Freitag, 1. Oktober 2010

Spielbericht GW Eimsbüttel - Glashütter SV

GSV: Mit Linksdruck zum Auswärtssieg!
GSV rehabilitiert sich nach 2:4-Schlappe – GWE im freien Fall!

„Das war eine verdiente Niederlage. Wir haben nach dem 1:2 einige Schwächen des Gegners offenbart, aber wenn man zum Beispiel Glashüttes Nummer 7 sieht – das ist kein Kreisligaspieler, der gehört auf jeden Fall in die Landesliga!“, fasste GWE-Kicker Robert Brennecke enttäuscht, aber beherrscht das Wesentliche der Partie seines Teams gegen den Glashütter SV zusammen. Mit der „Nummer 7“ war übrigens GSV-Akteur Dominic Thormählen gemeint, der durch eine äußerst starke Leistung an diesem Freitag-Abend maßgeblich zum Glashütter Auswärtssieg beitrug.
Die Begegnung des Tabellen-siebten gegen den Spitzenreiter begann so, wie man es sich dem Tableau nach vorstellte: Die Gäste machten das Spiel, während GWE erst einmal versuchte, hinten sicher zu stehen. Nach zwei Glashütter Fehlversuchen aus den Minuten 12 und 18 (Timo Wismann jagte die Kugel auf den Parkplatz und Tobias Hinnrichs gegen den Zaun davor) der erste Treffer der Partie: GSV-Angreifer Tom Medrow versenkte das Spielgerät nach einer messerscharfen Hereingabe von Dominic Thormählen mit der Fussspitze im Tor von GWE-Schlussmann, Patrick Witte doch der Unparteiische hatte etwas dagegen und gab dem Treffer aufgrund einer Abseitsposition Wismanns keine Anerkennung.
Glashütte, klar Spiel bestimmend, verpasste nach 23 Spielminuten erneut den (verdienten) Führungstreffer. Diesmal setzte Dominic Thormählen einen Schuss aus 18 Metern Torentfernung ans Außennetz. Das 0:1 lag in der Luft!
Nach einer Standardsituation, einem, von GWE-Mann Immanuel Comtesse, unnötig verursachten Freistoß, war es dann geschehen: Timo Wismanns Freistoß landete genau bei Medrow, der von allen guten Gegenspielern verlassen, für die leistungsgerechte Führung für den GSV sorgte.
0:1 nach 28 Minuten – ein erneuter Schock für die Grün-weißen, denen nach zuletzt zwei Niederlagen in folge sichtlich die Sicherheit fehlte.
Erneut sichtbar in der 31. Minute: Wieder Comtesse mit einem Foulspiel auf Glashüttes linker Offensivseite und wieder landete ein Wismann-Freistoss direkt bei Tom Medrow, der nun aber das Nachsehen gegen den aufmerksamen Patrick Witte hatte.
Dennoch war auch hier das Abwehrverhalten der Gastgeber nicht akzeptabel.
Das sah auch Cheftrainer Nico Grabarczyk so, der sieben Minuten vor dem Pausentee reagierte und mit Robert Brennecke einen robusten Spieler für die offensive brachte, während er den hoch gelb-rot gefährdeten Immanuel Comtesse vom Feld nahm.
Und tatsächlich: die Eimsbütteler kamen nach geschlagenen 42 Spielminuten zu ihrer ersten erwähnenswerten Torgelegenheit durch den aufgerückten Stefan Ostertag, der allerdings im letzten Moment vom wachsamen Sebastian Kaaß gestellt werden konnte.
Somit ging es mit einem Zwischenstand von 0:1 in die Kabinen.
Auch in der neuen Hälfte erlebten die Gastgeber alte Probleme: Ein Ballverlust in der eigenen Spielhälfte lud die Gäste wiederholt zu einem Angriff über die linke Seite ein.
Dominic Thormählen schaffte es einmal mehr, die GWE-Defensive mit einem Steilpass schlecht aussehen zu lassen, was Jan Schuhmann mit einem Linksschuss aus 10 Metern Entfernung zum leistungsgerechten 0:2 ausnutzte (50.).
Zwölf Minuten vergingen nach dem zweiten Gegentreffer, ehe die Gastgeber, bei denen in der Zwischenzeit Angreifer Vincent Dahms mit Leistenproblemen verletzt ausschied, eine ernsthafte Antwort präsentierten. Eine gute Einzelleistung von Maximilian Garbe und ein Schuss ans Außennetz vom eingewechselten Sebastian Ernst markierten die bis dato beste Torchance der Eimsbütteler.
Zwei Minuten später brannte es durch einen Schuss von Jan Schuhmann, der zwar freundlich flankiert, aber nicht wirklich angegriffen, zum Schuss kam. Patrick Witte aber tauchte ab und lenkte das Leder zum Eckball ins Tor-Aus. Wieder keine 120 Sekunden später mussten die etwa 40 Zuschauer ihren Fokus wieder auf die andere Spielhälfte verlagern. Ein langer Ball von GWE-Kapitän Simon Schirrmacher erreichte genau das Haupt des aufgerückten Joachim Görsch, der seinen Arbeitsraum mit zunehmender Spieldauer immer mehr nach vorne versetzte, womit er die Kugel unbedrängt in die obere Ecke zum 1:2 ins Tor köpfte.
Grün-weiß witterte nun wieder Morgenluft und wäre in der 74. Minute fast zum Ausgleich gekommen, doch Joachim Görsch, Torschütze des 1:2, setzte seinen erneuten Kopfball im Strafraum des Gegners nicht INS, sondern AUF das Tornetz.
Quasi im Gegenzug machte der GSV dann alles klar:
Ein langer Diagonalball auf die linke Seite reichte erneut, um die Gastgeber defensiv zu zerreißen, was sich der überragende Dominic Thormählen zu seinem Vorteil machte und das Spielgerät herrlich aus 18 Metern in die rechte obere Ecke des GWE-Gehäuses zirkelte.
Die Partie war nun entschieden, was auch die Ampelkarte für Glashüttes Timo Wismann (78.) und eine sehr gute Kopfballchance für Stefan Ostertag nach einem Freistoß vom ehemaligen Landesliga-Spieler Nick Burke nicht mehr abwenden konnten.
Am Ende stand dann ein Leistungsgerechter 3:1-Auswärtssieg für den Glashütter SV zu Buche, was auch Nico Grabarczyk, Trainer des unterlegenen Teams so sah: „Im Endeffekt geht die Niederlage in Ordnung. Wir haben heute viel Pech gehabt und sehr unglückliche Gegentore bekommen. Was wir jetzt brauchen, ist einen echten Befreiungsschlag. Wir haben momentan wirklich Kacke am Fuß!“, konstatierte der Übungsleiter nach der Partie.
Auch Stefan Ostertag, Mittelfeldspieler der Eimsbütteler, zeigte sich enttäuscht: „In der ersten Halbzeit hat unsere Taktik überhaupt nicht funktioniert. Im Mittelfeld hatten wir überhaupt keine Bälle, da wir nur hohe Bälle aus der Abwehr geschlagen haben.
In der zweiten Halbzeit haben wir taktisch umgestellt und hatten das Spiel dann auch besser im Griff, aber Glashütte hat das ganz stark gemacht. Das ist eine Mannschaft, die mehr als Kreisliganiveau hat“
GSV-Keeper Boris Thormählen sah das genauso. „Für uns zählt nur der Aufstieg!“, stellte er nach dem Spiel klar. „Es war sehr gut für uns, nach der Niederlage gegen den SC Pinneberg, das heutige Spiel zu gewinnen. Wir haben heute wieder die Zweikämpfe angenommen und nicht viel zugelassen. Das war eine kämpferisch ganz starke Leistung von uns!“, hatte der Schlussmann noch ein Paar lobende Worte für sein Team übrig.
Für den Spitzenreiter gilt es nun am kommenden Wochenende die nächsten drei Punkte für das „Unternehmen Aufstieg“ zu holen, wenn die Reserve der SV Lieth an der Poppenbütteler Straße aufschlägt. Das Ziel der Eimsbütteler muss es nun sein, den freien Fall in der Tabelle zu stoppen, denn nach drei Niederlagen in Folge ist der Abstand zu den besten dreien der Tabelle, wo Stefan Ostertag sein Team vom Leistungsvermögen aus betrachtet, sieht, nicht geringer geworden. Die nächste Chance, den eigenen Anhang wieder positiver zu stimmen, bietet das kommende Auswärtsspiel bei der zweiten Mannschaft von Holsatia Elmshorn. „Wir müssen dort einfach mal schmutzig die drei Punkte erkämpfen!“, setzte Nico Grabarczyk seinem Team eine klare Marschroute.     


GW Eimsbüttel: Witte – Przybylski, Kassube, Schirrmacher – Görsch (86. C. Pleus), Ostertag – Garbe, Comtesse (38. Brennecke), Burke, M. Güldener, Dahms (53. Ernst), Trainer: Nico Grabarczyk

Glashütter SV: B. Thormählen – Fuss, Claaßen, Kaaß – Hinnrichs (90+1. Müller) – D. Thormählen, Kastropetsch, Schuhmann, Al Jouman (68. Strominski) – Timo Wismann, Medrow (90+3. Lugiewicz), Trainer: Peter Roggensack

Tore: 0:1 Medrow (28. Ti. Wismann), 0:2 Schuhmann (50. D. Thormählen), 1:2 Görsch (66. Schirrmacher), 1:3 D.Thormählen (75. Schuhmann)

Gelbe Karten: Kassube Comtesse Ernst – Schuhmann, Fuss

Gelb-Rot: Timo Wismann (78. wiederholtes Foulspiel)

Schiedsrichter: Carlos Medina

Zuschauer: 40

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