Der
Fehlerteufel spielte mit
Festival
der Unzulänglichkeiten an der Sternschanze
„Wir haben uns hier gut verkauft und letztlich durch unnötige Gegentore
verloren. Das ist wirklich ärgerlich!“, verließ GWE-Verteidiger Claas Kruse den
Kunstrasen an der Sternschanze mit gemischten Gefühlen.
In der Tat für den klassenniedrigeren Club mehr drin als das 2:3 gegen den VfL
Hammonia.
GWE begann bissig, versuchte den Gegner unter Druck zu setzen, was eine
Feldüberlegenheit zur Folge hatte. In der zehnten Minute dann das Tor durch
einen Freistoß von Nicholas Burke aus zentraler Position. Ein Tor, bei dem
Schlussmann Andreas Doege alles andere als glücklich aussah.
Der VfL wirkte wenig inspiriert und passte sich in der ersten Viertelstunde dem
miserablen Wetter an. Die Bayraktar/Ortelt-Elf konnte in diesem Zeitintervall
keine nennenswerten Offensivszenen setzen.
Die übernahmen die Gäste. Marc Güldener mit einer klasse Einzelaktion gegen
Bakary Njie, den er einfach stehen ließ, kurzes Abspiel zum aufgerückten Simon
Schirrmacher und dessen abgefälschter Schuss ins Tor markierten das 0:2, wobei
Hammonias Torsteher wieder keine gute Figur machte (13.).
Nun kam auch der Bezirksligist endlich besser ins Spiel. Erstmals konkret wurde
es mit einem Freistoß von Hakan Bitkin auf rechtsaußen, geklärt in der Mitte,
doch Bitkins zweiter Versuch rutschte GWE-Keeper Lennart Meiners auf extrem
unglückliche Weise unter dem Körper durch.
Nur noch 1:2 und Bitkin freute sich wie ein Pfefferkuchen!
Keine 60 Sekunden später unternahm Meiners Schadensbegrenzung, als er einen
Pielorz-Freistoß aus 20 Metern mit den Fäusten zur Ecke abwehrte.
Elf Minuten später passierte genau das, was jeden Trainer in die Torheit
treibt: „Da hat einer von uns im letzten Moment geklärt und irgendwie war der
dann drin. Ich habe keine Ahnung, was da los war“, wusste Kruse trotz
physischer Anwesenheit nicht, wie es zum 2:2-Ausgleichstreffer des VfL Hammonia
gekommen war.
Tatsächlich klärte Schirrmacher in letzter Sekunde vor Angreifer Pielorz zur
Ecke, was seine Mitspieler dazu brachte, ihren Kapitän überschwänglich zu
loben. Dass Pielorz den folgenden Eckball bereits ausführte, bemerkten die
Jungs vom Tiefenstaaken nicht. Bitkin freute sich somit über allen Platz und
Raum im gegnerischen Sechzehner freuen und köpfte unbedrängt zum Ausgleich aus
13 Metern ein.
Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte gab es nur einige intensive Zweikämpfe
und Fehleinschätzungen des Schiedsrichtergespanns, das durch das Fehlen eines
einheitlichen Strafmaßes für Unruhe auf dem Platz sorgte. So sah GWEs Joachim
Görsch für ein Foulspiel Marc Güldeners die gelbe Karte…
Berechtigt war dagegen die gelbe Karte für Bitkin in der 40. Minute. Einen
hohen Ball nahm er im Strafraum in bester Volleyballmanier mit den Händen an. „Er
weiß genau, dass er da nur den Kopf hinhalten muss und dann macht er sein
drittes Tor und kann raus“, wunderte sich auch Trainer Klaus Ortelt.
Mit insgesamt sieben neuen Akteuren ging es dann weiter und der Unparteiische
pfiff weiter konfus. So holte der eingewechselte Sebastian Ernst Gegenspieler
Cihan Eshasoglu von den Beinen, was dieser als persönlichen Angriff sah. Verbal
ging der Gefoulte auf den sich entschuldigen wollenden Ernst los. Burke,
mittlerweile GWE-Spielführer, und sein Gegenüber, Erkan Özkan, gingen
schlichtend dazwischen, wofür Burke neben Eshasoglu überraschend den gelben
Karton kassierte (58.).
Sportlich interessant wurde es dann wieder in Minute 65, als Meikel Sakha und
Nuri Emini innerhalb von drei Sekunden aus jeweils guter Position an Meiners
scheiterten.
Hammonia zeigte sich jetzt mit leichten Ballbesitzvorteilen, hatte aber 81.
Minute Fortuna mit im Aufgebot, als Ernst nach individuellem Fehler Özkan frei
vor Doege auftauchte, doch sein hektischer Abschluss endete neben dem Gehäuse-
Zuvor hatte es noch auf der anderen Seite durch Emini gebrannt: Mit seinem Versuch
traf er nur das Aluminium.
Den Schlusspunkt in einem intensiven Testmatch setzte kurz vor Ultimo der VfL.
Und was für einen! Emini versenkte einen Freistoß aus 21 Metern, zentraler
Position, herrlich in den Maschen, sodass der Favorit doch noch das Spiel
endgültig drehte und den Sieg davontrug.
Es war die Fortsetzung einer beeindruckenden Siegesserie des VfL in der
Rückrundenvorbereitung, denn die in der Bezirksliga stark abstiegsbedrohte Elf
aus dem Schanzenviertel konnte bislang alle fünf Testspiele gewinnen.
Das Kontrastprogramm findet man derzeit beim Team von Trainer Nico Grabarczyk,
das alle vier Begegnungen verlor und dabei stets drei oder mehr Gegentreffer
hinnehmen musste. Der angestrebte Platz im oberen Drittel der Kreisliga 7
scheint so nur schwierig zu erreichen.
VfL Hammonia: Doege –
Eshasoglu, Tabar, Sakha, Njie – Souza Matos (46. Özkan) – Ocker, Atashrokh,
Emini (46. Arslan) – Birkin (46. Coskun), Pielorz (78. Emini), Trainergespann:
Cevdet Bayraktar & Klaus Ortelt
GW Eimsbüttel: Meiners – Przybylski,
Schirrmacher (46. Harth), Eick, Kruse – Görsch (46. S. Pleus) – M. Güldener
(46. C. Pleus), Burke, Salam – Dahms (77. Schirrmacher), Heicks (46. Ernst),
Trainer: Nico Grabarczyk
Tore: 0:1 Burke (10. direkter Freistoß),
0:2 Schirrmacher (13. M. Güldener), 1:2 Bitkin (22.), 2:2 Bitkin (34. Pielorz),
3:2 Emini (89. direkter Freistoß)
gelbe Karten: Eshasoglu, Bitkin –
Burke, Görsch
Schiedsrichter: Arwit Kumeth (SC
Alstertal/Langenhorn, Note 5,5)
Zuschauer: 6
Samstag, 5. Februar 2011
Spielbericht VfL Hammonia - GW Eimsbüttel
Spielbericht SC Sternschanze 7er.-Frauen - TuRa Harksheide 7er-Frauen
Schirm-Dreierpack
zu wenig
Heimniederlage
für Sternschanzes 7er-Frauen
In einer temporeichen ersten Halbzeit erspielten sich beide Teams einige
Chancen, die dem Spielverlauf nicht ganz entsprechend, zu einem 2:4 genutzt
werden konnten.
Zunächst waren es jedoch die Gastgeberinnen, die den optisch besseren Eindruck
machten und verdienten mit 1:0 führten (Tor von Karen Schirm, 5.), ehe die
Norderstedterinnen nun begannen, das Tempo anzuziehen. Besonders hervor tat
sich dabei Angreiferin Frederike Jenn, die als Dreh- und Angelpunkt an nahezu
allen TuRa-Szenen beteiligt war. Daher kam es nicht von ungefähr, dass sie
durch ein Tor (11.) und eine Vorlage für Vanessa Haaks (27.) maßgeblich zum
zwischenzeitlichen 1:2 beitrug. Fünf Minuten später egalisierte Blau-rot den
Rückstand durch Schirms zweiten Streich wieder, doch waren die Gäste heute um
keine Antwort verlegen. So stellte Ramona Pusch die Führung im Strafraum rasch
wieder her (33.). Und es kam noch besser, als Haaks der perfekte Steilpass für
die gestartete Jenn gelang und die Angespielte frei vor Anne Schick keine
Nerven zeigte – 2:4!
In Abschnitt zwei verflachte das Geschehen spürbar. Die hohe
Spielgeschwindigkeit der ersten Halbzeit hatte ihre Spuren hinterlassen.
Knapp zehn ereignislose Minuten beendete Spielführerin Haaks mit einer
sehenswerten Einzelaktion, abgeschlossen zum 2:5, sodass die Blau-weißen schon
vorzeitig davongezogen schienen.
Schanze gab sich jedoch noch nicht geschlagen und verkürzte durch einen echten
Schirm-Kracher per Freistoß aus 18 Metern auf 3:5 (55.). Ging da etwa noch was?
Nein, brachte TuRa die drei Punkte mit souveräner Abwehrarbeit nicht unverdient
über die Linie. Sieg Nummer drei in Serie dürfte auch für den am kommenden
Wochenende favorisierten HSV (3. Frauen) eine kleine Warnung sein.
SC Sternschanze 7er-Frauen: Schick – Tiedje, von Düsterlho,
Wiedener, Schirm, Warnke, Koritensky, eingewechselt: Zaehle,
Horn, Coerdt, Trainerin: Köntges
TuRa Harksheide 7er-Frauen: Schuck – Haaks, Pusch, Leichsenring,
Dietzsch, Jenn, Nielsen, Trainer: Heider
Tore: 1:0 Schirm (5. Koritensky), 1:1 Jenn (11. Nielsen), 1:2 Haaks (27.
Jenn), 2:2 Schirm (32. Zaehle), 2:3 Pusch (33. Jenn), 2:4 Jenn (37. Haaks), 2:5
Haaks (49.), 3:5 Schirm (55. direkter Freistoß)
Schiedsrichter: Stefan Romacker (GW Eimsbüttel, Note 3)
Zuschauer: 21
Freitag, 26. November 2010
Spielbericht SC Hansa 11 - Altona 93 II
Schäfers
Siegesformel: 3+(s³+3)
Hohe
Mathematik bringt Hansa 11 den vierten Sieg in Folge
„Hansa war heute einfach eine Klasse besser und cleverer als wir“, musste
Wolfgang Schmidtke, Co-Trainer der Reserve von Altona 93 nach dem klaren 2:6 gegen
Spitzenteam Hansa 11 ernüchtert einräumen. Dabei begann die Partie ganz nach
der Vorstellung des Underdogs: der AFC ging nach sechs Minute mit der ersten
Torchance in Führung. Ein Zuspiel auf die rechte Außenbahn, wo Jesko Prohl bis
zur Grundlinie durchging und ein Querpass in die Mitte brachten Angreifer Max
Sehn in beste Position, die Kugel aus einem Meter einzuschieben.
Ein erstes Achtungszeichen gaben die Gastgeber durch einen Freistoß, gut
abgewehrt von Marcel Voss, durch Marco Eichhorn aus 20 Metern ab. Auf dem nicht
einfach zu händelnden Untergrund kämpften beide Mannschaften um die
spielerische Linie und die zündende Idee im Offensivspiel. Schließlich wurde
die Suche des SC Hansa in der 20. Minute belohnt. Frederik Schäfer erhielt
einen langen Ball von Hendrik Bödecker und nagelte die Kugel aus 23 Metern,
Rechtsaußenposition, in die lange Ecke. Der Ausgleich für den
Aufstiegsaspiranten!
Doch die Freude währte nicht lange, denn in Minute 28 trug sich erneut etwas
zu, was Hansa-Coach Holger Bichel verärgerte. Ole Fritz düpierte nach Zuspiel
von Torben Stenzel die hier indisponierte Hansa-Defensive und den übermotiviert
herauseilenden Iskender Yilmaz mit einem Heber ins leere Tor.
Das Team aus Altona, dessen Kader sich an diesem Freitagabend auf 14 Spieler
begrenzte, sorgte wieder für eine Überraschung und führte bereits zum zweiten
Mal. Die wütenden Hanseaten versuchten sich zu wehren, kamen durch einen
Rechtsschuss Eichhorns, knapp über das linke Lattenkreuz zu einer guten
Ausgleichsmöglichkeit (32.).
44. Minute: Eckball für die Feldstraßen-Elf. Philipp Frark mit der Ecke, Manuel
Henkel mit dem Kopfball aus fünf Metern – 2:2! Der Tabellenzwölfte fing sich
den Ausgleich im kollektiven Tiefschlag – und das zum psychologisch ungünstigen
Zeitpunkt!
In der Halbzeitpause erhielt dann Mutter Natur die ungeteilte Aufmerksamkeit.
Sie schaffte es, die Linien auf dem Kunstrasen innerhalb der Viertelstunde
komplett unsichtbar zu machen. Erst der fleißige Räumungseinsatz von Hansas
gesperrtem Torjäger Mike Pegel ließ die Umrandungen zumindest wieder erahnen.
Den Altonaern schien dies bei der Orientierung offenbar nicht geholfen zu haben.
Henkel mit dem Service für Dennis Wegner, der zunächst Hannies niederkämpfte
und dann das Glück hatte, dass Schäfer richtig spekulierte und in den freien
Ball reinstartete, um ihn aus fünf Metern per Abstauber ins Tor zu bugsieren (47.).
Die Jungs in der Tarnfarbe Weiß nun wie entfesselt, degradierten die Gäste zum
elfköpfigen Sparringspartner. Bödecker mit einem Schuss aus 30 Metern, auf der
Linie geklärt, doch der wachsame Vincent Niknam antizipierte richtig und sorgte
nicht nur für das zweite Abstaubertor, sondern damit auch für das 4:2 (50.),
dem nur wenige Sekunden später das 5:2 folgen sollte, demonstrierte Schäfer mit
seinem platzierten Versuch aus Rechtaußenposition sein gesamtes Selbstvertrauen
aus den vorigen Toren (51.). „Den Ball habe ich natürlich perfekt getroffen!
Wenn es 0:0 steht, klappt das vielleicht nicht so gut“, war sich Schäfer
bewusst, dass er hier auch von Hansas Lauf profitierte.
Mit reichlich Selbstbewusstsein ausgestattet war auch Mitspieler Frark, dem in
der 64. Minute ein echtes Traumtor gelang. Mit dem linken Fuß setzte er einen gefühlvollen
Schlenzer aus 30 Metern in die Maschen, was den 20-minütigen Sturmlauf der
Gastgeber auf den fünften Treffer krönte.
In den verbliebenen Minuten sollte lediglich der eingewechselte Özgür Arslan zu
einer halbwegs ernsthaften Chance kommen, doch nach einem Ping-Pong-Spiel im Strafraum
der 93er, die im zweiten Durchgang komplett abtauchten, gelang es ihm nicht,
sein Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause zu veredeln. Dennoch ist man
glücklich, Arslan wieder auf dem Feld zu haben: „Er ist ein sehr wichtiger
Spieler für uns. Wir sind froh, dass er nach dieser langen Pause wieder dabei
ist“, freute sich Hansas Vizepräsident Uwe Großmann mit dem Blick auf die
weiter andauernde Verletztenmisere seiner Hanseaten (u.a. Andre Kordts, Nils
Friedrich und Jörn Bröckel fehlten). Dazu verletzte sich nun auch noch Stürmer
Wegner (75.).
Trotzdem siegte der SC Hansa 11 in einer äußerst fairen Partie (nur eine gelbe
Karte) aufgrund eines wahrhaftigen Sturmlaufs zwischen der 44. und der 64. Minute
mit 6:2. „Das Ergebnis spricht Bände. Wenn man drei Gegentore innerhalb von
fünf Minuten bekommt, dann ist das eindeutig“, befand der enttäuschte Schmidtke
auf Seiten des AFC. Auf der anderen Seite stand ein glücklicher Frederik
Schäfer, der im zweiten Durchgang eigentlich gar nicht mehr spielen wollte: „Kurz
vor der Halbzeit habe ich einen Schlag auf den Hinterkopf bekommen, weshalb ich
eigentlich rauswollte. Die Mannschaft hat sich aber dagegen ausgesprochen,
weshalb ich eben weiterspielte. Und dass ich dann die Tore mache, freut mich
sehr für die Mannschaft! Mit uns ist jetzt auf jeden Fall zu rechnen!“.
Gerechnet hatte Schäfer auch in Sachen Spielergebnis: „Drei Siege in Folge plus
drei Tore von mir (s³) plus drei weitere Tore.“.
Für Hansa ist das Kalenderjahr 2010 damit erfolgreich abgeschlossen, während für
Altona 93 noch ein Nachholspiel gegen Inter Hamburg auf dem Programm steht –
sofern es das Winterwetter zulässt.
SC Hansa 11: I. Yilmaz –
Loether, Henkel, Spiller – Bödecker,
Eichhorn, Haas – Frark, Niknam (80.
Brack), Schäfer (52. Nehmann) –
Wegner (74. Arslan), Trainer: Holger Bichel
Altona 93 II: Voss – Loeck, Bäßler,
Hennies, Stenzel – Prohl – Fritz (58. Zukolli), Altay, Kidane – Weiss (65.
Jaspersen) – Sehn (65. Sever), Trainer: Thomas Janiczek
Tore: 0:1 Sehn (6. Prohl), 1:1
Schäfer (20. Bödecker), 1:2 Fritz (28. Stenzel), 2:2 Henkel (44. Frark), 3:2
Schäfer (47. Wegner), 4:2 Niknam (50. Bödecker), 5:2 Schäfer (51. Eichhorn),
6.2 Frark (64.)
Zuschauer: 21
Schiedsrichterin: Christin Gomes da
Silva (1. FFC Wilhelmsburg, Note 2)
besonderes Vorkommnis: Die zweite
Halbzeit begann wegen einer Schneeräumung mit einer Verspätung von fünf
Minuten.
Sonntag, 21. November 2010
Spielbericht VfL 93 Hamburg II - SC Victoria Hamburg II
Klare
Verhältnisse!
Vicky
II schlägt VfL-Reserve deutlich mit 4:0
Das „Eröffnungsspiel“ des 17. Spieltags der Kreisliga 5 brachte mit der zweiten
Mannschaft des SC Victoria einen klaren Sieger heraus. Am Ende siegte das Team
um die Oberliga-Leihgabe Marcel Rutz gegen einen harmlosen Aufsteiger.
Der SCV, mit zwei-Mann-Fanblock angereist, war es, der in Person von Ilhan Kirpik
nach fünf Spielminuten zur ersten nennenswerten Torgelegenheit der Partie kam.
Kirpik scheiterte mit einem Freistoß aus 20 Metern an Sven Oeser, der
rechtzeitig unten war, um das frühe Gegentor zu verhindern. Dennoch war
VfL-Coach Marco Ritter besorgt, denn nach nur sieben Minuten musste
Defensivorganisator Detlev Öhlmann mit Oberschenkelproblemen aufgeben und wurde
durch Finn Masurek ersetzt, während Reik Freimuth nun auf der ungewohnten
Position des Liberos aushelfen musste. Keine einfache Situation für den
Aufsteiger, der sich mit einer äußerst defensiven Ausrichtung auf eine
Abwehrschlacht einstellte.
Erst 23 Minuten später kam das Team in den blau-gelben Trikots zur zweiten
Torchance von Belangen, als Philipp Wolpers sein Glück mit einem Linksschuss
aus halblinker Position versuchte, jedoch das Ziel verfehlte (30.).
Nach geschlagenen 31 Minuten ohne eigenen Torschuss brach VfL-Angreifer Simon
Dierks den Bann mit einem höchst verunglückten Schussversuch aus 25 Metern, bei
dem er aber mehr den Boden als den Ball traf…
Konkreter wurde es, als der extrem offensiv eingestellte Linksverteidiger Irfan
Kirpik Mitspieler Ilhan auf der linken Seite bediente, dieser aber aus spitzem
Winkel nur den Pfosten traf (38.).
In der 42. Minute bestrafte der SCV nun die, offensiv gesehen, kontraproduktive
Spielhaltung der Gastgeber durch das 0:1. Freimuth schaffte es nicht, das
Spielgerät trotz richtigem Stellungsspiel im Zweikampf gegen Andre Reinhold aus
dem Strafraum zu klären, was sich der listige Stürmer zum Vorteil machte und
flach in die Mitte zum freistehenden Kwame Owusu spielte, der ohne Mühe aus
zwei Metern einnetzte.
Mit dem 0:1 im Nacken, ergab sich zwei Minuten nach dem Gegentreffer die zweite
Halbchance für den VfL durch einen Distanzschuss von Martin Orlowski, den
Dierks zuvor vorlegte (44.).
Eine Minute und eine gelbe Karte für Owusu später, hätte genau dieser den
Spielstand verdoppeln können, doch sein Versuch mit links nach schöner
Einzelleistung segelte knapp über das Tor (45.).
Der SC Victoria hätte also mit einem etwas höheren Vorsprung in die Kabine
gehen können.
Die ersten 20 Minuten des zweiten Abschnitts offenbarten diverse Unzulänglichkeiten
bei beiden Mannschaften: Kerzen wurden geschlagen, Fehlpässe gespielt und
VfL-Akteur Thomas Lazer sorgte durch zwei Fouls innerhalb von nur zehn Sekunden
und die dadurch verdiente gelbe Karte für den Höhepunkt dieser schwachen
Spielepoche (49.).
Erst in der 67. Minute passierte wieder etwas, was die 25 Zuschauer an ein
Fußballspiel erinnerte: Wolpers ging ohne Gegenwehr auf der rechten Seite bis
zur Grundlinie durch, spielte flach in die Mitte zu Ilhan Kirpik, der genau in
das gute Zuspiel und aus elf Metern für das 0:2 sorgte. Freude bei den Gästen,
während die Spieler des VfL heftig reklamierten, da Schiedsrichterassistent
Manfred Rietschel Senior vor dem Treffer die Fahne hob, diese aber postwendend
wieder senkte. Auf Abseits spekulierend, blieb das Team in schwarz-grün einfach
stehen und ließ den Gegner das Tor erzielen. Stürmer Dierks ärgerte das
Verhalten des Linienrichters: „Der Schiedsrichterassistent hatte in dieser
Szene einfach keine Eier in der Hose, die Fahne oben zu lassen!“, machte Dierks
seinem Ärger Luft.
Die folgende Protestwelle war kaum verstummt, da kam der SCV erneut vor das Tor
der Gastgeber, als Owusu mit einem Linksschuss aus 14 Metern lediglich den
Körper von Schlussmann Oeser traf. Besser machte er es drei Minuten später nach
einem herrlichen Zuspiel vom stark auftrumpfenden Ilhan Kirpik vom rechten
Strafraumeck aus. Ein Heber, der im hohen Bogen über den herauslaufenden
Torsteher ins Eckige flog, beseitigte letzte Zweifel am Auswärtssieg der
Reserve des Serienmeisters der Oberliga Hamburg (76.). Seinen persönlichen
Torbeteiligungshattrick durfte der offensive Mittelfeldspieler zum 0:4-Endstand
perfekt machen, indem er nach Zuspiel Wolpers erst Benedikt Hoße stehen ließ
und dann mit Ruhe in die Mitte spielte, wo Reinhold wartete, um die Kugel aus
13 Metern in die Mitte des Tores zu dreschen (84.):
Als Matisse für eine, in der zweiten
Hälfte, hilflosen Vorstellung der Gastgeber musste Thomas Lazer nach einem
schlecht getimten Tackling mit der Ampelkarte vom Feld (88.). Nach einem
längeren Urlaub fehlt Lazer offenbar noch das nötige Feintuning...
Schlussendlich siegte die Zweitvertretung des SC Victoria verdient, sodass sich
Coach Godfred Hoedoafia über drei Punkte freute: „Ich bin sehr zufrieden mit
meiner Mannschaft. Wir haben hier in der Höhe verdient gewonnen.“. Auch, wenn
er zunächst einige Probleme erkannte: „In der ersten Halbzeit haben wir uns das
Leben selbst schwer gemacht, während wir in der zweiten Hälfte guten
Kombinationsfußball spielten und unsere Chancen nutzten.“.
Der Fokus liegt nun beim nächsten Gegner, Weiß-blau 63: „Das ist für uns das
wichtigste Spiel!, schwingt eine Menge Respekt vor dem jungen Team aus
Groß-Borstel mit.
Beim VfL herrschte derweil Enttäuschung über das Endresultat. „Natürlich sind
wir hier als Außenseiter angetreten und wollten uns durch Kampf einen Punkt
holen. Dazu haben wir lange gut gestanden; dann ein dummes 0:1 bekommen.
Insgesamt war die Niederlage aber zu hoch“, befand Angreifer Dierks nach der
Partie. Martin Orlowski sah derweil den „Genickbruch“ im 0:1: „Wenn wir mit dem
0:0 in die Pause gehen, hat das Spiel einen ganz anderen verlauf“, sprach
Orlowski im Konjunktiv. Reik Freimuth hielt dagegen das frühe Ausscheiden von
Detlev Öhlmann im Defensivverbund für den Casus Knacktus: „Das hat uns sehr
stark zum Umbauen gezwungen“, berichtete der eingesprungene Libero.
Für die Elf von der Meerweinstraße bleibt die sportliche Situation zwar nicht
ungefährlich, aber nicht akut, denn die Konkurrenz aus dem Tabellenkeller ist
noch um einige Punkte distanziert. Der SCV kann dagegen weiter hoffen, im
kommenden Jahr eine Oberliga-Reserve in der Bezirksliga zu haben, hält man sich
weiter in der Spitzengruppe der Kreisliga 5.
VfL 93 Hamburg II: Oeser –
D. Öhlmann (7. Masurek) – Maurer, Hoße, Ehrenberg, Freimuth – Lazer – backes
(85. Goede), Orlowski – A. Öhlmann (75. Ertel), Dierks, Trainer: Marco Ritter
SC Victoria Hamburg II: Wilkening – Irfan Kirpik, Rutz, Poels (85. Groehn),
Wegener (80. Schütt) – Mischkowski – Wolpers, Ilhan Kirpik, Holz – Owusu
(85. Böttcher), Reinhold, Trainer: Godfred Hoedoafia
Tore: 0:1 Owusu (42. Reinhold). 0:2
Ilhan Kirpik (67. Wolpers), 0:3 Owusu (76. Ilhan Kirpik), 0:4 Reinhold (84.
Ilhan Kirpik)
gelb-rote Karte: Lazer (88.,
wiederholtes Foulspiel)
Schiedsrichter: Thomas Sieg (SC
Urania Hamburg)
Zuschauer: 25
Samstag, 20. November 2010
Spielbericht SV RW Wilhelmsburg - ASV Hamburg
Erfolgreiche Rache
RWW schlägt den ASV Hamburg in der
Höhe der Hinspielniederlage
Die Mannschaft des SV Rot-Weiß Wilhelmsburg hat sich
erfolgreich für das verlorene Hinspiel gegen den ASV Hamburg gerächt und den
Gegner mit einem verdienten 3:0-Sieg vom eigenen Grand gefegt.
Von Beginn an waren es die Gastgeber, die besser
kombinierten und durch einen starken Einsatz von Christopher Bruhn, nach
sehenswertem Heber in den Lauf, zu ihrer ersten Torgelegenheit kamen (6.). In
der 16. Minute stand erstmalig Schiedsrichter Lars Blunck im Mittelpunkt, als
RWW-Torhüter Ibrahim Senol außerhalb seines Strafraumes mit der Hand gegen den
heranstürmenden Maseehla Kohistani klärte.
Blunck verzichtete aber auf den Platzverweis, da laut dessen
Aussage kein absichtliches Handspiel vorgelegen habe. Da der nachfolgende
Freistoß abgefälscht im Aus landete, gab es einen Eckball, der für einen
weiteren Aufreger sorgte, denn der RWW-Schlussmann sprang auf Höhe des kurzen
Pfostens elfmeterreif in Gegenspieler Sohrab Nouri hinein, der daraufhin eine
zweiminütige Behandlungspause benötigte. Der Pfiff blieb jedoch aus…
Ab der 25. Minute war die Partie nun wieder sportlich
furios, als zunächst Wilhelmsburgs Ferhat Celebi aus 20 Metern, zentraler
Position, verzog und nur 120 Sekunden später der erste Treffer der Begegnung
fiel. Ein Eckball von Linksverteidiger Erdem Kilic konnte von ASV-Torhüter
Tobias Patow nicht situationsgerecht geklärt werden, was Defensivmann Deniz
Yalcin per Dropkick aus 25 Metern in die kurze Ecke böse bestrafte.
Das 1:0 war der Höhepunkt der rot-weißen Drangphase, die
Bruhn nur vier Minuten nach dem 1:0-Führungstreffer hätte krönen können, doch
der hoch gewachsene Stürmer vergab nach schön gespieltem Angriff über Ferhat
Celebi und Fatih Akyil.
Einen gut heraus gespielten Angriff brachten dann auch in
der 41. Minute die Gäste zustande.
Wahid Afshar und Najib Naderi zeigten sich hier als
Wegbereiter für Majid Baydar, der jedoch mit seinem Linksschuss aus halblinker
Position lediglich das Außennetz traf.
Christopher Bruhn, mit der ungewöhnlichen Trikotnummer 99
ausgestattet, zeigte ihm, wie man es besser macht. Ein hoher, langer Ball von
der Mittellinie, gespielt von Baris Taser, reichte hier aus, um die gesamte
ASV-Abwehr zu entblößen, was Bruhn mit einem genauen Heber über den
herausstürmenden Patow an der Strafraumgrenze nutzte.
2:0 kurz vor dem Pausentee – einen besseren Zeitpunkt hätten
die Gastgeber hierfür gar nicht wählen können.
Zurück aus den Kabinen, kam es in der 52. Minute zu jeweils
einer guten Torchance auf beiden Seiten. Zunächst löste sich Rot-Weiß-Akteur
Taser sehr gut von zwei Gegenspielern, scheiterte jedoch mit seinem Linksschuss
aus spitzem Winkel an Patow; im Gegenzug musste nun Patows Gegenüber sein
Können im Mann gegen Mann beweisen, als Ilias Jowan schräg aufs Tor zulief. Der
Spielstand blieb jedoch der alte: 2:0.
Ebenso, als sich Bruhn sehr gut auf der linken Seite gegen
zwei Gegenspieler durchsetzte, seine verunglückte Flanke daraufhin knapp über
das Tor schickte (56.).
Die Mega-Chance schlecht hin zum Anschlusstreffer ließ
ASV-Angreifer Jowan liegen, indem er seinen harten Rechtsschuss nach einem
langen Diagonalball auf die rechte Seite an die Unterkante des Querbalkens
setzte.
Im Anschluss an einen Freistoß von Erdem Kilic, der noch die
Latte streifte, war wieder der ASV an der Reihe, sich im Torabschluss zu
inkonsequent zu zeigen. Der in der Mitte völlig unbehelligte Kohistani hatte
nach einer Naderi-Flanke den Anschlusstreffer auf dem Fuß, doch Senol rettete
auf zwar unkonventionelle, aber erfolgreiche Art und Weise im zweiten Versuch.
Nach genau 70 Spielminuten zeigte der ansonsten großzügige
Schiedsrichter nach einem Handspiel im Strafraum der Gastgeber auf den Punkt.
Strafstoß für den ASV Hamburg! Kapitän Najib Naderi übernahm die Verantwortung
und schickte das Leder links über den Kasten. „Ein ganz schwacher Elfmeter!“,
befand nicht nur sein Trainer.
Die Gäste hätten mittlerweile mindestens das 1:2 verdient,
doch beste Torchancen konnten nicht genutzt werden. Auch der eingewechselte
Joseph Groth reihte sich in Minute Nummer 71 nach einem starken Ballgewinn an
der Strafraumgrenze mit einem Schuss ans Außennetz in die Riege der Pechvögel
ein.
Den Schlusspunkt des lustigen Auslassens von Großchance beim
ASV setzte schließlich Baydar, nachdem sich Jowan zunächst im
Sechzehner-Getümmel durchsetzte. Senol
rettete diesmal im Stolpern gegen Baydars Linksschuss aus 25 Metern.
Die sportliche Endnote blieb dann am Ende dem Team vom
Rotenhäuser Damm vorbehalten.
Schöne Flanke von der rechten Seite und ein problemloses
Kopfballtor vom blank stehenden Bruhn räumten in der 79. Minute jegliche
Zweifel an einem Heimsieg aus. Und das gerade in der Phase, in der die Gäste
nah dran waren, die Partie wieder offen zu gestalten.
Der SV RW Wilhelmsburg gewinnt also insgesamt verdient gegen
einen ASV Hamburg, dem das Fehlen diverser Stammkräfte deutlich anzumerken war.
„Wir waren heute wirklich mit einer Notmannschaft hier. Letztendlich waren wir
nur 13 Mann, da sich noch beim Aufwärmen zwei Spieler verletzten. Trotzdem
haben wir die erste Halbzeit komplett verschlafen, hatten die falsche
Einstellung. Die zweite Halbzeit war dann akzeptabel. Wir haben uns einige
Chancen herausgespielt, aber halt nicht genutzt. Machen wir das 1:2, läuft das
hier ganz anders.“, wusste der ASV-Trainer im Anschluss an die Begegnung
detailliert zu berichten. „Unser Ziel ist es aber weiterhin aufzusteigen, daran
halten wir fest!“, zeigte sich der Übungsleiter dann aber wieder kämpferisch.
Auf der anderen Seite sah RWW-Verteidiger, Erdem Kilic zwei
komplett unterschiedliche Halbzeiten: „In der ersten Halbzeit waren wir klar
besser und in der zweiten Hälfte hatte der Gegner einige Möglichkeiten,
auszugleichen, aber denen fehlte halt der richtige Stürmer, der sie einfach
rein macht“, befand der Akteur von der linken Seite.
Durch diesen Sieg pirscht sich sein Team langsam an die
Spitzengruppe der Liga heran, während der ASV Hamburg in den Rückspiegel
schauen sollte, denn alle Teams auf den folgenden Tabellenplätzen haben noch
einige Nachholspiele zu bestreiten.
Tore: 1:0 Yalcin (27. E. Kilic), 2:0 Bruhn (45. Taser), 3:0
Bruhn (79.)
beste Spieler: Bruhn, E. Kilic – Jowan
Schiedsrichter: Lars Blunck (SC Alstertal/Langenhorn, Note 4,5)
Zuschauer: 32
besonderes Vorkommnis: N. Naderi (ASV Hamburg) schießt Strafstoß (Handspiel) über
das Tor (70.).
Freitag, 19. November 2010
Spielbericht GW Eimsbüttel - FTSV Komet Blankenese
Sechs-Punkte-Sieg
Komet Blankenese gewinnt
hart umkämpftes Verfolgerduell
Der FTSV Komet Blankenese bliebt der Spitzengruppe der Kreisliga 7 weiter auf
den Fersen. Drei wichtige Zähler dafür hatte man auf einem Platz „außerhalb der
Bespielbarkeit“ (o-Ton Oliver Ahlbrecht“ gegen Grün-weiß Eimsbüttel
eingefahren.
Dabei machten die Gastgeber zunächst den aufgeweckteren Eindruck, untermauert
durch zwei erste Torversuche Marc Güldeners (1. & 2.).
Lang ins Loch der GWE-Defensive geschickt, netzte der agile Marcel Rechmann
ungeachtet der gegnerischen Abseitsproteste eiskalt zur Führung der
West-Hamburger ein (7.).
Lange sollte der Vorsprung aber nicht halten, drosch der aufgerückte Joachim
Görsch nach einem Dutzend an Spielminuten eine durch den Fünfer rauschende
Burke-Ecke direkt unter die Latte – nicht schlecht!
Im Gegensatz zum jetzt ausgeglichenen Spielstand kippte die Angelegenheit
optisch immer mehr in Richtung der Gäste, denen Michael Adelmanns Freistoß für
den an Tobias Becker scheiternden Ahlbrecht die ideale Gelegenheit zum erneuten
Vorsprung einbrachte. Doch das war´s noch nicht, riss Görsch den Blondschopf im
Nachschuss versuch auf den Hosenboden – Strafstoß! „Ich habe ihn da klar
heruntergezogen. Wenn ich das nicht mache, macht er ihn rein“, gestand Görsch,
der sich hier freilich auch im Bereich einer Notbremse bewegte.
Den fälligen ruhenden Ball versenkte Rechmann kurzerhand links oben, sodass
sein Kapitän wenig später gar das 1:3 aus sechs Metern auf dem Fuß hatte (Becker
rettete mit gutem Reflex). Tore für Komet blieben an diesem Freitagabend einem
einzigen Angreifer vorbehalten. Das dachte sich wohl auch der von Rechmann
eingesetzte Tom Sandau, der vor dem Tor wieder für den nun Dreifachtorschützen querlegte.
Ein herrlich herausgespielter Treffer, dem der Mann des Abends durchaus noch
zwei weitere hätte hinzufügen können, wäre er jeweils nach zu kürz geklärten
Hereingaben etwas treffsicherer gewesen (42. & 44.).
Mit dem zweiten Durchgang gelang es den mit dem 1:3 noch bestens bedienten Eimsbüttelern
dann, die vogelwilde Defensive zu stärken und selber in Richtung Anschlusstreffer
zu schreiten. Nur war Görsch bei einem Güldener-Freistoß zu überrascht (56.),
während Güldener selber aus der zweiten Reihe knapp verfehlte (64.). Auch Maximilian
Garbe erging es im Rahmen des besten GWE-Angriffs nicht besser, als ihn Tim
Bergmann sauber im Strafraum abgrätschte. Der oftmals konfus agierende Schiedsrichter
sah dies allerdings ganz anders und bescherte Alexander Eick vom Punkt den Anschlusstreffer,
den auch der die Ecke ahnende Björn Struckmann nicht zu verhindern wusste
(75.). Während die bereits im Hinspiel siegreichen Gäste (2:0) einzig durch
einen parierten Kopfball von Bergmann gefährlich aufwarteten, suchten die
Hausherren das Ausgleichsglück, das aber weder der alleingelassene Güldener mit
seinem schwächeren rechten, noch Dennis Klemm per Kopf fanden.
Die Dockenhuden-Kicker überstanden auch die fünfminütige Nachspielzeit, was den
zum 1:2-Strafstoß gefoulten Oliver Ahlbrecht freute: „Wir haben auf diesem
schweren Geläuf vielleicht etwas glücklich aber verdient gewonnen, da wir unsere
Chancen konsequenter genutzt haben. Wir haben den Kampf, den uns GWE geliefert
hat, angenommen, wobei es trotzdem immer fair blieb“, resümierte Ahlbrecht, der
auch klare Worte zur heutigen Schiedsrichterleistung übrighatte: „Der
Schiedsrichter war heute wirklich eine glatte Sechs! Ich spiele seit
mittlerweile 20 Jahren Fußball, aber so etwas ist mir noch nicht untergekommen.
Er hat echt in beide Richtungen schlecht gepfiffen.“. Dieser Ansicht schloss
sich Joachim Görsch auf Verliererseite an: „Das war absoluter Unfug, was dieser
Klapskalli da gemacht hat!“. Doch auch die eigene Leistung missfiel dem
oberligaerfahrenen Routinier: „Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit durch
individuelle Fehler verloren, während wir Komet im zweiten Durchgang einen
guten Kampf geboten haben. Besonders durch Standards, die bei diesem
Schiedsrichter leicht herauszuholen waren, sind wir dann auch gefährlich geworden.
Das hat uns genügend Chancen für das 3:3 gebracht Nach der Serie von vier
Siegen ist das natürlich ein bitterer Zeitpunkt für diese Niederlage.“.
Besonders dürfte diese Schlappe aber Marc Güldener genervt haben, der sich auf
dem Weg zum Parkplatz auch noch Spöttereien des gegnerischen Schlussmannes
anhören musste. „So etwas ist absolut unsportlich!“, entrüstete sich der
Verlierer des Bruderduells Marc gegen Sven.
GW Eimsbüttel: T. Becker – C. Pleus (73. Ernst), Przybylski,
Brennecke, Eick – Burke (83. Harth), Görsch – Garbe (89. Frank), Ostertag, M.
Güldener – Klemm, Trainer: Nico Grabarczyk
FTSV Komet Blankenese: Struckmann – Witt, Kehr, Ahlbrecht (55. Hemmen),
Bergmann – L. Schmidt, Diesing, A. Schmidt, Adelmann (67. Speul) – Sandau (79. Seligmann),
Rechmann, Trainer: Holger Schmidt
Tore: 0:1 Rechmann (7. Diesing), 1:1 Görsch (12. Burke), 1:2 Rechmann
(18. Strafstoßtor, Görsch an Ahlbrecht), 1:3 Rechmann (40. Sandau), 2:3 Eick
(75. Strafstoßtor, Bergmann an Garbe)
Schiedsrichter: Olf Vital (Lauenburger SV, Note 6)
Zuschauer: 30