Handspiel) über
das Tor (70.).
Freitag, 19. November 2010
Spielbericht GW Eimsbüttel - FTSV Komet Blankenese
Sechs-Punkte-Sieg
Komet Blankenese gewinnt
hart umkämpftes Verfolgerduell
Der FTSV Komet Blankenese bliebt der Spitzengruppe der Kreisliga 7 weiter auf
den Fersen. Drei wichtige Zähler dafür hatte man auf einem Platz „außerhalb der
Bespielbarkeit“ (o-Ton Oliver Ahlbrecht“ gegen Grün-weiß Eimsbüttel
eingefahren.
Dabei machten die Gastgeber zunächst den aufgeweckteren Eindruck, untermauert
durch zwei erste Torversuche Marc Güldeners (1. & 2.).
Lang ins Loch der GWE-Defensive geschickt, netzte der agile Marcel Rechmann
ungeachtet der gegnerischen Abseitsproteste eiskalt zur Führung der
West-Hamburger ein (7.).
Lange sollte der Vorsprung aber nicht halten, drosch der aufgerückte Joachim
Görsch nach einem Dutzend an Spielminuten eine durch den Fünfer rauschende
Burke-Ecke direkt unter die Latte – nicht schlecht!
Im Gegensatz zum jetzt ausgeglichenen Spielstand kippte die Angelegenheit
optisch immer mehr in Richtung der Gäste, denen Michael Adelmanns Freistoß für
den an Tobias Becker scheiternden Ahlbrecht die ideale Gelegenheit zum erneuten
Vorsprung einbrachte. Doch das war´s noch nicht, riss Görsch den Blondschopf im
Nachschuss versuch auf den Hosenboden – Strafstoß! „Ich habe ihn da klar
heruntergezogen. Wenn ich das nicht mache, macht er ihn rein“, gestand Görsch,
der sich hier freilich auch im Bereich einer Notbremse bewegte.
Den fälligen ruhenden Ball versenkte Rechmann kurzerhand links oben, sodass
sein Kapitän wenig später gar das 1:3 aus sechs Metern auf dem Fuß hatte (Becker
rettete mit gutem Reflex). Tore für Komet blieben an diesem Freitagabend einem
einzigen Angreifer vorbehalten. Das dachte sich wohl auch der von Rechmann
eingesetzte Tom Sandau, der vor dem Tor wieder für den nun Dreifachtorschützen querlegte.
Ein herrlich herausgespielter Treffer, dem der Mann des Abends durchaus noch
zwei weitere hätte hinzufügen können, wäre er jeweils nach zu kürz geklärten
Hereingaben etwas treffsicherer gewesen (42. & 44.).
Mit dem zweiten Durchgang gelang es den mit dem 1:3 noch bestens bedienten Eimsbüttelern
dann, die vogelwilde Defensive zu stärken und selber in Richtung Anschlusstreffer
zu schreiten. Nur war Görsch bei einem Güldener-Freistoß zu überrascht (56.),
während Güldener selber aus der zweiten Reihe knapp verfehlte (64.). Auch Maximilian
Garbe erging es im Rahmen des besten GWE-Angriffs nicht besser, als ihn Tim
Bergmann sauber im Strafraum abgrätschte. Der oftmals konfus agierende Schiedsrichter
sah dies allerdings ganz anders und bescherte Alexander Eick vom Punkt den Anschlusstreffer,
den auch der die Ecke ahnende Björn Struckmann nicht zu verhindern wusste
(75.). Während die bereits im Hinspiel siegreichen Gäste (2:0) einzig durch
einen parierten Kopfball von Bergmann gefährlich aufwarteten, suchten die
Hausherren das Ausgleichsglück, das aber weder der alleingelassene Güldener mit
seinem schwächeren rechten, noch Dennis Klemm per Kopf fanden.
Die Dockenhuden-Kicker überstanden auch die fünfminütige Nachspielzeit, was den
zum 1:2-Strafstoß gefoulten Oliver Ahlbrecht freute: „Wir haben auf diesem
schweren Geläuf vielleicht etwas glücklich aber verdient gewonnen, da wir unsere
Chancen konsequenter genutzt haben. Wir haben den Kampf, den uns GWE geliefert
hat, angenommen, wobei es trotzdem immer fair blieb“, resümierte Ahlbrecht, der
auch klare Worte zur heutigen Schiedsrichterleistung übrighatte: „Der
Schiedsrichter war heute wirklich eine glatte Sechs! Ich spiele seit
mittlerweile 20 Jahren Fußball, aber so etwas ist mir noch nicht untergekommen.
Er hat echt in beide Richtungen schlecht gepfiffen.“. Dieser Ansicht schloss
sich Joachim Görsch auf Verliererseite an: „Das war absoluter Unfug, was dieser
Klapskalli da gemacht hat!“. Doch auch die eigene Leistung missfiel dem
oberligaerfahrenen Routinier: „Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit durch
individuelle Fehler verloren, während wir Komet im zweiten Durchgang einen
guten Kampf geboten haben. Besonders durch Standards, die bei diesem
Schiedsrichter leicht herauszuholen waren, sind wir dann auch gefährlich geworden.
Das hat uns genügend Chancen für das 3:3 gebracht Nach der Serie von vier
Siegen ist das natürlich ein bitterer Zeitpunkt für diese Niederlage.“.
Besonders dürfte diese Schlappe aber Marc Güldener genervt haben, der sich auf
dem Weg zum Parkplatz auch noch Spöttereien des gegnerischen Schlussmannes
anhören musste. „So etwas ist absolut unsportlich!“, entrüstete sich der
Verlierer des Bruderduells Marc gegen Sven.
GW Eimsbüttel: T. Becker – C. Pleus (73. Ernst), Przybylski,
Brennecke, Eick – Burke (83. Harth), Görsch – Garbe (89. Frank), Ostertag, M.
Güldener – Klemm, Trainer: Nico Grabarczyk
FTSV Komet Blankenese: Struckmann – Witt, Kehr, Ahlbrecht (55. Hemmen),
Bergmann – L. Schmidt, Diesing, A. Schmidt, Adelmann (67. Speul) – Sandau (79. Seligmann),
Rechmann, Trainer: Holger Schmidt
Tore: 0:1 Rechmann (7. Diesing), 1:1 Görsch (12. Burke), 1:2 Rechmann
(18. Strafstoßtor, Görsch an Ahlbrecht), 1:3 Rechmann (40. Sandau), 2:3 Eick
(75. Strafstoßtor, Bergmann an Garbe)
Schiedsrichter: Olf Vital (Lauenburger SV, Note 6)
Zuschauer: 30
Sonntag, 7. November 2010
Spielbericht HEBC - SC Egenbüttel
Reinmüller-Party: Müller macht ihn dreimal
rein!
HEBC
siegt mit 5:0 im Keller-krimi gegen desolate Egenbütteler
Der Tabellenletzte lebt noch! So lautet die Botschaft nach einem fulminanten
5:0-Erfolg des HEBC gegen den SC Egenbüttel, der seinerseits jegliche Formen
des Abstiegskampfs vermissen ließ.
Dabei ging es für beide Mannschaften um viel.
Der HEBC, von Anfang an mit viel Aggressivität in den Zweikämpfen, näherte sich
durch einen Schussversuch über das Tor von Rick Ferck aus 17 Metern erstmals dem
gegnerischen Gehäuse (9.).
Dass auch der Abstiegskampf richtig ansehnlich sein kann, demonstrierten die
Lilanen mit einem doppelten Doppelpassangriff über Cem Müller, der es sich aus
zentraler Position nicht nehmen ließ, zum 1:0 zu veredeln.
Führung für die Hausherren, die den Widersacher weiter in dessen eigener
Spielfeldhälfte gefangen hielten. Ein schöner Flankenwechsel von Kapitän Dejan
Prostran auf die rechte Seite zu Christian Foerster riss die SCE-Defensive auf,
die durch Foersters Zuspiel in die Mitte zum erneut aus 15 Metern erfolgreichen
Müller das Nachsehen hatte (26.).
Kaum war HEBCs begeisterter Anhang mit seiner Jubelarie fertig, heiß es schon
3:0.
Wieder war es der überragende Müller mit einem Heber über den zu weit vor
seinem Gehäuse postierten Patrick Marciniak (28.).
0:3 nach einer halben Stunde beim Schlusslicht der Tabelle. Klar, dass Trainer
Holger Podein reagieren musste. Doch auch die Herausnahme des indisponierten
Torben Behrens zu Gunsten von Dominik Lange (36.) brachte keine akute Besserung.
Stattdessen blieb der HEBC am Drücker. Per Fallrückzieher verpasste es Prostran
nur knapp, sich für seine couragierte Leistung selbst zu belohnen (42.).
Fallrückzieher, Traumtore und ein Pausenstand von 3:0 – was für ein Vormittag
für Prostran und Co!
Und es ging weiter: Foerster arbeitete vor, Ferck versenkte aus spitzem Winkel
– 4:0 in Minute 57!
Leblos dagegen weiterhin die Darbietung der Rellinger, denen nach einer Stunde
immerhin einmal ein Abschluss durch Alexander Levern (aus 20 Metern links
vorbei) gelang. Es sollte eine Rarität bleiben.
Für die Schlussphase stand man dann auch noch ohne Trainer da, musste Podein
seinen Platz wegen zu stürmischer Proteste gegen eine
Schiedsrichterentscheidung räumen. Der eingewechselte Patrick May hatte für ein
ungestümes Einsteigen gegen den Gäste-Keeper (aus Podeins Sicht) nur gelb
gesehen (69.).
Von außerhalb seiner Coachingzone beobachtete der Übungsleiter, wie der
ebenfalls hereingekommene Zeynel Esen den Ehrentreffer im Duell mit Sven
Wolgast verpasste, ehe der letzte Treffer des Tages auf der anderen Seite fiel.
Eine halbhohe Hereingabe von Sertac Akter bekam Dimitrios Papadopoulos zwar
erst im zweiten Anlauf gehändelt, doch heute gelang den Eimsbüttelern alles.
Per Heber setzte der „Neven Subotic vom Reinmüller“ die Kugel elegant zwischen
die Pfosten (84.).
Um ein Haar hätte Akter im ersten HEBC-Erfolg nach sechs Niederlagen am Stück
gar das halbe Dutzend vollgemacht, nur küsste sein gefühlvoller Heber die
Latte.
Der ausgelassenen Feierstimmung tat dies allerdings keinen Abbruch, wie
Innenverteidiger Enno Martini bestätigte: „Wir haben heute endlich unsere guten
Ansätze aus den letzten 90 Minuten durchgesetzt, sind als ganze Truppe – vom
ersten bis zum 18. Mann – aufgetreten und haben von Anfang an durch großen
Druck die Verunsicherung des Gegners genutzt“, frohlockte der Mann aus der
Viererkette über den enorm wichtigen Heimsieg. „So ist das halt um 10:45 Uhr
auf dem Reinmüller!“, benannte Martini einen weiteren Erfolgsgrund.
„Es ist extrem wichtig, dass wir wieder einmal am Reinmüller zu Null gespielt haben!“, ergänzte
Torsteher Sven Wolgast, der seinen Kasten nach langer Zeit sauber halten
konnte.
Drei Punkte im kommenden Heimspiel gegen den FC Süderlebe und der Klassenerhalt
rückte für den Aufsteiger wieder in Reichweite.
Ganz anders sieht die Welt dagegen beim SC Egenbüttel aus, wo man sich in nun
vier Niederlagen in Folge ein Torverhältnis von 0:15 zusammensammelte.
Dementsprechend fassungslos zeigte sich Defensivmann Marion Schacht im
Anschluss an die Partie: „Wir haben uns heute wirklich 90 Minuten lang wie ein
Absteiger präsentiert, haben das Spiel auf dem Grandplatz nicht angenommen und
sind überhaupt nicht in die Zweikämpfe gekommen!“, kritisierte der 159-fache
Viertligaspieler seine Farben. „Jeder Einzelne muss sich jetzt hinterfragen, ob
er wirklich 100 Prozent für den Verein gibt! Wir müssen schnellstens wach
werden, denn bei uns schrillen die Alarmglocken!“.
Ob dies bis zum anstehenden Gastspiel bei Teutonia 05 gelingt? Schließlich geht
es wieder um 10:45 Uhr an die Pille – auf Grand!
HEBC: S. Wolgast – Prostran, Ryziotis, Martini, Petrobella – Gramsch (46. Raptis), D.
Papadopoulos, Ferck, Foerster (78.
Akter) – C. Müller – Ismajli (66.
May), Trainer: Poen Alarcón
SC Egenbüttel: Marciniak – Behrens
(36. Lange), Schacht, Czech, T. Müller – Peters, Gehlhaar (63. Esen) – Malke,
Sonnenschein (75. Jürs) – Nickel, Levern, Trainer: Holger Podein
Tore: 1:0 C. Müller (19. Gramsch),
2:0 C. Müller (26. Foerster), 3:0 C. Müller (28. Ismajli), 4:0 Ferck (57.
Foerster), 5:0 D. Papadopoulos (84. Akter)
Schiedsrichter: Alf Bas (Harburg
Türksport)
Zuschauer: 70
besondere Vorkommnis:
- SCE-Trainer Holger Podein wurde wegen
Reklamierens aus dem Innenraum verwiesen (69.).
- Das das Wechselkontingent des HEBC bei
Cem Müllers verletzungsbedingtem Ausscheiden bereits erschöpft war, setzte die
Mannschaft die Partie zu zehnt fort (83.).